Wenn es um hochpreisige High-End Digital Audio Player geht, fällt normalerweise nicht zuallererst der Name iBasso. Der chinesische Hersteller ist eher bekannt für ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis und ist in der Vergangenheit stets unter der 1.000€ Marke geblieben. Klanglich immer deutlich über dem Preisschild spielend, sind die Geräte sehr geschätzt und beliebt. Und auch der neueste DAP von iBasso folgt wieder diesem Prinzip. Allerdings ist hier so viel Superlative am Start, daß trotz einem immer noch exzellenten Preis-Leistungsverhältnisses stolze 1.880€ fällig werden. Der DX220 MAX ist dafür aber auch ein Statement, er führt das DAP Konzept zum MAXimum.. Mit ultimativem High-End Anspruch hat iBasso den DX220 gepimpt. Herausgekommen ist ein Flaggschiff, welches es in sich hat.


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Auch wenn der iBasso DX220 MAX von mir direkt vom deutschen iBasso Vertrieb mit Rabatt käuflich erworben wurde, möchte ich hier nicht auf den Hinweis auf Werbung verzichten – denn meiner Begeisterung über das Gerät könnte durchaus eine gewisse werbliche Färbung unterstellt werden.


Einleitung

Ich gebe es gern zu: Ich bin schon in gewisser Weise so ein kleiner iBasso Fanboy…
Das liegt aber nicht nur daran, daß mein erster „richtiger“ DAP der iBasso DX80 war. Auch die dann nachfolgenden Player haben mich immer restlos überzeugt. DX200, DX220, DX160 – und nun der DX220 MAX. Im Grunde ist der nichts anderes als die Superlative des DX220.
Wieso iBasso? Auch FiiO macht super Player – aber hier hat es erst der M15 geschafft, mich zu überzeugen (hier mein Test).
Was ich an iBasso so symphatisch finde, ist diese Underdog-Rolle. Während FiiO mittlerweile gefühlt schon audiophiler Mainstream ist und Produkte wie am Fließband raushaut, so ist iBasso irgendwie ein Hauch von Exklusivität geblieben – mit wenigen Geräten, einer konsistenten Produktentwicklung und einem wesentlich längeren Release Zyklus.

Und mit dem bereits im Sommer 2019 angekündigten Top-Of-The-Line Produkt DX220 MAX setzt iBasso nun ein absolutes Statement. Zum Marktstart hat die Firma zusätzlich bekannt gegeben, daß der MAX auf 999 Stück limitiert ist. Umso stolzer bin ich, daß man mir (bzw. Kopfbox), ein mit einer Gravur individualisiertes Unikat zu einem rabattierten Preis angeboten hat. Da habe ich nicht lange gezögert und trotz der auch nach Rabatt noch immer nicht unerheblichen Investition spontan zugeschlagen.

Zum Zeitpunkt, da ich diese Zeilen tippe, scheint der MAX bereits schon ausverkauft zu sein. Macht ein Test also überhaupt noch Sinn? Keine Ahnung… Es wird das Gerät bestimmt auch künftig im Gebrauchtmarkt geben und ich will euch meine begeisterung nicht vorenthalten.


Der iBasso DX220 Max

Wie bereits erwähnt, handelt es sich beim iBasso DX220 MAX im Prinzip um einen nochmals verbesserten DX220. Bereits dieser genießt in der audiophilen Gemeinde zurecht eine hohe Akzeptanz. Er überzeugt durch tolle Verarbeitung, einen superben Klang und die Möglichkeit, durch den Einsatz von verschiedenen, wechselbaren Verstärkermodulen den Klang anzupassen.

Der DX220 MAX ist nun aber mehr als nur eine verbesserte Nachfolger-Version. Vielmehr begründet er sogar eine komplett neue Geräteklasse, denn mobil ist der Brocken vermutlich nur den ganz hartgesottenen HiFi-Fans zuzumuten. Ich sehe im MAX eher so etwas wie einen transportablen DAP – quasi einen TDAP. Transportable Digital Audio Player. Gedacht, um im und ums Haus herum tragbar und unabhängig von einer festen Stromquelle zu sein. So ermöglicht das Gerät seinem Besitzer, auch in Abwesenheit einer high-endigen Desktoplösung, recht ortsunabhängig Musik in einer bestmöglichen Qualität genießen zu können. Auf dem Sofa. Der Terrasse. Oder aber auch im Hotelzimmer.


Lieferumfang & Verpackung

Die Verpackung ist dieses Mal kein Eye-Catcher. Kein Hochglanzkarton mit buntem Aufdruck. Der Umkarton ist aus vergleichsweise dünner Pappe, die eigentliche Schachtel darin ist etwas dicker, hat die Form einer Schmuckschatulle und ist schwarz-matt-samtig mit eingeprägtem iBasso Logo im aufklappbaren Deckel. Vermutlich war iBasso klar, daß dieses Gerät die Kunden sowieso eher mit inneren Werten überzeugt als mit einer Bling-Bling Verpackung zum Spontankauf im Airport Shop verführt.

Nach dem Öffnen des Deckels liegt der MAX in der ersten Ebene in einem herausnehmbaren Schaumstoffträger. Wow – was ein Brocken! Unter diesem Träger – in insgesamt drei samtenen Stoffbeuteln verpackt – befindet sich das Zubehör. Und das ist ganz iBasso-typisch wieder mal sehr reichhaltig ausgefallen.

Im Einzelnen ist im Karton zu finden:

  • iBasso DX220 MAX
  • symmetrisches Burn-In-Kabel
  • hochwertige Tragetasche aus Kunstleder
  • Displayschutzfolie
  • Koaxialkabel
  • Adapterkabel von 4,4 mm symmetrischer Klinke auf 3,5 mm Klinke (Klinkenstecker auf beiden Seiten)
  • Adapter von 2,5 mm symmetrische Klinke auf 4,4 mm symmetrische Klinke
  • Netzteil zum Aufladen der Analogsektion
  • USB-C-Kabel zum Aufladen der Digitalsektion
  • Bedienungsanleitung, Garantiekarte

Features & Technische Daten

Der DX220 Max nutzt Android 8.1. Er kann als autarker DAP oder auch als Digital-Analog-Wandler (DAC) z.B. am Notebook oder Rechner verwendet werden. Auffälligste Innovation zur Maximierung der gebotenen Klangqualität ist die strikte Trennung von digitalem DAC und analogem Verstärker zur maximalen Reduzierung von gegenseitigen Störeinflüssen. So befinden sich beide Einheiten – also digital- und Analogsektion – auf unterschiedlichen Platinen und sind elektrisch voneinander vollständig unabhängig. Sie haben sogar jeweils eine eigene Stromversorgung – der MAX verfügt über zwei voneinander unabhängige Akkus, die auch separat geladen werde. Die digitalen Signale werden von der DAC Einheit per sogenannter Optokoppler an die Verstärkersektion übergeben. Damit wird gewährleistet, daß beide Sektionen elektrisch sauber voneinander getrennt sind.

Hier die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Strikte Trennung von Verstärker und D/A Wandler
  • 5″ IPS Full HD Display
  • Class A Verstärker
  • Schneller Achtkern 64 Bit Prozessor, 4 GB RAM
  • Android und Mango OS
  • Edelstahlgehäuse

DAC
Im DX220 MAX ist – wie auch schon im DX220 zuvor – der Dual DAC Chip SABRE ES9028PRO der Firma ESS verbaut – eigentich ein ausgewachsener Desktop Chipsatz. Der Chip beherrscht neben den gängigen Formaten auch das native Decodieren von DSD512 und sogar MQA.

AMP / Verstärker
Setzte iBasso beim DX220 noch auf die wechselbaren AMP Module, so verbaut man im MAX nun wieder eine feste Verstärkereinheit. Diese basiert, so habe ich es zumindest irgendwo gelesen, auf dem 4.4mm AMP8 Modul.
Am symmetrischen 4,4 mm Kopfhörerausgang und am symmetrischen 4,4 mm Line-Out stehen mächtige 8,8 Volt RMS an – genug Power also, um so ziemlich jeden Kopfhörer adäquat antreiben zu können. Und auch wenn am unsymmetrischen 3,5 mm Klinkenausgang „nur“ noch 4,4 Volt RMS anliegen, so ist das immer noch mehr als genug für die allermeisten Kopfhörer.
Der Verstärker arbeitet übrigens als reiner Class-A Verstärker – so wie viele Desktop Verstärker auch. Hier wird wieder iBassos Ambition deutlich, das Beste aus zwei Welten zu vereinen.

Anschlüsse
iBasso setzt schon seit dem AMP8 Modul für den DX220 auf den immer beliebter werdenden symmetrischen 4.4mm Port als Alternative zur filigranen 2.5mm Variante. Beim MAX finden sich sowohl 4.4mm balanced als auch 3.5mm unbalanced an Bord. Auf einen zusätzlichen 2.5mm balanced Anschluss – so wie ihn der FiiO M15 bietet – hat man verzichtet. Dafür liegt dem MAX der kompakte Adapter CA02 von iBasso bei. Somit bleibt man flexibel, sagt aber dem 2.5mm Anschluss dezent Good-bye.

v.l.n.r.: 4.4mm LineOut, 4.4mm Kopfhörer, 3.5mm Kopfhörer, Volumeregler

Ausgangsseitig verfügt der MAX über einen kombinierten coax/optischen 3.5mm Ausgang und einen symmetrischen 4.4mm LineOut. Ein Adapterkabel von 4.4mm symmetrisch auf 3.5mm unbalanced liegt bei.

v.l.n.r.: DC-Anschluss, Power, USB-C, coax/SPDIF

Bluetooth 5.0 & WLAN
Verbindung zu drahtlosen Kopfhörern oder anderen Bluetooth Abspielgeräten nimmt der DX220 MAX per Bluetooth 5.0 auf. Bluetooth funktioniert in beide Richtungen. So kann der DX220 Max sowohl als Sender (in Richtung eines Kopfhörers) als auch als Empfänger (für Musik auf einem Smartphone) verwendet werden – das kennen wir auch bereits seit der neuesten Firmware des DX200/220. Der Receiver Mode ist klasse und ich habe ihn mit dem DX220 sehr oft genutzt.

Dank Android ist der Player selbstverständlich auch voll netzwerktauglich. So kann Musik nicht nur über die bekannten Streamingdienste abgespielt werden, sondern auch über DLNA vom heimischen Musikserver – je nach verwendeter App.

Betriebssystem
Primäres Betriebssystem ist Android Oreo 8.1 – dies war auch der letzte Firmware-Stand beim DX200. Somit ist die Erweiterung mit Apps natürlich ebenso möglich wie die Einbindung ins heimische WLAN oder die Verbindung über Bluetooth. Zusätzliche Apps kommen allerdings nicht über Googles Playstore, sondern über eine App namens PureAPK auf das Gerät oder eben direkt. Funktioniert einwandfrei und über PureAPK kann dann sogar der Google Playstore nachinstalliert werden.

Was heißt eigentlich „Primäres Betriebssystem“? Gibt es denn ein weiteres? 
Ja, das gibt es. Der MAX lässt sich alternativ wie seine Vorgänger wieder in ein reines Musiksystem – genannt Mango OS – booten. Dort liegt das Augenmerk ausschließlich auf der puristischen Musikwiedergabe des Players. Keine Apps, keine Drahtlosfunktionen und kein sonstiger Schnickschnack.

Speicher
Die interne Speicherausstattung finde ich mit 128GB ausreichend – ich nutze sowieso ausschließlich die Speicherkarte für meine Musik. Der Player unterstützt Karten bis zu einer Größe von 2TB. Ein zweiter Slot, oder sogar ein zusätzlicher normaler SD-Kartenslot, wäre natürlich noch nice to have.

Zur Vervollständigung an dieser Stelle noch die technischen Daten:

Modellbezeichnung:iBasso DX220 MAX
Kopfhörerausgang:3,5 mm Klinke + 4,4 mm symmetrische Klinke
Line-Ausgang:4,4 mm symmetrische Klinke
USB:USB Type-C mit USB-DAC mit 32 Bit/384 kHz +DSD64/128/256/512x
Konnektivität:2,4 GHz + 5 GHz WLAN, Bluetooth 5.0 mit aptX und LDAC™
Speicher:128 GB interner Speicher, 1 Speicherkartenslot, MicroSD bis 2 TB
Display:5″/12,7 Zentimeter IPS-Touchdisplay mit 1080 x 1920 Pixel Auflösung
Gain-Einstellung:3-stufig
Gewicht:701 Gramm
Frequenzgang:10 Hz – 40 kHz
THD+N:0,00025% (300 Ω 3,5 mm Klinke), 0,0002% (300 Ω 4,4 mm symmetrische Klinke)
SNR:122 dB (3,5 mm Klinke), 125 dB (2,5 mm symmetrische Klinke)
Max Ausgangsspannung:4, 35 Volt (300 Ω 3,5 mm Klinke), 8,7 Volt (300 Ω 4,4 mm symmetrische Klinke)
Übersprechen:118 dB (3,5 mm Klinke), 119 dB (4,4 mm symmetrische Klinke)
THD+N:115 dB
SNR:125 dB
Frequenzgang:10 Hz – 40 kHz
Dynamikumfang:125,8 dB
Ausgangsspannung:4,4 Volt (ohne Last)
Übersprechen:115 dB
Laden:via USB-C (Digitalsektion) und Steckernetzteil (Analogsektion)
Akku:4.400 mAh 3,8 Volt Lithium-Polymer (Digitalsektion) + 4x 900 mAh Lithium-Polymer (Analogsektion)
Ladeanzeige:Ja
Akkulaufzeit:14 Stunden (abhängig von eingestellter Lautstärke, Kopfhörern und Dateiformat)
Ladezeit:2 Stunden (Digitalsektion) und 2,5 Stunden (Analogsektion)
Lossless:MQA, APE, FLAC, WAV, ALAC, AIFF, DFF, DSF und DXD
lossy:WMA, AAC, OGG, MP3
Auflösung:32 Bit/384 kHz, DSD64/128/256/512
Wandler:Dual-DAC ESS SABRE ES9028PRO
[Quelle: hifi-passion.de]

Design & Verarbeitung

Der Player

Ein Monolith aus Edelstahl!
Das Gehäuse des DX220 MAX ist aus Edelstahl gefertigt und wirkt extrem robust und edel gleichermaßen. Das Gerät ist irre schwer für einen DAP (rund 700 Gramm) und wirkt allein dadurch schon mächtig hochwertig.
Die Vorderseite ist fast komplett vom brillianten Display eingenommen, die Rückseite aus Glas ist werkseitig mit einer Schutzfolie versehen. Folien für das Display liegen übrigens bei, müssen allerdings selbst aufgebracht werden.

Außer einem Ein-/Aus Taster befinden sich keine weiteren Steuerungstasten am Gerät. Der microSD-Kartenslot ist tief im Gehäuse eingelassen – das schützt zwar vor versehentlichem Auswerfen, erschwert aber gleichzeitig die Entnahme der Karte. Der massive, goldfarbene und hochglanzpolierte Lautstärke-Regler lässt sich spielfrei drehen und ist angenehm gedämpft. Eine Markierung zeigt die Position an.

Alle Anschlussbuchsen sind goldfarben umrandet und sitzen bis auf die 3.5mm COAX/SPDIF Buchse sauber zentriert. Bei angesprochener Buchse ist die schwarze Buchse nicht zentriert mit der umschließenden Einfassung. Ein Fertigungsfehler, der in dieser Preisklasse nicht vorkommen sollte. Davon abgesehen finden sich am Gerät keinerlei Unregelmäßigkeiten oder Fehler, die Oberfläche ist sauber bearbeitet, der gebürstete Edelstahl sieht edel und hochwertig aus. Der lasergravierte „Kopfbox“ Schriftzug auf der Seite ist fehlerfrei und sauber ausgeführt.

Das Case

Bad Taste
Das Case ist aus stabilem, geprägtem Leder gefertigt und der MAX passt exakt und spielfrei hinein. Der Player sitzt weder zu stramm noch zu leichtgängig. Die Farbe der Hülle ist wie immer bei iBasso Geschmacksache. Braun ist nicht so meins…. Warum kein schwarz oder ein dunkles navy? Naja, wie gesagt – Geschmacksfrage.

Die Hülle ist stabil und schützt das Edelstahlgehäuse effektiv vorKratzern – bei einem Sturz dürfte sie aufgrund des hohen Gewichts des MAX allerdings keinen Schutz bieten. Auch bleibt der Lautstärkeregler und die Vordere Front komplett exponiert. Durch das Case ist der MAX aber griffiger und rutscht weniger leicht aus der Hand.
Optisch sieht der Player aber ohne Case wesentlich eleganter aus.


Bedienung / User Interface

Aufgrund der Ähnlichkeit von DX220 MAX zu DX220 übernehme ich in den folgenden Abschnitten den ein oder anderen Part aus meinem DX220 Test.

Allgemein

Der DX220 MAX bietet gleich zwei Betriebssysteme / Modi: Man kann entweder das Android Betriebssystem nutzen – mit allen Vorzügen wie WLAN, Apps, Bluetooth – oder aber einen reinen und puristischen Musikplayer-Modus: Das Mango OS.
iBassos MangoOS ist zwar im Vergleich zu Android sehr rudimentär (es ist halt „nur“ ein Musikplayer), konzentriert sich dafür aber sehr fokussiert auf die Features zum Musikhören und Verwalten der Bibliothek. Darüberhinaus ist es angenehm schnell und flüssig zu bedienen. 

Mittlerweile habe ich mich aber auch an das Android System gewöhnt. Vor allem den Bluetooth Receiver Modus finde ich interessant. Dank Apple- und Amazon Music streame ich mittlerweile oft und gerne vom iPhone auf den DX220 – und das funktioniert selbstverständlich mit dem DX220 MAX genauso gut.

Datentransfer
Vor dem Musikgenuss steht aber in aller Regel die Befüllung des Players mit Musik.
Meine 400GB microSD Karte ist gut gefüllt, das Einlesen der etwas über 20.000 FIles in die interne Datenbank geht relativ fix.
Was leider immer noch nicht klappt (wird es wohl niemals), ist das Mounten des Gerätes bzw. der internen Speicherkarte als Laufwerk unter macOS beim Anschluss per USB. Als Resultat muss ich die Karte zwecks Synchronisierung der Musikbibliothek jedes Mal aus dem Player entfernen und direkt über der SD-Kartenslot im iMac synchronisieren. Machbar, aber umständlich. Denn dazu muss der DAP jedes Mal aus dem Case gepult werden. 
Ich weiß nicht, ob das ein geplantes „Feature“ von Android ist, oder ob man hier schlicht nicht optimal entwickelt hat. Da lobe ich mir meinen Sony NW-ZX300, welcher sofort und ohne Zusatzsoftware nach der Verbindung am iMac systemweit mit internem und externen Speicher zur Verfügung steht.

Bedienung
Die Bedienung erfolgt ausschließlich über das große Touch-Display und den Lautstärkeregler. Die Touchbedienung ist schnell und flüssig, Ruckeln oder Stottern habe ich nicht feststellen können. Was mir fehlt, ist ein Aufwecken des Displays per Doppeltip wenn es im Ruhezustand ist. So muss man immer die hinten am DAP befindliche Power On/Off Taste bemühen. Das macht der FiiO M15 deutlich besser.

Navigation

Die Navigation sowohl in der App unter Android als auch im Mango OS ist übersichtlich und intuitiv. Es gibt die üblichen Suchfunktionen Artist, Album und Genre.
Eine Ordnernavigation steht natürlich ebenfalls zur Verfügung.
Der „Now Playing“ Screen ist übersichtlich und stellt alle wichtigen Informationen zusammen mit dem großen Coverartwork dar.

Streaming

Dank Android verfügt der DX220 MAX über reichhaltige Streamingmöglichkeiten. Es steht sowohl Bluetooth als auch WLAN zur Verfügung, und damit eröffnen sich sehr viele Möglichkeiten – je nach App. So kann der Player als DLNA Client eingesetzt werden, direkt von Spotify, Tidal, Amazon oder anderen Anbietern streamen oder aber auch als Bluetooth-Receiver für andere Quellgeräte dienen. Airplay fehlt aber leider immer noch…

USB DAC

Über den USB-C Anschluss kann der DX220 auch als externer DAC an Computern eingesetzt werden. Mit meinem iMac klappt das einwandfrei – hier muss noch nicht einmal irgendwelche Software oder Treiber installiert werden.

Soundtuning

10-Band Equalizer
Unter Android steht in der Mango App zusätzlich zu einem grafischen 10-Band Equalizerauch ein Parametrischer EQ zur Verfügung. Hiermit kann nicht nur die Lautstärk (Gain) eines vordefinierten Frequenzbandes (beim 10-Band EQ im DX220: 33,63,100,330,630,1K,3.3K,6.3K,10K,16K) einstellen, sondern man kann die zu korrigierende Frequenz frei wählen und zusätzlich auch die Breite, auf welche die Gain-Anhebung oder -Absenkung wirkt. Somit kann die Klangsignatur sehr präzise den eigenen Vorlieben angepasst werden, um z.B. den Klang eines Kopfhörers zu beeinflussen.

Digitale Filter
Neben dem Equalizer gibt es die Möglichkeit, das Klangverhalten des DAC direkt beeinflussen zu können. Hierzu bietet der MAX insgesamt 7 verschiedene digitale Filter an. Ganz ehrlich: Ja, mit einem sehr guten Kopfhörer sind die Unterschiede vielleicht hörbar, aber für mich erschließt sich der Nutzen nicht, da die Änderungen extrem minimal sind. Haben ist besser als brauchen! Ist natürlich gut zu wissen, daß man die Möglichkeiten hätte.

  • Fast Roll-Off (Linear)
  • Slow Roll Off (Linear)
  • Fast Roll-Off (Minimum)
  • Slow Roll Off (Minimum)
  • Apodizing (Linear)
  • Slow Roll Off (Hybrid)
  • Brick Wall (Linear)

Firmware Update

Firmware-Updates werden in regelmäßigen Abständen veröffentlich. Grobe Schnitzer sind mir bisher aber keine begegnet. Das Online-Update funktioniert übrigens einwandfrei, auf Wunsch auch automatisch.

Akkulaufzeit und Laden

Beim Akku – bzw. bei DEN AKKUS – wird wieder das konsequente Konzept der vollständigen Trennung von Digital- und Analogsektion sichtbar: Denn im MAX arbeiten zwei Akkusysteme, die auch unabhängig voneinander aufgeladen werden müssen. Der Akku für die digitale Sektion (DAC + Prozessor) wird über USB-C geladen, für die insgesamt vier Akkus des analogen Bereichs (Verstärker) liegt ein separates Ladegerät mit DC Stecker bei.
Beim Ladegeräte-Konzept hätte es Optimierungsbedarf gegeben, denn wenn das Ladegerät in der Steckdose steckt, ist kein Platz mehr für ein weiteres Ladegerät. Warum nicht aus dem Ladegerät für die Analogsektion noch ein USB-C Kabel herausführen zum Laden des anderen Akku?
Ich habe das für mich nun so gelöst, daß ich mir ein Ladegerät mit zwei USB-C Buchsen gekauft habe. An der einen Buchse findet ein normales USB-C zu USB-C Kabel Platz. An der anderen Buchse das gleiche Kabel, zusätzlich aber mit Adapter auf einen DC-Stecker erweitert. So kann ich mit nur einem Ladegerät beide Akkus aufladen.


Klangqualität

Ein Wort? Referenz!
Wie ich das definiere? Keine Ahnung, ist mir auch egal. Er klingt für mich einfach nach Referenz: Natürlich. Ausgeglichen. „Neutral“. Kraftvoll. Luftig.

Meine Güte, was entbrennt da gerade ein Wettkampf an der Spitze der chinesischen Hersteller. Gerade erst hat sich der FiiO M15 die Krone der DAPlinge gekrallt, schon kommt der MAX daher und stößt ihn vom Thron. So schnell kanns gehen. So what, der M15 war ein guter Herrscher, keine Frage. Aber der Bessere ist des Guten Feind. Und der MAX kann eben noch besser Musik. Wie sagt Paul von iBasso in den sozialen Medien immer: „And, as always, enjoy the music.“
Und wie Recht er da hat – thats all about! Es geht nicht um Zahlen, Daten, Fakten! Die habe ich im Job genug. Hier geht es um Musik. Um Emotion. Um das Abtauchen, um das Genießen. Und genau hier bieter mir der MAX das derzeit maximal mögliche. Ich vermisse mit dem MAX nichts! Nicht meinen stationären DAC/AMP, nicht meine anderen DAPS, nicht irgendwas. Musik hören mit dem iBasso hat etwas von Perfektion, das Gefühl ein Spitzenprodukt vor sich zu haben und die Gewissheit, daß da so schnell nix rankommt.

Ich höre gerade mit dem Denon AH-D9200 das neue Dream Theater Werk „Distance over Time“ – und ich habe es noch nie so gut gehört – auch nicht mit dem M15. Klar, wir reden hier immerhin über einen Setpreis von fast 3.500€ – da muss das schließlich passen, oder? Mitnichten. Ich habe schon weitaus teurere Kombinationen gehört, die mich nicht annähernd so abgeholt haben. Wie so oft gilt auch hier – Geschmacksache. Aber es ist beachtlich, wie cool und relaxed der MAX die Musik mit einer echten und absolut mitreißenden Präsentation zum Besten gibt. Anderer Hörer, der audio-technica MSR7b. Auch hier. Ich habe das Gefühl, daß der eh schon sehr gute Hörer nochmals zu Höchstleistungen angetrieben wird. So druckvoll und harrscharf konturiert habe ich Schlaginstrumente noch nicht mit dem gehört. Wahnsinnn, was der MAX aus bereits guten Kopfhörern herausholt und wie er eindrucksvoll zeigt, daß eine sehr gute Quelle auch wesentlich mitentscheidend ist.

Was mir besonders gefällt?
Die Homogenität der Musik, die filigrane Dekonstruktion der einzelnen Spuren – man nennt es glaube ich Instrumentenseparation. Das Ganze aber auf natürliche Weise, ohne irgendeine analytische Kühle oder sezierende Akribie. Die Kraft, die man bei Transienten spektakulär spürt, die impulsiven Drums mit präzisem Attack und transparentem Sustain – das alles erinnert an die Energie eines Livekonzertes.
Die Kraft, die der MAX in die Musik legt, ist mit der von gestandenen Desktop-Systemen absolut vergleichbar und steht meinem CMA400i in nichts nach. In Gegenteil: Der MAX macht alles nochmal mitreißender, der Background ist tiefschwarz und die gesamte Darbietung von Separation über Bühne bis hin zu Auflösung lässt wirklich keine Wünsche offen.
Well done, iBasso!


Galerie iBasso DX220 MAX


Fazit

Wahnsinn was iBasso hier abliefert! Der iBasso DX220 MAX ist nicht nur der beste DAP, der mir bisher untergekommen ist. Er hält auch gegen die meisten ausgewachsenen Desktopsysteme bis 2.000€ mit. So vereint er in sich gleich zwei Geräteklassen.
Wer einen leistungsstarken Musikplayer mit überragendem, atemberaubenden Klang in einem transportablen Gehäuse sucht, der dürfte hier seine klangliche Offenbarung finden.

Der MAX ist echtes High-End ohne Kompromisse!

Für mich ist der iBasso DX220 MAX derzeit die MAXimale Referenz im portablen Bereich!


iBasso DX220 MAX | Bewertung

9.6

Klangqualität

10.0/10

Verarbeitung

9.5/10

Bedienung/Funktion

9.5/10

GUI/Software

9.5/10

Preis/Leistung

9.5/10

Pros

  • Fantastischer Referenzklang
  • Sehr gute Verarbeitungsqualität
  • Reichlich Leistung
  • Klasse Konzept der Trennung von Digital und Analog
  • Quasi ein portabler Desktop-Kopfhörer DACAMP

Cons

  • Keine 2.5mm Kopfhörerbuchse
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