Fosi Audio hat in letzter Zeit für Einiges an Aufsehen gesorgt mit preisgünstigen, aber klanglich ordentlichen Komponenten im Miniformat. Bisher konnte mich das Portfolio aber nicht zu einem Test hinreißen lassen. Mit dem neunen planarmagnetostatischen Kopfhörer Fosi Audio i5 war das anders. Als mir Fosi einen Kopfhörer zum Testen anbot, konnte ich nicht nein sagen. Und es hat sich gelohnt. Seid gespannt!

Inhalt
[Werbung] Der Fosi i5 wurde mir für diesen Test direkt von Fosi Audio zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
Fosi Audio
Fosi Audio ist in der HiFi-Szene noch ein recht neuer Name in der audiophilen Welt. Das Unternehmen wurde zwar bereits 2017 gegründet, hat sich aber erst in den vergangenen Jahren hierzulandeeinen Namen gemacht. Mit dem klaren Anspruch, gut klingende und technisch durchdachte Audioprodukte zu bauen, die sich auch preislich nicht nur an High-End-Enthusiasten richten, finden die Produkte mehr und mehr Beachtung.
Zum Sortiment gehören kompakte Verstärker, DACs, Vorstufen und Kopfhörerverstärker – sowohl für den stationären Einsatz am Desktop als auch für den mobilen Einsatz. Dabei legt Fosi Audio Wert auf technische Innovation und solide Verarbeitung. Inzwischen ist die Marke in über 100 Ländern vertreten und hat sich bei vielen Musikliebhabern einen festen Platz im Setup erobert.
Der Fosi audio i5
Für den Einstieg in das Kopfhörer Segment hat man sich bei Fosi Audio für die Verwendung einer planarmagnetostatischen Treibertechnologie entschieden, nicht unbedingt die erste Wahl für die meisten Brands – dynamische Treiber sind hier weiter verbreitet. Konstruktiv und designtechnisch orientiert man sich hier an einer der erfolgreichsten und etabliertesten Brands in diesem Bereich. Zum Zeitpunkt des Tests war das Erstlingswurf über eine Kickstarter Kampagne für ab rund 358€ (Stand: 13.05.25/Super Early Bird Basic) verfügbar. Diese Kampagne ist mittlerweile beendet und der i5 kostet jetzt rund 600€.
Kickstarter Kampagnen sind nicht ungewöhnlich, trotzdem finde ich es persönlich besser, ganz normal zu kaufen. Im Falle des i5 muss man aber definitiv keine Angst haben, das Produkt ist keine Luftnummer, auch wenn er natürlich als Open-Back durchaus sehr luftig spielen kann – doch dazu später mehr.
Lieferumfang und Verpackung
Der Lieferumfang variiert je nach Kickstarter-Package. Im Paket des mir zur Verfügung gestellten Kopfhörers waren lediglich noch das Kabel und ein Adapter. Das optionale 4.4mm Kabel wäre in der heutigen Zeit bestimmt die passendere Wahl gewesen. Sei´s drum: Die Cups verfügen über Standard- 3.5mm Buchsen, einem Kabeltasusch steht also nichts entgegen.

Der Lieferumfang zusammengefasst:
- Kopfhörer i5
- Kabel mit 4.4mm Stecker
- Kabel mit 3.5mm Stecker
- Adapter 6.3mm auf 3.5mm
Design, Tragekomfort & Verarbeitung
Sagen wir es mal so: Man könnte beim Anblick des Fosi i5 spontan an eine andere, sehr renommierte Kopfhörermarke denken, die hauptsächlich planarmagnetostatische Systeme herstellt. Ich mag und honorierte lieber eigenständige Designs, deswegen werde ich hier einfach schweigen…
Was mich etwas negativ beim Designkonzept aufgefallen ist: Der Abstand des Haltebügels zum Gehäuse ist zu knapp. Wenn sich die Cups neigen – und das tun sie beim Aufsetzen und Tragen – dann schaben die Bügel über sie Polster. Sowas muss in der Entwicklung doch auffallen? Wenn schon abgucken, dann aber doch am Ende bitte besser machen!
Kopfhörer
Die komplette Konstruktion ist aus Aluminium, Kunststoff und Holz und ist gut verarbeitet. Die ovalen Ohrmuscheln sind riesig und dürften selbst den größten Ohren ausreichend Platz bieten. Verarbeitung und Materialwahl überzeugen definitiv und lassen keine Wünsche offen.
Trotz der hochwertigen Materialien bleibt der Kopfhörer angenehm leicht. Der Tragekomfort profitiert von der weichen Polsterung und dem geringen Gewicht und lässt sich insgesamt als angenehm und unaufdringlich beschreiben. Der Anpressdruck ist in meinen Augen optimal abgestimmt. Was ein Problem sein könnte für manche: Weil die Pads so riesig sind, reichen sie bis weit nach vorn ins Gesicht hinein. Das kann ungewohnt bis unangenehm sein.
Die Pads sind abnehmbar, die Fixierung erfolgt per Klettband. Besser als geklebt – ein Magnetsystem wäre hier aber optimal.
Kabel
Das Kabel ist guter Standard, mir persönlich zu dick und unflexibel. Der 3.5mm Anschluss an die Cups ermöglicht aber einen leichten Tausch zu einem Kabel nach Wahl.
Technische Daten Fosi audio i5
Wie immer gilt: Für mich sind sie nicht so wichtig, ich liste sie jedoch hier auf.
| Prinzip | Full-Size Open Back Over-Ear |
| Treiber | Planar Magnetostatisch |
| Maximum SPL | ≥ 120 dBSPL |
| Frequenzgang | 10Hz – 50kHz |
| THD | < 1% @100 dBSPL |
| Empfindlichkeit | 98dB/mW @ 1kHz |
| Impedanz | 28 Ω |
| Empfohlene Leistung | ≥ 500mW |
| Mindestleistung | 100mW |
| Gewicht | 550gr |
Klangqualität
Vorauszuschicken ist direkt, daß sich meine Klangeindrücke auf die erste Generation OHNE Bassoptimierung beziehen! Die ersten Reviewer haben wohl einen etwas zu schlanken Bass bemängelt, woraufhin Fosi Audio das Tuning nochmal überarbeitet hat. Mittels Anbringung eines speziellen Ringes um den Treiber – das kann man wohl selbst machen – erreicht man eine optimierte Tiefbass-Performance. Ich bin sehr gespannt auf diese Tuning-Ringe und werde an dieser Stelle den Bericht ergänzen, sobald ich sie habe.
Grundsätzlich teile ich übrigens nicht die Einschätzung, daß der i5 „zu wenig“ Bass habe. Mir gefällt die Abstimmung so wie sie ist. Am Ende bleibt es natürlich Geschmacksache und hat keinen wirklichen Einfluss auf die Bewertung – falls doch, werde ich auch diese anpassen. Die nachfolgenden Eindrücke sind denn jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt mit der Originalversion entstanden.
Das Ziel der Fosi Klangabstimmung – laut Fosi – war es im Prinzip, einem elektrostatischen Sound nahe zu kommen. Vertreter dieser Kopfhörerkategorie haben idR einen eher schlankeren Bass zugunsten dieser für E-Stats typischen, glasklaren Auflösung und luftigen Transparenz. Insofern ist das Tuning absolut nachvollziehbar.

Allgemein
Gehört habe ich den Fosi i5 für diesen Test am Violectric HPA V222 (Test) und an diversen DAP und KHV wie dem Astell & Kern KANN MAX (Test) und dem Cayin N6III (Test). Mit 28Ω und 98db ist der Kopfhörer bedingt mobiltauglich – sprich: Er erfordert schon einen halbwegs leistungsfähigen DAP. An einem Handy – sollte dieses überhaupt noch mit einem Kopfhöreranschluss ausgestattet sein – läuft der Kopfhörer eher nicht zu seiner Höchstform auf.
Grundsätzlich folgt der Fosi i5 tonal gefühlt ziemlich der Harman Kurve und ist recht ausgeglichen mit einem schönen, schnellen Bass und klaren, transparenten Höhen. Auffällig ist die offene, transparente und saubere, klare Spielweise wie sie meist nur Magnetostaten oder Elektrostaten können. Alles wirkt extrem luftig, frisch und aufgeräumt.
Bass
Der Bass des Fosi i5 ist ganz klar eher analytisch abgestimmt. Trotz der stattlichen Membrangröße ist der Tiefbass allerdings nicht besonders ausgeprägt. Trotzdem: Auch die ganz tiefen Frequenzen meistert der i5 grundsätzlich recht easy, man muss eben nur per EQ mit ein paar dB etwas unterhalb 80-70Hz nachhelfen um sie. „herauszukitzeln“. Dafür ist der Midbass richtig schnell, sauber und gut detailliert. Für Rock und Metal ist das nicht tragisch, hier spielt Tiefbass keine tragende Rolle.
Mitten
In den Mitten ist der Fosi i5 sauber und klar texturiert. Stimmen kommen natürlich zur Geltung, Instrumente sind echt und kraftvoll in allen Nuancen. Der i5 schafft es, feinste Details herauszuarbeiten, ohne analytisch oder steril zu wirken. Statt klinischer Präzision gibt’s hier musikalische Authentizität mit einem Hauch Studio-Vibe: Ehrlich und direkt, aber dabei trotzdem emotional.
Höhen
Details werden messerscharf, aber nie schneidend serviert. Becken haben ein schönes Glitzern, ohne zu zischeln, und auch bei komplexen Arrangements behält der i5 stets die Übersicht. Nichts wirkt angestrengt oder überbetont – selbst bei hoher Lautstärke bleibt er sauber und souverän.
Bühne & Separation
Der Fosi i5 punktet auch mit guter räumlicher Darstellung und einer gekonnten Instrumentenseparation. Er liefert ein sehr klares, transparentes Klangbild mit gut platzierter Tiefenstaffelung und breiter Bühne. Instrumente lassen sich leicht im Raum orten, und man bekommt ein glaubhaftes und dreidimensionales Bild des Geschehens.
Fotos
Fazit
Nach der Kickstarter Kampagne kostet der Fosi i5 um die 600€ – und selbst das ist ein guter Preis für den Kopfhörer. Denn der Erstling von Fosi zeigt so manch anderen Planarmagnetostaten in diesem Preisbereich – und auch darüber – die Rücklichter. Der sehr saubere, klare und strukturierte Klang überzeugt in einem für meinen Geschmack leider etwas zu uneigenständigen Design – bietet aber soundtechnisch eine mehr als solide Leistung. Mit toller Auflösung, präzisen Details, einer relativ ausgeglichenen Tonalität und sehr guter Verarbeitungsqualität eine wirklich überzeugende Leistung!
Wer den Einstieg in die Welt der planarmagnetostatischen Kopfhörer wagen will und dabei preisbewusst, aber gleichzeitig anspruchsvoll ist, sollte sich den Fosi i5 auf jeden Fall anhören!






