So, nun auch mal von mir ein paar Worte zur CanJam 2017 in Berlin.

Die letzten zwei Jahre war ich in Essen, was einem kurzen Ausflug mit dem Auto gleichkam. Nun Berlin! Also eine richtige „Dienstreise“ im Namen des Hobbies.

Gleich vorweg: Berlin war die richtige Wahl! Mit dem nhow HOTEL hat der Veranstalter eine coole und bestens geeignete Location gewählt. Okay, gerne dürfen die Zimmer vor der nächsten CanJam umgestaltet werden. Mir persönlich wäre nämlich schwarzes, nietenbesetztes Leder lieber gewesen als rosa und hellblau lackierter Barbie-Style. Gut, Geschmacksache.

Apropos Geschmacksache: Bei allen auf Frequenzmessungen und technischen Daten basierenden Diskussionen über Kopfhörer und Peripherie kommt eine Erkenntnis immer wieder zutage. Am Ende entscheidet einfach der persönliche Geschmack – geprägt von individuellen Hörgewohnheiten, Lieblingsgenres und weiteren Präferenzen – ob einem ein Kopfhörer gefällt oder nicht.

Wer die CanJam das erste Mal besucht, der wird überwältigt von dem Angebot an Kopfhörern und Zubehör. Wo sonst findet der immer suchende Kopfhörer-Maniac eine so vollständige Ansammlung der Objekte seiner Begierde. Hier liegt fast alles rum. Vom 10€ Crap zur Demo der Fähigkeiten einer Linearisierung-Software bis hin zu Prestige-Flaggschiffen der großen Marken, deren Investition längst den mittleren fünfstelligen Euro-Bereich durchbrochen hat.

Und dazwischen haben fast alle Hersteller ihre gesamte Produktlinie mitgebracht. Ein wahres Eldorado also für unsereiner!

Auffällig war auch dieses Mal wieder der angenehme und ungezwungene, familiäre Charakter des Events. Ich habe nicht nur mit mir bisher unbekannten Leuten aus diversen Foren nette und lockere Gespräche führen können. Auch die professionellen Branchenteilnehmer waren durch die Bank weg super nett, locker und unkompliziert.

Achso, Kopfhörer. Da war ja was…

Man wird ja oft nach seinem persönlichen Messefavoriten gefragt. Gar nicht so leicht. Aber hier mal ein paar Stichpunkte zu meinen Eindrücken:

  • den Sennheiser HD660S fand ich klanglich großartig. Genau das richtige Maß weniger Wärme im Vergleich zum HD650 plus schöner Tiefbassbereich und feine Höhen
  • der HD800 ist (mal wieder) nix für mich gewesen
  • der HD800S schon eher, der ist mir aber immer noch zu abgeklärt für Rock & Metal
  • der IE800S liefert mir keinen spontanen Grund, meinen geliebten IE800 ins Exil zu schicken
  • Hörluchs hatte einen tollen Auftritt mit relaxten Hörplatz in einem Van…
  • …ich weiß immer noch nicht, wozu ich Customs brauchen könnte…
  • … das heißt nicht, daß ich nicht doch mal bald welche ausprobiere
  • vom Beyerdynamic T1.2 war ich sehr angetan
  • ebenso vom Aventho – tolle Idee!
  • die Kopfhörerständer von Rooms sind nach wie vor m.M.n. die beste Aufbewahrungslösung für unsere Lieblingsstücke
  • das Duo aus DacAmp L1 & CL1 von RHA ist fantastisch
  • was hat ein Tesla (also das KFZ, nicht der Treiber!) auf einer Kopfhörer-Messe zu suchen?
  • der Etymotic ER4XP ist wirklich so gut wie viele schreiben
  • Fidue hat mit dem A83 ein heißes Eisen im Hybrid Feuer, leider konnte man den Sirius nicht anchecken
  • kein Klang der Welt ist es mir wert, so manche konstruktive und designtechnische Fehlzündung auf den Kopf zu setzen. Jedenfalls noch nicht…
  • es gibt Leute, die brennen für die Existenz von wahrnehmbaren Kabelklang
  • wo waren die DAP-Hersteller?
  • die Communityleute sind klasse
  • Prof-x wird eine echte Szene-Bereicherung! ;-)

Abschließend meine persönliche Liste der heißesten „will haben“ – Geräte:

  • iBasso DX200
  • RHA DacAmp L1 & CL1
  • Questyle CMA400i für den Mac
  • Sennheiser HD660S
  • Etymotic ER4XP
  • Fidue A83
  • Audioquest DragonFly Red für das Macbook
  • irgendeinen guten Custom
  • Lehmann Audio Drachenfels für die Wohnzimmeranlage

Ich freue mich schon jetzt auf die CanJam(s) in 2018!


Bild: Photographer: Jeanette Dobrindt, CanJam Europe, Berlin 2017

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