Fostex hat die legendäre Neunhunderterreihe erweitert – wie gehabt mit einem offenen und einem geschlossenen Flaggschiff-Kopfhörer. Nach wie vor kommen die neuen Kopfhörer mit den auffällig rot lackierten Holzcups. Der geschlossene Fostex TH910 hat mir nach intensivem Vergleichen mehr gefallen als der offene. Warum das so ist und wo sich die beiden klanglich unterscheiden, das ist Inhalt dieses Erfahrungsberichts.

Inhalt
[Werbung] Den Fostex TH910 und den TH919 habe ich leihweise für diesen Test vom deutschen Vertrieb zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!
Fostex
Die japanische Firma Fostex ist durch professionelle Studiotechnik wie Bandmaschinen, Studiomonitore, Mischpulte und dgl. bekannt geworden. Die Kopfhörer fanden erst später Beachtung. In den letzten Jahren konnte Fostex vor allem mit Kopfhörern mit bestimmten dynamischen Treibern aus Bio-Zellulose Anerkennung erreichen. Bekanntestes Modell dürfte hier der geschlossene TH900 und sein Nachfolger TH900 MKII sein. Neben dem legendären TH900(mkII), der es leider nie hierher geschafft hat, gibt es noch den offenen TH909 und den offenen TH808. Der wusste bereits im Test hier auf Kopfbox zu überzeugen.
Vor einiger Zeit hat Fostex zwei Flaggschiff-Kopfhörer mit planarmagnetostatischen Treiber veröffentlicht und vor kurzem dann mit dem TH910 und dem TH919 zwei weitere Flaggschiffe mit dynamischen Treibern ergänzt. In diesem Bericht schaue ich mir den TH910 genau an und vergleiche ihn immer wieder mit seinen offenen Bruder, den TH919.
Fostex TH910
Seit ihrer Einführung im Jahr 2012 gilt die TH900-Serie als Top-Linie von Fostex und hat zahlreiche Audio-Enthusiasten mit dem einzigartigen BioDyna-Treiber und der exquisiten Haptik ihres handlackierten Gehäuses begeistert. Der Fostex TH910 übernimmt diese Stärken und wurde gleichzeitig in allen Bereichen – vom Treiber über das Gehäuse bis zur Konstruktion – grundlegend weiterentwickelt, um die nächste Generation audiophiler Kopfhörer zu repräsentieren.
Der Fostex TH910 ist ein geschlossener, dynamischer Over-Ear-Kopfhörer – preislich mit einer UVP von 3.273€ eindeutig in der Oberklasse angesiedelt. Herzstück ist der neu entwickelter 50-mm-Treiber mit BioDyna-Membran, der für hohe Auflösung und eine besonders stabile und verzerrungsfreie Auslenkung optimiert wurde. Sozusagen der Nachfolger des legendären „Bio-Zellulose“ Treibers der Klassiker TH900 & Co.
BioDyna ist dabei eine Spezialmembran aus biologischen Fasern und synthetischen Materialien, die Fostex seit vielen Jahren verwendet. Ziel ist eine Kombination aus hoher Steifigkeit und geringer Masse – ideal für schnelle Impulse und saubere Transienten.
Technisch teilen sich der geschlossene Fostex TH910 und der offene TH919 weitgehend die gleiche Plattform:
- 50-mm BioDyna-Treiber
- Magnesium-Komponenten für geringeres Gewicht
- identische elektrische Daten (25 Ohm / 100 dB)
- identische Polster- und Kopfbandkonstruktion
Die Unterschiede liegen lediglich in der prinzipiellen Systematik – offen und geschlossenen.
Fostex TH910: geschlossene Bauweise mit massiven Ahorn-Holzschalen mit Urushi-Lack
Fostex TH919: offene Bauweise mit Ahorn-Holzschalen mit Urushi-Lack und Aluminiumgitter mit geometrischem „Kumiko“-Muster

Zusammengefasst hier die Infos des Hersteller zu den beiden Kopfhörern:
Neu entwickelter 50‑mm BioDyna‑Treiber
Der BioDyna-Treiber, bereits für seine hohe Auflösung und gleichmäßige Klangqualität geschätzt, wurde deutlich weiter verbessert. Eine neu entwickelte Sicke sorgt für höhere Amplitudenstabilität und ermöglicht präzise, klar definierte tiefe Frequenzen ohne übermäßige Ausdehnung. Gleichzeitig werden unerwünschte Resonanzen unterdrückt, wodurch Verzerrungen durch Fremdgeräusche minimiert und ein natürlicher, ausgewogener Mitteltonbereich erreicht werden. Das Ergebnis ist eine „detailreiche, klare und geschmeidige Klangwiedergabe mit voluminösen, tiefen Frequenzen, transparenten Mitten und brillanten Höhen, die jedes Musikdetail realistisch und nuanciert erlebbar machen.“
Leichte Magnesiumlegierung für zentrale Bauteile
Im überarbeiteten Design kommen für mechanische Komponenten wie die Gehäusegrundplatte und die Aufhängung Bauteile aus einer leichten Magnesiumlegierung zum Einsatz. Gegenüber Aluminium lässt sich dadurch eine Gewichtsreduktion von rund 20% erzielen. Für den Drehmechanismus werden zusätzlich Gummidichtungen verwendet, die dazu beitragen, unerwünschte Vibrationen wirkungsvoll zu minimieren. Die konsequente Berücksichtigung jedes einzelnen Bauteils im Designprozess sorgt zudem für einen weiter verbesserten Tragekomfort.
Gehäuse aus massivem Hartahorn mit traditioneller „Urushi“-Lackierung
Das Gehäuse besteht aus massivem Hartahorn und wird mit einer einzigartigen Lacktechnik veredelt, die von der Sakamoto Otozo Shoten Co., Ltd. entwickelt wurde. Das 1900 gegründete Unternehmen verbindet traditionelles japanisches Handwerk mit modernen Industrieprodukten. Die aufwändige „Folienmuster“-Technik verwendet schwarzen Lack als Grundschicht, auf die kleine Stücke Silberfolie wie eine Collage aufgebracht werden. Das Ergebnis ist ein edles, tief wirkendes Oberflächenbild.

Das harte, hochdichte Hartahorn-Holz in Kombination mit der Hartlack-Oberfläche beeinflusst den Klang nicht negativ, sodass ein satter, klar definierter Bassbereich und präzise, weitreichende Höhen erhalten bleiben.
Beim offenen TH919 kommt zusätzlich ein Gitter aus Aluminium mit matter Eloxierung zum Einsatz. Das geometrischen Muster ist von der traditionellen „Kumiko“-Holzarbeit inspiriert ist. Präzise zweischichtige Strukturen mit lasergeschnittener Struktur erzeugen ein offenes Klangbild.
Neu gestaltete Ohrpolster
Die Ohrpolster wurden ebenfalls neu entwickelt und verfügen über eine abgeschrägte Oberfläche, die einen besonders stabilen und angenehmen Sitz ermöglicht. Das verwendete Urethan mit geringer Elastizität ist zweischichtig aufgebaut: außen sorgt ein weiches Material für Komfort, innen passt sich ein hoch elastisches Material sanft der Gesichtsform an. Zusätzlich sorgt das Kunstleder auf Seidenproteinbasis, das dreimal widerstandsfähiger ist als herkömmliche Materialien, für hohen Tragekomfort selbst bei längeren Hörsessions.
Flexible Kopfpolster und Kopfbügel
Die Kopfpolster sowie der Kopfbügel bestehen aus hochwertigem, natürlichen Schafsleder und sorgen für einen geschmeidigen, besonders bequemen Sitz.

Hochwertige Kabel
Im Lieferumfang ist ein spezielles, hochreines OFC-Kabel (sauerstofffreies Kupfer) mit 2-poligem, unsymmetrischem 3,5‑mm-Y-Stecker enthalten. Sowohl für die interne Verkabelung als auch für das mitgelieferte unsymmetrische Kabel wird 7N-OFC (99,99999 % Reinheit) verwendet, das sorgfältig veredelt wurde, um Verunreinigungen zu minimieren und die Übertragungskapazität zu optimieren.

Verpackung & Lieferumfang
Der Fostex TH910 kommt in einer stabilen, aber schlichten Schachtel aus dicker schwarzer Pappe. Keine werbewirksame Bedruckung, keine Texte oder sonstigen Angaben. Klar – solche Produkte stehen nirgends im Schaufenster und spekulieren auf einen Impulskauf.
Auch der Lieferumfang ist nüchtern und extrem überschaubar. Neben dem Kopfhörer befindet sich ein 2m langes Kabel und ein sehr einfacher Transportbeutel im Lieferumfang. Ein Case gibt es nicht – bei einem Preis über 3K € schon mehr als enttäuschend. Hier sollte Fostex unbedingt nachbessern und mal auf die Mitbewerber schielen…

Der Lieferumfang im Detail:
- Fostex TH910
- 2 m OFC-Kabe mit 6,3 mm Stecker
- Transportbeutel aus Kunstleder
- Papierkram
Optional bietet Fostex ein 4,4-mm-Balanced-Kabel an, das separat erhältlich ist.
Technische Daten
Hier der Vollständigkeit halber die technischen Daten des Fostex TH910 und TH919):
| Type | Dynamisch, geschlossen |
|---|---|
| Treiber | Neodym-Magnet (Φ50 mm) / BioDyna-Membran |
| Impedance | 25 Ω |
| Empfindlichkeit | 100 dB / mW |
| Maximal Eingangsleistung | 1,800 mW |
| Frequenzgang | 12.5 – 45,000 Hz |
| Gewicht | ca. 385 g (ohne Kabel) |
| Kabel | 2 × Φ3,5 mm (2-polig) auf Φ6,3 mm (vergoldet, 3-polig), 2 m, hochreines OFC-Kabel (7N, 99,99999 %) für unsymmetrische Verbindungen ×1 |
| Accessories | Tasche aus Kunstleder, Sicherheitshinweise |
[Quelle: https://www.fostexinternational.com]
Design & Verarbeitung
Als Nachfolger der legendären TH900 Serie räumen die neuen Modelle ein paar Kritikpunkte ab: Der Kopfbügel wurde aus der RP Serie übernommen und wurde damit viel komfortabler. Das zusätzlich Lederband verteilt das sowieso schon geringe Gewicht perfekt auf eine größere Auflagefläche. Das Kabel war bereits beim Vorgänger abnehmbar, nun verschwindet auch der proprietäre Anschluss und wird durch einen 3.5mm Stecker ersetzt. Perfekt, um andere Kabel nutzen zu können! Ich habe zum Beispiel ein Kabel von Rotmann’s Cables eingesetzt, das Grey Storm mit Plussound Steckern.
Wie bereits erwähnt bestehen die Ohrmuscheln aus massivem Ahornholz und werden mit traditionellem Urushi-Lack veredelt – einer japanischen Lacktechnik, die normalerweise bei Kunstobjekten oder hochwertigen Instrumenten eingesetzt wird. Unter dem roten Lack liegt eine Schicht aus silberner Folie, die ein einzigartiges Muster erzeugt.

Das Ergebnis ist einzigartig: Je nach Licht wirkt die Oberfläche mal tiefrot, mal fast schwarz, während die Silberstruktur leicht durchschimmert. Im Vergleich dazu wirkt der Fostex TH910 deutlich technischer. Seine offenen, schwarzen Aluminiumgitter mit Kumiko-Muster erinnern eher an moderne Architektur als an klassische Handwerkskunst und nehmen einen Großteil der Cups ein. Viel Platz für das Holz darum bleibt da nicht mehr…
Mechanisch gibt es keinerlei Anlass zur Kritik: Die Rasterung der Bügelverstellung ist sauber und konsistent. Die Steckerbuchsen sind fest eingepasst und von hoher Qualität, die Stecker rasten sauber ein. Selbstredend ist auch die Verarbeitungsqualität auf Top-Niveau: Es finden sich weder an den lackierten Holzcups noch der Bügelkonstruktion irgendwelche Makel oder Unsauberkeiten.
Tragekomfort
Mit rund 385g gehört der Fostex TH910 zwar nicht zu den allerleichtesten Kopfhörern, er trägt sich aber erstaunlich angenehm. Dafür sorgen mehrere Faktoren: die schräg geformte Ohrpolster mit weichem Memoryschaum und das breitere Kopfband. Auch das mitgelieferte Kabel ist dünner und erinnert nicht mehr an die berühmte Bügeleisenstrippe. Die Ohrpolster schmiegen sich gut an die Kopfform an und verteilen den Druck gleichmäßig. Auch längere Sessions sind problemlos möglich.

Der Anpressdruck ist angenehm moderat. Exzessives Headbangen ist zwar nicht möglich, aber für stundenlanges, entspanntes Hören ist der TH910 perfekt und genau mein Fall.
Klangqualität
Da ist sie wieder: Diese typische Klangsignatur des legendären Zellulosetreibers, der so unnachahmlich ist und eine ganze Generation von Kopfhörern geprägt hat. Mein erster „High-End“ Kopfhörer war vor rund 10 Jahren der Fostex TH-X00 – der exklusiv von drop vertrieben wurde. Der Test war damals einer der ersten hier auf Kopfbox.
Aber der Reihe nach. Gehört habe ich den Fostex TH910 hauptsächlich am Schreibtisch, dort stehen bei mir aktuell immer noch und schon seit langer Zeit der Questyle CMA Fifteen (Test) und der Violectric V226 (Test V222). Bei den Röhren durfte der Feliks Audio Euforia Evo (Test) ran. Klar, daß der Kopfhörer auch am mobilen Player Cayin N6III (Test) spielen durfte.
Der Fostex TH-910 profitiert deutlich von hochwertiger Zuspiel- und Verstärkertechnik, auch wenn er bereits am N6III eine ausgesprochen überzeugende Performance zeigt. Schließt man jedoch stationäre Geräte wie etwa einen Questyle an, gewinnen Separation, Auflösung sowie die Konturenschärfe von Transienten nochmals spürbar an Präzision. Die beste Performance erreicht der TH-910 allerdings am Feliks Euforia. An diesem Ausnahme-Röhrenamp legt er klanglich nochmals zu und präsentiert sich mit einem noch mitreißenderen, zugleich aber auch noch homogeneren Gesamtbild.
Neben dem typischen, beeindruckenden Bassfundament besticht der Fostex TH-910 durch seinen Detailreichtum, der mich sofort an meinen Denon AH-D9200 erinnert. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall: Beide Modelle teilen ähnliche Gene, und die Denon-Holzmodelle lassen sich als nahe Verwandte aus dem erweiterten Fostex-Stammbaum betrachten, da sie auf einem sehr ähnlichen Treiberprinzip basieren.
Der Fostex TH910 zeichnet sich außerdem durch eine leichte, angenehm dosierte Wärme und eine sanfte Zurücknahme der Mitten aus. Diese bleiben dennoch präsent genug, um Stimmen und prägnante Gitarren klar im Fokus zu halten und gleichzeitig zu der angenehm „HiFi-typischen“ Tonalität des Kopfhörers beizutragen.
Sein Charakter liegt genau darin: Der Fostex TH-910 ist ein lupenreiner Hi-Fi-Kopfhörer. Trotz seiner hohen Auflösung, der hervorragenden Instrumententrennung und der bemerkenswert plastischen Bühnenabbildung ist er kein nüchterner Studiomonitor – und möchte es auch gar nicht sein. Stattdessen überzeugt er als äußerst angenehmer Allrounder, der sich mühelos durch unterschiedlichste Genres bewegt und lange Hörsessions zu einem rundum genussvollen Erlebnis macht.
Der Charakter des TH910 ist dabei typisch für viele Fostex-Modelle – eine leicht V-förmige Abstimmung mit kräftigem Bass und brillanten Höhen. Im Vergleich zum TH919 wirkt der TH910 insgesamt etwas druckvoller und direkter. Der offene Bruder spielt ganz leicht luftiger und räumlicher, während der geschlossene TH910 mehr Druck, Punch, Energie und Spaß vermittelt.

Bass
Der Bass gehört klar zu den Highlights und ist für mich auch immer das absolute Alleinstellungsmerkmal der Fostexe. Er ist tiefreichend, kraftvoll und besitzt eine beeindruckende Geschwindigkeit. Der neue BioDyna-Treiber sorgt dafür, dass der Bass trotz seiner Menge erstaunlich kontrolliert und schnell bleibt. Kickdrums haben Punch, elektronische Tracks bekommen ordentlich Fundament – ohne komplett auszubrechen. So erinnert mich der lebendige Bass des Fostex TH910 an ungestüme Car-Hifi Eskalationen mit einem dezenten Loudness-Anflug.
Im Vergleich zum TH919 wirkt der Bass des TH910 etwas weniger luftig, dafür deutlich druckvoller und energischer und hat mehr Punch. Für mich als Drummer natürlich klar die bessere Variante. ;-)
Mitten
Die Mitten sind leicht zurückgenommen, aber sauber und natürlich. Gesangsstimmen stehen klar und natürlich im Raum, drängen sich aber nicht auf. Gitarren oder andere Saiteninstrumente, insbesondere fette E-Gitarren-Riffs profitieren von der dynamischen und agilen Treibercharakteristik und wirken angenehm farbenfroh und energiereich.
Der TH919 ist leicht neutraler und luftiger, der TH910 etwas wärmer, voller und direkter.
Höhen
Der Fostex TH910 bietet ein brilliantes, sauberes und hochauflösendes Hörerlebnis, das gleichzeitig angenehm und langzeittauglich ist. Im Vergleich zum Denon D9200 ist er im oberen Frequenzbereich etwas zurückhaltender, was der Detailfülle bei klanglichen Texturen jedoch keinen Abbruch tut.
Der TH919 wirkt hier etwas softer – während der TH910 mehr Glanz liefert.
Bühne
Der TH910 hat eine nicht nur für einen geschlossenen Kopfhörer erstaunlich dreidimensionale und breite Bühne. Natürlich kommt sie nicht ganz an die des offenen TH919 heran, der hier klar im Vorteil ist. Dennoch wirkt das Klangbild keinesfalls eingeengt – im Gegenteil. Für Rock und Metal ist die Bühne sogar authentischer als die etwas ausgedehntere Präsentation des offenen Bruders.
Separation & Auflösung
Die Instrumententrennung ist so wie wir es von den Fostex Treibern kennen: Extrem sauber und generell für einen dynamischen Treiber ungewohnt präzise. Einzelne Elemente – egal ob Stimmen, Instrumente oder Effekte – bleiben gut trennbar und verwaschen selbst bei dicht produzierten Tracks nicht. Besonders im Bassbereich zeigt sich, wie kontrolliert der neue Treiber arbeitet. Die Auflösung von feinsten Konturen im Sustain von Schlaginstrumenten ist im Bereich dynamischer Treiber unerreicht. Und Planarmagnetostaten, die den Fostex hier übertrumpfen, schwächeln bei Dynamik und organischer Plastizität.
Aufwendig produzierte Werke meistert der Fostex mit Leichtigkeit. Selbst feinste Nuancen im Mix werden klar herausgearbeitet, und jedes Instrument lässt sich mühelos verfolgen. Gitarrenriffs entfalten eine beeindruckende Griffigkeit, während bei mehrstimmigem Gesang die Stimmen der einzelnen Sänger präzise voneinander unterscheidbar bleiben.
Isolation
Obwohl der Fostex TH910 als geschlossenes System vermarktet wird, empfinde ich ihn eher als halboffen. Das hat den Nachteil, daß er für manche Szenarien nicht so gut geeignet ist wie andere, besser isolierende geschlossene Kopfhörer. Es hat aber auch den Vorteil, daß genau diese vermeintliche Schwäche zum Vorteil bei Bühnendarstellung und der generellen Transparenz und Luftigkeit wird.
Fotogalerie
Fazit
Ihr habt es schon rausgelesen oder? Der Fostex TH910 ist für mich ein überragender Kopfhörer.
Einzig der Preis bietet Anlass zur Kritik: Rund 1.400€ teurer als der Vorgänger TH900mkII ist eine selbstbewusste Ansage – auch wenn der TH910 klanglich nochmal deutlich darüber spielt und locker mit anderen Flaggschiffen im 3.000 – 4.000€ Bereich konkurrieren kann.
Hat man diese Kröte geschluckt, wirkt der Fostex TH910 auf mich wie der Schlussakt einer erfolgreichen Serie. Er vereint alle Trademarks der Vorgänger-Generationen und entwickelt sie zur ultimativen Perfektion weiter. Klanglich wie konstruktiv. Dabei hat er nicht den Anspruch, „professionell“ oder neutral sein zu wollen. Viele Produkte von Fostex zielen auf den Studio-Markt – nicht diese Kopfhörer. Der Fostex TH910 ist ein lupenreiner Hight-End Hifi Kopfhörer, der mit den ganz großen Flaggschiffen der Branche mithält, sie in manchen Bereichen sogar überflügelt. So macht ihm z.B. in Sachen Bassdrum-Performance keiner etwas vor, und auch die spaßige Abstimmung mit grandios hochwertiger Bassqualität bei gleichzeitiger Präzision und Natürlichkeit ist bemerkenswert.
Der Fostex TH910 ist ein absolutes Premiumprodukt und wird seiner Rolle als dynamischer Flaggschiff-Kopfhörer von Fostex mehr als gerecht. Für mich der absolut best-klingende Vertreter einer ganzen Generation von Modellen mit Biozellulose-Treibern über verschiedene Marken hinweg. Ein wahrlich grandioses Meisterwerk.



