Endlich: Darauf habe ich gewartet! Der modulare Digital-Audio-Player N6III von Cayin ist da. Nachdem mich im letzten Jahr der N3 Ultra ziemlich beeindruckt hat, bin ich natürlich super gespannt auf den neuen Player. Vor allem das Konzept der wechselbaren Motherboards und die damit einhergehende Flexibilität finde ich extrem spannend. Also auf gehts, willkommen Cayin N6III!

Inhalt
[Werbung] Der Cayin N6III wurde mir für diesen Test leihweise von Cayin Deutschland zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
Allgemeines
Cayin hat sich als renommierter Hersteller von stationären High-End-Röhrenverstärkern einen Namen gemacht. Die mobilen Abspielgeräte der chinesischen Marke stehen dem in nichts nach und bieten ebenfalls High-End-Qualität. Längst sind sie im Bereich von Personal-Audio nicht mehr wegzudenken. Der N3 Ultra bietet mit seinen Röhren ein tolles Konzept und vereint zwei Soundwelten. Der N6II geht sogar noch einen Schritt weiter:
Cayin N6III – Modularer High-Res DAP
Wie wäre es, einen flexiblen DAP zu haben, der die Möglichkeit von verschiedenen Verstärker- und DAC Modulen bietet, ohne auf eine feste Kombination festgelegt zu sein? Genau das bietet der N6III. Durch die wechselbaren Module kann der DAP in den künftigen Jahren immer wieder mit neuen DACs und/oder Verstärker-Topologien auf den aktuellen Stand gebracht werden. Preislich Der Cayin N6III ist mit einem Modul für aktuell 1.698€ zu bekommen, das einzelne Modul gibt es für 398€. Schauen wir aber zunächst auf die fest verbauten Specs des „Grundgerätes“.

System
Cayin setzt auf einen Snapdragon 665 und stellt ihm 6GB RAM an die Seite. Als Betriebssystem kommt Android 12 zum Einsatz. Der interne Speicherplatz beträgt 128GB und kann per microSD Karte mit bis 2TB erweitert werden. WLAN (2.4 und 5 GHz) ist an Bord, ebenso Bluetooth in der Version 5.0. Der interne – leider nicht wechselbare – Akku bietet eine Kapazität von 9000mAh und unterstützt PD2.0 für schnelles Nachtanken. Je nach Modul, Einstellung, Kopfhörer, Lautstärke usw. bietet er verschiedene Laufzeiten; eine Angabe hier würde keinen Sinn machen.
Durch das offene Android ist der Cayin N6III App-technisch optimal erweiterbar. Playstore drauf und los gehts. Ich habe die von mir genutzten Streamingdienste ohne Probleme installiert: Apple Music und Titan laufen einwandfrei.
Der installierte Musikplayer – eine Anpassung des Hiby-Players – bietet schon recht viele Optionen. Der vollumfängliche Hiby Player ist dennoch schnell installiert, ebenso beliebige andere Lösungen. In letzter Zeit nutze ich gerne den USB Audio Player Pro, diesen Vollversion auch auf dem N6III ihren Dienst tut.
Display
Der Cayin N6III verfügt über ein kompaktes, aber recht dickes Gehäuse mit 5 inch Full-HD Display (1080×1920) mit Gorilla Glas 3. Multitouch und Double-Tap WakeUp wird unterstützt. Das Display ist sehr gut ablesbar, hell und hat für mich die perfekte Größe. Mehr braucht es an einem DAP nicht, da zum Beispiel Youtube oder Filme für mich auf so einem Gerät sowieso nicht in Frage kommen.

Die N6III Audio Module
Durch ohne Werkzeug leicht zu wechselnde, sogenannte „Motherboards“, bleibt nur die Basis-Infrastruktur aus System, Display, CPU und Akku gleich. Die Kombination aus DAC und Kopfhörerverstärker befindet sich auf dem jeweiligen, austauschbaren Motherbord-Modul.
Das Prinzip ist bereits bewährt, schon der Vorgänger N6II bot dieses Feature, und im Laufe der Zeit sind viele verschiedene Motherboards veröffentlicht worden – soweit ich weiß sechs Stück. Rund sechs Jahre später bringt Cayin nun das Nachfolgemodell. Aktuell sind für den neuen Cayin N6III vier Boards verfügbar.
C201 Motherboard
Das C201 Motherboard markiert den Auftakt der modularen Erweiterungen für den Cayin N6iii und setzt neue Maßstäbe in der mobilen Audiowiedergabe. Es zeichnet sich durch folgende Kernmerkmale aus:
- Paralleler volldifferentieller Matrix-DAC
- Präzise Kaskaden-Lautstärkeregelung
- Parallel-Verstärker
Innovativer DAC-Chip von Cirrus Logic
Als DAC kommt der CS43198 DAC-Chip von Cirrus Logic zum Einsatz. Und das gleich 8-fach in einem parallelen volldifferentiellen Matrix-DAC-Design arbeiten.
Die digitale Signalverarbeitung erfolgt über den FPGA-Prozessor des N6iii, der jeden DAC-Chip separat mit I²S-Signalen ansteuert. Im MONO-Modus erzeugen die DACs differenzielle Signale (L+, L-, R+, R-). Jeweils vier DACs bündeln ihre Ausgänge zu einem volldifferenziellen Kanal. Dank diskreter und symmetrischer Stromversorgung sowie Peripherieschaltungen wird eine außergewöhnlich stabile Leistung erzielt, während Technologien wie Low-Jitter-Taktung und Verzerrungsminimierung die Klangqualität erheblich steigern.

Hochpräzise Lautstärkeregelung
Ein weiteres Highlight des C201 ist die innovative Lautstärkeregelung, die auf vier Nisshinbo NJU72315 Chips basiert. Zwei Chips pro Kanal arbeiten in einer kaskadierten Konfiguration, um fein abgestufte Lautstärkeanpassungen zu ermöglichen.
Parallel-Verstärker für Kopfhörer
Für die Verstärkung setzt das C201 auf vier OPA1622-Chips von Texas Instruments, die parallel geschaltet sind. Diese Konfiguration bietet eine hervorragende Kontrolle über Kopfhörerlasten und reduziert die Ausgangsimpedanz. Das Design erinnert an die legendären Verstärkerschaltungen des Cayin N8 und liefert eine kraftvolle und dynamische Wiedergabe.
Das C201 bietet eine außergewöhnliche Klangqualität, ist sowohl präzise als auch musikalisch und somit eine sehr gute Wahl als „Standard“-Modul.
E203 Motherboard
Das E203 Motherboard stellt die zweite Erweiterung für den Cayin N6iii dar und richtet sich speziell an audiophile Nutzer, die höchste Klangqualität und Flexibilität bei der Kopfhörernutzung suchen. Mit dem Flaggschiff-DAC ESS Sabre ES9039SPRO und einer Vielzahl von Verstärkermodi bietet es ein maßgeschneidertes Hörerlebnis.
- ESS Sabre ES9039SPRO DAC: Achtkanaliger DAC mit extrem geringer Verzerrung und hoher Dynamik.
- Verstärkermodi: Class A, Class AB und Hyper-Modus für individuelle Klangpräferenzen.
- Optimierte Leiterplatte: Um 31 % größere Fläche gegenüber dem C201, für reduzierte Interferenzen und reineren Klang.
- Kopfhörerspezialisierung: Zwei Anschlüsse – 3,5 mm unsymmetrisch und 4,4 mm symmetrisch.
Das Herzstück des E203 ist der ESS Sabre ES9039SPRO DAC, der für seine außergewöhnliche Audioleistung bekannt ist. Mit einer Dynamik von bis zu +140 dB im Mono-Modus und einer THD+N von -122 dB setzt dieser Chip neue Maßstäbe in der digitalen Audiokonvertierung. Die „Dual Amplifier Operation“ (DAO) ermöglicht es Nutzern, zwischen drei Verstärkermodi zu wählen:
- Class A: Für einen warmen und harmonischen Klang.
- Class AB: Bietet eine ausgewogene Kombination aus Präzision und Dynamik.
- Hyper-Modus: Maximiert die Energie und Detailtreue des Klangs.

Die bewusste Entscheidung, auf Pre-Out- und Line-Out-Anschlüsse zu verzichten, erlaubt eine kompromisslose Fokussierung auf die Kopfhörerwiedergabe. Dadurch wird das Risiko von Übersprechen zwischen Schaltungen minimiert, was zu einem unverfälschten Klang führt.
Das E203 Motherboard ist eine ideale Wahl für Nutzer, die Wert auf höchste Klangqualität legen. Mit seiner speziellen Ausrichtung auf Kopfhörerbetrieb und den vielseitigen Verstärkermodi hebt es die Leistung des Cayin N6iii auf ein neues Niveau – perfekt für audiophile Ansprüche!
R202 Motherboard
Das R202 verfolgt einen ungewöhnlich konsequenten Ansatz und kombiniert zwei grundverschiedene DAC-Topologien auf einem Board. Für PCM-Signale kommt ein diskreter R2R-Multibit-D/A-Wandler zum Einsatz, aufgebaut aus 192 hochpräzisen Dünnschichtwiderständen mit lediglich 0,1 % Toleranz. Diese sind als symmetrisches Spannungsteilernetzwerk in 24-Bit-Konfiguration verschaltet und ermöglichen eine native PCM-Dekodierung bis 384 kHz.
Ergänzt wird der R2R-Wandler durch einen hochwertigen Einbit-DAC, der sowohl DSD bis DSD256 als auch PCM bis 768 kHz verarbeitet. Je nach Signalformat oder persönlicher Präferenz kann zwischen den beiden Wandlerprinzipien umgeschaltet werden.
Betriebsmodi: Das R202 bietet drei Dekodiermodi:
Auto: automatische Auswahl der optimalen Architektur (R2R für PCM, 1-Bit für DSD)
R-2R: ein körperreicher, entspannter Klang mit fließender Raumdarstellung
1-Bit: feine Hochtonauflösung, präzise Abbildung und klar definierte Bühne
Die Lautstärkeregelung erfolgt vollständig analog und symmetrisch über einen NJW1195-Controller mit 256 Stufen in 0,5-dB-Schritten. Vier vollständig getrennte Kanäle gewährleisten exakte Kanalgleichheit und eine saubere Pegelregelung auch bei niedrigen Lautstärken.
Das R202 arbeitet mit einer durchgehend vollsymmetrischen Signalführung. Vier OPA1612 und zwei OPA1662 bilden die differenzielle Vorstufe, während vier INA1620-Chips in Quad-Channel-Konfiguration die eigentliche Kopfhörerverstärkung übernehmen. Das Ergebnis ist eine hohe Ausgangsleistung bei gleichzeitig sehr niedrigen Verzerrungen und kontrollierter Dynamik.
Eine aufwendig aufgebaute, matrixartige Stromversorgung mit separaten Wandlern und sieben ultrarauscharmen LDO-Reglern versorgt Digital-, Analog- und Taktsektionen getrennt voneinander. Die Kopfhörerverstärkung wird über eine dualpolare Boost-Stromversorgung mit extrem geringer Restwelligkeit gespeist – hörbar in Form von Stabilität, Ruhe und sauberer Impulsdarstellung.
Das R202 ist konsequent als reines Kopfhörer-Board ausgelegt. Es bietet einen 3,5-mm-Ausgang sowie einen symmetrischen 4,4-mm-Pentaconn-Anschluss. Line-Out- oder Pre-Out-Funktionen sind bewusst nicht vorhanden, um den Signalweg kompromisslos kurz zu halten.
Je nach Betriebsmodus reicht das Klangbild von organisch und fließend bis hin zu präzise und hochauflösend. Das R202 richtet sich klar an Hörer, die unterschiedliche DAC-Charaktere bewusst einsetzen und vergleichen möchten.
T201 Motherboard
Das T201 ist das vierte Audio-Motherboard für den modularen DAP N6iii und richtet sich gezielt an Liebhaber klassischer Röhrenklänge. Herzstück sind NOS JAN 6418 Miniatur-Vakuumröhren, die dem Board einen eigenständigen, harmonisch geprägten Klangcharakter verleihen.
Die Röhren sind in einem speziell entwickelten, vibrationsdämpfenden Silikonmantel gelagert und als eigenständiges Modul schwebend im Gehäuse integriert. Diese Konstruktion reduziert Mikrofonie effektiv und wird durch zusätzliche schaltungstechnische Maßnahmen wie gezielte Gegenkopplung und eine mehrstufige, rauscharme Spannungsversorgung ergänzt.
Als digitaler Wandler kommt der AKM AK4497S zum Einsatz, ein High-End-DAC aus der VELVET SOUND™-Serie. Er verarbeitet PCM bis 768 kHz sowie DSD bis DSD512 und arbeitet in einer vollständig differentiellen Dual-Channel-Topologie. Das Ergebnis ist ein weiter Dynamikumfang, sehr niedrige Verzerrung und eine feine, natürliche Auflösung.
Timbre-Modi: Über das Systemmenü lassen sich drei klar unterscheidbare Klangcharaktere auswählen:
Tube Classic: warm, dicht und geschmeidig mit betonter Klangfarbe
Tube Modern: offener, weiter Raum mit besserer Hoch- und Tieftonextension
Solid-State: schnelle Ansprache, neutrale Tonalität und hohe Kontrolle
Die Kopfhörerverstärkung übernehmen vier INA1620-Chips, die hohe Stromlieferfähigkeit mit sehr niedrigem Eigenrauschen kombinieren. Auch bei höheren Lautstärken bleibt die Wiedergabe stabil, kontrolliert und frei von Härten.
Das T201 ist deutlich vielseitiger ausgelegt als R202. Neben 3,5 mm unsymmetrisch und 4,4 mm symmetrisch unterstützt es drei Ausgangsmodi:
PO: direkter Kopfhörerbetrieb
PRE: variabler Ausgang für Endstufen oder Aktivlautsprecher
LO: fixer Line-Out für Desktop- oder Heim-HiFi-Systeme
Das T201 verbindet die klangliche Faszination klassischer Röhrentechnik mit moderner Kontrolle und Flexibilität. Je nach Modus reicht die Wiedergabe von emotional-warm bis neutral und präzise – ideal für Hörer, die bewusst zwischen Klangsignaturen wechseln möchten.
Cayin N6III – Welches Audio-Motherboard passt zu mir?
Die modulare Architektur des N6iii erlaubt es, den Player klanglich sehr gezielt zu konfigurieren. Jedes Audio-Motherboard verfolgt ein eigenes technisches und klangliches Konzept. Die Unterschiede sind nicht subtil – sie sind bewusst hörbar.
C201 – Vielseitigkeit mit Fokus auf Kontrolle
Für Hörer, die einen ausgewogenen Allrounder suchen
Das C201 richtet sich an Nutzer, die den N6iii nicht ausschließlich als Kopfhörerplayer einsetzen möchten. Dank zusätzlichem Line-Out und Pre-Out eignet es sich auch für den Betrieb an Desktop-Setups oder Aktivlautsprechern.
Klanglich präsentiert sich das C201 präzise, dynamisch und sauber strukturiert. Die Matrix-DAC-Architektur mit acht Cirrus-Logic-Wandlern sorgt für hohe Auflösung ohne analytische Härte. Der Kopfhörerverstärker bietet ausreichend Leistung und Kontrolle, bleibt dabei neutral und unaufdringlich.
- Ideal für:
- vielseitige Einsatzszenarien
- neutrale Abstimmung mit guter Dynamik
- Nutzer, die Kopfhörer- und Line-Betrieb kombinieren möchten
E203 – Maximale Präzision für Kopfhörer
Für Puristen und Detailhörer
Das E203 ist kompromisslos auf Kopfhörerbetrieb ausgelegt. Der ESS ES9039SPRO setzt den Schwerpunkt klar auf technische Perfektion: extrem niedrige Verzerrungen, hohe Dynamik und eine sehr saubere, direkte Wiedergabe.
Besonders spannend sind die wählbaren Verstärkermodi. Class A wirkt geschmeidiger und körperreicher, Class AB ausgewogen und kontrolliert, während der Hyper-Modus maximale Energie und Durchzug liefert. So lässt sich der Klang gut auf unterschiedliche Kopfhörer abstimmen.
- Ideal für:
- Reine Kopfhörer-Setups
- analytisches, unverfälschtes Hören
- leistungshungrige oder sehr auflösende Kopfhörer.
R202 – Zwei DAC-Welten, ein Board
Für Klangforscher und Charakter-Hörer
Das R202 ist das experimentellste Board im Line-up. Die Kombination aus diskretem R2R-Multibit-DAC und Einbit-Wandler eröffnet klanglich zwei klar unterscheidbare Welten.
Der R2R-Modus überzeugt mit organischem Fluss, entspannter Räumlichkeit und einem leicht analogen Charakter. Der 1-Bit-Modus hingegen klingt schneller, luftiger und präziser in der Abbildung. Im Auto-Modus wird je nach Format automatisch der passende Wandler gewählt.
Das R202 verzichtet bewusst auf Line-Outs und konzentriert sich vollständig auf kompromisslosen Kopfhörerbetrieb.
- Ideal für:
- Hörer, die bewusst mit Klangsignaturen spielen
- Fans von R2R-Sound
- lange, entspannte Hörsessions
T201 – Röhrenklang in moderner Form
Für Emotion, Klangfarbe und musikalischen Fluss
Das T201 ist das emotionalste Board der Serie. Die JAN-6418-Röhren verleihen der Wiedergabe eine besondere Textur, natürliche Obertöne und eine fließende Musikalität, die man von Transistor-Designs so nicht kennt.
Gleichzeitig bleibt das Board flexibel: Mit Classic, Modern und Solid-State stehen drei klar abgestimmte Klangcharaktere zur Verfügung – von warm und harmonisch bis neutral und direkt. Dank PO, PRE und LO lässt sich das T201 sowohl mobil als auch stationär einsetzen.
- Ideal für:
- Liebhaber von Röhrenklang
- Stimmen, Jazz, akustische Musik, Rock
- Nutzer, die Emotion über maximale Analyse stellen
Cayin N6iii – Audio-Motherboards im Vergleich
| Merkmal | C201 | E203 | R202 | T201 |
|---|---|---|---|---|
| DAC-Konzept | 8× Cirrus Logic CS43198 (Matrix, vollsymmetrisch) | ESS Sabre ES9039SPRO | Diskreter R2R-Multibit +1-Bit-DAC | AKM AK4497S |
| DAC-Charakter | Neutral, präzise, dynamisch | Extrem sauber, hochauflösend | Umschaltbar: organisch (R2R) oder präzise (1-Bit) | Musikalisch, farbenreich |
| Max. Auflösung | PCM / DSD (herstellerseitig spezifiziert) | High-Res PCM & DSD | PCM bis 768 kHz / DSD256 | PCM 768 kHz / DSD512 |
| Verstärker | 4× OPA1622 (parallel) | Class A / AB / Hyper | 4× INA1620 (Quad-Channel, vollsymmetrisch) | 4× INA1620 + Röhrenstufe |
| Verstärker-Modi | – | Class A / AB / Hyper | Auto / R-2R / 1-Bit | Tube Classic / Tube Modern / Solid-State |
| Signalführung | Vollsymmetrisch | Vollsymmetrisch | Durchgehend vollsymmetrisch | Hybrid (Röhre + Transistor) |
| Lautstärkeregelung | Digital / analog kombiniert | Digital | Analog, 256 Stufen (0,5 dB) | Digital |
| Kopfhörer-Ausgänge | 3,5 mm / 4,4 mm | 3,5 mm / 4,4 mm | 3,5 mm / 4,4 mm | 3,5 mm / 4,4 mm |
| Line-Out / Pre-Out | ✅ LO + PRE | ❌ | ❌ | ✅ LO + PRE |
| Einsatzfokus | Allround, mobil & stationär | Reiner Kopfhörerbetrieb | Reiner Kopfhörerbetrieb | Mobil & Desktop |
| Klangschwerpunkt | Kontrolle & Vielseitigkeit | Präzision & Leistung | Charakter & Wahlfreiheit | Emotion & Klangfarbe |
| Ideal für | Nutzer mit verschiedenen Setups | Detailhörer, Puristen | Klangentdecker, R2R-Fans | Röhrenliebhaber |

Lieferumfang und Verpackung
Der sehr kompakte Karton ist ganz in der Tradition der letzten Modelle – schwarzmatt mit goldenem Aufdruck. Cayin wählt hier erneut den Weg des Understatements, trotzdem sieht die Verpackung sehr edel und verheißungsvoll aus. Das C201 Motherboard ist vorinstalliert, das E203 kommt in einer weiteren kleinen Pappschachtel.

Neben dem Player befindet sich ein schwarzes Kunstledercase, Displayschutz und ein USB Kabel im Lieferumfang. Immer gut, wenn ein vernünftiges Case direkt mitgeliefert wird!
Design & Verarbeitung
Schwarz und Gold – das scheint bei Cayin schon lange Tradition. Das Gehäuse aus Aluminium in mattschwarz ist recht einfach besingt und liegt sehr gut in der Hand. Die Bedienelemente haben einen deutlichen Druckpunkt und der Lautstärkeregler ist sauber gerastet. Apropos Lautstärkeregler: Für meinen Geschmack hätte er gern etwas größer ausfallen dürfen.
Die Verarbeitung ist tadellos – so bin ich das von Cayin aber auch nicht anders gewohnt. Alle Oberflächen sind fehlerfrei, die Fügestellen sauber und spaltfrei. Auch die einzelnen Module punkten mit der selben, hochwertigen Verarbeitungsqualität.

Beim mitgelieferten Case gibt es eine Besonderheit: Um den Player leichter rein- und wieder herauszunehmen (Modultausch!) ist die Seite im Bereich des Lautstärke-Reglers und der Tasten eingeschlitzt. So ist es einfacher, das Case zu entfernen ohne die Schutzwirkung zu vernachlässigen. Top!
Technische Daten
Wie beim Test des N3 Ultra liste ich die Daten hier nicht komplett auf, denn Cayin bietet unglaublich viele davon auf der Produktseite. Dazu kommt dieses mal, daß die Daten natürlich je nach Modul andere sind. Könnt ihr alles hier nachlesen: https://cayin.com/produkt/cayin-n6ii_hr-player/?v=5f02f0889301
Ein kurzer Vergleich zum Vorgänger ist an dieser Stelle vielleicht auch hilfreich.:

Funktionen & User Interface
Im Gegensatz zum zuletzt getesteten Cayin N3 Ultra, der ein reines offline Gerät ist, kommt der N6III mit vollständigem Android System und damit allen Vorzügen eines offenen Systems inklusive eines App-Stores. Somit ist natürlich Streaming gar kein Problem und alle dafür infrage kommenden Apps können selbstverständlich installiert werden.
Die Bedienung des Players ist erstklassig. Das Touchdisplay reagiert schnell und flüssig, ohne jegliches Ruckeln. Der griffige Volumenregler mit seiner präzisen Rasterung ermöglicht eine hervorragende Haptik und erlaubt zusammen mit den physischen Tasten für Play/Pause und andere Funktionen eine intuitive Bedienung, sogar blind.
Die Navigation und Bedienung über das Touchdisplay ist intuitiv, die Einstellmöglichkeiten mannigfaltig. Es gibt ein Short-Menü (Wischen vom oberen Bildschirmrand), in dem die wichtigsten Funktionen (Mode, Gain, …) direkt zugänglich sind. Dieses variiert von Motherboard zu Motherboard. So kann man beim E203 z.B. zwischen den Verstärker-Modi Class A, Class AB und Hyper umschalten.
Die hauseigene Musik-App scheint ein Fork der Hiby-Music App zu sein. Selbstverständlich können andere Player installiert werden. USB Audio Player läuft z.B. ebenso einwandfrei wie der Originale Hiby Player.
Software und Datentransfer
Standardtext, solange bis sich etwas ändert: Wer mich kennt weiß, daß ich überzeugter MAC-Nutzer bin. Und hier ärgern mich die „modernen“ Android Player allesamt: Sind sie doch nicht in der Lage, den internen Speicher und eventuell eingesteckte Speicherkarten im macOS als Laufwerke systemweit – also auch für Synchronisationssoftware – zur Verfügung zu stellen. Das ist leider auch beim N6III der Fall.
Filter und Klangeinstellungen
Für die klangliche Anpassung bietet der Player je nach Motherboard eine Vielzahl von DAC-Filtern. Fest integriert ist ein leistungsstarker Equalizer.
Leistung und DAC
Die Power des N6III Ultra – bzw. die der beiden Motherboards – reicht für alle meine Kopfhörer locker aus. Selbst der Sennheiser HD800S wird richtig gut angetrieben. Hier bleiben keine Wünsche offen.
Akkulaufzeit
Natürlich hängt die Akkulaufzeit sehr stark vom verwendeten Motherboard und der individuellen Nutzung ab. Grundsätzlich kann man aber sagen, daß das C201 Board eine deutlich längere Laufzeit ermöglicht als das E203 Board. Vor allem im Hype-Modus zieht das ESS Board extrem Saft und wird auch richtig warm.
Klang
Allgemeine Klangcharakteristik
Der N6iii überzeugt völlig unabhängig vom eingesetzten Modul durch eine außergewöhnliche Transparenz, eine präzise Detailwiedergabe und spielt auf technisch sehr hohem Niveau. Dabei ist er mit keinem der mir vorliegenden Module stockneutral, sondern immer musikalisch und anregend unterwegs. Keine Spur von distanzierter und zurückhaltender Unterkühlung.
Teilweise erinnert er mich an das angenehme und musikalische, leicht warme Sounding eines Sony-DAP in Verbindung mit wirklich sehr guten technischen Fähigkeiten hinsichtlich Instrumentenseparation oder Bühnenpräsentation. Damit spielt der kleine DAP schon auf absolutem Flaggschiff-Niveau – und das mit einen verhältnismäßig kompakten Abmessungen.
Die kraftvolle Transientenwiedergabe mit einer impulsiven und verbindlichen Ansprache begeistert mich als Drummer besonders beim E203 Modul. Dieses verleiht dem N6III eine impulsive Autorität bei der Wiedergabe von Drums & Persuosion jeglicher Art.
Meine IEM, selbst sehr empfindliche wie der Campfire Audio Andromeda Gold, spielen so gut wie rauschfrei am N6III. Ausgewachsene Kopfhörer – sofern es keine extrem leistungshungrigen Exoten sind – werden ohne Probleme angetrieben und können vor allem am E203 ihre Stärken voll ausspielen.

C201-Motherboard:
Mit dem „Standard“ Modul klingt der N6III schon absolut überzeugend. Das C201 zeichnet sich durch einen klaren, universellen und natürlichen Sound aus, der mit präziser Detailgenauigkeit überzeugt. Der Bass ist straff und ausgeglichen, die Mitten sind ausgewogen und natürlich. In den Höhen ist der N6III mit dem C201 luftig und klar, besitzt genug Glitzer ohne scharf zu wirken. Die Bühne wirkt weit und dreidimensional.
E203-Motherboard:
Das E203-Modul bietet eine analoge, texturierte und sanftere Tonalität. Der Bassbereich wirkt dabei etwas substanzreicher und tiefer, hat mehr Textur und Punch. In den Mitten und Höhen bleibt der N6II überaus organisch und „musikalisch“, so daß Emotionen beim Musik genießen nicht zu kurz kommen.
Das E203 Modul erlaubt die Umstellung von Class A zu Class A/B und bietet dazu noch einen „Hype“ Modus. Der Class A Modus klingt „analoger“, etwas wärmer und musikalischer, während der Class AB Modus energischer, punchiger und involvierender aufspielt. Im Hype Modus bekommt man das Beste von Beiden. In diesem Mode wird der Player aber ordentlich warm – fast schon heiß.
Klangtests zu R202 und T201 folgen!
Galerie
Fazit
Wer hätte es gedacht – aber ich habe einen neuen Lieblings-DAP. Auch wenn der iBasso DX320 Max rein klanglich weiter die Nase einen Hauch vorne hat, so ist der Cayin N6III für mich aktuell das deutlich bessere Gesamtpaket. Mit seinem leichteren Gewicht, der besseren Zugänglichkeit des Lautstärkereglers und der kompakteren Ausmaße ist der neue Cayin DAP ein fantastischer Allrounder in allen Lebenslagen.
Dazu kommt die Anpassbarkeit mittels der unterschiedlichen Module und damit die Möglichkeit, den DAP für verhältnismäßig kleines Geld aktualisieren bzw. individualisieren zu können. Kein anderer DAP altert so gut wie die Geräte der N6 Serie.
All das wäre nichts ohne guten Klang. Und den bringt der N6III wie selbstverständlich mit – egal welches der beiden aktuell erhältlichen Module ich nutze.
Spitzenklang auf Referenzniveau mit einer fantastischen Systemleistung in einem kompakten Gehäuse, dazu Variationsmöglickeiten über die Wechselmodule – der Cayin N6III hat mich restlos begeistert!



