iBasso bringt mit dem DX160 den aktuellen Mittelklasse-DAP heraus – und landet damit erneut einen absoluten Volltreffer – soviel sei bereits verraten. Genau wie der DX120 ist der DX160 im mittleren Preissegment angesiedelt und bietet eine verdammt gut klingende und mobile Lösung zum fairen Preis. Für 399€ bietet das handliche Gerät alles, was man von einem leistungsstarken und modernen DAP in 2019 erwarten darf. Was das genau ist? Weiterlesen!


[Werbung] Das Testgerät wurde mir für diesen Test leihweise zur Verfügung gestellt.

Der iBasso DX160

Ganz in der Tradition des DX120 (Testbericht hier), tritt auch der iBasso DX160 im mittleren Preissegment an, bietet aber trotzdem reichlich Ausstattung und Funktion bei sehr guten Audioqualitäten.
Das Ganze ist verpackt in einem handlichen und sehr gut designten, alltagstauglichem Aluminiumgehäuse. War der DX120 funktionell noch eingeschränkt, da er ausschließlich die iBasso MusicApp mit MangoOS nutzte, so bietet der DX160 das volle Android Programm – ganz so wie der große DX220. Bluetooth, WLAN, APPS – alles dabei. Das fast randlose 5″ FullHD Display sieht klasse aus und macht das Navigieren durch die Musikbibliothek und das Betrachten von Coverart zum Genuss.


Lieferumfang & Verpackung

Bei der Verpackung folgt iBasso dem bekannten Schema, sie ähnelt der des IT01(s) und des DX120 stark. Pappschuber über Aufklappbox. Player auf der obersten Etage, darunter das Zubehör. Verglichen mit dem Topmodell iBasso DX220 eine eher einfache Verpackung. Auch beim Lieferumfang gibt es Abstriche. Trotzdem wird im Vergleich mit anderen DAP in der gleichen Preisklasse noch viel mitgeliefert. So findet sich neben dem Player auch gleich noch eine transparente Schutzhülle aus Kunststoff, ein textilummanteltes USB-C Kabel und zwei Display-Schutzfolien in der Packung. Auf das traditionelle BurnIn Kabel wird jedoch erstmals verzichtet. Schade, das Einbrennen war immer eine willkommene Prozedur… ;-)

Im Einzelnen ist im Karton zu finden:

  • DX160
  • Schutzhülle aus transparentem Kunststoff
  • Displayschutzfolien
  • USB-C Ladekabel
  • Papierkram

Design & Verarbeitung

Als ich den DX160 das erste Mal im Netz auf Fotos gesehen habe, war ich enttäuscht vom vermeintlich langweiligen und austauschbarem Design. Zu sehr glich das Gehäuse mit den abgerundeten Seiten einem Hiby R5 oder einem Shanling Player. Mit diesem Ersteindruck lag ich allerdings komplett daneben. Denn „in Echt“ sieht der DX160 einfach nur fantastisch aus. Passend zu Kopfbox habe ich selbstverständlich die blaue Variante bekommen. Und beim ersten Anblick out-of-the-box war ich sofort angetan von dieser Farbe.

Die Gehäuseform hat sich vom kantigen, sehr technisch-industriell angehauchtem Design des DX200/220 hin zu einem eher soften, schlanken und haptisch schmeichelhaftem Design entwickelt. Der goldfarbene Lautstärkeregler ist fein gerastert, schmal und steht kaum über die Gehäuseseite über.

Das Gehäuse aus Aluminium ist im frischen und strahlenden Kornblumenblau ein echter Hingucker und hebt sich willkommen vom schwarzen Einheitsbrei ab. Die Rückseite des DAP scheint erneut aus Glas gefertigt zu sein, die Kanten sind alle angenehm abgerundet und machen das Gehäuse sehr handlich und griffig.

Alle seitlichen Bedientasten sind sauber eingefasst und haben einen sehr guten Druckpunkt. Die Anschlüsse sitzen fest und gerade im Gehäuse. Die Verarbeitungsqualität ist auf höchstem Niveau, ich konnte keinerlei Unregelmäßigkeiten oder Fertigungsfehler auf dem Gehäuse ausfindig machen.


Features & Technische Daten

Technisch gibt es das volle Programm: Der iBasso DX160 ist vollgepackt mit allem, was das audiophile Herz aktuell so begehrt. Abspielen kann der handliche Player so ziemlich jedes Format, egal ob verlustbehaftet oder verlustfrei. Als Betriebssystem kommt erneut Android zum Einsatz (Version 8), durch die Musikbibliothek lässt sich schnell und einfach über die iBasso Musik-App navigieren. Die Leistung ist für die meisten Kopfhörer mehr als ausreichend, alles fühlt sich flüssig und schnell an. Der symmetrisch aufgebaute DAC und Verstärker stellt die Musik wahlweise am symmetrischen 4.4mm oder am normalen 3.5mm Klinkenausgang bereit. Leider fehlt ein 2..5mm Anschluss.

Bluetooth in Version 5.0 funktioniert in beide Richtungen – also sowohl als Sender für einen Bluetooth-Kopfhörer als auch als Empfänger für von beispielsweise dem Handy abgespielte Musik. Dank Android funktionieren Apps für Amazon Music, Spotify & Co. wunderbar und auch der heimische DLNA Server kann angezapft werden. Ich wüsste nicht, was ich mehr bräuchte an einem modernen DAP.

DAC
Traditionsgemäß kommt bei iBasso in der Mittelklasse im Gegensatz zu den Flagship Playern kein DAC Chip von ESS zum Einsatz. Im DX160 werkelt ein Dual Dac von Cirrus Logic im vollsymmetrischen Aufbau, genauer 2x der CS43918. Dieser spielt neben den standardmäßigen verlustbehafteten Formaten auch etliche HighRes Formate wie FLAC, DSD und MQA ab. 32 Bit/384 kHz und nativ bis zu DSD256x lassen eigentlich keine Wünsche offen. DSD512? Geschenkt – brauche und vermisse ich nicht.

AMP
Ui, der Kleine hat mächtig Dampf unter der Haube! Laut den technischen Daten von iBasso werden 6.4Vrms am balanced Ausgang geliefert. Leider wird verschwiegen, bei welcher Last dieser Messwert vorliegt. Ist aber auch egal, denn: Meinen Amiron Home mit 250Ω treibt der DX160 verzerrungsfrei zu ungesunden Lautstärken. Auch der Sennheiser HD800S mit 300Ω wird ausreichend potent befeuert.
Auf ein wechselbares Verstärkermodul hat man beim DX160 verzichtet. Daß man dieses Mal nicht auf wechselbare AMP-Module gesetzt hat, hat auch seine Vorteile. Der DX160 bleibt so in den Abmaßen kompakt und das Gehäuse ist „aus einem Guss“. Gerne darf man auch künftig beim Flaggschiff auf die tauschbaren AMPs verzichten. Auf einen universal AMP mit 3.5mm, 2.5mm und 4.4mm warte ich für den DX220 ja trotz grundsätzlicher Machbarkeit leider immer noch. Hier sollte iBasso die Möglichkeit doch nutze, um zur Konkurrenz aufzuschließen – FiiO und Hiby bieten längst alle drei Ausgänge an einem Gerät.

Display
Das große und kontraststarke 5″ Display ist vom DX220 bekannt und kann auch im DX160 begeistern. Das nahezu randlose IPS Display ist blickwinkelstabil und bietet mit der knackscharfen FullHD Auflösung, leuchtenden Farben und hohem Kontrast ein tolles optisches Erlebnis beim Scrollen durch die Musikbibliothek oder bei der Darstellung von Album-Covern.

Bluetooth & WLAN
Bluetooth gibt es in Version 5.0 und funktioniert in beide Richtungen. So kann der DX160 sowohl als Sender – z.B. für einen Bluetooth Kopfhörer – als auch als Empfänger – für z.B. die Zuspielung von einem Smartphone – verwendet werden. Das kennen wir auch bereits vom DX200/220 und den meisten aktuellen Playern. Neben aptX ist auch LDAC mit an Bord.

Betriebssystem
Als Betriebssystem kommt Android Oreo 8.1 – dies war auch der letzte Firmware-Stand beim DX220.
Somit ist die Erweiterung mit Apps ebenso möglich wie die Einbindung ins heimische WLAN oder die Verbindung über Bluetooth. Zusätzliche Apps kommen allerdings nicht über Googles Playstore, sondern über eine App namens PureAPK auf das Gerät oder eben direkt. Funktioniert einwandfrei und eröffnet viele Möglichkeiten.

Auf iBassos reines Musiksystem Mango OS – wie es der DX220 an Bord hat – muss der DX160 leider verzichten.

Anschlüsse
Mit Einführung des iBasso DX160 ist der symmetrische 2.5mm Anschluss verschwunden und wird durch den neuen und deutlich robusteren 4.4mm Anschluss abgelöst. Schöner fände ich wie bereits erwähnt die Koexistenz beider symmetrischer Buchsenstandards.

Daneben befindet sich ein universeller unbalanced 3.5mm Klinkenanschluss. Dieser kann in der App umgestellt werden: Kopfhörer, LineOut und Digital Out (SPDIF) ist möglich. So kann der Player auch als digitaler Zuspieler für einen externe DAC genutzt werden.

Speicher
Die interne Speicherausstattung ist mit 32GB nicht besonders üppig ausgestattet. Aufgrund der mittlerweile recht günstigen und großen SD-Karten ist das aber natürlich nicht mehr ganz so relevant wie noch zum Release des DX200, trotzdem hätte es gern etwas mehr sein dürfen. Allerdings unterstützt der Player microSD-Karten bis 2TB – das dürfte auch für große Sammlungen ausreichend sein.

Zur Vervollständigung an dieser Stelle die technischen Daten, welche der iBasso Webseite entnommen sind:

Allgemein

  • Kopfhörerausgang: 4,4 mm symmetrische Klinke und 3,5 mm Klinke
  • Wandler: Dual Cirrus CS43198
  • Auflösung: 32 Bit/384 kHz und DSD256x
  • Formate: MQA, APE, FLAC, WAV, ALAC, DFF, DSF, DXD, APE, WMA, MP3, AAC, OGG Vorbis
  • Line-Out: 3,5 mm Klinke + koaxialer Digitalausgang
  • USB-Anschluss: USB Type-C mit USB-DAC mit 32 Bit/384 kHz und DSD256
  • Verbindungen: Bluetooth 5.0 mit aptX und LDAC, WLAN 802.11 b/g/n/ac
  • Speicher: 32 GB interner Speicher, 1 Speicherkartenslot, MicroSD bis 2 TB
  • Display: 5″/12,7 Zentimeter IPS-Display mit FullHD-Auflösung
  • Akkulaufzeit: ~13h
  • Gewicht: 178 Gramm

3.5mm single ended output

  • Output Voltage: 3.2Vrms
  • Frequency Response: 10Hz~40kHz +/-0.15dB
  • S/N:1 25dB
  • THD+N:0.0004% (32Ω Last)
  • Crosstalk: -115dB

4.4mm balanced output

  • Output Voltage: 6.4Vrms
  • Frequency Response: 10Hz~40kHz +/-0.15dB
  • S/N: 130dB
  • THD+N:0.00022% (32Ω Last, 3Vrms)
  • Crosstalk: -115dB

Line out

  • Frequency Response: 10Hz~40kHz +/- 0.15dB
  • S/N: 125dB
  • THD+N: 0.00035% (no Load)
  • Crosstalk: -113dB

[Quelle: iBasso.de]


Bedienung / User Interface

Allgemein

Der iBasso DX160 ist ein waschechter Android DAP, es kann auch leider kein alternatives Betriebssystem MangoOS ausgewählt werden. Ich persönlich finde das etwas schade, denn ich bin bekennender Fan des puren MangoOS. Aber klar, im Streaming-Zeitalter ist man in der durch APPS individualisierbaren Android Umgebung besser aufgehoben. Bietet diese doch komfortablen Zugriff auf WLAN, Apps, Bluetooth und alternative Player, EQ usw.

Das System ist zu jeder Zeit schnell und responsiv – nicht auf dem Niveau eines Premium Smartphones, aber völlig ausreichend zum Musikhören und stöbern in der Bibliothek.

Datentransfer

Wie steht es mit der Befüllung des Players mit Musik?
Leider bedingt durch Android immer noch unnötig kompliziert. Wer meine Reviews in der Vergangen gelesen hat, der weiß was ich hier zu meckern habe.
Was leider immer noch nicht klappt, ist das Mounten des Gerätes bzw. der internen Speicherkarte als Laufwerk unter macOS beim Anschluss per USB. Als Resultat muss ich die Speicherkarte zwecks Synchronisierung der Musikbibliothek jedes Mal aus dem Player entfernen und direkt über der SD-Kartenslot im iMac synchronisieren. Machbar, aber umständlich. Denn dazu muss der DAP jedes Mal aus dem Case gepult werden, die Karte rausgefummelt und in einen Kartenleser gepackt werden. Ganz ehrlich? Das ist doch Bullshit! Aber anscheinend Stand der Technik ( der ja so oft ein Rückschritt ist….).
Mit graut jetzt schon vor der Zeit, wenn ich meinen Sony ZX300 ersetzen muss. Denn der zeigt, wie so etwas gehen sollte: Kabel dran, per USB anschließen – und zack! Interner und externer Speicher (die eingesetzte microSD Karte) stehen systemweit zur Verfügung und können mit x-beliebiger Software synchronisiert werden. Lean und smart.

Jammern auf hohem Niveau? Mag sein. Naja, vielleicht passt mein altmodischer Datei-Workflow auch einfach nicht mehr in die heutige „Streamen-Konsumieren-Vergessen“ Mentalität…

Bedienung

Die Bedienung selbst erfolgt entweder über das große Touch-Display oder alternativ mittels der seitlichen Hardwaretasten. Die Belegung der Tasten „Vorwärts“ und „Zurück“ ist nach wie vor in den Einstellungen frei konfigurierbar.

Die Bedienung mittels Touchdisplay ist sehr schnell und flüssig, Ruckeln oder Stottern habe ich nicht feststellen können. Meine 400GB Karte ist zur Hälfte gefüllt, ca. 20.000 Titel.

Die Lautstärke wird traditionell über ein digitales Volume-Drehrad eingestellt und ist in 100 Stufen segmentiert. Beim Betätigen des Lautstärkereglers wird die Änderung im Display über einen größer bzw. kleiner werdenden Kreis mit innenstehendem, aktuellen Wert (von 0-100) angezeigt. Dieser Kreis lässt sich auch „anfassen“, um dann weiter per Touch größere Lautstärkesprünge realisieren zu können. Das ist super gelöst – sogar besser als beim überragenden FiiO M15 (hier im Test).

Navigation

Die Navigation funktioniert wieder wahlweise über die Musikbibliothek (sauber getaggte Titel sind Vorraussetzung) oder aber über die simple Ordnernavigation. Ich bevorzuge die Bibliotheknavigation, da hier unter den Interpreten auch bereits die Alben mit Coverart angezeigt werden können.
Einen Kritikpunkt gibt es hier: Hin und wieder scheint der Player die Musikbibliothek zu „vergessen“ und zeigt nicht alle Alben/Interpreten an. Hier hilft dann nur ein Neueinlesen der Karte.

Streaming

Mit Android 8.1 als Betriebssystem verfügt der DX220 über vielfältige Streamingmöglichkeiten. Es steht sowohl Bluetooth als auch WLAN zur Verfügung, und damit eröffnen sich sehr viele Möglichkeiten – je nach App. So kann der Player als DLNA Client eingesetzt werden, direkt von Spotify, Tidal oder anderen Anbietern streamen oder aber auch als Bluetooth-Receiver für andere Quellgeräte dienen. Airplay fehlt leider immer noch…

USB DAC

Über den USB-C Anschluss kann der DX160 auch als externer DAC an Computern eingesetzt werden. Mit meinem iMac klappt das einwandfrei – hier muss noch nicht einmal irgendwelche Software oder Treiber installiert werden.

Soundtuning

Equalizer
Zusätzlich zu einem grafischen 10-Band Equalizer steht auch ein Parametrischer EQ zur Verfügung. Und dieser ist genial: Hiermit kann nicht nur die Lautstärk (Gain) eines vordefinierten Frequenzbandes (beim 10-Band EQ im DX160: 33,63,100,330,630,1K,3.3K,6.3K,10K,16K) einstellen, sondern man kann die zu korrigierende Frequenz frei wählen und zusätzlich zur Anhebung auch die Breite, auf welche die Gain-Anhebung oder -Absenkung wirkt, einstellen. Somit kann die Klangsignatur sehr präzise den eigenen Vorlieben angepasst werden, um z.B. den Klang eines Kopfhörers zu beeinflussen.

Digitale Filter
Neben dem Equalizer gibt es die Möglichkeit, das Klangverhalten des DAC direkt beeinflussen zu können. Hierzu bietet der DAC Chip des DX160 4 verschiedene digitale Filter an. Und ja, mit einem sehr guten Kopfhörer sind die Unterschiede vielleicht hörbar,ich würde mich da nicht festlegen wollen. Nice to have ist das allemal, auch wenn ich den Nutzen für mich persönlich nicht sehr hoch einschätze.

Akkulaufzeit und Laden

Der Akku mit 3200mAh Kapazität sorgt je nach Nutzungsprofil für rund 13h – gemäß Herstellerangabe.

Es werden folgende Quickcharge Standards unterstützt: QC 3.0, PD2.9. MTK PE Plus wird im Gegensatz zum DX220 nicht unterstützt. Eine 70%ige Akkuladung ist in einer 1.5h erreicht, vollgeladen ist der iBasso an meinem aukey Quickcharge Ladegerät innerhalb von rund 2,5h. Um die Akkulaufzeit zu erhöhen, bietet der DX160 die Option, die Auflösung des Displays von 1080 auf 720 herunterzustellen. Das ist bildtechnisch zu verschmerzen und bietet eine längere Akkulaufzeit.


Klangqualität

Rauschempfindlicheit
Um die Rauschempfindlichkeit zu checken, ist mein kürzlich erworbener Campfire Andromeda Gold zum Einsatz gekommen. Hier kann Entwarnung gegeben werden, der DX160 ist vorbildlich ruhig in Musikpausen, für mich ist kein Rauschen am 3.5mm Anschluss vernehmbar. Symmetrisch ist etwas zu hören, aber extrem leise und man muss schon genau hinhören. Störend ist das keinesfalls.

Traditionell hat iBasso in der Vergangenheit für die DACs entweder Chipsätze von ESS oder AK eingesetzt. Mit dem DX160 hat man sich für den CS43198 von Cirrus Logic entschieden. Diesen findet man aktuell auch im Hiby R5 und im A&K SR15.

Zur Klangqualität muss man gar nicht viel Worte verlieren. Der DX160 ist schlicht ein fantastischer Player. Der DAC spielt klar und präzise, mit viel Detailreichtum und einer zusätzlichen Portion organischer Ehrlichkeit. Das Separationsvermögen hinkt dem DX220 ein kleines bisschen hinterher, hier ist der DX160 nicht ganz so akkurat, präzise und luftig. Trotzdem ist das alles noch auf einem Niveau, welches vor 6 Jahren zu solch einem Preis undenkbar gewesen wäre. Der DX160 punktet insgesamt mit einem sehr homogenen und entspannten Klangbild, welches absolut langzeittauglich ist und für jedes Genre passt.

Der Verstärker hat Power ohne Ende – und das hört man auch: An der entspannten Leichtigkeit, mit der z.B. ein Beyerdynamic Amiron angetrieben wird. An der kraftvollen und schnellen Transientenwiedergabe. Der DX160 klingt immer souverän und nie angestrengt – wie ein großer!


iBasso DX160 vs. DX220

Die meisten werden sich die Frage stellen: Lohnt sich mit Erscheinen des DX160 überhaupt noch die Mehrausgabe für den DX220? Wie immer gilt natürlich: Kommt drauf an. Also schauen wir doch mal – was bietet der DX220 denn überhaupt mehr?

Wechselbare AMP Module
Okay, das ist schon eine coole Sache. Vor allem für experimentierfreudige Fans. Wer die verschiedenen Varianten kennt und einmal den AMP9 mit seinem warmen „Röhrensound“ gehört hat, der dürfte von diesem Konzept recht angetan sein. Baukasten-Player haben Zukunft. Shanling hat gerade ein Konzept in diese Richtung durchsickern lassen und auch von Cayin gibt es mit dem N6II ein interessantes, modulares System.
Insofern würde ich sagen ja, hier gibt es noch einen deutlichen Mehrwert der Flexibilität und Anpassbarkeit beim deutlich teureren DX220. Auf den anderen Seite weiß man nie was kommt. Auf ein oben erwähntes Modul mit allen drei wichtigen Ausgangsbuchsen warte ich gespannt und hoffe, daß iBasso so etwas in Planung hat.

Mehr Hauptspeicher
Geschenkt! Der DX160 ist auch mit 2GB RAM ausreichend flott und die Navigation in der Musikapp läuft weich und schnell. Hier und da gibt es Microruckler. Aber mal Hand aufs Herz: Wir wollen Musik hören und keine Erbsenzählen. Klar darf die Navigation nicht stottern oder ruckeln, aber das tut sie auch definitiv nicht. Alles fühlt sich rund an.

Desktop DAC
Im DX220 werkelt mit dem ESS Dual Sabre ES9028PRO ein Pärchen echter Desktop DACs. Und ja, das hört man. Auch wenn der Unterschied natürlich nicht gewaltig ist, so ist er doch hörbar und rechtfertigt den Aufpreis zum DX220 meiner Meinung durchaus. Denn der DX220 separiert nochmal besser und stellt die einzelnen Instrumente klarer voneinander abgegrenzt dar. Auch spielt er noch klarer und transparenter als sein kleiner Bruder. Beide Player sind noch neutral, wobei ich den DX220 als noch analytischer (ein)schätze.

Mango OS
Ja, das kann für den ein oder anderen schon ein Argument sein. Ich selbst stehe auch auf den puren Musikmodus – ohne den Ballast von Android und dem dazugehörigen Overhead. Der reine Musikmodus ist schneller und direkter. Keine „Handy“-Oberfläche lenkt vom Geschehen ab.

Klar ist: Der DX160 ist schon ein spitzen DAP – erst recht zu diesem günstigen Preis! Er steht dem größeren DX220 nicht viel nach, hat vom Formfaktor und vom Design sogar die Nase vorn.
Klar ist aber auch: Trotzdem ist der DX220 der „bessere“ DAP. Er klingt noch ausgeglichener und kann dem ein oder anderen Desktop DAC/AMP paroli bieten. Durch die AMP-Module bleibt er – neue Module vorrausgesetzt – zeitgemäß und flexibel.


Galerie iBasso DX160 


Fazit

Keine Ahnung, ob es den DX120 weiterhin geben soll, aber für gut 50€ Aufpreis (Stand: 12/2019) bietet der DX160 für Neueinsteiger sowas von keinen Grund mehr, zum DX120 zu greifen.
Der iBasso DX160 ist ein DAP für alle – bedient Einsteiger und alte Hasen gleichermaßen. Er überzeugt einfach auf ganzer Linie und leistet sich keinen einzigen Schwachpunkt. So soll ein ausgereiftes Gerät sein.
Für rund 400€ gibt es einen leistungsstarken, top ausgestatteten, super verarbeiteten und vor allem fantastisch klingenden DAP. Mehr braucht es gar nicht. Klar, „besser“ geht immer, aber dann wird es gleich deutlich teurer für homöopatische Optimierungen.

Damit verdient sich auch der iBasso DX160 meine aktuelle und uneingeschränkte Empfehlung!


[Werbung] Der DX160 wurde mir für diesen Test vom deutschen iBasso Vertrieb zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle!

iBasso DX160 | Bewertung

9.4

Klangqualität

9.6/10

Verarbeitung

9.5/10

Bedienung/Funktion

9.0/10

GUI / Software

9.5/10

Preis / Leistung

9.5/10

Pros

  • Superber Klang
  • Kraftvolle Verstärkung
  • Blaues Aluminium!!
  • Parametrischer EQ
  • 4.4mm Balanced Ausgang

Cons

  • Kompatibilität von Android mit macOS