Endlich ist es soweit: Der Nachfolger des so genialen wie beliebten DX220 ist verfügbar – und er bringt einige der technischen Innovationen des Über-DAP DX220Max mit. Denn mit dem neuen DX300 hat iBasso die Erfahrungen der unabhängigen Stromversorgung von digitaler und analoger Einheit aus dem MAX in den neuen Player übertragen. Und auch sonst gibt es einiges neues zu entdecken. Ob iBasso erneut ein glückliches Händchen hatte? Das finden wir heraus!


[Werbung] Der DX300 wurde mir für diesen Test leihweise von NT-Global zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Wenn man den limitierten DX220MAX mal als exklusive Sonderauflage nicht mit zählt, so ist der DX300 nun der legitime Nachfolger in der iBasso Flaggschiff-Linie. Nach DX200 und der Modellpflege DX220 kommt nun also der neue DX300, um das schwere Erbe anzutreten. Einfach wird das nicht, denn die Vorgänger sind nach wie vor sehr beliebt und erfolgreich. Und das zu Recht: Denn iBasso hat einfach ein glückliches Händchen und macht das sehr gut. Sie diversifizieren sich nicht zu stark, bieten ein überschaubares Portfolio an. Dafür sind dann aber auch alle Produkte super, es gibt quasi keine Füller. So kann man sich darauf verlassen, ein im jeweiligen Preissegment überragendes Produkt zu bekommen. Und auch dieses Mal – soviel sei verraten – hat iBasso erneut einen super DAP gebaut.


Der iBasso DX300 Digital Audio Player

Der amtliche Nachfolger des DX220 sieht erstmal fast aus wie ein normales Smartphone – wäre da nicht der aufgesetzte Lautstärkeregler. Trotzdem: Die erste Offenbarung auf Fotos im Facebook Stream hat mich zugegebenermaßen etwas enttäuscht. Ich mochte das kantige Design der Vorgänger. Der Neue schien mir auf den ersten Blick einfach zu rundgelutscht. Aber ich kann euch beruhigen: In natura ist der DX300 ein echter Handschmeichler.

Den Maßstab für High-End Player hat iBasso ja selbst mit dem DX220 Max schon sehr hoch gelegt. Technisch hat man mit dem MAX einen Boliden geschaffen, der einfach seinesgleichen sucht. Und ganz nebenbei auch eine neue Geräteklasse erschaffen, denn mobil ist der fette DAP nicht mehr – wohl aber portabel und damit für den flexiblen Einsatz zu Hause wie geschaffen.

Das neue Konzept der getrennten Batterien für Analog- und Digitalsektion, welches man mit dem DX220 MAX erstmal realisiert hatte, hat man direkt für den DX300 übernommen und auch gleich noch verbessert: So ist beim DX300 nur noch ein USB-C Kabel zum Laden von beiden Akkus nötig.

Zur Performance: Der iBasso DX300 ist einer der aktuell wohl schnellsten DAPs. Die Grenze zur Performance eines Smartphones wird hier erstmalig unscharf. Bis auf die Telefoniefunktion könnte das Gerät auch ein Smartphone sein. Auch das Display: Riesengroß und gestochen scharf – großes Kino!

Der DX300 ist auf dem aktuellen Stand der Technik. Die wichtigsten Facts habe ich mal hier aufgelistet – übernommen von iBasso:

  • QUAD Cirrus Logic CS43198 DAC Chips, with a four-channel balanced headphone amplification circuit.
  • Bit for Bit playback with support up to 32bit/384kHz.
  • Support of Native DSD up to 256x.
  • 6.5′′ IPS full screen (1080*2340), with In-Cell capacitive touch panel.
  • Support of QC3.0 and PD2.0 quick charge.
  • 2 Accusilicon ultra-low phase noise Femtosecond oscillators.
  • USB DAC function that supports up to 32bit/384kHz and DoP DSD128.
  • USB digital output that outputs up to PCM 32bit/384kHz, Native DSD256, and DoP DSD128
  • 14nm Octa-Core Qualcomm Snapdragon 660 SoC.
  • 6GB LPDDR4X + 128GB ROM.
  • Mini coaxial output that supports up to 24bit/384kHz and DoP DSD128.
  • Support of 5G WiFi with 2×2 MIMO antenna and Bluetooth 5.0.
  • Support SDXC and SDHC Micro SD cards.
  • Support USB3.1 Superspeed transfer.
  • 3 settings for hardware gain control.
  • 100 steps for volume control.
  • Patented replaceable AMP card design.
  • Audio Formats Supported: MQA, APE, FLAC, WAV, WMA, AAC, ALAC, AIFF, OGG, MP3, DFF, DSF, and DXD.
  • Support for M3U playlists.
  • Patented dual battery power structure with dedicated power management for each battery.
  • 4000mAh 3.8V Li-Polymer battery for the digital section and 2000mAh 3.8V Li-Polymer battery for the AMP card section.

Ich finde, das liest sich schon wie die Auflistung edelster Features & Teile. Der verwendete DAC kommt auch im A&K SR25 (Test hier) zum Einsatz. Dort hat er mich bereits überzeugt. iBasso baut in im DX300 aber nicht als Dual-Lösung ein, sondern direkt vier Stück davon.


Lieferumfang & Verpackung

Nach den eher weniger Aufmerksamkeit erhaschenden Verpackungen des MAX und der iBasso InEars IT07 (Test), gibt es dieses Mal nun wieder eine schicke Retail-Schachtel. In Anlehnung an die DX200/220 Verpackungen ist auch die Box des DX300 wieder optisch sehr gelungen. In einem metallisch schimmerndem Pappschuber ist eine Schachtel aus dicker, blauer Pappe eingeschoben – so wie man es von DX200/220 kennt.

Der Lieferumfang richtet sich nach der mittlerweile bei den iBasso Flaggschiffen etabliertem und bewährten Zusammenstellung.

Im Einzelnen ist im Karton zu finden:

  • iBasso DX300 HiRes Digital Audio Player
  • symmetrisches Burn-In-Kabel
  • Case aus Kunstleder
  • Displayschutzfolie
  • Koaxialkabel
  • USB-C Ladekabel
  • Bedienungsanleitung, Garantiekarte

Features & Technische Daten

Als Schlüsselkonzept im DX220 Max vorgestellt, hat die Verwendung von zwei Akkus nun auch im DX300 Einzug gefunden. Auf diese Weise erreicht iBasso eine strikte elektrische Trennung von Analog- und Digitalsektion.
Hat man beim MAX auf die wechselbaren AMP Module verzichtet, so nimmt man für den DX300 dieses Konzept wieder auf. Ein echtes Highlight und Garant für Zukunftssicherheit. Spannend, welche zusätzlichen AMP Module iBasso in den nächsten Monaten herausbringen wird.

AMP Module

Die Module bestehen in der neuen Generation nunmehr nur noch aus Platine und Anschlussblende. Auf ein Gehäuse wurde verzichtet. Das ermöglicht eine nahtlose Integration in das Gehäusedesign. Und optisch wirkt das gleich viel aufgeräumter und schlüssiger.
Neu bei iBasso ist auch endlich ein Anschlusspanel mit allen drei derzeit wichtigen Kopfhörerbuchsen: Das serienmäßige Modul AMP11 basiert auf dem beliebten AMP8 und verfügt neben einem Standard 3.5mm Anschluss auch über symmetrische Buchsen in 2.5mm und 4.4mm Ausführung.
Technisch erbt das neue Modul die wesentlichen Merkmale des überaus beliebten AMP8 aus der Vorgängerreihe.

DAC

Ist in der DX2** Serie ein Chipsatz von ESS zum Einsatz gekommen, so hat iBasso im DX300 einen Chip der Firma Cirrus Logic eingebaut – und diesen direkt in vierfacher Ausführung. Selbstredend beherrscht der DAC alle aktuellen Formate, sowohl komprimierte als auch „High-res“. Ebenso verfügt der Chip über diverse Filter-Settings – deren Auswahl allerdings für meine Ohren keine signifikanten klanglichen Änderungen bewirken.

Display

Highlight beim Browsen durch die Musikbibliothek ist das hochauflösende Display, welches mit einer Diagonale von 6,5″ selbst mein iPhone XR in den Schatten stellt. Ein kleiner LED Streifen am oberen Bildschirmrand zeigt über verschiedene Farben die Bitrate des abgespielten Songs an oder gibt Auskunft über den Ladestatus.

Anschlüsse

Die Anschlüsse hängen teilweise vom eingesetzten Modul ab und hier dürften wir in Zukunft noch einige weitere Module erwarten. Ausgangsseitig und fest installiert auf der Oberseite des DAL befindet sich ein USB-C Anschluss zum Laden des Akkus und für den Betrieb als DAC. Daneben findet sich ein digitaler COAX Ausgang.

Bluetooth 5.0 & WLAN

Verbindung zu drahtlosen Kopfhörern oder anderen Bluetooth Abspielgeräten nimmt der DX300 per Bluetooth 5.0 auf. Bluetooth funktioniert in beide Richtungen. So kann der DX300 sowohl als Sender (in Richtung eines Kopfhörers) als auch als Empfänger (für Musik auf einem Smartphone) verwendet werden.

Dank Android ist der Player selbstverständlich auch voll netzwerktauglich. So kann Musik nicht nur über die bekannten Streamingdienste abgespielt werden, sondern auch über DLNA vom heimischen Musikserver – je nach verwendeter App.

Betriebssystem(e)

Primäres Betriebssystem ist auch dieses Mal Android 9. Dies war auch der letzte Firmware-Stand beim DX200. Aufgrund der deutlich leistungsfähigeren Hardware ist der jedoch DX300 deutlich performanter. Die Erweiterung mit Apps ist natürlich ebenso möglich wie die Einbindung ins heimische WLAN oder die Verbindung über Bluetooth.
Zusätzliche Apps kommen allerdings nicht über Googles Playstore, sondern über eine App namens PureAPK auf das Gerät oder eben direkt. Funktioniert einwandfrei und über PureAPK kann dann sogar der Google Playstore nachinstalliert werden.

Was heißt eigentlich „Primäres Betriebssystem“? Gibt es denn ein weiteres? 
Ja, das gibt es auch wieder, iBasso setzt diese Tradition dankenswerter Weise fort. Der DX300 lässt sich alternativ wie seine Vorgänger wieder in ein reines Musiksystem – genannt Mango OS – booten. Dort liegt das Augenmerk ausschließlich auf der puristischen Musikwiedergabe des Players. Keine Apps, keine Drahtlosfunktionen und kein sonstiger Schnickschnack.

Speicher

Die interne Speicherausstattung finde ich mit 128GB durchaus ausreichend – ich nutze sowieso ausschließlich die Speicherkarte für meine Musik. Der Player unterstützt Karten bis zu einer Größe von 2TB. Ein zweiter Slot, oder sogar ein zusätzlicher normaler SD-Kartenslot, wäre natürlich noch nice to have.

Zur Vervollständigung an dieser Stelle noch die technischen Daten:

4.4mm/2.5mm Balanced Phone Port

  • Maximum output level: 7.1Vrms
  • Output Power: 1240mW@32Ω, 168mW@300Ω
  • Frequency Response: 10Hz~40kHz +/-0.3dB
  • S/N: 125dB
  • Dynamic Range: 125dB
  • THD+N: 
    • -113dB (no Load, 3Vrms)
    • -109dB (300R Load)
    • -101dB (32R Load)
  • Crosstalk: -120dB 
  • Output impedance: 0.39Ω 

3.5mm Single Ended Phone Out: 

  • Maximum output level: 3.5Vrms
  • Output Power: 350mW@32Ω, 34mW@300Ω
  • Frequency Response: 10Hz~40kHz +/-0.3dB
  • S/N: 123dB
  • Dynamic Range: 123dB
  • THD+N: 
    • -111dB (no Load, 2Vrms)
    • -107dB (300R Load)
    • -95dB (32R Load)
  • Crosstalk: -103dB
  • Output impedance: 0.43ohm 

4.4mm/2.5mm Balanced Line Out: 

  • Maximum output level: 7.1Vrms
  • Frequency Response: 10Hz~40kHz +/-0.3dB
  • S/N: 125dB
  • Dynamic Range: 125dB
  • THD+N: -111dB (no Load, 3Vrms)
  • Crosstalk: -119dB 

3.5mm Single Ended Line Out: 

  • Maximum output level: 3.5Vrms
  • Frequency Response: 10Hz~40kHz +/-0.3dB
  • S/N: 123dB
  • Dynamic Range: 123dB
  • THD+N: -111dB (no Load, 2Vrms)
  • Crosstalk: -103dB 
  • Average Play Time: 15h (Abhängig von Format, Lautstärke und Kopfhörer.) 

Design & Verarbeitung

Der Player

Blue is the New Black!
Wow, der erste Kontakt mit dem blauen Riese ist beeindruckend. Die matte Oberfläche schimmert faszinierend edel und fasst sich angenehm samtig an. Klar – die Form ist leider sehr an der moderner Smartphones orientiert – was nicht Jedem gefallen dürfte. Aber in Natura geht das absolut in Ordnung. Trotzdem hätte ich mir hier ein mutigeres Design gewünscht. Das sind wir von iBasso eigentlich gewohnt, denn der DX200/220 waren sehr eigenständig. Das Handling des Gerätes ist
Der Lautstärkeregler – gleichzeitig Ein-/Ausschalter – ist nicht gut ins Design integriert. Von der Liebe der Asiaten zu Gold mal abgesehen (Edelstahl hätte mir persönlich viel besser gefallen), ist die flache Form total unglücklich gewählt, wirkt deplaziert und erinnert an eher an einen angenähten Hosenknopf.

Die Verarbeitung des DX300 ist sehr gut, ich kann an meinem Player weder auf der Oberfläche noch an den Spalten irgendwelche Unregelmäßigkeiten entdecken. Auch die Buchsen sind allesamt sauber eingesetzt. Die Haptik des soft gerasterten Lautstärkereglers ist super, die Bedienung damit macht trotz der Kritik an der Optik Laune.

Das Case

Endlich! Warte….Oh nein!
Zuerst einmal ein dickes Lob an iBasso. Daß dem DX300 überhaupt ein Case beiliegt, ist nämlich keine Selbstverständlichkeit. Vielen High-End Playern fehlt das im Lieferumfang. Und noch dazu gibt es dieses Mal sogar ein schickes Case von iBasso – passend im blauen Kunstleder. Nicht daß die Hüllen der Vorgänger schlecht gewesen wären – keinesfalls. Nur die Farben waren immer etwas – nunja, gewöhnungsbedürftig.

Aaaaber…..
Leider hat es iBasso bei der Passform komplett vergeigt. Das Case ist zu groß, der Player rutscht einfach heraus. Außerdem scheuert der Volumeregler am Rand – so macht die Bedienung keinen Spaß. Ich hoffe, iBasso bessert hier nach.
Es ist schade, daß man den grandiosen Gesamteindruck des DX300 durch ein schlecht sitzendes Case wieder konterkariert…


Bedienung / User Interface

Aufgrund der Ähnlichkeit von DX300 zu DX220/MAX übernehme ich in den folgenden Abschnitten den ein oder anderen Part aus meinem DX220/MAX Test.

Allgemein

Der DX300 bietet gleich zwei Betriebssysteme / Modi: Man kann entweder das Android Betriebssystem nutzen – mit allen Vorzügen wie WLAN, Apps, Bluetooth – oder aber einen reinen und puristischen Musikplayer-Modus: Das Mango OS.
iBassos MangoOS ist zwar im Vergleich zu Android sehr rudimentär (es ist halt „nur“ ein Musikplayer), konzentriert sich dafür aber sehr fokussiert auf die Features zum Musikhören und Verwalten der Bibliothek. Darüberhinaus ist es angenehm schnell und flüssig zu bedienen. 

Mittlerweile habe ich mich aber auch an das Android System gewöhnt. Vor allem den Bluetooth Receiver Modus finde ich interessant. Dank Apple- und Amazon Music streame ich mittlerweile oft und gerne vom iPhone auf den DX220 – und das funktioniert selbstverständlich mit dem DX220 MAX genauso gut.

Datentransfer

Vor dem Musikgenuss steht aber in aller Regel die Befüllung des Players mit Musik.
Meine 400GB microSD Karte ist gut gefüllt, das Einlesen der etwas über 20.000 FIles in die interne Datenbank geht relativ fix.
Was leider immer noch nicht klappt (wird es wohl niemals), ist das Mounten des Gerätes bzw. der internen Speicherkarte als Laufwerk unter macOS beim Anschluss per USB. Als Resultat muss ich die Karte zwecks Synchronisierung der Musikbibliothek jedes Mal aus dem Player entfernen und direkt über der SD-Kartenslot im iMac synchronisieren. Machbar, aber umständlich. Denn dazu muss der DAP jedes Mal aus dem Case gepult werden. 
Ich weiß nicht, ob das ein geplantes „Feature“ von Android ist, oder ob man hier schlicht nicht optimal entwickelt hat. Da lobe ich mir meinen Sony NW-WM1A, welcher sofort und ohne Zusatzsoftware nach der Verbindung am iMac systemweit mit internem und externen Speicher zur Verfügung steht.

Bedienung

Die Bedienung erfolgt ausschließlich über das große Touch-Display, seitliche Hardwaretasten und den Lautstärkeregler. Die Touchbedienung ist schnell und flüssig, Ruckeln oder Stottern habe ich nicht feststellen können. Double-Tap to WakeUp ist übrigens dieses Mal endlich dabei. Die seitlichen Hardwaretasten sind für mich eher Fluch als Segen. Beim Aufnehmen des DAP drücke ich garantiert immer irgendeine Taste. Glücklicherweise sind die Tasten deaktivierbar.

Navigation

Die Navigation sowohl in der App unter Android als auch im Mango OS ist übersichtlich und intuitiv. Es gibt die üblichen Suchfunktionen Artist, Album und Genre. Eine Ordnernavigation steht natürlich ebenfalls zur Verfügung.
Der „Now Playing“ Screen ist übersichtlich und stellt alle wichtigen Informationen zusammen mit dem großen Coverartwork dar.
Die Musik-App ist umfangreich überarbeitet worden. Der Hintergrund des Play Bildschirms ist nun farblich passend zum aktuellen Album-Art eingefärbt. Für das Synchronisieren/Einlesen der Speicherkarte gibt es nun weitere Optionen.

Streaming

Dank Android verfügt der DX300 über reichhaltige Streamingmöglichkeiten. Es steht sowohl Bluetooth als auch WLAN zur Verfügung, und damit eröffnen sich sehr viele Möglichkeiten – je nach App. So kann der Player als DLNA Client eingesetzt werden, direkt von Spotify, Tidal, Amazon oder anderen Anbietern streamen oder aber auch als Bluetooth-Receiver für andere Quellgeräte dienen. Airplay fehlt aber leider immer noch…

USB DAC

Über den USB-C Anschluss kann der DX300 auch als externer DAC an Computern eingesetzt werden. Mit meinem iMac klappt das einwandfrei – hier muss noch nicht einmal irgendwelche Software oder Treiber installiert werden.

Soundtuning

10-Band Equalizer
Unter Android steht in der Mango App zusätzlich zu einem grafischen 10-Band Equalizerauch ein Parametrischer EQ zur Verfügung. Hiermit kann nicht nur die Lautstärk (Gain) eines vordefinierten Frequenzbandes (beim 10-Band EQ im DX220: 33,63,100,330,630,1K,3.3K,6.3K,10K,16K) einstellen, sondern man kann die zu korrigierende Frequenz frei wählen und zusätzlich auch die Breite, auf welche die Gain-Anhebung oder -Absenkung wirkt. Somit kann die Klangsignatur sehr präzise den eigenen Vorlieben angepasst werden, um z.B. den Klang eines Kopfhörers zu beeinflussen.

Digitale Filter
Neben dem Equalizer gibt es die Möglichkeit, das Klangverhalten des DAC direkt beeinflussen zu können. Hierzu bietet der DX300 insgesamt 6 verschiedene digitale Filter an. Ganz ehrlich: Ja, mit einem sehr guten Kopfhörer sind die Unterschiede vielleicht hörbar, aber für mich erschließt sich der Nutzen nicht, da die Änderungen extrem minimal sind. Haben ist besser als brauchen! Ist natürlich gut zu wissen, daß man die Möglichkeiten hätte.

  • Fast Roll-Off
  • Slow Roll Off
  • Short Delay Slow Roll Off
  • Short Delay Fast Roll Off
  • Slow Roll Off
  • NOS

Firmware Update

Firmware-Updates werden in regelmäßigen Abständen veröffentlich. Grobe Schnitzer sind mir bisher aber keine begegnet. Das Online-Update funktioniert übrigens einwandfrei, auf Wunsch auch automatisch.

Akkulaufzeit und Laden

Beim Akku – bzw. bei DEN AKKUS – wird wieder das konsequente Konzept der vollständigen Trennung von Digital- und Analogsektion sichtbar: Denn im DX300 arbeiten zwei Akkusysteme. Gab es beim MAX noch Kritik, daß beide Akkus auch unabhängig voneinander geladen werden mussten, so entfällt dies hier. Es ist lediglich ein Anschluss nötig, die Fummelei mit dem DC-Stecker und einem zweiten Ladegerät entfällt.
Zur Laufzeit: Angegeben wird diese mit ca. 15h. Ich habe das nicht nachgemessen, aber ich hatte nie das Gefühl, plötzlich einen leeren DAP vorzufinden. Immer war genug Vorlauf, die Kiste zu laden.


Klangqualität

Höhere Nummer = besserer DAP?
Um es vorwegzunehmen: Wenn man ausschließlich die Klangqualität beurteilt, so behält der DX220 MAX knapp die Krone. Aber da der weltweit streng limitierte MAX ausverkauft sein dürfte, ist der DX300 das absolut Beste, was man derzeit von iBasso kaufen kann. Klanglich empfinde ich den DX300 erst einmal als unglaublich musikalisch. Die natürliche und ausgeglichene Spielfreude macht Laune. Power ist sowieso vorhanden, so treibt er denn auch den Dan Clark Audio Aeon 2 Noire hervorragend und mit ausreichend Leistungsreserven und Authorität an. Das letzte bisschen Akkuratesse des DX220 MAX weicht einer eher musikalischen, natürlichen Präsentation. Am Ende ist es wie immer Geschmacksache: Möchte man Präzision und Neutralität in maximaler Ausprägung, dann sollte. man versuchen, noch einen der limitierten MAX zu bekommen.
Legt man eher Wert auf eine musikalische und etwas unspektakulärere, dafür aber auch natürlichere Klangreproduktion, so kann man beim DX300 bedenkenlos zuschlagen.

Vergleich iBasso DX300 vs. DX220 MAX
Dabei klingt er nicht ganz so abgebrüht wie der große Bruder, der MAX. Denn der hat durchaus nochmal mehr Nachdruck und Energie. Auch finde ich die ESS Sabre Treiber irgendwie immer einen Ticken impulsiver, sie bringen Transienten noch impulsiver und schneller, irgendwie explosiver. Dabei ist die Signatur neutraler, beim DX300 emotionaler.
Unverkennbar sind aber auch die Parallelen – diese Leichtigkeit und Überlegenheit, mit dem die beiden beispielsweise den Sennheiser HD800S antreiben. Der erfordert mit 300Ω zwar keine übermäßige Verstärkerleistung, skaliert im Bass aber sehr wohl von mehr Power. Wird er ordentlich angetrieben, belohnt er mit einem der qualitativ schönsten Bassdrum-Sounds.

Vergleich iBasso DX300 vs. FiiO M15
Leider habe ich den M15 nicht mehr hier, so daß ich einen direkten Vergleich nicht vornehmen kann. Allerdings glaube ich, daß die beiden klanglich nicht allzuweit auseinander liegen. Beides sind die aktuellen Flagschiffplayer, beide haben Leistung ohne Ende, beide haben einen optisch verunglückten Volumenregler und beide sind ihr Geld wert.
Der iBasso ist aber nochmal rund 200€ günstiger und bietet trotzdem mindestens gleichwertigen Klang, die deutlich schnellere Performance, ein echtes Stand-Alone MusikOS, wechselbare AMP Module, ein deutlich besseres Display und letztlich das überzeugende Konzept der getrennten Stromversorgung. Für mich ganz klar das bessere Gesamtpaket.

Vergleich iBasso DX300 vs. Sony NW-WM1A
Der Sony Sound ist eine Nummer für sich: Unglaublich musikalisch und trotzdem warm, gleichzeitig transparent, extrem detailliert und trotzdem natürlich. Von allen DAPS finde ich den Sony klanglich immer noch am dichtesten an meiner Idealvorstellung – er bietet die genialste Mischung aus Neutralität und Musikalität mit hoher Detailauflösung und einem Schuss Wärme.
Klanglich sind beide aber recht nah beieinander.
Im Gegensatz zu den ganzen Android Kisten setzt Sony beim WM1A auf die eigene Software. Diese finde ich auch nach Jahren immer noch State-of-the-Art. Schnell, fehlerfrei, perfekt.
Und das Beste: Ist der Sony am iMac angeschlossen, wird sowohl der interne Speicher als auch die eingesteckte Speicherkarte im System gemountet – perfekt. Keine Rumfrickelei mit AFT, der Sony integriert sich einfach super in meinen Workflow.
Klar, auf Streaming muss hier verzichtet werden, das nehme ich aber als strammer Albumkäufer gern in Kauf. Bei Verarbeitung, Materialwahl und Design ist – für mich – Sony ebenfalls ganz vorn.
Der Sony ist ein Musik-Spezialist – der DX300 klingt ebenso richtig gut und bietet zusätzlich noch alle Vorzüge eines flexxiblen Android Systems.

Was mir am iBasso DX300 besonders gefällt?
Der iBasso DX300 gibt Dir das Gefühl, ein in jedem Aspekt ausgereiftes High-End Gerät in den Händen zu halten. Klanglich ganz oben, mit erstklassiger Technik was die Ausstattung mit Prozessor, DAC, Verstärker und Konnektivität angeht. Dazu das modulare AMP-System, was Langzeittauglickeit garantiert. Bis auf ein paar (für mich) optische Mäkeleien habe ich an dem Gerät keinerlei Kritikpunkte finden können. iBasso hat hier einfach alles richtig gemacht.


Galerie iBasso DX300 MAX


Fazit

Tja, was soll ich sagen. Der DX300 ist wieder mal ein echter iBasso Platzhirsch. Die Chinesen haben sich Zeit gelassen, um den DX2xx Nachfolger zu veröffentlichen. Und es hat sich gelohnt. Der DX300 ist kein Schnellschuss, vermutlich wird er auch nicht in einem halben Jahr durch einen Nachfolger überholt (so wie es einige andere Hersteller machen und damit ihre „alten“ Player für die Käufer viel zu schnell „abwerten“).
Bei DX300 passt einfach alles: Das Ding klingt fantastisch, hat Leistung satt, sieht gut aus (jaja, der Lautstärkeregler….. Schwamm drüber), ist schnell wie ein modernes Smartphone – und dank Android ebenso flexibel.
Der Preis von 1.199€ (März 2021) ist hoch, trotzdem ist der DX300 ein Schnäppchen. In Sachen Preis-Leistung macht iBasso auch im Jahr 2021 niemand etwas vor.

Bisher der beste DAP in 2021! Der iBasso DX300 bekommt meine absolute Empfehlung im Bereich der TOP Player.
Man kann durchaus mehr Geld für einen DAP ausgeben – muss man aber nicht!


iBasso DX300 DAP | Bewertung

9.5

Klangqualität

9.5/10

Verarbeitung

9.5/10

Bedienung/Funktion

9.5/10

GUI/Software

9.5/10

Preis/Leistung

9.5/10

Pros

  • Erstklassiger Klang
  • Toll verarbeitet
  • Mega Display
  • 3.5, 2.5 BAL & 4.4 BAL Anschlüsse
  • Pfeilschnell

Cons

  • Das beigefügte Case passt nicht
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