Start Testberichte Fosi Audio IM4 | Testbericht

Fosi Audio IM4 | Testbericht

Fosi will es mit dem Fosi Audio IM4 wissen: Die Marke aus Fernost erweitert rasant ihr Portfolio. Dieses Mal betritt man nach dem Kopfhörer i5 mit dem Inear IM4 ein neues Territorium. Nun ist es aber so, daß es nicht gerade wenig Anbieter in diesem Bereich gibt. Ob Fosi auch hier überzeugen kann, das versuche ich heute herauszufinden.


[Werbung] Der Fosi Audio IM4 wurde mir für diesen Test von Fosi zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Fosi Audio

Fosi Audio ist immer noch ein recht neuer Name in der audiophilen Welt, hat aber bereits für einige Furore gesorgt. Gestartet mit Mini-Geräten wie kleinen Verstärkern und DACs hat man auch die Gamer-Community mit klanglichen Ansprüchen im Visier. Mit dem Fokus auf gut klingende und technisch durchdachte Audioprodukte, die sich auch preislich nicht nur an High-End-Enthusiasten richten, finden die Produkte mehr und mehr Beachtung. 

Zum Sortiment gehören unter anderem kompakte Verstärker, DACs, Vorstufen und Kopfhörerverstärker – sowohl für den stationären Einsatz am Desktop als auch für den mobilen Einsatz. Dabei legt Fosi Audio Wert auf technische Innovation und solide Verarbeitung. Inzwischen ist die Marke in über 100 Ländern vertreten und hat sich bei vielen Musikliebhabern einen festen Platz im Setup erobert. 

So hat bereits der Kopfhörer Fosi Audio i5 (Test), der Röhrenverstärker GR70 (Test) und der DAC/AMP ZH3 (Test) hier im Test ziemlich abgeräumt. Gerade dieses Set aus Kopfhörer und AMP spielt klanglich ganz weit oben, bleibt aber von der Investition überschaubar. Wenn das so weitergeht, dürfte die Marke bald in aller Ohren sein.

Fosi Audio IM4

Der IM4 ist Fosi Audios Einstieg in den IEM-Markt – dementsprechend will man hier zeigen, was klanglich und qualitativ zu dem gewohnt günstigen Preis möglich ist.

Der Fosi Audio IM4 ist ein In-Ear-Monitor mit offener Faceplate (Metallgitter) und einem dynamischen Treiber mit beryllium-beschichteter Membran pro Seite und einem starken N52 Doppelmagneten. Offene In-Ears sind eher selten – sie bieten zwar eine luftigere Bühne, lassen aber auch mehr Außengeräusche hinein.

Das offene Design eliminiert Resonanzen und stehende Wellen. Zusätzlich dient es dem Druckausgleich. Zusätzlich hat Fosi die rückwärtige Kammer akustisch gedämpft, um weitere Resonanzen zu verhindern.

Gestartet ist der IM4 auf Kickstarter, mittlerweile ist er auch schon im Shop von Fosi für 119$ haben.


Verpackung & Lieferumfang

Fosi liefert den IM4 in einer kompakten, mattschwarzen Box. Auf der Front eine Abbildung des IEM in Glanzdruck. Innen befinden sich die IEM in der typischen Schaumstoffhalterung, Case und Zubehör davon getrennt. Das Ganze macht einen sehr wertigen Eindruck und wirkt keineswegs billig.

Im Karton findet man also den IM4 selbst, ein abnehmbares 2-Pin-Kabel mit 3.5mm Stecker, 3 Sätze Silikon-Eartips (Balanced, Bass und Tiefbass) in verschiedenen Größen (S/M/L) und ein kleines Case. Zusätzlich gibt es zwei wechselbare Schallaustrittsröhrchen: Alu für eine leichte V-Signatur, Messing für eine eher ausgeglichene Signatur.


Technische Daten

Wie immer für die Vollständigkeit, hier die Spezifikationen.

  • Treiber: 10 mm dynamisch
  • Bauweise: offen
  • Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
  • Empfindlichkeit: 109 dB
  • Impedanz: 21 Ω
  • Anschluss: 2-Pin (0.78 mm)
  • Kabel: 3,5 mm unsymmetrisch
  • Tuning-Schallröhrchen: Black und Copper

Design & Verarbeitung

Der Fosi Audio IM4 kommt in einem modernen Design mit Gehäuse aus CNC-gefräster Aluminiumlegierung mit sandgestrahlter und eloxierter Oberfläche – wahlweise gibt es ihn auch in Silber. Ziemlich bemerkenswert: Zwei Farben UND Aluminiumgehäuse, wo viele Mitbewerber gerade bei ihren Erstlingswerken auf leichter zu realisierenden 3D Druck setzen. Aus der Faceplate ist ein stilisiertes „f“ herausgeschnitten, hinter dem ein orangefarbenes Gitter für Druckausgleich und eine räumliche Soundcharakteristik sorgt.

Die Verarbeitung ist bemerkenswert sauber und perfekt – wirklich sehr beeindruckend für so einen günstigen IEM. Keine scharfen Kanten, keine Klebereste, keine Verarbeitungsspuren. Die Gehäuse bestehen aus einer leichten Metall-Kunststoff-Kombination und wirken robust. Die 2-Pin-Buchsen sitzen fest, das Kabel ist weich, flexibel und erfreulich mikrofoniearm. Die mitgelieferte Tasche ist simpel, aber funktional. Auch die Eartips sind ordentlich, wenn auch recht dünn – wer mag, kann hier mit besseren Tips noch etwas beim Klang und Sitz rausholen.

Das geflochtene Kabel aus 4 Strängen silberbeschichtetem OFC mit 2-Pin Stecker entspricht gutem Standard, leider gibt es aktuell nur eine 3.5mm Variante. Hier hoffe ich zum regulären Verkaufsstart auf ein optionales 4.4mm balanced Kabel. Das Kabel fällt locker, hat kaum Eigenleben und ist schön flexibel.


Komfort & Handling

Der Fosi IM4 ist leicht, ergonomisch geformt und trägt sich entsprechend bequem. Durch die offene Bauweise entsteht auch kein Druckgefühl im Ohr. Man kann den IEM lange tragen, ohne dass die Ohren ermüden. Handling und Sitz mit Kabelführung über dem Ohr sind unkompliziert. Lediglich in lauter Umgebung merkt man schnell, dass offene In-Ears naturgemäß schlechter isolieren als geschlossene.


Klangqualität

Kommen wir endlich zum interessantesten Teil – dem Klang. Getestet habe ich den Fosi Audio IM4 stationär am Fosi ZH3 (Test) und am JDS Labs Element IV (Test). Mobil habe ich den Cayin N6III (Test) und den ifi GO blu Air (Test) genutzt. An allen Geräten hat der IM4 eine konstante Leistung gezeigt.

Schon nach den ersten Takten wird klar: Der IM4 klingt erstaunlich erwachsen und ausgeglichen. Fosi hat dem IM4 eine tolle Signatur verpasst, die sowohl fein genug auflöst und gleichzeitig emotional aufspielt – mit einem wohldosierten Touch Wärme im Bass und einer verblüffend luftigen Spielweise. Nichts wirkt hierbei künstlich oder überbetont, sondern einfach nur natürlich und authentisch. Ich finde es immer wieder interessant, wie einfach es sein kann: Ein einziger dynamischer Treiber ist imstande, ein wirklich homogenes Klangbild zu zaubern.

Bass

Der Bass des IM4 reicht tief, ist sauber und punchig. Er bleibt stets kontrolliert und wirkt nie übertrieben. Aufgrund der offenen Konstruktion wirkt er außerordentlich frei spielend – transparent und druckvoll. Bassdrums haben Substanz und Druck, ohne den Rest des Frequenzgangs zu überlagern. Transienten kommen explosiv und schnell, E-Bässe klingen satt, aber nie undefiniert. Für einen einzelnen dynamischen Treiber in dieser Preisklasse eine absolut überzeugende Leistung.

Mitten

Die Mitten sind präsent, aber leicht zurückgesetzt, was der entspannten Tonalität zuträglich ist. Stimmen klingen natürlich und verfärbungsfrei. Verzerrte Gitarrenriffs sind etwas abgesoftet, verfügen aber noch über ausreichend Energie. Insgesamt vermittelt der Mittelton eine angenehme Balance zwischen Natürlichkeit und Präsenz. So ist der IM4 grundsätzlich für jedes Genre geeignet, aber gerade bei relaxter Musik wie Singer-Songwriter, Jazz oder leichter Rockmusik spielt der IM4 seine Stärken aus.

Höhen

Im Hochtonbereich zeigt der IM4 überraschend viel Detail. Die oberen Höhen sind angenehm klar und präsent, ohne zu zischeln oder unangenehm hervorzustechen. Becken, insbesondere Hi-Hats, profitieren vom offenen Designs und wirken fein aufgelöst und natürlich, mit guter Textur und Luft zwischen den Tönen.

Bühne

Hier kommt die offene Bauweise natürlich voll zum Zuge. Die Bühne ist unglaublich luftig und breit – erinnert mich an den 4 Audio Duo, welcher eine ähnlich offene Konstruktion hat. Diese Offenheit macht das Hören zum absolut entspannten Genuss. Instrumente haben viel Raum zum Entfalten, Stimmen stehen plastisch im Raum und die Gesamtwirkung lässt vergessen, daß man mit Inear hört.

Separation

Die Instrumenten-Separation ist ebenso überzeugend. Selbst bei dichteren Arrangements bleibt die Darstellung der einzelnen Instrumente und Stimmen klar umrissen. Natürlich erreicht der IM4 nicht die Präzision wesentlich teurerer (Multi-)BA-Modelle, aber für einen Dynamiken in diesem Preisbereich ist die Leistung absolut top.

Isolation

Wie zu erwarten, ist die Isolation konstruktionsbedingt geringer als bei komplett geschlossenen Gehäusen. Das offene Design lässt Umgebungsgeräusche durch – und wer laut hört, gibt auch ein bisschen Sound nach außen ab. Ich finde das sehr angenehm, da man nicht komplett von seiner Umgebung abgeschottet ist. In Szenarien wo man genau diese Abschottung möchte, sollte man einen anderen IEM in betracht ziehen.


Fotos


Fazit

Der Fosi Audio IM4 ist kein klassischer „Spaßhörer“, sondern ein offen, fein abgestimmter Allrounder mit lebendiger, natürlicher Tonalität. Der Bass hat Substanz und klingt überaus natürlich, die Mitten sind präsent aber gleichzeitig entspannt und die Höhen sind frisch und klar – ohne anstrengend zu sein. Die Bühne ist für einen IEM dieser Preisklasse schlicht beeindruckend.

Die Verarbeitung ist fantastisch, die Ergonomie und der Komfort ebenso. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt der Preis im Shop noch nicht feststeht, der IM4 hat ein fast schon unglaubliches Preis-Leistungs Verhältnis.

Wer keine Isolation braucht – oder vielleicht sogar die Anbindung an die Umgebung explizit wünscht – , der bekommt hier einen musikalischen, detailreichen und angenehm luftigen Klang mit richtig gutem Punch im Tiefton. Ideal für Rock, Akustik und alle, die Musik gern natürlich und entspannt genießen.

Fosi Audio IM4 | Bewertung

9.6

Sound

9.5/10

Verarbeitung

9.5/10

Tragekomfort

9.5/10

Preis/Leistung

10.0/10

Pros

  • Ausgeglichener Klang
  • Kontrollierter & plastischer Bass
  • Offenes, räumliches Klangerlebnis
  • Top Material & Verarbeitung
  • Sehr gute Auflösung
  • Fantastisches Preis-Leistungs Verhältnis

Cons

  • Nur 3.5mm Kabel