Puhhh. Was macht der Dethonray Tender I nur mit mir?

Ich habe den Tender I vorab und exklusiv aus China erhalten und muss leider meine geplante Timeline verwerfen. Man tut sich aktuell auch verdammt schwer, den Tender I abzulegen. Wahnsinn! Seit dem DTR1 bin ich von der kleinen Manufaktur aus China regelrecht begeistert. Ich war sehr überrascht als ich auf der Homepage die Rubrik Kopfhörer fand und dort bereits ein Model mit Produktbildern gezeigt wurde. Als Ich dann die Anfrage erhielt, den Tender I vorab zu testen, gab es nur eine Antwort… JA!

Der Dethonray Tender I im exklusiven Testbericht auf Kopfbox.


[Werbung] Der Tender I wurde mir für diesen Test direkt von Dethonray zur Verfügung gestellt. Vielen Dank Anson!


Der Dethonray Tender I

Dethonray bringt mit dem Tender I den ersten InEar des Unternehmens auf den Markt. Als Treiber werkelt hier ein 10 mm planar-magnetischer Treiber mit einem Frequenzgang von 20 Hz – 20 kHz. Beim Begriff planarer InEar fällt mir spontan nur Audeze ein, die Designtechnisch nicht gerade mein Fall sind. Umso gespannter war ich, diesen InEar testen zu dürfen.

Anders als bei Audeze, verfügt der Tender I über eine geschlossene Bauart und verschont die Außenwelt somit von ungewollten Beschallungen.

Der Tender I wird in den Farben Schwarz und Hellblau in den Verkauf gehen. Preislich bewegen wir uns hier in dem Bereich < 650$. Ich möchte vorab mitteilen, dass dieser Kopfhörer bei mir bleibt. Bereits beim ersten Hören konnte mich der Schlumpf fesseln.

Habe ich Euch nun angefixt? Dann lest weiter…


Lieferumfang & Verpackung

Der Tender I kommt in einer ähnlich gestalteten schwarzen Pappschachtel wie der DTR1 nach Hause. Auf der Front prangt das Logo in eleganter Silberschrift mit dem neuen Slogan „An expedition in pursuit of supreme audio experience“.

Einzig allein ein Aufkleber lässt uns wissen, dass es sich hier um den Tender I handelt. Eine farbliche Kennung konnte ich nicht finden. Kann gut sein, dass die Tender I von Hand verpackt werden und dann direkt an die Kunden verschickt werden. Das hat etwas ganz persönliches und anders kann ich es mir gar nicht vorstellen.

Auf der Unterseite der Schachtel findet man den nächsten Aufkleber mit den technischen Daten des Kopfhörers. Äußerlich ist die Verpackung definitiv auf das Notwendigste begrenzt. Für manche ist es zu Wenig. Das verstehe ich, aber ich finde es so irgendwie sehr exklusiv.

Nach dem Entfernen des Deckels gelangt man an einen sehr weichen Schaumstoff mit den eingefassten Hörern. Sie sehen irgendwie verloren aus wenn man die Größe des Schaumstoffs bedenkt.

Darunter ist ein Schaumstoffrahmen mit dem restlichen Lieferumfang und dem typischen Begleitschreiben von Dethonray.

Der Lieferumfang

  • Dethonray Tender I in Hellblau
  • Kabel mit 1,2 m Länge
  • 3 Paar Blaue Silikon Tips (S,M,L)
  • 3 Paar Schwarze Silikon Tips (S,M,L)
  • 1 Paar Foam Tips
  • Begleitschreiben / Garantiekarte

Technische Daten

Anson hat mir vor Erhalt bereits die Daten des Tender I zukommen lassen. Selbst auf der Internetseite wurden diese noch nicht vermerkt.

  • Model: DETHONRAY Tender I
  • Treiber: 10 mm Planar Membran
  • Impedanz: 28 Ohm
  • Sensibilität: 98 +- 3 dB
  • Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
  • Nennleistung: 5 mW
  • Maximale Leistung: 10 mW
  • Maximale Verzehrung: 1 dB
  • Anschluss: Vergoldete MMCX Buchsen
  • Kabellänge: 1,2 Meter
  • Kabel: Silber

Design & Verarbeitung

In Sachen Design und Verarbeitung muss sich der Tender I in keiner Weise von seinen „wenigen“ Konkurrenten verstecken und punktet allein schon bei der Farbgebung. Das ergonomische Design überzeugt ebenfalls beim Tragen. Aber der Reihe nach…

Die Ohrhörer

Anson war sichtlich begeistert als ich ihm meinen Farbwunsch mitteilte. Ich bin durch und durch ein Blauer und die Himmelblaue Farbe des Tender I hat mich bereits auf den Bildern magisch angezogen und zeigt sich in natura noch viel schöner. Das Blau leuchtet förmlich und gibt ihm einen leicht eisigen Touch was dem Kopfhörern einen starken Wiedererkennungswert beschert. Das Logo wurde matt auf glänzendes Alu gelasert. Diese Fläche erweist sich aber stark anfällig auf jegliche Art von Kratzern. Schade, dass hier keine Tasche oder Ähnliches mitgeliefert wird um diese zu vermeiden.

Die Hörer werden aus Aluminium gefertigt und haben eine sehr schöne und gute Verarbeitung. Ob diese nun im CNC Verfahren gefertigt werden, kann ich leider nicht beantworten. Es könnte sich wegen den weichen Formen aber auch gut um Guss handeln. Der Deckel oder die Faceplate schließt bündig mit dem Gehäuse ab und weist keine scharfen Kanten auf.

Die Form wurde dem menschlichen Ohr angepasst und sieht sehr ergonomisch aus. An der Unterseite befindet sich die Ausgleichsbohrung und die Kennzeichnung L oder R. Eine dieser Bohrungen befindet sich ebenfalls neben den sehr gut eingefassten MMCX Buchsen. Die Buchsen verbinden sich sicher und präzise mit dem Kabel.

Ein Gitter verhindert das Eindringen von unerwünschten Fremdkörpern in das Innere der Hörer. Ich finde sogar das Gitter schön und super in den Noozle eingefasst.

Das Kabel

Als Leitermaterial kommt reines 4N Silber zum Einsatz. Es verfügt über 4 Stränge mit je 35 Litzen. Die Ummantelung ist schön weich und griffig. Auch der Flechtstil wurde sehr schön gewählt. Dadurch hat das Kabel kaum Eigenleben und behält immer seine Form.

Der aus Aluminium gefertigte Splitter des Kabels und der 3,5 mm Klinkenstecker haben eine sehr schöne und nahezu identische Form. Das wirkt alles sehr stimmig und ist meiner Meinung nach eines der besseren Kabel, die ich standardmäßig bei Kopfhörern dabei hatte. Es ist nicht zu dick und nicht zu dünn um billig zu wirken.

Die Länge des Kabels beträgt „nur“ 1,2 Meter. Ich wünschte mir hier hier gerne ein paar Zentimeter mehr, da es so doch recht straff sitzt wenn sich der Player in der Hosentasche befindet.

Die Earhooks oder Ohrbügel haben eine sehr gute vorgeformte Form, was auch beim Tragekomfort punktet.

Das Design und die Verarbeitung der Tender I empfinde ich sehr gelungen und angenehm. Allein die Farbe ist grandios. Wahnsinn wie man so etwas hinbekommen hat. Ich bin begeistert.


Tragekomfort

Ich habe bereits die ergonomische Form und die gut vorgeformten Ohrbügel des Kabels erwähnt. Das Zusammenspiel dieser beiden Merkmale lässt es schon erahnen: Der Tragekomfort ist einsame Spitze.

Obwohl die Noozles sehr kurz wirken, gehen die Tips aufgrund der Form des Tender I gut und tief in den Gehörgang. Dank der mitgelieferten blauen Silikontips habe ich einen überaus sicheren Seal gefunden, der auch dem Klang zugute kommt.

Das Tragen der Dethonray Tender I empfinde ich als überaus angenehm und langzeittauglich. Es gibt schon ein paar Gründe warum ich die kleinen Hörer nicht mehr aus dem Ohr nehmen möchte. Die Passform ist definitiv einer dieser Gründe. Der andere und noch viel wichtigere Punkt folgt jetzt:


Klangqualität

Ich glaube, dass ich mir noch nie so schwer getan habe die richtige Wortwahl bei der Beschreibung der Klangcharakteristik zu finden. Manche könnten es auch als zu euphorisch empfinden. Diesen Leuten sei gesagt, dass ich nur mein persönliches Empfinden schildern kann da ein Jeder ein anderes Gehör hat.

Ich kann nur eines vorab sagen. Der Klang trifft bei mir voll ins Schwarze und hat mich umgehauen wie der rechte Haken von Mike Tyson. Bevor ich zu der Klangbeschreibung komme, möchte ich noch etwas weiter ausholen und ein paar Dinge erwähnen.

Audiovodoo

Ich war immer ein Gegner des Burn In Verfahrens der Kopfhörer. Wo mancher darauf schwört, hielt ich es immer für Audiovoodoo. Mein Empfinden war eher dieses, dass sich das Gehör an die Kopfhörer anpasst und dies der eigentliche Burn In Effekt ist. Anson hat mich beim Tender I eines Besseren belehrt.

Die In Ears haben in China bereits 100 Stunden Burn In erhalten und auf Rat Ansons habe ich ihn in München noch weitere 50 Stunden am DTR1 bei High Gain und einer Lautstärke von 43 mit Heavy Metal und Rock beschallen lassen.

Zuvor musste ich aber aus reiner Neugierde ein paar Titel mit dem Tender I hören. Und, hat das Burn In etwas gebracht? Ja, das hat es in der Tat! Aus noch leicht kratzig und kantig wurde Rund und Weich.

Die Klangcharakteristik

Jetzt beginnt es bereits schwer zu werden und für manche evtl. sogar unglaubwürdig. Denn der Dethonray Tender I klingt wie ein Over Ear Kopfhörer. Ja, richtig gelesen. Die Charakteristik erinnert mich verdammt stark an meinen Focal Elegia. Dieser ist zwar etwas genauer und spielt noch einen ticken präziser als der Tender I, aber ich höre den Elegia ausschließlich zuhause und ich bin kein Freund des Tragens von Over Ears in der Öffentlichkeit.

Hier punktet der Tender I in jeder Hinsicht. Dank der Abstimmung dessen habe ich nun meinen geschätzten Sound des Over Ears auch unterwegs in der Hosentasche dabei und habe die Freiheit und Leichtigkeit eines In Ear Kopfhörers. Das ist einfach nur der Wahnsinn!

Der Tender I spielt sehr warm und hat eine sehr ausgewogene und kräftige klangliche Abstimmung. Die Bässe sind überaus natürlich und eher weicher in der Empfindung. Die Mitten haben eine sehr gute Präzession und Instrumente wie auch der Gesang punkten in jeder Hinsicht. Die Höhen sind etwas zurückhaltender, haben aber trotzdem eine schöne Klangfarbe und Leichtigkeit. Kommen wir nun zum Klang im Detail…

Die Klangeindrücke habe ich in Verbindung mit meinem Dethonray DTR1 verfasst.

Tiefen und Bässe

Wenn man den richtigen Seal gefunden hat, dann überzeugt der Tender I mit gut strukturierten Bässen mit angenehm weichen Punch. Die Tiefen und Bässe klingen sehr natürlich und wirken nie übertrieben. Der Bass hat Form. Nicht zu fest und nicht zu weich. Eher wie ein Stück Butter, was sich 5 Minuten auf dem Frühstückstisch befindet um gut streichbar zu sein. Und genauso gehen die Bässe auch runter… Wie Butter. Männervocals hören sich präsent, genau und klar an. Die Abstimmung des Zusammenspiels der Vocals und Bässe wurde absolut harmonisch gewählt. Die Bässe übertrumpfen den Gesang nie.

Mitten

Die Mitten wurden minimal reduziert und präsentieren die Instrumente sehr klar und genau. Die Instrumente fusionieren nie in einem Instrumentenbrei und spielen für sich. Man hört merklich, wenn ein weiteres Instrument hinzukommt. Die natürliche Wiedergabe spiegelt sich auch bei den Mitten wieder. Frauenvocals haben oft einen kühlen und auch distanzierten Beigeschmack. So nicht beim Tender I. Selbst der Frauengesang hat eine sehr angenehme Wärme in der Stimme und spielt sehr präsent, jedoch nie zu intim. Genau so möchte ich das hören!

Höhen

Die Höhen haben eine sehr schöne Klangfarbe und spielen sehr weit, luftig und leicht. Mit hohen Stimmlagen kommt der Tender I sehr gut zurecht. Die Höhen wirken nie zu schrill oder spitz und hauchen den Liedern Spaßigkeit und Leben ein. Ein wahrer Genuß!

Bühne und Separation

Die Bühne wirkt eher weiter und die Separation ist überaus genau. Jedes Instrument bekommt seinen Raum und vermischt sich nie zu einem Instrumentenbrei. Einen Unterschied gibt es zu einem Over Ear Kopfhörer. Die Beschallung… Wo bei einem geschlossenen Over Ear das Ohr beschallt wird, merkt man beim Tender I dass die Beschallung im Gehörgang erfolgt. Die Bühne ist meines Erachtens nach der einzige Unterscheid zwischen dem Tender I und meinem Over Ear.

Ich erwische mich beim Hören mit dem Tender I immer wieder, wie ich die Lautstärke meines DAPs erhöhe. Mein Bein kommt kaum aus dem Wippen heraus. Ich habe mit dem Tender I „meinen“ Wohlfühlklang gefunden! Hier passt einfach alles. Ich komme aus dem Grinsen kaum noch raus. Ich sagte ja bereits… Was macht der Tender I nur mit mir?


Musikbeispiele

Dieses Kapitel könnte ich mir eigentlich sparen, da der Dethonray Tender I mit absolut jedem Genre zurecht kommt. Egal ob Elektronische Musik, Pop, Hip Hop, Rap, R&B, Rock oder Heavy Metal. Alles klingt natürlich und angenehm. Es kommt nie zu irgendwelchen Klanglichen Schwierigkeiten.

Wo mir der Tender I eigentlich am besten gefällt, ist bei Heavy Metal und meinem Lieblingsgenre Punk.

Ich möchte noch anmerken, dass der Tender I einen guten Zuspieler benötigt, der ordentliche Ausgangsleistung hat, da der In Ear sonst etwas zu leise spielt.

Die Beispiele lasse ich aber wirklich weg, da ich bei fast allen Titeln die selbe Beschreibung habe. Der Tender spielt absolut angenehm, wohlfühlend und natürlich!


Fazit

Dethonray zeigt mit seinem Debut im Bereich der In Ears, dass ein ganz neuer Big Player im Anmarsch ist. Ich werde diese Marke auch weiterhin verfolgen und Euch sehr gerne weiter mit Testberichten versorgen.

Wer wie Ich keinen Over Ear außerhalb des eigenen Wohnraums tragen will, aber auf den Klang nicht verzichten möchte, dem sei der Tender I ans Herz gelegt. Er vereint zwei Welten. Die Leichtigkeit und Flexibilität eines In Ears und den Klang eines geschlossenen Over Ears.

Meine uneingeschränkte Empfehlung bekommt der Dethonray Tender I auf jeden Fall!

Dethonray Tender I | Bewertung

9.8

KLANG

10.0/10

VERARBEITUNG

9.5/10

KOMFORT

9.5/10

PREIS/LEISTUNG

10.0/10

Pros

  • Einzigartige Farbe
  • Klang eines Over Ears
  • Sehr gutes Kabel
  • Sehr gute Verarbeitung

Cons

  • Leider keine Tasche oder Case dabei
Werbung