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Denon AH-D2000 oder kurz: D2K.

Mit diesem Modell hat Denon vor einigen Jahren einen Klassiker unter den geschlossenen HiFi Kopfhörern herausgebracht.
Der Tiefbass des D2000 sucht seinesgleichen und der Sound ist mittlerweile legendär.
Leider habe ich meinen irgendwann (mit Gewinn!) verkauft, weil mich das lange Kabel doch sehr genervt hat.
Das war aber ein Fehler, bis heute trauere ich diesem speziellen Sound nach…

Nun stehen die Nachfolger der Serie immerhin ja auch schon wieder gut zwei Jahre im Regal.
Lange habe ich gewartet, da die Reviews, die man so findet, eher zwiegespalten sind.
Aber bei Kopfhörern gilt natürlich:
Review lesen ist Silber, selbst hören ist Gold!

Die Gelegenheit war günstig.
Da im Herbst wahrscheinlich wieder neue Denon Headphones vorgestellt werden, gibts den D600 bei Amazon immer mal wieder zum Schnäppchenpreis. Ich habe meinen für 124,90 € gekauft. Nicht schlecht bei einem UVP von 399€!

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist reichlich.
Nebst dem Kopfhörer befinden sich zwei Kabel, eine Transporttasche mit Karabiner und ein 6,3mm Klinkenadapter im Karton.
Apropos Karton: Die Verpackung ist edel. In einem Schuber aus Hochglanz-Prägekarton befindet sich eine Pappschachtel mit Textilstruktur und eingeprägtem, silbernen DENON Logo.
Innerhalb des Kartons liegt der Denon AH-D600, gebettet auf bronzefarbenem, seidenartigen Stoff.
Darunter wiederum sind zwei kleine Pappschachteln mit den Kabeln und der Tasche untergebracht.
Der Karton ist definitiv zu schade zum Wegwerfen, in ihm werde ich die D600 bei längerem Nichtgebrauch bestimmt gerne wieder unterbringen.
Wobei: Ohne vorgreifen zu wollen, längerer Nichtgebrauch dürfte wohl nicht vorkommen…

Verarbeitung und Design

Bestand der D2000 noch aus wenig Kunststoff und mehr Aluminium, so ist der D600 nun fast komplett aus Kunststoff gefertigt – sehr schade.
Allerdings macht das verwendete Kunststoff einen sehr robusten Eindruck. Nichts knarzt oder wackelt.
Die Verarbeitungsqualität ist wirklich auf hohem Niveau.
Das neue Design finde ich nicht schön, zu sehr orientiert man sich hier an den bunten Klangbüchsen, die derzeit so angesagt sind.
Ich stehe da halt eher auf klassisches Design.

Die Kabel sind glücklicherweise im Gegensatz zu denen der Vorgängern abnehmbar.
Denon legt zwei Kabel bei, ein kurzes mit Kabelfernbedienung und ein langes für den Heimgebrauch.
Das lange, textilummantelte Kable ist drei Meter lang, dick, schwer und aus hochreinem Kupfer (OFC).
Das kurze, weiche kunststoffummantelte Kabel mit integrierter Fernbedienung und Mikrofon ist ideal für unterwegs oder zum Betrieb am mp3-Player oder Smartphone.
Die Tasten funktionieren mit iPhone/iPad einwandfrei, Android konnte ich nicht testen.

Tragekomfort

Als erstes ist mir aufgefallen, daß die Denon AH-D600 extrem bequem sind.
Als zweites fiel mir der geringe Anpressdruck und die doch recht große Größe auf.
Auf den Klang hat das glücklicherweise keinen Einfluss. Es gibt ja Kopfhörer, die sehr unterschiedlich je nach Anpressdruck klingen.

Ich höre allerdings gern im Liegen und hier drohen die D600 aufgrund des geringen Anpressdrucks doch relativ leicht vom Kopf zu rutschen. Ich habe aber auch einen recht kleinen Kopf (57cm Umfang), so daß das bei anderen durchaus besser sein mag.
Außerdem liegen die großen Muscheln im Liegen bei mir selbst auf dem Kopfkissen auf, also alles halb so wild. Viel bewegen ist dann allerdings nicht!

Im Sitzen kehrt sich dieser Nachteil selbstverständlich ins Gegenteil um:
Der Dnon D600 ist hier extrem bequem und komfortabel.

Die Größenverstellung ist fast schon zu leichtgängig. Das geht gerade noch so. Ich hoffe nicht, daß sich das mit der Zeit noch ausleiert.

Für manche könnte die kleinste Einstellung außerdem bereits zu groß sein.
Mir passt der D600 in der kleinsten Einstellung aber perfekt.

Die Ohrpolster sind mit das Beste, was ich bisher auf den Ohren hatte!
Dick, ultraweich, saubequem!
Meine Ohren verschwinden komplett unter den Ohrpolstern aus Memoryfoam, nichts liegt auf den Ohren auf.
Perfekt!

Klangqualität

Wie eingangs erwähnt, habe ich ja den D2000 besessen und bin natürlich jetzt gespannt, ob der D600 ein guter Ersatz sein wird.
Leider habe ich den Klang des D2000 im Detail natürlich nicht mehr so im Kopf, an die
grundsätzliche Signatur kann ich mich aber noch gut erinnern.

Und die hat auch der D600!
Der Sound hat mich direkt nach den ersten Takten von Angels & Airwaves „The Flight Of Apollo“ begeistert.
Der Sound ist räumlich und brilliant, der bei ca. 1:08 min einsetzende Tiefbass ist druckvoll und fast fühlbar! Das war das, was mich schon am D2000 begeistert hat.

Nach wenigen Takten war für mich bereits klar: Der D600 darf bei mir gern die Nachfolge des D2000 antreten!
Meine Eindrücke im Einzelnen:
Der Sound geht eindeutig in Richtung Badewanne, die Abstimmung ist Fun ohne Ende.
Aber trotzdem immer mit einer gewissen HiFi Attitude!

Höhen:

Sehr klar, luftig und immer nachvollziehbar. Cymbals klingen fein und authentisch, nix zischt oder nervt.
Stick Anschläge auf der Ridekuppel sind sehr präsent und deutlich, HiHat Figuren klar und präzise.
Ich glaube, der D2000 war etwas schärfer in den Höhen.

Mitten:

Unaufdringlich, brav, etwas zurückgenommen.
Die Mitten dürften für meinen Geschmack etwas mehr betont sein. Harte Gitarren kommen je nach Produktion teilweise ein wenig zu soft (Volbeat – „Lola Montez“).
Das klingt durchaus okay, aber es ist nicht „in die Fresse“.
Im Gegensatz hierzu: Die hammergeil produzierte neue Overkill „White Devil Armory“ sägt ohne Ende.

Bässe:

Fett. Pulsierend. Geil.
Der Bass ist das Aushängeschild des D600. Er ist unglaublich „körperhaft“. Er drückt ohne Ende.
Trotzdem ist er immer schön konturiert und klar definiert.
Meiner Meinung nach ist der D600 perfekt für Rock und Metal geeignet.
Aus der Erinnerung zum D2000 macht der D600 das, was mir am Bass so gut gefallen hat, noch mal einen Zacken besser

Isolation, Bühne, Separation:

Die Isolation nach außen ist besser als beim D2000. In moderaten Lautstärken kann man gut hören, ohne seinen gegenüber zu stören.
Die physikalische Isolation von Außengeräuschen ist okay, eben typisch für geschlossene, ohrumschließende Kopfhörer.
Das macht ein aktives Noise Reduction System wie im Parrot Zik natürlich wesentlich besser.
Für unterwegs ist der D600 für mich aufgrund seiner Größe und des geringen Anpressdrucks sowieso kein Thema.

Die Bühne ist groß für einen Geschlossenen!
Sehr viel größer und transparenter als beim Momentum oder Fidelio L1.

Der D600 ist kein neutraler Studiokopfhörer. Trotzdem ist es problemlos möglich, sich auf ein einzelnes Instrument zu konzentrieren und dieses zu verfolgen.
Positiv aufgefallen ist mir die Separation und Ortbarkeit bei Cymbals – das habe ich so noch nie gehört.

Fazit

Was habe ich mich damals geärgert, als ich den D2K verkauft habe.
Mit dem Kauf des D600 ist dieser Ärger (fast) komplett verflogen.
Ich kann den Sound der beiden zwar nicht direkt vergleichen,
aber aus der Erinnerung klingen sie doch ziemlich ähnlich.

Die abnehmbaren Kabel sind eine gelungene Verbesserung, der Sitz ist leider immer noch sehr locker.

Der D600 ist für mich auf jeden Fall ein würdiger Nachfolger des D2000, und für meine bevorzugte Musikrichtung Rock & Metal erscheint er mir geradezu ideal.
Der Tiefbass hat mächtig Substanz und macht trocken Druck, die Oberbässe sind leicht betont, aber niemals zu aufdringlich.
Die Höhen sind sehr präsent, nerven aber nie und glänzen mit einer angenehmen Klarheit und Brillanz.

Mit dem Design habe ich mich im Verlauf des Tests übrigens ebenfalls angefreundet, ich finds mittlerweile echt gut.

Ich bin froh, mit dem D600 einen mehr als würdigen Nachfolger für meinem D2000 gefunden zu haben!

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Denon AH-D600 | Bewertung

Denon AH-D600 | Bewertung
8.7

Sound

8.7 /10

Verarbeitung

8.5 /10

Komfort

9.5 /10

Preis/Leistung

8.0 /10

Pros

  • Toller Bass
  • Weite Bühne
  • Brilliante Höhen
  • Erstklassige Kabel
  • Extrem bequem

Cons

  • Etwas schwache Mitten
  • Zu Groß (für kleine Köpfe)
  • Geringer Anpressdruck
  • Viel Plastik
  • Sehr leichtgängige Rasterung