Der FiiO FH3 ist eines der mittleren Geschwister der FH Familie und einer der günstigeren In Ears von FiiO. Günstig muss nicht gleich schlecht sein und hier zeigt FiiO erneut, dass der Einstieg in die Hi-Fi Welt nicht teuer sein muss. Im Gegenteil, denn mit dem FH3 ist FiiO ein überaus überzeugender In Ear gelungen.


[Werbung] Der FiiO FH3 wurde mir freundlicherweise für diesen Test leihweise von NT-Global zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Der FiiO FH3

FiiO bietet den FH3 im stark umkämpften Preissegment der In Ears unter 150€ an und überzeugt hier gleich mal mit einigen Features der größeren Geschwister.

Ihr bekommt beim FiiO FH3 einen waschechten Hybriden. Das bedeutet, dass ein Beryllium beschichteter dynamischer Treiber für ordentliche Bässe sorgt. Die zwei Balanced Armature Treiber aus dem Hause Knowles sorgen wiederum für saubere Mitten und Höhen.

Der Lieferumfang, das Design und das mitgelieferte Kabel überzeugen, dennoch stellt sich die Frage ob er mich auch klanglich überzeugen kann?

Lest selbst!


Lieferumfang & Verpackung

Die Verpackung des FH3 erinnert mich sehr stark an die des FiiO FH7. FiiO bleibt sich ähnlich wie Sony in der Gestaltung der Verpackung immer treu. Das hat Wiedererkennungswert, was die Fangemeinde sichtlich freut.

Die Pappschachtel ist schlicht und zeigt bereits auf der Front einen der schönen Ohrhörer und verrät auch schon das mitgelieferte Kabel.

Auf der Rückseite wurden wie gewohnt die groben technischen Daten, das Modell und ein paar andere Hinweise des Produkts abgedruckt.

Der Deckel der Schachtel wird mithilfe zweier Magnete fest verschlossen. Nach dem Öffnen dessen, erwartet uns ein schön designtes Infoheftchen, was es nun noch zu entnehmen gilt. Nun zeigt sich auch schon der FH3 in einem vorgeformten Schaumstoff, was etwas an ein Herz erinnert. FiiO weiß wie man In Ears in Szene setzt. Hier zum Beispiel wie bei einem Collier eines Juweliers.

Der Lieferumfang ist ordentlich. Neben doch recht vielen Tips erwartet uns noch das typische Hardcover und das Stofftäschchen.

Der Lieferumfang im Detail:

  • FiiO FH3 Hybrid In Ears
  • FiiO LC-3.5B Kabel mit MMCX Connector
  • Silikon Tips: L, M, S (Neutral)
  • Klare Silikon Tips: L, M, S (Höhen)
  • Dunklere Silkon Tips: L, M, S (Bass)
  • Zwei Paar Foam Tips
  • Hardcase aus Kunststoff
  • Stoffsäckchen
  • Reinigungstool

Die Tips werden beim FiiO FH3 in kleinen Tüten mitgeliefert und nicht wie bei den größeren Geschwistern in einem Schaumstoff präsentiert.


Technische Daten

Für all Diejenigen, die gerne die Fakten Schwarz auf Weiß lesen wollen.

  • Frequenzumfang: 10 – 40 kHz
  • Wirkungsgrad: 114 dB
  • Impedanz: 24 Ohm
  • Kabellänge: 120 cm
  • Gewicht: 7,3 Gramm (pro Hörer, ohne Kabel)
  • Farbe: Schwarz
  • Konnektivität: 3,5 mm Klinke

[Quelle: FiiO.de]


Design & Verarbeitung

Der FiiO FH3 wird komplett schwarz ausgeliefert und besitzt leider keinen Akzentton wie der FH5 und FH7. Dies könnte so manchen Nutzern gefallen, da sie so definitiv dezenter im Alltag sind.

Das Wellendesign wurde wie bei den anderen Kopfhörern der FH Familie ebenfalls beim FH3 angewendet. Für mich ist es eines der schönsten Designs in Sachen In Ears.

Das Gehäuse des FH3 wurde aus Aluminium und Magnesium auf einem sehr hochwertigen Niveau im CNC Verfahren gefertigt. Auch die MMCX Buchsen wurden perfekt eingefügt und wackeln überhaupt nicht. Selbst das verbundene Kabel heißt es mit ordentlichen Zug und etwas Überwindung zu entfernen da sich die Buchsen und Stecker verdammt fest fügen.

Bei dem Kabel handelt es sich um die B Serie von FiiO mit einem 3,5 mm Klinkenstecker. Es besteht aus 96 silberbeschichteten Litzen und besitzt außerdem den überaus hilfreichen Chin Slider. Das einzige Manko ist die Steifigkeit und das Eigenleben des Kabels. Wem dies ein Dorn im Auge ist, kann auch zu einem Kabel der C oder D Serie aus dem Zubehörmarkt greifen.

Die Qualität des FiiO Hardcases ist hervorragend und gut verarbeitet, was mich ein wenig an die Cases von Pelikan erinnert. Das Stoffsäckchen macht ebenfalls einen soliden und qualitativ hochwertigen Eindruck. Dies ist aber für das mitgelieferte Kabel und den FH3 etwas zu klein. Aus diesem Grund verwende ich zum Transport nur das Hardcase.


Tragekomfort

Der Tragekomfort ist überragend und gefällt mir beim FH3 sogar besser als beim FH7. Ich denke, dass es dem kleinen „Flügel“ an der oberen Innenfläche des FH3 zu verdanken ist.

Die Earhooks des Kabels und die MMCX Stecker weisen einen optimalen Winkel auf, was den FH3 sicher in Position hält. Dank des Chin Slider wird selbst bei diesem starren Kabel ein erstklassiger Halt hinter dem Ohr gewährleistet.

Dank der Vielzahl an mitgelieferten Tips wird jeder den passenden Seal und Komfort finden. Die Schwarzen Standard Silikontips sind recht hart wobei die beiden weiteren Silikon Alternativen weicher sind und so Abhilfe schaffen könnten. Die passive Geräuschunterdrückung ist enorm, was der geschlossenen Bauart zu verdanken ist.

Den besten Seal erreichte Ich mit den besagten schwarzen Standardtips.


Klangqualität

Den Klang des FiiO FH3 würde ich schlichtweg als spaßig beschreiben. Die Mitten und vor allem die Tiefen wirken angehoben. Die meisten werden es feiern, die anderen eher nicht. Doch keine Panik, denn der FH3 reagiert erstklassig auf angewendete EQ.

Ich musste recht schnell feststellen dass hier die Wahl des Zuspielers einen immensen Einfluss auf den Klang hat. Am DTR1 klang der FH3 eher kratzig und anstrengend. Am FiiO M6 klingt der FH3 wiederum sehr natürlich und weicher. Genau in dieser Kombination habe ich auch meine Eindrücke des Klangs verfasst.

Der Klang im Detail

Tiefen und Bässe

Wie ich bereits erwähnt habe, klingen die Tiefen und vor allem die Bässe ordentlich gesoundet und angehoben. Sie wirken jedoch niemals zu anstrengend. Die Bässe haben einen sehr schönen warmen und weichen Punch, ohne an Präzision zu verlieren. Männervocals rücken bei Balladen und ruhigeren Tracks in den Vordergrund. Die Vocals müssen sich leider bei tiefenlastigern Stücken hinten anstellen. Diese werden dann auch nicht mehr so fein und präzise aufgelöst. Das Schlagzeug selbst macht sich lediglich durch die Becken und durch den verursachenden Bass bemerkbar. Wer Bass mag, wird den FH3 lieben.

Mitten

Die Mitten wirken wie die Tiefen angehoben, was sich auch bei den Instrumenten wie Gitarren, Trompeten und Co. bemerkbar macht. Den Mitten fehlt es leider etwas an Genauigkeit und Ortbarkeit. Bei Metal und Stücken mit ordentlichen Instrumentenmix verlaufen sich diese in einem größeren Getümmel und lassen kaum noch Ortung zu. Die Frauenvocals hören sich zurückhaltender und auch einen Tick entfernter an. Sie werden trotz allem sehr gut dargestellt.

Höhen

Unter diesen Mitten und vor allem den Tiefen gehen die Höhen leider etwas unter. Deshalb fehlt es ihnen schlussweg an Leichtigkeit, Luftigkeit und Brillanz. Sie wirken fast, als wären sie von einem leichten Schleier umhüllt worden. Dafür sind die Höhen auch niemals anstrengend oder aufdringlich. Ebenfalls müsst ihr keine Zischlaute in Kauf nehmen. Bei manchen Songs mit den besagten Instrumentenmix konnte ich auch hin und wieder ein paar Interferenzen wie Übersteuerungen wahrnehmen.

Es ist wirklich Meckern auf sehr hohem Niveau, denn der FH3 macht in seiner Preisklasse alles richtig. Die breite Masse wird den Klang sehr anziehend finden. Und wer aktuell am Überlegen ist, sich den FH3 zuzulegen, dem sei der Hinweis erlaubt und bestellt euch gleich den FiiO M6 mit. Ihr werdet die Kombination nicht bereuen.


Musikbeispiele

Materia & Casper – Willkommen in der Vorstadt

Puhhh. Dieser grandiose Bass. Allein in den ersten paar Sekunden überzeugt der FH3 mit seinem Bass. Da selbst Casper und Materia eine rauchigere und tiefere Stimmlage haben, kommen diese bei dem Track auch sehr präzise zum Vorschein. Der FH3 scheint genau für solche Tracks gemacht zu sein. Danke FiiO!

Neil Diamond – I Am… I Said

Der FH3 kann aber auch ganz anders. Der Gesang Neils wirkt nahezu intim und warm. Das Orchester im Hintergrund wird erstklassig aufgelöst und jede Geige bekommt ihren festen Platz. Das Schlagzeug gibt diesen schönen weichen und punchigen Bass von sich, was sich komplett durch den Song zieht. Das schöne ist ja, dass dieser Bass zwar präsent ist, jedoch nicht die Show stiehlt.

The Weeknd – Blinding Lights

Selbst mit dem Synthesizer des Tracks kommt der FH3 sehr gut zurecht. Zu meiner Überraschung wirkt der Song sehr nach Dancefloor. Ich mache die Augen zu und stelle mir vor, in einer Halle zu stehen um den Track zu lauschen. Natürlich ohne das andere Publikum. Der Gesang kommt hier sogar in den Höhen bei weiten besser zur Geltung. Die Mischung machts.

Dicht & Ergreifend – Dampf der Giganten

Gleich zu Beginn fällt einem die Detailtreue der Tuba und Trompeten auf. Dann setzt der Bass ein. Anders als zuvor wirkt der Punch eher trocken und dezenter. Der Sprechgesang von Urkwell und Lef Dutti ist ständig im Vordergrund. Selbst bei dem Blasmusikmix im Hintergrund wirkt der Track nie überladen. Der FH3 ist ebenfalls für Bayerischen Hip Hop geeignet ;)


Fazit

Der FiiO FH3 macht verdammt viel Spaß. Es fällt mir jetzt schon schwer, den FH3 wieder zurückzuschicken. Klanglich würde Ich den FH3 mit einem noch nicht fertig geschliffenen Diamanten vergleichen. Er hat seine kleinen Ecken und Kanten und ist trotzdem ein Diamant!

Der FiiO FH3 konnte mich schlussendlich doch noch überzeugen. Das Design, die Verarbeitung und der Klang spricht für ihn und ist in dieser Preisklasse schwer zu toppen.

Ihr seid auf der Suche nach einem günstigen Einstieg in die Welt des gehobeneren Musikgenusses und habt genug von diesen Kopfhörern vom Wühltisch? Dann lasst euch raten… Nehmt das Geld in die Hand und bestellt euch den FH3. Er ist ein wahrer Preis Leistungs Hit.

Der FH3 ist der perfekte Einstiegskopfhörer und bekommt von mir eine ganz klare Kaufempfehlung!

FiiO FH3 | Bewertung

9.1

KLANG

8.5/10

VERARBEITUNG

9.5/10

KOMFORT

9.0/10

PREIS/LEISTUNG

9.5/10

Pros

  • Erstklassige Verarbeitung
  • Schönes Design
  • Knackiger Bass
  • Umfangreicher Lieferumfang
  • Preis / Leistung

Cons

  • Starres Kabel
  • Dürftige Höhen
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