Campfire Audio Andromeda – dieser Name steht als Quasi-Synomym für Multi-BA Performance auf höchstem Niveau. Nach verschiedenen Iterationen des IEM und pünktlich zum 10-Jährigen Firmenbestehen liegt nun die Jubiläums-Ausgabe der Ikone vor – der Campfire Audio Andromeda 10 LE. Technisch komplett überarbeitet, macht die Launch Edition den Anfang, bevor dann das reguläre Modell im traditionellen Giftgrün erscheint.

Inhalt
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Campfire Audio
Campfire Audio gehört definitiv zu den Marken, die man in der In-Ear-Welt einfach kennen muss. Die Marke aus Portland, Oregon, ist über die Jahre zu einer festen Größe geworden und hat einige wegweisende Modelle veröffentlicht. Kreativer Kopf und Frontmann von Campfire Audio ist Ken Ball, ein alter Szenehase im IEM-Kosmos.
Typisch für die Produkte von Campfire Audio ist eine Mischung aus immer kreativem Design, solider Fertigung und einem immer neuen Sound-Tuning. Die verschiedenen Modelle wirken immer eigenständig, bisweilen manchmal sogar eigenwillig – aber genau das macht sie so spannend. Ob Andromeda, Solaris oder eine der zahlreichen Limited Editions: Man hat das Gefühl, dass jedes Modell mit viel Aufmerksamkeit und einer klaren Vision dahinter entwickelt wurde.
Campfire Audio ist eine kleine, aber sehr feine Manufaktur. Aktuell arbeiten – soweit ich es in Erfahrung bringen konnte – noch nicht einmal 10 Leute dort. Keine Massenproduktion, kein konservatives Einheitskonzept – sondern ein innovativer Hersteller, der einfach seine eigenen kreativen Visionen realisiert. Und das spürt man jeden einzelnem ihren In-Ears auch an.
Der Campfire Audio Andromeda 10 Launch Edition Black
Der Andromeda 10 LE ist Campfires Jubiläumsmodell – ein „Best of Andromeda“ sozusagen, das zehn Jahre In-Ear-Entwicklung der Portland-Manufaktur in einem einzigen Produkt zusammenführt. Für Campfire ist er mehr als nur eine Sonderedition: Er soll Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Serie miteinander verbinden. Und genau so wirkt er auch – vertraut in seinem Grundcharakter, aber technisch deutlich weitergedacht.

Es gibt zwei Varianten: Gold und Black, wobei jeweils nur die Faceplate variiert, der Rest bleibt gleich. Von jeder Ausführung gibt es weltweit 225 Stück.
Klanglich orientiert sich der Campfire Audio Andromeda 10 LE an der ursprünglichen Signatur des Klassikers: diesem leicht neutralen, luftigen Campfire-Charakter, der nie steril wird, sondern immer etwas Musikalität zwischen den Zeilen transportiert. Nun wirkt alles noch eine Spur strukturierter, gelassener und technischer sauberer ausgearbeitet. Es ist die typische Andromeda-DNA, aber mit einem Schuss Ara und einem modernen, sehr griffigen und organischem Bass.
Technisch fährt Campfire im Campfire Audio Andromeda 10 hier alles auf, was man an Know-how angehäuft hat. Zum ersten Mal kommt eine Zehn-BA-Konfiguration zum Einsatz – 4x Low, 4x Mid und 2x High –, ergänzt durch ein eigens entwickeltes Noise Eliminating Mid-Circuit (NEMC) Mittelton-Modul, das die Treiber ruhiger und kontrollierter arbeiten lässt.
Die Höhen nutzen Campfires bewährte TAEC-Technologie (Tuned Acoustic Expansion Chamber), die schon bei früheren Andromedas für den offenen, hoch auflösenden Hochton verantwortlich war. Im Bass arbeitet das neue Treiber-Array dagegen deutlich körperlicher, organischer und sauberer als bei vielen früheren Generationen, ohne die typische BA-Schnelligkeit zu verlieren.
Auch das Gehäuse ist ein Statement: schwarzer, polierter Edelstahl mit PVD-Finish, ein echter Damast-Stahldeckel, goldene Akzentringe und ein custom Kupferkabel mit 4,4-mm-Abschluss. Ach ja: Die Anschlüsse sind erstmals als 2-PIN ausgeführt.
Highlights Andromeda 10 LE
- Jubiläumsmodell zum 10-jährigen Bestehen der Andromeda-Serie
- Neue Zehn-BA-Konfiguration: 4× Low, 4× Mid, 2× High
- Custom vintage-ceramic capacitor crossover für feinere Kontrolle
- NEMC Mid-Circuit – neue Midrange-Treiberbaugruppe zur Rausch- und Resonanzminimierung
- TAEC-Hochtonkammer für offenen, erweiterten Hochton
- Poliertes Edelstahlgehäuse mit schwarzem PVD-Finish
- Echter Damast-Stahldeckel mit charakteristischer Struktur
- Ventiliertes Gehäuse für stabileren Luftdruck und bessere Treiberarbeit
- Goldfarbene Akzentringe und „CA“-Logo-Inlay
- Custom Gold-Plated Copper Cable (4,4 mm balanced)
- Limitierte „Launch Edition“ mit exklusiver Präsentation
Hybrid-Kondensator-Crossover
Damit die zehn Balanced-Armature-Treiber des Andromeda 10 LE wie aus einem Guss spielen, setzt Campfire im Crossover auf einen ungewöhnlichen Baustein: einen speziellen Keramik-Folienkondensator, der eher an Vintage-HiFi erinnert als an moderne Massenfertigung. Dieses Bauteil wurde gezielt wegen seiner klanglichen Eigenschaften ausgewählt und trägt dazu bei, die einzelnen Frequenzbereiche sauber zu verbinden. Das Ergebnis ist ein homogeneres Klangbild, bei dem die Übergänge zwischen den Treibergruppen natürlicher wirken und nichts auseinanderfällt.
Noise Elimination Mid Circuit (NEMC)
Eine echte Neuerung ist das neue Mittelton-Layout, das Campfire „Noise Elimination Mid Circuit“ nennt. Die vier Midrange-Treiber sitzen in einer neu entwickelten Baugruppe, die störende Resonanzen und feines Treiberklingeln reduziert – gerade bei mehrfach gestapelten BA-Treibern ein bekanntes Thema. Durch diese Schaltung arbeiten die Mitteltöner ruhiger und kontrollierter, was sich in klareren Konturen und einer saubereren Abbildung bemerkbar macht. Zusammen mit den anderen internen Maßnahmen trägt NEMC spürbar zu der aufgeräumten, präzisen Präsentation des Andromeda 10 bei.
Tuned Acoustic Expansion Chamber (TAEC)
Die TAEC-Technologie ist ein alter Bekannter in der Campfire-Welt und gehört seit dem ersten Andromeda zum Kern der Hochtonperformance. Auch im Andromeda 10 sitzt sie wieder direkt vor den Hochtontreibern und wirkt als präzise abgestimmte akustische Kammer. TAEC formt den Frequenzverlauf, sorgt für die typische Offenheit im Hochton und unterstützt die großzügige Räumlichkeit, für die die Serie bekannt ist. Im Jubiläumsmodell wirkt die Umsetzung noch etwas kontrollierter und trägt zur weitläufigen, sauber fokussierten Bühne bei.
Wenn man die lange Andromeda Ahnenreihe betrachtet – den grünen Ur-Andromeda, die überarbeitete 2020er-Version, die S- und Gold-Varianten, schließlich den Emerald Sea mit seinem sanfteren Tuning – dann wirkt der 10 SE Black wie ein bewusst gesetzter Höhepunkt. Ein Modell, das nicht nostalgisch klingt, aber trotzdem spürbar mit seiner eigenen Geschichte arbeitet.
Lieferumfang und Verpackung
Campfire bleibt beim Andromeda 10 LE seiner Linie treu: Die Verpackung wirkt hochwertig und Edel. Die Launch Edition kommt in einer stabilen Box zum Aufklappen, die eher an eine kleine Schmuckschatulle erinnert als an klassische IEM-Verpackungen. Bei der Farbgebung dominiert grün, was bereits die später folgende Standardversion des Andromeda 10 andeutet. Chromfarbene Elemente und Relief- bzw. Glanzdruck runden den optischen Ersteindruck ab.
In der Schachtel ist alles sauber aufgeteilt, nichts klappert, und der Special-Edition-Anspruch wird durch die edle Präsentation klar sichtbar – inklusive einem kleinen Anniversary-Pin, der die Zehn-Jahres-Ausgabe direkt erkennbar macht. Das neue große Leder-Case fällt sofort ins Auge: das hier ist keine „einfach nur andere Farbe“-Edition, sondern tatsächlich ein exklusives und limitiertes Sammlerstück.
Im Einzelnen findet sich folgender Lieferumfang in der Schachtel:
- Campfire Audio Andromeda 10 LE – Limited Damascus Steel Launch Edition
- Custom-Kabel mit vergoldeten Kupferleitern und 4,4-mm-Balanced-Stecker
- Großes Leder-Transportetui mit Reißverschluss
- Breezy Bag Micro
- Schaumstoff-Eartips (S, M, L)
- Silikon-Eartips (S, M, L)
- Neue „High & Clear“ Silikon-Eartips (S, M, L)
- Reinigungswerkzeug für IEMs
- Mikrofasertuch
- 10th Anniversary Campfire Audio Pin
Technische Daten
Hier hat Campfire Audio die Treiberanzahl mal eben verdoppelt. Hatte der originale Andromeda aus dem Jahre 2019 noch – bzw. für damalige Verhältnisse „schon“ – fünf Treiber, so teilen sich im Jubiläumsmodell Campfire Audio Andromeda 10 stolze 10 Treiber die Arbeit.
- Treiberbestückung: 10 Balanced-Armature-Treiber
- 4× Low
- 4× Mid (mit NEMC-Mid-Circuit-Design)
- 2× High (mit TAEC-Technologie)
- Impedanz: 8,5 Ω @ 1 kHz
- Frequenzgang: 5 – 20.000 Hz
- Empfindlichkeit: 94 dB @ 1 kHz / 12,10 mVrms
- Klirrfaktor (THD): < 1 %
Design und Verarbeitung
Der InEar
Der Andromeda 10 LE Black ist aufgrund seines eigenständigen Designs mal wieder sofort als Campfire-Modell erkennbar. Dabei ist die Launch Edition nochmal deutlich aufwendiger gestaltet als die kommende reguläre – natürlich grüne – Standardversion. Das polierte Edelstahlgehäuse mit schwarzer PVD-Beschichtung wirkt fast schon so edel wie ein kleines Schmuckstück – tiefschwarz, spiegelnd und mit einer absolut fertigen Haptik. Das Highlight ist jedoch Faceplate aus echtem Damaststahl.
Die typische Struktur, die unter Licht leicht schimmert, gibt dem In-Ear etwas sehr Eigenständiges und macht klar, dass es sich hier um eine Limited Edition handelt. Wer es dezenter will, der wählt Schwarz. Für die zusätzliche Portion Extravaganz gibt es den Andro 10 zum Start auch mit goldener Faceplate. Ich habe lange überlegt – mich dann am Ende dann aber für Schwarz entschieden. Passt einfach besser zum Andromeda Gold… ;-)

Die Gehäuseform spielt mit den kantigen Linien und scharfen Kanten der Originaldesigns, legt aber mit verschiedenen Ebenen und noch einen drauf. Hier verlaufen organisch Runde Konturen in perfekt inszenierten Übergängen zu spitzen Kanten. Das macht den Andromeda 10 – wie seinerzeit schon das Original – optisch unverwechselbar. Goldene Verschlussringe und das eingelassene CA-Logo setzen kleine Kontraste, die hochwertig wirken aber dezent bleiben.
Handwerklich liefert Campfire hier das vielleicht beste Ergebnis der ganzen Andromeda-Reihe. Sauber beschichtetes Edelstahlgehäuse und Damast-Faceplate sitzen perfekt. Die Beschichtung ist gleichmäßig, die Kanten sauber und das Logo-Inlay passt perfekt.
Das Case
Das beiliegende Case aus cremefarbenem Leder ist groß – richtig groß. Das Case hat die Form eines Quaders, der Deckel wird mit einem sauber laufenden Reißverschluss geschlossen. Innen ist das Case mit einem samtartigen Stoff ausgeschlagen. Im Deckel befindet sich ein separates Fach. Um die edlen IEM beim Transport voneinander zu trennen und so Beschädigungen durch Aneinanderschlagen oder -reiben zu vermeiden, gibt es zusätzlich das bekannte kleine Täschchen aus Mesh mit zwei Fächern – jeweils eines für einen IEM. Das Case wird dem Premium Anspruch locker gerecht, ist erstklassig verarbeitet und hebt sich vom bekannten Einerlei wohltuend ab.

Das Kabel
Dem Campfire Audio Andromeda 10 liegt ein speziell für dieses Modell entwickeltes Premium-Kabel bei. Die Basis bilden sechs Leiter aus 7N OCC-Kupfer, jeweils mit einer Goldbeschichtung versehen. Der Splitter und die Stecker sind Eigenentwicklungen und passen optisch wie funktional perfekt zum Andromeda 10. Das charakteristische Design in Gold und Schwarz harmoniert perfekt mit der Launch Edition. Das Kabel ist äußerst flexibel und fühlt sich absolut nach einem Premium-Kabel an. Hier gibt es für mich keinen Grund, nach Alternativen zu schauen.

Tragekomfort
Trotz des nicht ganz federleichten Edelstahlgehäuses trägt sich der Campfire Audio Andromeda 10 überraschend angenehm. Das zusätzliche Gewicht merkt man in der Hand, aber kaum im Ohr. Die Gehäusegeometrie sieht auf den ersten Blick strange aus, ist aber perfekt durchdacht. Der Campfire Audio Andromeda 10 sitzt fast so perfekt wie seine Vorgänger, die aufgrund der kleineren Gehäuse sogar noch besser sitzen. Im Liegen kann das Gewicht ein Problem sein, weil sich der IEM „aus dem Seal“ ziehen will. Dem kann man durch eine feste Kabelführung über dem Ohr entgegenwirken.
Die beiliegenden schwarzen Silikontips sind aber ein schlechter Ersatz für die Final E Tips, die früheren Modellen beilagen. Die neuen „High & Clear“-Silikontips sind etwas besser, sitzen sehr stabil und bieten eine recht gute Abdichtung. Foamies sind ja nie mein Fall. Am Ende bin ich aber wieder bei den bewährten Final E Tips gelandet.
Das Gehäuse verfügt über einen eigenen Druckausgleich, so daß es nicht zum unangenehmen „Festsaugen“ kommt.
Klangqualität
Gehört habe ich den Campfire Audio Andromeda 10 hier an verschiedenen Setups. So durfte der von mir nach wie vor hoch geschätzte JDS Labs The Element IV (Test) genauso ran wie der Fosi ZH3 (Test) und der Violectric DHA V226. Bei den mobilen Playern zeigte der neue Andro an den Sony Playern WM1Z und WM1Am2 sein können, ebenso am Cayin N6III (Test) und verschiedenen DAC-Dongles. An allen Geräten spielt der Andro 10 tadellos. Obwohl er immer noch sehr empfindlich ist, war Rauschen an keinem der Geräte wirklich ein Thema. Die nachfolgenden Klangeindrücke sind final am Cayin N6III mit E203 (ESS) Modul entstanden.
Allgemeine Klangcharakteristik
Der Campfire Audio Andromeda 10 Black macht aus seinem Stammbaum kein Geheimnis und knüpft klar an die tonale Tradition seiner ikonischen Vorgänger an, präsentiert diese jedoch in einer spürbar verfeinerten und moderneren Variante. Sein Klangbild wirkt ausgereifter: Der Bass ist noch präsenter, aber auch präziser und kontrollierter, die Mitten wie immer natürlich aber einen Deut präsenter und der Hochton zeigt sich noch offener, sauberer und luftiger. Die Bühne bleibt weit, wirkt nun aber geordneter und klarer strukturiert, was dem Hörerlebnis zusätzliche Tiefe verleiht. Insgesamt bietet der Andromeda 10 eine ausgewogene, technisch leistungsstarke und dennoch musikalisch zugängliche Interpretation des klassischen Andromeda-Sounds – der bislang reifste Schritt in dieser langen Ahnenreihe.
Der Klang im Detail
Bass
Durch die Nutzung von (vermutlich) aktualisierten BA-Basstreibern wirkt der Bass des Campfire Audio Andromeda 10 LE noch straffer und besser konturiert als bei früheren Generationen. Er bleibt zwar charakteristisch BA-trocken, hat aber deutlich mehr organische Substanz im Tiefbassbereich, wodurch der Andromeda 10 wesentlich runder und natürlicher wirkt. Kein künstlich überzogener oder aufgedickter „Wow“-Bass, keine melancholische Wärme – eher eine präzise, sauber dosierte aber doch mächtige Basis, die auch den komplexesten Arrangements Stabilität gibt.
Mitten
Die Mitten sind – wie schon in allen Andromeda-Iterationen – eine weitere große Stärke dieser neuen Interpretation: offen, sauber differenziert und überaus angenehm und lebhaft texturiert. Stimmen klingen über den Andro 10 präsent, natürlich und bewahren ihre charakteristische Authentizität.
Instrumente bleiben meisterhaft separiert und wirken ebenso natürlich und echt. Egal wie dicht eine Produktion auch sein mag, der Andro behält den Überblick und die Kontrolle über das Geschehen. Gerade im oft überladenen Mittelbereich ist das ja keine Selbstverständlichkeit. Dabei überzeugt er tonal mit einer Klangtreue, die Trotz der hohen Detailtreue niemals zu analytisch wird. Sowohl sanfte, akustische Aufnahmen als auch brachialer Metal profitieren spürbar von dieser natürlichen und leicht angehobenen Mittenpräsentation.
Hochton
Im Hochton haben wir hier einen typischen Andromeda – aber noch feiner und hochglanz-polierter. Sehr luftig und weit ausgedehnt, mit klarer Kontrolle. Die neue NEMC-Schaltung scheint ihren Anteil daran zu haben: Zischeln und artifizielle BA-Artefakte, die bei manchen früheren Modellen dieser Treiberart auffallen konnten, sind praktisch verschwunden. Der Hochton wirkt fein, schimmernd und detailreich, aber niemals scharf. Cymbals klingen exzellent, frei von störenden Schärfen.
Bühne
Die Bühne ist groß, offen und räumlich präzise. Die Andromeda-typische Weite bleibt erhalten, wirkt jetzt aber noch strukturierter: nicht einfach breit, sondern gezielt sortiert. Instrumente haben klar definierte Plätze, und das gesamte Bild wirkt stabiler – weniger „holografisch“, dafür realistischer und nachvollziehbarer. Die Separation ist exzellent, ohne klinisch kühl zu klingen.
Separation & Transparenz
Der Campfire Audio Andromeda 10 löst exzellent auf und zeigt allerkleinste Feinheiten. Bei verzerrten Gitarrenriffs arbeitet er feinste Konturen heraus, genauso wie bei allen Percussioninstrumenten. Trotz des hohen Detailgrads bleibt der Andro aber wie seine Vorgänger immer musikalisch und mit einer gewissen Wärme im Timbre.
Isolation
Die passive Isolation ist vom Seal abhängig. Ist dieser gut – was sowieso Voraussetzung für perfekten Klang ist – so ist auch die Geräuschisolierung maximal gut.

Im Vergleich zu früheren Generationen
Campfire Audio Andromeda 10 LE vs. Original Andromeda (2016)
Der Ando 10 ist deutlich sauberer abgestimmt. Der Höhenbereich ist feiner, frei von Härten und „grain“, die beim ersten Andromeda gelegentlich noch durchschimmerten. Die Bühne bleibt weit, wirkt nun aber organisierter. Der Bass klingt viel organischer, der OG Andromeda hatte noch deutliches BA Timbre.
Campfire Audio Andromeda 10 LE vs. Andromeda 2020
Die Mittendes Andro 10 haben mehr Präsenz und Natürlichkeit. Stimmen klingen weniger zurückhaltend und dafür wesentlich direkter, intimer.
Campfire Audio Andromeda 10 LE vs. Andromeda Emerald Sea
Der Bass vom Andro 10 ist straffer und kontrollierter, weniger warm. Die Transparenz im Mittelton ist höher, der Hochton offener. Der Andro ES klingt „organischer“ und romantischer. Der Ando 10 dafür deutlich ausgereifter.
Campfire Audio Andromeda 10 LE vs. Andromeda Gold
Hierzu kann ich am meisten sagen, denn der Andro Gold ist quasi bisher mein alltime Campfire Favorite. Der Andromeda Gold war innerhalb der Serie immer ein Sonderfall und ein Fan-Favorite. Er klingt bewusst etwas wärmer, bassbetonter, voller und entspannter als die regulären Andromeda-Modelle – weniger neutral, dafür sehr zugänglich und musikalisch – fast schon smooth (für Andromeda Verhältnisse). Viele schätzen ihn genau für diese wunderolle Abstimmung.
Der Andromeda 10 SE Black schlägt eine leicht andere Richtung ein. Er wirkt insgesamt straffer und kontrollierter. Der Bass ist trockener und klarer konturiert, mit weniger Betonung im Subbass, dafür punchigerem Mid- und Oberbass. Wo der Gold etwas mehr Körper und Wärme mitbringt, setzt der SE Black auf Präzision und Struktur.
In den Mitten zeigt sich der Unterschied besonders deutlich. Der Gold stellt Stimmen leicht nach vorne und gibt ihnen eine gewisse Geschmeidigkeit. Der SE Black bleibt neutraler, zeichnet verzerrte Gitarren texturierter, klarer und differenzierter, ohne sie zu beschönigen. Gerade bei komplexeren Arrangements oder gut produzierten Aufnahmen wirkt er dadurch noch transparenter und technisch „besser“.
Der Hochton des Andromeda 10 SE Black ist ebenfalls feiner aufgelöst. Während der Gold oben herum eher sanft und zurückhaltend spielt, bietet der SE Black mehr Luft und Detail, aber ohne dabei scharf zu werden. Auch die Bühne ist beim Jubiläumsmodell holographischer und sehr präzise in der Ortung.
Der Andromeda Gold ist noch immer der musikalischere, wärmere Vertreter der Familie.
Der Campfire Audio Andromeda 10 LE ist technisch reifer, klarer abgestimmt und insgesamt tonal „erwachsener“.
Fotos
Fazit
Mit dem Campfire Audio Andromeda 10 LE hat die Company um Ken Ball einen würdigen Nachfolger für den ikonischen IEM der Firma am Start, um das 10 jährige Jubiläum zu feieren. Wenn man die lange Andromeda Ahnenreihe betrachtet – den grünen Ur-Andromeda, die überarbeitete 2020er-Version, die S- und den Gold und schließlich den Emerald Sea mit seinem wärmeren, softeren Tuning – dann wirkt der 10 SE Black wie ein bewusst gesetzter Höhepunkt. Ein Modell, das absolut modern und aktuell klingt, aber trotzdem spürbar mit seiner eigenen Geschichte arbeitet.
Fantastischer IEM
Der Andromeda 10 ist der bisher technisch sauberste und kohärenteste Andromeda, ohne je den musikalischen Kern zu verlieren. Mehr Struktur, sauberere Höhen, holografische Bühne und ein deutlich kontrollierterer und organischer Bass. Er bringt all das, was die Serie groß gemacht hat, in eine moderne, feinabgestimmte Form – ohne den typischen Campfire/Andromeda Zauber zu verlieren.
Der Andromeda 10 ist nicht nur ein absolut toll klingender IEM – er ist ein echtes Jubiläumsstück und wahrscheinlich der ausgewachsenste und beste Andromeda, den Campfire bisher gebaut hat.



