[Werbung] Bereits mit dem M1 hat mich Shanling überrascht. Der kleine DAP überzeugte im Kopfbox Test durch kompakte Größe, tollen Klang und schlüssiges Bedienkonzept zu einem fairem Preis. Nun hat mir der deutsche Shanling Vertrieb das aktuelle Top-Modell, den Shanling M3S, für diesen Test zur Verfügung gestellt – vielen Dank an dafür!


Allgemeine Beschreibung

In Anbetracht eines Preises von derzeit rund 280€ hat Shanling nach dem M1 mit dem M3S offensichtlich erneut einen wahren Preis- Leistungskiller geschaffen. Nur dieses Mal etwas größer und noch leistungsfähiger.
Ausstattungsmäßig gibt es alles, was ein moderner DAP heute bieten sollte – und noch viel mehr!

Der Signalweg ist von der Wandlung mit AKM AK4490 Dual-DAC über die Verstärkung bis hin zur symmetrischen Ausgabe konsequent vollsymmetrisch aufgebaut. 
Der Wandler unterstützt dabei FLAC bis 32 Bit/384 kHz und DSD256. 

Vielseitige Kommunikations- und Anschlussmöglichkeiten sind durch Bluetooth 4.1 und aptX gegeben. 
Eine DAC Funktion ist ebenso mit an Bord wie die Möglichkeit, den M3S mittels App vom Smartphone (iOS) aus zu steuern. 
Desweiteren bietet sich der Player auch als reines Bluetooth Abspielgerät an, übernimmt in diesem Modus also wie ein Bluetooth-Kopfhörer die Music vom Smartphone – ein tolles Feature, Details folgen weiter unten. 
Andersherum geht auch: So kann der M3S auch als reiner Player digital per USB an pKHV angeschlossen werden.
Ein microSD Kartenschacht macht die Speichererweiterung flexibel – offiziell soll das mit bis zu 256GB funktionieren.

Leistungstechnisch dürfte es auch selbst mit Kopfhörer-Schwergewichten keinen Stress geben. Es stehen an 32Ω satte 230mW am balanced Output zur Verfügung. 
Am unbalanced sind es immerhin noch 130mW – das sollte bei den allermeisten Kopfhörer für ausreichende Lautstärke sorgen.

Ihr seht schon: Der M3S ist vollgepackt mit allerlei Features! Das alles hat Shanling in ein außerordentlich schickes und hochwertig verarbeitetes Aluminiumgehäuse mit Glasdisplay gepackt.


Lieferumfang & Verpackung

Die Retailverpackung des M3S ist klein und kompakt. Eine schwarze Pappschachtel steckt in einem hochwertig bedruckten Pappschuber. Geliefert wird neben dem Player ein USB-C Kabel, ein microSD/USB Kartenleser, 4 Displayschutzfolien (je 2 für Vorder- und Rückseite), Papierkram und ein Resetpin. 
Der Shanling M3S ist in drei Farben erhältlich: Midnight Black, Royal Blue, Titanium Grey. Eine Hülle gehört leider nicht zum Lieferumfang, passende Ledercases sind aber in Schwarz, Braun, Rot und Blau als Zubehör erhältlich.


Technische Daten

Wie immer gilt: Papier ist geduldig. Gut zu wissen, daß nur hochwertige und leistungsstarke Komponenten verbaut sind und was sie theoretisch leisten. Am Ende zählt bei einem Player aber immer die Summe aller Einzelteile und vor allem muss er in der täglichen Handhabung überzeugen. 

Trotzdem hier mal die nackten Daten zur Info:

  • Unterstützte Formate: MP3, WAV, WMA, FLAC, AAC, ALAC, APE, IOS, DSF, DFF,
  • DSD: DSD256DAC: bis zu 384kHz/32bit
  • Display: 3 Zoll, 480×800, 300ppi
  • Bluetooth: 4.1 mit APT-X
  • D/A Wandler: AK4490×2
  • Amplifier: AD8397×2
  • Verstärkung: high gain/low gain
  • Samplingrate: 44.1kHz–384kHz
  • Ausgänge: unbalanced  (3.5 mm), balanced output (2.5 mm)
  • Output power: 130mW@32ohm(3.5 mm) 230mW@32ohm(2.5 mm)
  • Frequenzverlauf: 20Hz–20kHz(-0.15dB)
  • THD+N: 0.0015%(A-weighting,outputing 500mV)
  • SNR: >115dB(A-weighting )
  • Ausgangswiederstand: <=0.3Ω
  • Kanaltrennung: >102dB
  • Externer Speicher: bis zu 256G microSD Karte
  • Akku: 2600mAH 
  • USB :Type-C(USB2.0)
  • Akkulaufzeit: ca. 13h (3.5 mm) 8h (2.5 mm)
  • Abmessungen: 113mm×53mm×14.5mm
  • Gewicht: 135g

Design & Verarbeitung

Genau wie sein kleiner Bruder, der M1, ist der M3S in Form eines schlanken Riegels konstruiert. Somit ist er kompakt, praktisch und handlich. Die Verarbeitungsqualität ist erste Sahne, es sind keine Unregelmäßigkeiten oder Fehler auf der Oberfläche zu sehen. Alle Tasten sind akkurat eingepasst und verfügen über einen guten Druckpunkt, der Drehregler läuft rund und mit einer feinen Rasterung.

Der kleine Player fasst sich edel an und liegt aufgrund des der Größe angemessenen Gewichts auch gut in der Hand. An der Rückseite muss ich aber etwas Kritik über: Das Glas sieht zwar klasse aus, macht den Player aber weniger griffig als zum Beispiel einen Sony ZX300 mit gleichem Formfaktor, aber rutschsicherer Rückseite.
Das 3″ Glasdisplay mit einer Auflösung von 480x800px ist brilliant und für Albumcover absolut ausreichend hoch aufgelöst – die Pixeldichte beträgt 300ppi. Kontrast und Helligkeit ist gut, im Freien bei hellem Tages- bzw. Sonnenlicht dürfte das Display aber gern noch etwas heller sein.

Alle Anschlussbuchsen sitzen fest und spielfrei im Gehäuse. Das Testmodell liegt mit in der Ausführung „Titanium-Grey“ vor. Dieser Farbton geht entgegen seiner Bezeichnung (für mich) ganz leicht in Richtung Champagner und sieht sehr edel aus.


Bedienung & User Interface 

Display und Bedienung

Shanling hat beim M3S auf ein Touchdisplay verzichtet, was – wie ich finde – eine gute Entscheidung war. Das Bedienkonzept des M3S ist perfekt – alles geht super von der Hand und ist analog zum kleinen Bruder  M1: Es gibt seitliche Tasten für Play/Pause, FF und FR. Navigiert wird mit dem kombinierten Scrollrad/Lautstärkeregler. Ausgewählte Menüpunkte werden mit einem axialen Druck auf das Scrollrad ausgewählt. Zurück kommt man mittels Return-Button, der direkt unter dem Scrollrad platziert ist. Geht das Display aus, sind die Tasten und das Kontrollrad gesperrt – dies kann aber im Menü konfiguriert werden. Wahlweise nur das Rad, die Tasten oder alles zusammen. 

Navigation

Wie mittlerweile üblich lässt sich mittels zwei Navigationskonzepten durch die Musiksammlung stöbern: Einmal direkt über die Ordnernavigation und einmal Tag-gesteuert mittels der üblichen MP3-Tags – eine sauber getaggte Sammlung ist hier natürlich Vorraussetzung. In großen Sammlungen mit vielen Interpreten – bei mir sind es knapp 700 –  gerät das durchscrollen mittels des Rades zur Geduldspobe. Hier sollte Shanling eine „Beschleunigung“ oder etwas ähnliches einbauen.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Handling während der Wiedergabe. Unwillkürlich möchte man das „Play“ Symbol auf dem Display antippen, um die Musik zu pausieren oder zu starten. Daß hierzu ein Druck auf die dedizierte Play/Pause Taste erforderlich ist, muss man erst lernen. Im Gegensatz zum M1 kann das Scrollrad nicht für Play/Pause gedrückt werden. Ansonsten geht das Bedienkonzept intuitiv von der Hand und Eingabebefehle werden schnell umgesetzt. 
Die Lautstärkekontrolle mittels des Rades ist bei größeren Lautstärkeänderungen ein wenig mühsam, denn die fein gerasterten Abstufungen erfordern viele Umdrehungen um große Lautstärkeänderungen zu durchlaufen.

Datentransfer

Musiktransfer ist ein No-Brainer. Der Shanling wird am iMac sofort erkannt und der Speicher der Karte steht im System zur Verfügung. Mittels Chronosync gleiche ich meine lokale Musikbibliothek mit der Karte ab und bin fertig. Meine ca. 180GB große Bibliothek wurde in 8min und 40sec eingelesen.

Bluetooth

Die Kopplung über Bluetooth (Apt-X) funktioniert in beide Richtungen – sowohl als Sender als auch als Empfänger. Bekannt ist die Variante, Musik an einen drahtlosen Kopfhörer wie den Sennheiser Momentum Wireless zu senden.
Extrem interessant finde ich aber die Möglichkeit, den M3S als Empfänger für per Bluetooth an ihn gesendete Musik zu nutzen. Auf diese Weise kann man Musik mittels Smartphone (getestet mit meinem iPhone 6S Plus) einfach digital an den Player senden. Dieser wandelt und verstärkt sie und gibt sie an den Kopfhörerausgängen aus. So nutzt man das Beste aus zwei Welten: Die komfortable Musikverwaltung mittels Smartphone – inclusive Streamingdienste – und die überlegene Wandlertechnik und Verstärkerpower des Shanling. Tolle Lösung, macht Laune!

HiBy Link

HiBy Liknk ist eine Audioplayer-App, mit deren Hilfe sich die Shanling Geräte per Smartphone fernsteuern lassen. Dies funktioniert zwar gut, findet bei mir allerdings keine Anwendung. Wenn ich den Player eh dabei habe, kann ich ihn auch direkt bedienen. Interessant wird das natürlich, wenn der Player als digitaler Zuspieler irgendwo stationär angeschlossen ist und vom Sofa o.dgl. bedient werden kann.

externer DAC

Im Menü kann zwischen USB (Speichergerät) und DAC umgestellt werden. Ist DAC ausgewählt, wird der Player per USB am iMac angeschlossen problemlos als externer DAC erkannt und übernimmt fortan das Wandeln und die Wiedergabe der Musik.

Transporter

Der Shanling M3S verfügt sowohl über einen digitalen Ausgang via USB zum Anschluss an andere DAC/Verstärker als auch über einen analogen LineOut über die 3.5mm Kopfhörerbuchse. Somit eignet er sich angeschlossen an den DAC und Amp der Wahl hervorragend als reiner Musikspeicher und Abspielgerät. Noch besser für diese Aufgabe geeignet ist aber aufgrund der kompakteren Größe der M1.

Akkulaufzeit

Die Laufzeit gibt der Hersteller mit 13h im unbalanced Modus an und mit  8h beim Betrieb von balanced Kopfhörern. Akkulaufzeiten hängen immer stark vom Anwendungsprofil und vom Kopfhörer ab. Ich habe den M3S jetzt einige Wochen im täglichen Einsatz und kann eine Laufzeit zwischen 10 und 12 Stunden bestätigen – zumeist ist der FiiO F9 Pro damit im Einsatz.


Klangqualität

Klangunterschiede bei DAP und Kopfhörerverstärkern sind immer schwierig zu vergleichen. Aber soviel steht fest: Klanglich ist der M3S ganz vorn mit dabei. Er klingt sehr ausgeglichen und spielt definitiv auf der neutralen Seite – keine Frequenzbereiche werden in den Vordergrund geschoben.

Besonders erwähnenswert finde ich die unglaublich weite Bühne und die tolle Separationsfähigkeit. Hierdurch entsteht eine beeindruckende Transparenz und ein erstklassiges Stereo Panorama. 
In Kombination mit dem Beyerdynamic Amiron ergibt sich ein überaus natürlicher, ganz leicht warmer und langzeittauglicher Klang, den man stundenlang genießen möchte. 
Dabei ist es auch egal, mit welcher Musik man den Player füttert. Er separiert Wintersuns Death Metal genauso sauber wie Mahlers Symphonien.

Den Vergleich mit den folgenden zwei DAPs habe ich mit dem Beyerdynamic Amiron Home durchgeführt, jeweils symmetrisch angeschlossen.

Shanling M3S vs. Shanling M1
Vieles haben beide Player gemeinsam. Bei der Bedienung und Navigation unterscheiden sie sich kaum. Beim Wandler und dem Verstärkerteil aber dafür umso mehr. Dual-DAC vs. Single DAC, 130mW vs. 35mW. Das macht sich auch in der Praxis bemerkbar – vor allem bei der Leistung. Wenn hochohmige Kopfhörer angetrieben werden sollen, ist der M3S ganz klar im Vorteil. Ist Mobilität zusammen mit InEars Priorität, so bietet sich der M1 an. Klanglich spielt der M3S um einiges neutraler, er löst besser auf und hat die bessere Instrumentenseparation, der M1 klingt wärmer

Shanling M3S vs. iBasso DX200
Zugegeben, hier handelt es sich um einen nicht ganz fairen Vergleich. Mit dem mehr als dreimal so teuren iBasso Referenzplayer fallen durchaus klangliche Unterschiede auf. So spielt der DX200 noch eine ganze Ecke akkurater und mit mehr Kontur und Druck in den Bässen. Auch ist die Feinzeichnung filigraner und es lassen sich Details leichter heraushören. Ebenso klingt der iBasso viel unangestrengter wenn man es mit der Lautstärke mal ein wenig Krachen lässt. Das alles sind aber wirklich nur äußerst marginale Unterschiede, die im Direktvergleich zwar zu hören sind, die in der täglichen Nutzung aber kaum entscheidend sein dürften. 

Shanling M3S vs. Sony NW-ZX300
Hier wird es spannend, denn die Player sind sich vom Formfaktor sehr ähnlich. Der mehr als doppelt so teure Sony ist allerdings haptisch und auch von der Verarbeitungsqualität nochmal eine ganz andere Liga. Zwar besitzt er wie der Shanling einen grundsätzlich neutralen Klang, arbeitet aber vor allem ähnlich wie der DX200 Percussion und Drums noch plastischer heraus – diese haben mehr Punch, Druck und Attack. Auch ist die Bühne beim Sony breiter. Unterm Strich klingt der Sony spaßiger, ohne High-End Qualitäten einzubüßen

Der Vergleich mit deutlich teureren Playern wie dem iBasso oder dem Sony zeigt eindrucksvoll, wie dicht der Shanling M3S klanglich an diesen dran ist. Klar, im direkten Vergleich sind schon Unterschiede herauszuhören. Allerdings ist das Mehr an Klangqualität teilweise teuer erkauft. Dem Shanling M3S jedoch ist nichts anderes als ein ausgezeichnetes Preis- Leistungsverhältnis auszusprechen.


Weitere Bilder:


Fazit

Der Shanling M3S ist ein rundherum überzeugender DAP, der sowohl klanglich als auch bedien- und ausstattungstechnisch absolut nichts anbrennen lässt. Sein leistungsstarker, symmetrischer Aufbau und die hochwertige Verarbeitungsqualität lassen ihn durchaus ein bis zwei Preisklassen höher vermuten. Der umfangreiche Funktionsumfang sucht sowieso seinesgleichen – die Nutzung als Bluetooth Empfänger ist genial. Im Grunde fehlt nur ein Touchscreen…

Wer nach dem Smartphone den nächsten Schritt in Sachen Soundqualität gehen will und ein sehr gutes Komplettpaket sucht ohne ein Vermögen auszugeben, der kann beim Shanling M3S ruhigen Gewissens zugreifen. 

 


Der Shanling M3S wurde mir für diesen Test leihweise vom deutschen Shanling Vertrieb zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle!

Shanling M3S | Bewertung

9

Sound

9.4/10

Verarbeitung

9.4/10

Bedienung

8.0/10

GUI/Software

8.5/10

Preis/Leistung

9.5/10

Pros

  • Sehr guter Sound
  • Vielseitige Funktionen
  • Wertige Verarbeitung

Cons

  • Nur ein Kartenslot
  • Kein Touchscreen