Mit dem aune IR300 bringt aune audio einen In-Ear-Monitor auf den Markt, der in Preis-Leistung und technischer Ausstattung überraschend ambitioniert auftritt. Ziel ist ein präziser, natürlicher Klang mit hoher Individualisierbarkeit – nicht nur für unterwegs, sondern auch für ambitionierte Hörer zu Hause. Und das zu einem verlockenden Preis von unter 140€. Eine echte Kampfansage.

Inhalt
[Werbung] Der aune IR300 wurde mir für diesen Test von aune zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
aune
AUNE, die Hi-Fi-Marke der Wuhan Ao Lai Er Technology Co. Ltd., widmet sich der Entwicklung von stationären und tragbaren Audioprodukten wie Digital-Analog-Wandlern, digitalen Transporten, Musik-Playern, Kopfhörerverstärkern und mehr.
Gegründet im Jahr 2004, hat die Wuhan Ao Lai Er Technology Co. Ltd. einen beeindruckenden Erfahrungsschatz durch umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erlangt, der zu den weltweit sehr erfolgreichen Produkten von AUNE geführt hat.
Die Mitbegründer sind nicht nur leidenschaftliche Audio-Enthusiasten, sondern auch Experten auf verschiedenen Gebieten im Zusammenhang mit Audio, darunter Hardware-Design, Elektroakustik-Design, Programmierung, Lautsprecher-Design und Tuning.
Der aune IR300
Der aune IR300 ist ein kabelgebundener In-Ear-Monitor mit klassischem Single-Dynamic-Treiber-Konzept. Herzstück ist ein 10-mm-Treiber mit einer speziell entwickelten W-förmigen Verbundmembran, die auf hohe Steifigkeit und kontrolliertes Ausschwingverhalten ausgelegt ist. Ziel ist ein Klangbild, das sowohl dynamisch als auch fein auflösend bleibt, ohne in analytische Schärfe abzurutschen.
Besonderes Augenmerk legt Aune auf die Abstimmung: Über austauschbare Nozzles und akustische Module lässt sich der Klangcharakter mechanisch beeinflussen. Das ist kein Gimmick, sondern eine wollkommene Möglichkeit, um dem Hörer echte klangliche Optionen an die Hand zu geben – ganz ohne Software oder digitale Signalverarbeitung. Zu haben ist der IR300 für einen UVP von 139€ (aktuell im aune Shop 119,90€, Stand: Dezember 2025).

Key-Facts:
- Kristallverstärkte Membran
- Symmetrisches Treibersystem
- 3×2 Tuning Optionen
- Präzise Akustikkammer
- Hochwertiges Kabel mit Wechsel-Stecker
- Antibakterielle & hypoallergene Ohrtips
Kristallverstärkte Membran
Die IR300-Membran beeindruckt mit ihrer kristallangereicherten, w-förmigen Verbundstruktur, die durch ein spezielles Fertigungsverfahren entsteht. Die siliziumbasierte Kristallstruktur sorgt für außergewöhnliche Steifigkeit und klare, transparente Höhen. Eine separate flexible Sicke ergänzt die Membran und ermöglicht tiefere, druckvollere Bässe. Von funkelnden Obertönen bis hin zu kraftvollen Rhythmen reproduziert die IR300 jede Nuance mit natürlicher Tiefe und Brillanz – reich, fein abgestuft und harmonisch geschichtet.
Klare Dynamik
Das symmetrische Treibersystem sorgt für eine gleichmäßige Magnetfeldverteilung und hohe Energieeffizienz. Dadurch verbessert sich die Kontrolle über den Treiber und das Impulsverhalten. Selbst in komplexen, dynamischen Passagen bleibt der Klang klar, kraftvoll und souverän.
3×2 Tuning-Optionen für ein meisterhaftes Klangerlebnis
Mit drei verschiedenen Nozzles und zwei Akustikmodulen, die ausschließlich auf physikalischen Prinzipien basieren und keine elektronische Klangbeeinflussung erfordern, bietet dieses Produkt eine außergewöhnliche Klangflexibilität.
Präzise Akustikkammer
Der IR300 verfügt über ein robustes Metallgehäuse, das per CNC-Fräsung gefertigt wird. Diese stabile Konstruktion unterdrückt unerwünschte Resonanzen und Verformungen und sorgt so für eine konstante akustische Umgebung. Mehrere Dämpfungselemente und eine präzise ausgekoppelte Struktur im Inneren verfeinern den Schallweg und gewährleisten so eine dauerhaft akkurate und konsistente Klangwiedergabe.
Lieferumfang und Verpackung
Die Verpackung ist klein und kompakt, ganz so wie wir es von zahlreichen chinesischen IEM Modellen kennen. Sie besteht aus einem stabilen, weißen Karton mit Produktfoto auf der Front und technischen Einzelheiten auf der Rückseite. Die IEM liegen in einer Schaumstofflage, das Zubehör befindet sich in einer kleinen Pappschachtel darunter.

Der Lieferumfang ist umfangreicher, als man es in dieser Preisklasse erwarten würde. Neben den IEM und verschiedenen Tips legt aune die erwähnten verschiedenen Nozzles (drei Paar) und zwei Paar Tuning Einsätze bei.
Design, Tragekomfort & Verarbeitung
Das Gehäuse des IR300 besteht aus Metall, aufgrund des Gewichtes tippe ich hier auf Edelstahl, habe aber keine Angaben hierzu gefunden. Die Oberfläche ist hochglänzend und macht einen soliden Eindruck. Die Faceplate scheint besonders geschliffen zu sein, so daß ein interessantes Streifenmuster entsteht. Die messingfarbenen Einsätze „Chamber Tuning Module“ setzen einen gelungenen Farbakzent.

Die Verarbeitung ist tadellos, die Oberfläche sauber und frei von jedweder Unregelmäßigkeit. Das Kabel mit Wechselsteckersystem macht einen hochwertigen Eindruck, schwächelt aber im Detail. So hat es einen recht starren Memoryeffekt und fällt nicht so flexibel und locker wie man anderes Kabel. Außerdem sind die 2-Pin Stecker extrem billig verarbeitet: Die Kontakte sind lediglich in ein Plastikteil eingegossen. Ein Metallgehäuse wäre hier Stand der Technik. Ach ja – eine L/R Markierung konnte ich trotz Lupe nicht finden…

Technische Daten aune IR300
Wie immer gilt: Für mich sind sie nicht so wichtig, ich liste sie jedoch hier auf.
- Treiber: 10mm dynamic
- Frequenzgang: 5-40000Hz
- Impedanz: 32Ω
- Empfindlichkeit bei 1KHz: 121dB
- THD bei 1kHz: <0.03%
- Gewicht (1 IEM): 9.5g
Klangqualität
Gehört habe ich den aune IR5300 für diesen Test am Cayin N6III (Test) und an diversen Dongles wie dem ifi Audio Go Bar Kensei (Test). Mit 32Ω und 121db ist der Kopfhörer sehr genügsam, was die Leistung angeht. An einem kleinen DAP oder gar Smartphone kann er schon sehr gut spielen, skaliert aber noch etwas an hochwertigeren Quellen.
Die Klagtuning Optionen
Dem aune IR300 liegen drei verscheidene Nozzles und zwei verschiedene Soundtuning Module bei. Insgesamt bieten sich also 6 verschiedene Kombinationen. Den Einfluss auf den Klang beschreibt aune selbst wie folgt:
Nozzles
Black: Warme und angenehme Stimmwiedergabe
Silver: Helle und Klare Instrumentenwiedergabe
Golden: Neutral und universell, Allrounder
Klangmodule
Ventiliert: Voluminöser Bass mit reichhaltiger Textur
Geschlossen: Fester Bass mit transparenter Präszision
Meine Wahl
Ich empfinde die werkseitige Kombination aus den goldenen Nozzles und dem belüfteten Modul als die für mich im Bereich Rock & Metal passendste Abstimmung. Die schwarze Nozzle ist mir tonal zu warm, die silberne zu hell. Bei den Modulen kommt es ein bisschen auf die Stimmung an. Schneller Deathmetal profitiert von der etwas besseren Agilität von Transienten bei der Verwendung des geschlossenen Moduls. Für den Großteil meiner Musikbibliothek gefällt mir aber der etwas organischere, gehaltvollere Bass des offenen Moduls besser.
Mit dieser Kombination (gold/entlüftet) ist der aune IR300 sehr ausgeglichen und tonal eher neutral, aber immer mit dem gewissen Schuss Spass. Bass und Höhen sind ganz leicht angehoben, dabei ist der Bass qualitätiv hochwertige mit viel Details und klaren Texturen – vor allem bei Percussion hört man die feine Auflösung gut heraus. Attack und Decay sind gut erkennbar.
Der Bass ist insgesamt präzise und verbindlich, von der Bassmenge sehr gut austariert und tonal sehr angenehm. Immer griffig und weit weg von überbordend oder „zu weich“. Gerade Bassdrums profitieren ja grundsätzlich immer irgendwie von dynamischen Treibern – und das ist auch hier der Fall.
Die Mitten klingen natürlich und vollmundig. Damit eignet sich der IR300 für so ziemlich jedes Genre. Bei Rock und Metal bringt er Gitarren die nötige Energie und den Druck, bei Klassik die natürliche Instrumentencharakteristik und bei gesangslastigen Genres räumt er den Stimmen einen prominenten Platz ein.

Dabei bleibt er in den oberen Frequenzen immer smooth, aber klar und präsent. Hier und da klingen HiHats & Co etwas „künstlich“, schwer zu beschreiben. Tlw. sibilant und zu dünn. Das ist aber sehr von der Produktionsqualität der Musik abhängig. Das Soundmodul mit Entlüftungsloch sorgt für eine ausgeglichene, räumliche und luftige Wiedergabe. In Punkto Bühne und Räumlichkeit kommt der aune IR300 dicht an den offenen Fosi IM4 heran, kann ihm aber letztlich bauartbedingt nicht ganz das Wasser reichen.
Technisch ist der IR300 für einen Single-Dynamiker in dieser Preisklasse absolut überzeugend. Es ist beachtlich, wie weit relativ preisgünstige IEM mittlerweile gekommen sind. Der nächste Qualitätsprung kommt dann erst bei rund doppelt so teuren IEM wie dem ZiiGaat Luna oder einem Kiwi Ears Orchestra II.
aune IR300 vs. Fosi Audio IM4
Natürlich drängt sich ein Vergleich mit dem fosi IM4 förmlich auf: Beides sind IEM mit einem einzelnen, dynamischen Treiber und sie spielen in der gleichen Preiskategorie (der fosi ist estwas günstiger).
Die Kabel unterscheiden sich: Wechselkabel bei aune, fester Stecker bei fosi. Die Kabelqualität gefällt mir haptisch bei fosi etwas besser, das Kabel ist flexibler und weicher. Auch sind die Stecker aus Metall wesentlich hochwertiger als die Plastikteile des aune.
Im direkten Klangvergleich verfolgen der Fosi IM4 und der Aune IR300 zwei klar unterschiedliche Ansätze. Der Fosi IM4 spielt aufgrund seiner offenen Konstruktion viel offener und räumlicher, mit einer luftigen Bühne und einer entspannten, eher organischen Abstimmung. Stimmen lösen sich gut vom Kopf, Instrumente wirken freier platziert, allerdings ohne den letzten Grad an Feindynamik oder Präzision. Der Bass ist schön organisch und klingt typisch für einen dynamischen Treiber.
Der Aune IR300 setzt dem eher entspannten Tuning des fosi eine kontrolliertere, technisch sauberere Wiedergabe mit besserer Auflösung und Separation entgegen: Der Klang ist kompakter, strukturierter und je nach Tuning (Gold, offen) deutlich neutraler bis analytischer abgestimmt. Details werden klarer herausgearbeitet, der Bass ist definierter und besser konturiert, während die Bühne etwas weniger weitläufig ausfällt.
Beide IEMs sind in dieser Preisklasse absolut empfehlenswert und mit beiden macht der Einsteiger nichts falsch.
Fotos
Fazit
Der aune IR300 ist für etwas über 100€ eine absolute Empfehlung für Einsteiger in die Welt der kabelgebundenen In-Ears. Ein solides Metallgehäuse und eine saubere Verarbeitung runden die flexibel anpassbare Klangsignatur ab.
Bereits die Werkskonfiguration mit den goldfarbenen Nozzles und dem offenen Klangmodul stellt für mich den besten Kompromiss aus Neutralität und spaßigem Klangbild dar. Zusätzlich punktet der IEM mit einer schönen, offenen Bühne und technisch guten Fähigkeiten bei Separation und Imaging.
Nicht nur für Einsteiger: Auch als günstiger Alltags-IEM für Audiophile eignet sich der aune IR300. Nach den hoch bewerteten Overears der Firma kommt nun auch ein IEM – und auch dieser überzeugt mit wirklich gutem Klang zu einem verführerisch niedrigen Preis.



