Campfire Audio Andromeda.
Nein, keine neue Galaxie. Aber ein Stern. Ein Stern am InEar Himmel.
Der Andromeda der amerikanischen Firma Campfire Audio hat seit seinem Erscheinen 2016 für ordentlich Furore gesorgt. Der giftgrüne Multi-BA Driver InEar hat seinen Siegeszug unaufhaltsam angetreten und seine Popularität ist bis heute ungebrochen. Viele sehen in ihm nach wie vor einen der besten InEars überhaupt. Nun gibt es den Andromeda in einer weltweit auf nur 1.000 Exemplare limitierten Sonderedition.
Der Andromeda Special Edition: Gold.
Campfire hat aber nicht nur die Optik im Vergleich zum Ur-Modell verändert. Man hat auch im Innern geschraubt – konzeptionell und technisch. Seit ein paar Wochen liegt mir einer dieser begehrten InEars zum Testen vor.
Und ich kann euch sagen, …. aber lest selbst!


Der Campfire Audio Andromeda Gold

Zum Zeitpunkt des Tests (2019/11) ist der Andromeda Special Edition: Gold weltweit im Grunde so gut wie ausverkauft. Wer Glück hat, der findet noch ein Exemplar im Einzelhandel. Im Shop des deutschen Distributors Headphone Company ist jedenfalls aktuell noch ein kleiner Bestand zu haben. Für Europa sollen weniger als 50 Stk. verfügbar gewesen sein. Bei Campfire Audio direkt im Online Shop ist er hingegen nicht mehr bestellbar.


[Werbung] Der Campfire Audio Andromeda Special Edition: Gold wurde mir für diesen Test leihweise von deutschen CA Distributor Headphone Company zur Verfügung gestellt. Vielen Dank, Thomas!


Wieso überhaupt ein Test?
Natürlich stellt sich die Frage, ob es sich „lohnt“, zu einem quasi nicht mehr erhältlichen Produkt ein Review zu machen. Macht es Sinn, Begehrlichkeiten zu wecken wenn die Interessenten dann am Ende leer ausgehen? Hmm….
Trotzdem möchte ich dieses Review veröffentlichen, denn es handelt sich zum Einen um einen klanglich wirklich außergewöhnlichen InEar. Zum anderen gibt es ja noch ein paar Einheiten und es wird auch später im Gebrauchtmarkt hoffentlich immer mal wieder ein Angebot geben…
Und: Soooo weit vom Original Andromeda ist er klanglich gar nicht weg. Und die nächste Special Edition steht bestimmt schon in den Startlöchern… Anyway, lets go!

Schwarzes Gold.
Das würde es wohl eher treffen, denn der CA Andromeda Gold – im Folgenden werde ich ihn auch gelegentlich mit „AG“ abkürzen – ist im Grunde erstmal schwarz-matt. Das namengebende Edelmetall findet sich lediglich an den Gehäuseschrauben – und zwar in 24K. Ach ja, nicht ganz unwesentlich zu erwähnen: Satte 1.399€ wechseln für den Andromeda Gold den Besitzer. Eine Menge Kohle, aber in Anbetracht manch anderer, obszöner Preise für InEars heutzutage schon fast als im mittlerer Preissegment angesiedelt akzeptabel…

Also, was haben wir hier?
Die Nomenklatur lässt unmißverständlich auf eine weitere Andromeda-Variante schließen, aber im Gegensatz zu den bisher erschienenen Sondereditionen wie den verschiedenen Farbvarianten in Blau und Weiß oder dem Andromeda S (welcher klanglich etwas anders als der Originale abgestimmt ist), hat Campfire Audio dem Andromeda Gold ein komplett neues Konzept verpasst. Denn im Innern werkeln statt wie bisher 5 jetzt insgesamt 7! Balanced Armature Treiber – und zwar pro Seite! Das sind also nochmals 2 Treiber mehr als im giftgrünen Andromeda. Bei diesen zusätzlichen Treibern handelt es sich um Basstreiber. Hatte mich der grüne original Andromeda bereits auf der Audiovista 2018 mit seiner fast-forward Abstimmung, tollen Auflösung und breiten Bühne begeistert, so hätte er für meinen Geschmack ruhig einen Tick mehr Bass haben dürfen. Und genau hier setzen die zwei zusätzlichen Basstreiber an. Sie sorgen dafür, daß beim Limited Edition Andromeda bassmäßig jetzt ordentlich die Post abgeht.

Es gibt aber noch mehr Abweichungen vom Original: Beim Andromeda Gold hat man komplett auf eine Frequenzweiche verzichtet. Richtig gelesen! Man überlässt die klangliche Abstimmung allein dem akustischen Zusammenspiel der 7 Balanced Armature Treiber. Klingt erstmal abenteuerlich, funktioniert aber super. Mehr Details zum Klang aber weiter unten.


Lieferumfang & Verpackung

Zuerst einmal zum Unboxing und dem Lieferumfang. Der Andromeda Gold kommt in einer stylischen und angenehm handlichen, quadratischen schwarz-gelb/goldenen Pappschachtel. Pfiffig ist, daß die Umverpackung quasi nur ein großes Stück Karton ist, welches geschickt zur Umverpackung der eigentlichen Schachtel in Form gefaltet wurde. Wie Geschenkpapier…
In der eigentlichen Schachtel befindet sich neben dem InEar, dem Kabel und einer reichhaltigen Auswahl an Eartips eine Transporttasche aus echtem Leder und insgesamt drei kleine Stoffbeutel aus Mesh.

Hier der Lieferumfang im Einzelnen:

  • Campfire Audio Andromeda Special Edition: Gold
  • Campfire Audio Litz Cable – Silver Plated Copper Conductors with Berylium Copper MMCX and 3.5mm Stereo Plug
  • Premium Campfire Audio Leather Earphone Case. Made in Portugal
  • Final Audio Tips (xs/s/m/l/xl)
  • Campfire Audio Earphone Tips(s/m/l)
  • Silicon Earphone Tips (s/m/l)
  • Campfire Audio Lapel Pin
  • Campfire Audio Andromeda Special Edition Pin
  • Cleaning Tool

Technische Daten & Features

Papier ist geduldig und Zahlen sind Schall & Rauch. Weiß ich.
Die technischen Daten sollen auch nur eine Orientierung geben, womit man es zu tun hat. Bemerkenswert beim Andromeda ist aber in jedem Fall die hohe Empfindlichkeit. 116 dB bei 7Ω, das ist schon eine Ansage. D.h. der goldene schwarze Andromeda ist nochmal empfindlicher als sein grüner Bruder mit rund 13Ω, welcher bereits aufgrund seiner Rauschempfindlichkeit hohe Anforderungen an das Abspielgerät stellt.

  • Frequenzgang: 5Hz–20 kHz
  • Empfindlichkeit: 116 dB SPL/mW
  • Impedanz: 7Ω @1kHz
  • 2x High Frequency Balanced Armature Drivers + T.A.E.C.
  • 1x Mid Frequency Balanced Armature Driver
  • 4x Low Frequency Balanced Armature Drivers
  • Beryllium / Copper MMCX Verbindungselemente
  • Tuned Acoustic Expansion Chamber™ (T.A.E.C.)
  • 24K Gold Plated Screws

[Quelle: campfireaudio.com]


Design & Verarbeitung

InEar
Das Design des Andromeda dürfte mittlerweile unter InEar-Kennern wohlbekannt sein. Die charakteristische Tropfenform vieler Custom- und Universal-Fit InEars findet sich auch am Andromeda wieder. Allerdings mussten die geschwungenen Radien hier geradlinigen Kanten weichen. Und so sieht das prismenartige, kantige Andromeda-Gehäusedesign eher technisch kühl statt ergonomisch bequem aus. Aber keine Angst – trotz Kanten und Ecken ist die Passform sehr gut und der Andromeda lässt sich super angenehm tragen.

Das Gehäuse besteht aus schwarz eloxiertem Aluminium. Zusammen mit den namengebenden, goldenen Schrauben sieht der InEar in meinen Augen fantastisch aus. Der Kontrast ist Understatement und edle Eleganz gleichermaßen. Übrigens ist das Gold echt – zumindest sind die Schrauben beschichtet, es soll sich um 24K handeln.

Am Steckersockel auf der Außenseite ist die individuelle Seriennummer eingraviert, der Andromeda Special Edition: Gold ist auf weltweit 1.000 Exemplare limitiert. Kurzer Hinweis: Auf meinen Fotos habe ich die Seriennummern weggestempelt.

Kabel
Das rauchgraue Kabel mit abgewinkeltem 3.5mm Stecker und MMCX Anschlüssen passt optisch super zum schwarzen InEar. Mit ca. 120cm Länge dürfte es gern etwas länger sein. 150cm hat sich für mich als perfekte Länge herausgestellt.
Das Kabel selbst ist ein Schmuckstück. Die Farbe – Campfire Audio nennt sie „smoky“ – passt hervorragend zum schwarzmatten Gehäuse der InEars. Die Verdrillung im Bereich vom Stecker bis zum Splitter erinnert optisch an ein Drahtseil.

Auch haptisch ist das Kabel 1A. Es ist leicht, flexibel und soft. Aber immer noch ausreichend dick, um robust zu sein. Als Leiter kommt silberbeschichtetes Kupfer zum Einsatz.

Die Versteifungen im Anschlussbereich erleichtern das Tragen mit Kabel über dem Ohr ungemein. Die vorgeformte Kontur schmiegt sich dem Ohr gut an und sorgt so für einen bequemen und sicheren Halt.

Case
Das Case ist aus schwarzem Leder gefertigt und rundet den Lieferumfang mit edler Haptik und praktischem Nutzen ab. Der robuste Reißverschluß ist passenderweise goldfarben. Im Innern sind die InEars durch eine weiche Kunstfell-Fütterung vor Stößen beim Transport optimal geschützt.

Zusätzlich liegen dem Andromeda noch zwei kleine Mesch-Täschchen bei. Die Besonderheit: Die Taschen sind mittig abgenäht, so daß zwei Kammern entstehen. Eine für jeden InEar. So können beide InEars separat voneinander aufbewahrt werden, um ein mögliches Aneinanderreiben der Gehäuse beim Transport effektiv zu verhindern. Dies schont die edle Oberfläche und bewahrt sie vor möglichen Kratzern – gut mitgedacht!


Tragekomfort

Die charakteristische Form des Andromeda – welche im übrigen auch ebenso für andere Modelle von Campfire Audio genutzt wird – ist von recht vielen Ecken und Kanten geprägt. Wo viele Hersteller lieber auf abgerundete Formen Wert legen, zeigt Campfire Kante. Und das ist gut so, denn dadurch sticht das Design wohltuend aus der Masse hervor. Dem Tragekomfort schadet das nicht – zumindest nicht bei mir. Selbst nach längeren Sessions spüre ich keine Druckstellen. Das aktuelle Design ist aber auch schon eine Weiterentwicklung des Originaldesigns – der grüne Andromeda liegt mittlerweile in der 3. Version vor – bei dem man die Kanten etwas entschärft hat.

Die Trageweise des InEars ist klassisch „über dem Ohr“, d.h. das Kabel wird oben über das Ohr geführt. Das gewährleistet einen sicheren Sitz und eine Zugentlastung auf die Steckverbindungen. Um das Einsetzen und den Sitz so komfortabel und einfach wie möglich zu gestalten, ist das Kabel im oberen Bereich hinter dem Stecker bereits in einem Radius vorgeformt. Dadurch schmiegt sich das Kabel hinter dem Ohr perfekt an und sitzt rutschsicher.

Der für mich beste Seal wird mit den beiliegenden Final Silikontips erreicht. Ebenso gut passen aber auch die RHA Dual Density Tips.

Ich kenne den Original Andromeda zwar nicht sooo gut, aber die Passform dürfte mit dem Gold aufgrund der verlängerten Schallröhrchen spürbar besser sein. Denn dieser passt bei mir wirklich super. Aber aus der Erinnerung war aber auch der Sitz des Grünen schon sehr gut.


Klangqualität

Kommen wir endlich zur Sache!
Deswegen seid ihr hier, oder nicht? Wie klingt der Andromeda Special Edition Gold?
Die nachfolgenden Eindrücke sind mit dem Questyle CMA400i, dem Sony ZX300 und dem ifi xCan entstanden. Und wie immer gilt: Klang ist subjektiv und darüberhinaus auch noch Geschmacksache. Das was hier folgt, sind also meine höchst persönlichen Empfindungen, so wie ich sie aktuell wahrnehme und einschätze.

Spielpartner
Nicht selten liest man bei Reviews von DAP oder Kopfhörerverstärkern, daß der Reviewer zum Testen des Rauschverhalten am Kopfhörerausgang einen Andromeda einsetzt. Aufgrund der sehr hohen Empfindlichkeit ist dieser InEar nämlich als gnadenlos anspruchsvoll an die Ausgangsimpedanz des Zuspielers bekannt. Rauschen wird hier schnell entlarvt.

Mein Arbeitstier auf dem Schreibtisch ist Immer noch der Questyle CMA400i.
Und auch an diesem ist über den Amdromeda in den Pausen zwischen den Liedern ein Rauschen zu vernehmen.
Deutlich besser macht es dafür der portable Sony Walkman ZX300. An dessen Ausgang ist der Andromeda in den Musikpausen mucksmäuschenstill.
Der Sony hat sich darüberhinaus als ein fantastischer Spielpartner für den Andromeda herausgestellt, denn er kontert geschickt die sehr hohe Auflösung des InEar in den Höhen mit einer ganz leichten und angenehmen Wärme – ohne Details zu unterschlagen.

Klangcharakteristik
Der Andromeda Gold klingt wunderbar ausgeglichen und mächtig druckvoll – eine Eigenschaft, die ihm nicht zuletzt die 2 zusätzlichen Basstreiber bescheren. Die ersten Takte haben nich direkt umgehauen und verblüfft dreinschauen lassen, denn so direkt und voller Spielfreude, energisch und detailliert, hat mich spontan noch kein anderer InEar vom Start weg begeistert.

Die tonale DNA liegt eindeutig auf einer Menge Spaß. Erinnert mich manchmal an eine gute Car-HiFi Anlage. Obwohl der Andromeda abstimmungstechnisch im Grunde sehr kohärent und ausgeglichen über den gesamten Frequenzbereich spielt (hat er vom Original), so lässt er es doch im Bassbereich dieses Mal ordentlich krachen und in den Höhen kräftig strahlen.
Aber auch in den Mitten verfügt er über eine durchsetzungsfähige und detaillierte Präsenz. Damit folgt er einer Abstimmung, die anscheinend momentan sehr angesagt ist. Mit der dumpfen Badewanne von früher hat das nichts zu tun, vielmehr wird hier einer grundlegend neutralen und hochauflösenden Signatur eine zusätzliche Betonung durch wuchtige und punchige Bässe, klare und kraftvolle Mitten und strahlende Höhen eine „Spaßige Neutralität“ eingehaucht.

Der Andromeda hat aber noch mehr zu bieten und hebt sich von anderen Kopfhörern, welche ebenfalls dieser Abstimmung folgen, durch einen signifikanten Punkt ab: Alles was er macht, macht er ultradirekt und hoch energetisch und effizient. Das resultiert in einem sehr direkter Klang, andere InEars klingen im Vergleich irgendwie viel weiter vom Trommelfell entfernt. Diese Abstimmung ist unglaublich beeindruckend, kann aber mitunter bei höheren Pegeln auch anstrengend und fordernd sein.

Bass
Insgesamt vier Basstreiber lassen kein Zweifel an der Marschrichtung und schrauben die Erwartung im Bassbereich hoch. Und man wird nicht enttäuscht! Was der AG im Bassbereich aus seinen Balanced Armature Treibern rausholt, ist beeindruckend. Der Bass ist mächtig, voluminös und präsent. Er ist aber keinesfalls eine stumpfe Basswumme. Was ihn aber von anderen BA InEars deutlich abhebt, ist die extrem organische und texturierte Basskontur, welche dem Andromeda eine unglaublich involvierende – ja regelrecht süchtig-machende – Frische und Natürlichkeit im Tieftonbereich verleiht. Das ist pure Energie, wie man sie sonst nur von Konzerten kennt. Aber Vorsicht: Diese unmittelbar endorphin-ausschüttende Abstimmung kann gefährlich werden – verleitet sie doch dazu, die Musik immer noch ein Stückchen lauter zu drehen.

Aber genauso wie man es mit dem Andromeda so richtig krachen lassen kann, so ist er auch für das Leisehören überaus empfehlenswert. Denn aufgrund seiner hohen Dynamik und erstklassigen Kontrolle bleiben die Bässe auch bei geringsten Lautstärken noch druckvoll, punchig und kräftig.

Mitten
Der Andromeda Gold zeichnet sich in Bereich der Mitten durch eine höchst präsente Stimmwiedergabe, eine extrem trennscharfe und fein durchzeichnende Instrumentenseparation und facettenreiche Texturierung aus. Metalriffs klingen fett und mächtig und schaffen es mühelos, die unbändige Energie von Rock- und Metal verlustfrei zu transportieren.
Klar, der Andromeda profitiert grundsätzlich von guten Produktionen, aber auch etwas schlechtere Sachen, wie sie im Bereich Metal gar nicht so selten sind, klingen vergleichsweise sehr gut.

Höhen
In den Höhen glänzt der Andromeda durch eine klare und trennscharfe Strahlkraft, voller Details und mit – wieder – schier unendlicher Energie. Es ist beeindruckend, wie homogen sich der Hochton in den restlichen Frequenzgang eingliedert. Erstaunlich – vor allem, wenn man sich in Erinnerung ruft, daß sich hier keine Frequenzweiche um die Kontrolle der Treiber kümmert. Die klaren Höhen sind rasiermesserscharf und voller Energie, aber gleichzeitig niemals zu scharf oder unangenehm. Der Sparkle von Effektbecken wie Splashes oder Chinas ist durchsetzungsstark.

Bühne
Der Amdromeda spannt eine glaubhaft breite und vor allem natürliche und nachvollziehbare Stereobühne auf. Ein Sennheiser IE800 hat eine breitere Bühne, zieht aber das Geschehen je nach Genre für mich schon manchmal zu weit auf. Der Andromeda bleibt hier perfekt austariert und eignet sich vom kleinen Jazz-Trio über Klassikaufnahmen bis zum Stadiorock bestens.

Separation
Wenn man zwei Key-Features des Andromeda Gold benennen müsste, wäre das neben der Bass-Performance mit Sicherheit das Auflösungsvermögen. Denn hier protzt der AG mit einer unglaublich luftigen und kontrollierten Darbietung der einzelnen Spuren und Instrumente. Auch Gesangsspuren, welche ich bisher nur als homogener Chor wahrgenommen hatte, werden plötzlich auseinander dividiert und sind einzeln hörbar. Das mag nicht jedermanns Sache sein und ist zugegebenermaßen manchmal anstrengend. Aber die Faszination überwiegt hier für mich ganz klar und ich genieße es, noch tiefer in vielspurige Bombast Produktionen von z.B. Blind Guardian oder Ayreon einzutauchen.

Isolation
Aufgrund des guten Seals im Ohr ist bei mir persönlich eine erstklassige, passive Isolation gewährleistet. Die ausreichend langen Schallröhrchen ermöglichen mir sowohl mit Foamies als auch mit Silikon-Aufsätzen eine optimale Abdichtung. So kann sich der Bass bestens entfalten und vermittelt diese überzeugende und direkte Authorität.


Songbeispiele

Flying Colors – The Loss Inside
Die Prog-Allstar-Combo ist immer gut für eine exzellente, „echte“ und druckvolle Produktion und vor allem ein fantastisches Songwriting. Und Portnoy ist immer noch mein Lieblingsdrummer. Worauf kommt es bei dieser vielschichtigen und handgemachten Musik an? Hmm, ich würde Instrumentenseparation, natürliche Wiedergabe und die Fähigkeit, authentisch echte Musik zu reproduzieren ganz nach vorn stellen. Wie schlägt sich der schwarzgoldene Andro hierbei? Absolut Mustergültig würde ich mal sagen. Die Bassdrum klingt organisch und federnd, steht einer Wiedergabe mit einem organischen Treiber fast in nichts nach. Die groovenden Beats, unterfüttert mit smoothen, aber treibenden Basslines bilden ein solides Fundament für verschiedenste Instrumentierungen zwischen E-Gitarren und siebziger Orgel/Synthieklängen. Komplexe Arrangements stellen den Andromeda vor eine Aufgabe, die er mit Bravour löst: Glasklare, fein ziselierende Effektbecken werden ebenso klar umrissen und präsent wiedergegeben wie der Attack von akustischen Drums. Famos!

Bad Wolves – I`ll be there
Nach eher entspannenden Progrock Klängen geht es zur Sache mit der mega-druckvollen Produktion von Bad Wolves. Drumtechnisch ein krasser Gegenpol zu der Produktion gerade. Hier scheint nur noch wenig von der analogen Aufnahme übrig geblieben zu sein – umso mehr einem hier vom Andromeda unbändige Wucht und klar umrissener, drückender Punch in den Gehörgang gepumpt.
Tonnenschwere und ultrafette Gitarrenriffs profitieren von der klaren Präsenz und energiereichen Wiedergabe des Andromeda Gold. Elektronische Tiefbass-Effekte lassen einen Subwoofer vermuten. Ich. nehme einen Stöpsel aus dem Ohr – Läuft etwa doch die Anlage mit? Beeindruckend mit welcher Wucht der Andro hier zu Werke geht – und alles in seinen Bann zieht.

Avantasia – Requiem for a Dream
Eine eindrucksvolle Remineszenz an glorreiche Speedmetal Zeiten zur Herrschaft Helloweens. Michael Kiske hat nichts verlernt, und im Duett mit Tobias Sammet immer ein Genuss. Schnelle Doublebass erfordern ein schnelles Ansprechverhalten, konturierten und festen Punch und der Andro liefert das, glänzt dazu mit superschnellem und präzisem Attack. Klasse! Und bei aller technischen Überlegenheit kommt das Musikalische auch nicht zu kurz. Alles wirkt wie aus einem Guß – es sein denn man taucht tiefer ein. Dann entfalten sich sämtliche Spuren der eher mittelprächtigen Produktion und wollen verfolgt werden. Klasse!

Das waren jetzt nur einige Beispiele, die Lobeshymnen ließen sich aber wohl endlos fortsetzen. Auch ruhigere Sachen, noch härteres, klassisches, Soundtrack, poppiges…. egal was ich mit dem Andromeda gehört habe: Immer war der Output sehr sehr faszinierend und die Signatur hat immer gepasst.
Und der Andromeda hat endgültig mit meinem Vorurteil aufgeräumt, dass dynamische Treiber immer den „besseren“ Bass produzieren. Was die 4 BA Basstreiber hier leisten, ist mehr als ebenbürtig – nicht nur technisch in punkto Speed, Attack und Transienten. Auch was die organische Authentizität betrifft, weiß der Andromeda absolut zu überzeugen.


Fotos


Fazit

Schade, daß er limitiert ist!

So steht es auf der Seite des deutschen Distributors Headphone Company. Und diese Aussage kann ich bedingungslos unterschreiben. Denn beim Andromeda Gold handelt es sich wahrhaftig um einen Ausnahme-InEar. Konnte mich bereits der original Andromeda bei zahlreichen Gelegenheiten immer wieder aufs neue begeistern, so toppt die Limited Edition das Ganze nochmal deutlich.

Dieser InEar erzeugt mit seinen sieben Balanced-Armature Treibern pro Seite einen solch explosiven, involvierenden und höchst beeindruckenden Gute-Laune-Sound, daß es schwer ist, sich dieser Faszination zu entziehen. Was sich jetzt vielleicht anhört, als sei der Andro stark gesoundet, entpuppt sich beim Hören sofort als unglaublich kohärent abgestimmtes und ausgeglichenes Klanggerüst – jedoch mit einer ordentlichen Portion erfrischender Begeisterung und Spaß. So bedient der InEar eigentlich jede Präferenz: Er ist linear und analytisch, weit und präzise, aber gleichzeitig unglaublich spaßig, natürlich und lebendig.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, daß sich jemand dieser mitreißenden und aufregenden Spielweise entziehen kann – der Campfire Audio Andromeda Gold klingt schlicht atemberaubend.
Also nochmaal: Es ist extrem schade, daß dieses Goldstück so stark limitiert ist. Wer noch die Möglichkeit hat: Reinhören und zuschlagen!

Energie und Spitzenklang pur!


[Werbung] Der Campfire Audio Andromeda Special Edition: Gold wurde mir für diesen Test leihweise von deutschen CA Distributor Headphone Company zur Verfügung gestellt. Vielen Dank, Thomas!

CA Andromeda Gold | Bewertung

9.8

Sound

10.0/10

Verarbeitung

10.0/10

Tragekomfort

9.5/10

Preis/Leistung

9.5/10

Pros

  • Begeisternder Klang
  • Sehr hohe Auflösung
  • Druckvoller, präziser Bass
  • Fast Forward Sound
  • Spaßig, aber ausgeglichen

Cons

  • Rauschanfällig, da sehr empfindlich
  • Die Energie kann anstrengend sein