[Werbung] Mittlerweile werden fast alle High-Tech Gadgets in China gefertigt -das ist nix Neues. In letzter Zeit sieht man aber auch immer mehr eigene Brands, die aus China kommend mit interessanten und vor allem preisgünstigen Geräten ein Stück vom großen Kuchen abhaben wollen. Auch die Qualität dieser Produkte ist mittlerweile bei einigen dieser Herstellern auf einem sehr ordentlichen Niveau angekommen.
So auch bei den Playern von Shanling, einem zumindest in Asien bekannten, langjährigen Spezialisten für hochwertige HiFi Komponenten. Hierzulande kennt man eher die mobilen Player der Firma. Nun bot sich mir die Gelegenheit, mit dem M1 den kleinsten Player aus deren Portfolio testen zu können. Hier meine Eindrücke.


Allgemeine Beschreibung

Kennt noch jemand den Sansa Clip? Ein legendärer low-cost Player, welcher über eine außerordentlich gute Klangqualität verfügt und so groß wie eine Streichholzschachtel ist. Etwa in diesem Bereich bewegt sich auch der Shanling M1. Klein und leicht will er ein täglicher Begleiter sein – ganz egal ob auf dem Weg zur Schule/Uni/Arbeit oder beim Sport. Was ihn aber von manch anderen Playern dieser Größenordnung unterscheidet, ist sowohl seine hochwertige Verarbeitung und sein gelungenes Bedienkonzept als auch seine sehr gute Klangqualität und Format-  sowie Anschlussvielfalt. So spielt er 192kHz/32-bit Audio und unterstützt DSD64 und DSD128 Decoding, Außerdem versteht er sich mit Bluetooth 4.0 mit aptX und bietet die Möglichkeit, ihn über das Smartphone zu steuern.Soll heißen, man kann vom Smartphone Musik per Bluetooth übertragen und mit ihm abspielen. Musik kommt entweder per microSD Karte oder aber per USB auf den Player. Der M1 funktioniert ebenfalls als DAC an PC & Mac. Auch ist es möglich Musik vom M1 über USB an einen anderen DAC zu übertragen – somit ist der M1 der ideale Transporter für portable Geräte wie den Chord Mojo.
Der Player ist aktuell in Deutschland schwer zu bekommen. Das wird sich eventuell bald ändern, denn ein deutscher Vertriebspartner steht bereits in den Startlöchern.
Angeboten wird der Player in schwarz, blau, rot und weiß.


Features & Technische Daten

  • Abmessungen: 60mm×50mm×12.8mm
  • Gewicht: 60g
  • Display: 2.35″, 360×400
  • DSD playback: DSD64, DSD128
  • DAC: AK4452, supported up to 192kHz–24bit
  • Bluetooth: 4.0 mit APT-X
  • Verstärker: MAX97220
  • Gain: high gain/low gain
  • Unterstützte Formate: APE, FLAC, ALAC, WMA, AAC, OGG, MP3, WAV, AIFF, DSF, DIFF
  • Samplingrate: 44.1kHz–192kHz
  • Output: 35mW@32ohm
  • Frequenzbereich: 20Hz–20kHz(-0.5dB)
  • THD+N: 0.006%(A-weighting,outputing 500mV)
  • SNR: >105dB(A-weighting)
  • Dynamic range: >105dB
  • Output impedance: 0.1Ω
  • Channel separation: >70dB(32Ω,1kHz)
  • Referenced clock jitter: 200 femtosencond
  • Speicherkarte: bis zu 256GB microSD Karte
  • Akku: 950mAH
  • Laufzeit: ca. 9-10 Stunden (3-4h Ladezeit)

Lieferumfang

Der M1 kommt in der üblichen Schatulle aus dicker Pappe. Neben dem Player befinden sich Adapterkabel, Displayschutzfolien und der übliche Papierkram im Lieferumfang. 
Im Einzelnen ist im Karton zu finden:

  • Shanling M1
  • USB-C Ladekabel
  • USB-C auf USB-C Kabel, gewinkelt
  • USB-C auf Micro-USB-B Kabel, gewinkelt
  • USB-Kartenadapter (microSD)
  • Displayschutzfolien für Front und Rückseite (je 2x)
  • Papierkram

Erwähnenswert an dieser Stelle finde ich die Tatsache, daß Shanling hier für alle Anschluss-Optionen das passende Kabel beilegt. 


Design & Verarbeitung

Der M1 besitzt mit Maßen kaum größer als eine Streichholzschachtel einen sehr angenehmen und mobil-tauglichen Formfaktor.
Die Verarbeitungsqualität ist auf hohem Niveau: Der Gehäuserahmen ist aus Aluminium gefertigt, die Rückseite ist aus Glas. Alle Tasten haben einen guten Druckpunkt und das Scrollrad rastert satt und ohne viel Spiel. Ein wirklicher Handschmeichler!
Am M1 gibt es wirklich sowohl optisch als auch haptisch nix auszusetzen.

Das Ledercase ist ebenfalls einwandfrei verarbeitet und kann mit Hilfe der beigefügten, elastischen Armbänder am Oberarm fixiert werden.
Einzig eine kleine Öse zur Aufnahme eines Bandes oder Lanyards wäre noch wünschenswert gewesen. 


Bedienung / User Interface 

Datentransfer

Das Überspielen von Musikdateien funktioniert problemlos. Die Speicherkarte des M1 wird ganz normal als Laufwerk gemountet und es kann per per Drag´n Drop kopiert werden. Ich nutze zum Abgleich meiner Speicherkarten unter MacOS die Software Chronosync. Das klappt perfekt und zuverlässig.
Meine 200GB Speicherkarte wurde anstandslos im M1 erkannt und die Ordnernavigation funktioniert auch ordentlich. Leider sind nicht alle der ca. 20.000 Songs sauber in die Bibliothek eingelesen worden, so daß ich die TAG-Navigation – z.B. nach Interpret oder Album – nicht nutzen kann. Anscheinend gibt es hier irgendeine systemseitige Limitierung, welche hoffentlich in der Zukunft durch eine Firmwareaktualisierung bereinigt wird. Bis dahin ist die Ordnernavigation Pflicht. Eine sauber organisierte Ordnerstruktur vorausgesetzt geht das ja im Grunde genauso gut. Bewährt hat sich eine Dateistruktur nach folgendem Schema:

  • Interpret
    • Album
      • Songs

Geht man auf diese Weise vor gibt es keine Probleme.

Bluetooth Kopfhörer

Hier hinterlässt des M1 aktuell noch einen gemischten Eindruck. Während er sich spielend mit dem 1More Bluetooth Kopfhörer verbinden ließ,  ließ er sich  mit dem Sennheiser Momentum Wireless nicht zur Zusammenarbeit überreden. Selbst nach dem Löschen der Geräteliste im Kopfhörer und Reset des M1 auf Werkseinstellungen habe ich es nicht hinbekommen.

Externer DAC

Die Nutzung als externe Soundkarte funktioniert unter MacOS ganz einfach ohne Zusatztreiber oder ähnlichen Schnickschnack. Der M1 wird direkt als Abspielgerät erkannt und steht sofort als Audio-Ausgabegerät zur Verfügung:

Display & Bedienung

Das Glasisplay ist sehr gut. Obwohl 360×500 erst einmal wenig klingt, ist es bei einem Player dieser Größe völlig ausreichend. Die Helligkeit ist stark genug, um auch am Strand bzw. bei hellem Sonnenlicht navigieren zu können. Die Größe der Menüschriften ist für mich gerade noch ohne Brille lesbar – kleiner dürfte es (für mich) nicht sein. 

Pfiffig gelöst ist das Bedienkonzept als eine Kombination aus Hardwaretasten mit dem klickbaren Scrollrad. Das Rad wird zur Navigation innerhalb der Menüs genutzt und im „Play“ Bildschirm dient es der Lautstärkeregelung.

Die Navigation geht insgesamt intuitiv und zügig von der Hand. Einzig das Scrollen durch große Dateibestände wird zur Geduldsprobe.
Beispiel: Interpreten durchscrollen. In der Ordneransicht ist das meine erste Strukturebene. Meine Musikbibliothek weist aktuell knapp 600 Interpreten auf. Hier hätte ich mir ein beschleunigtes Scrollen ab einer gewissen Anzahl bereits durchlaufender Interpreten gewünscht oder eine Auswahl über die Anfangsbuchstaben. 

Akkulaufzeit

Schwierig etwas zur Akkulaufzeit zu sagen, da ich natürlich sehr viel mit dem Player rumgespielt habe. Gefühlt müsste er aber die angegebenen Werte von 9-10 bei mittelhellem Display und nicht allzuviel Rumgespiele erreichen.


Klangqualität

Klanglich überzeugt der M1 voll. Auch wenn Verstärker- und DAC-Klang immer schwierig zu beurteilen ist und kontrovers diskutiert wird, so empfinde ich die grundsätzliche Klangcharakteristik des M1 als natürlich, warm und organisch mit hoher Detailfülle.
Zur Anpassung der Klangeigenschaften an die persönlichen Vorlieben stehen neben einem EQ auch noch verschiedene Filter zur Verfügung. 
Der kleine Player verfügt über eine für meine derzeitigen Kopfhörer ausreichende Leistung.
Er hat deutlich mehr Power als der Sony NW-ZX100 und treibt auch leistungshungrigere Kopfhörer wie meinen Beyerdynamic Amiron mit 250Ω ausreichend laut und vor allem kraftvoll an. Für die ganz großen Kaliber ist dann aber doch ein externer KHV empfehlenswert.


Weitere Fotos


 Fazit

Mit dem M1 hat Shanling einen sehr überzeugenden Mini-DAP mit ausgezeichnetem Preis- Leistungsverhältnis am Start. Für den Preis um 130€ bekommt der Kunde einen toll klingenden, vielseitigen, sehr gut verarbeiteten und vom Bedienkonzept durchdachten Player.
Vor allem für Einsteiger, die bisher ihre Musik lediglich von ihrem Smartphone gehört haben, dürfte der M1 eine kleine Offenbarung darstellen – und das zu einem wirklich erschwinglichen Preis.
Für alle, die bereits einen „großen“ DAP besitzen, ist der M1 die ideale Ergänzung wenn es mal ultraportabel sein muss.
Der Shanling M1 bekommt von mir eine klare Kaufempfehlung!


Der M1 wurde mir für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle!

Shanling M1 | Bewertung

8.4

Sound

8.7/10

Verarbeitung

8.0/10

Bedienung

8.0/10

GUI/Software

8.0/10

Preis/Leistung

9.2/10

Pros

  • Toller Klang
  • Klein & Leicht
  • Hohe Materialqualität
  • Vielfältige Anschlussoptionen

Cons

  • Keine Öse
  • Handling von großen Bibliotheken