Nach dem GOpod bringt ifi audio den GOpod Air. Der Begriff Air hat sich ja nicht zuletzt dank diverser Apple Modellbezeichnungen zu einem Synonym für leichte Geräte etabliert. Der neue GOpod von ifi ist denn ich genau das: Vor allem leichter als der normale ohne Air. Auch im Preis ist der neue günstige. Muss man Abstriche beim Klang machen? Finden wir heraus!

Inhalt
[Werbung] Der ifi audio GO pod Air wurde mir vom deutschen Vertrieb für dieses Review zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
ifi audio GO pod Air
Einleitung – iFi GO pod Air
Mit dem GO pod Air bringt iFi eine leichtere, kompaktere und günstigere Version seines cleveren GO pod Systems auf den Markt. Die Idee dahinter ist bekannt – kabelgebundene IEMs in echte True Wireless In-Ears zu verwandeln. Auch beim GO pod Air bleibt das modulare Konzept erhalten: Dank wechselbarer Anschluss-Module für MMCX und 2-Pin lässt sich eine Vielzahl an IEMs problemlos kabellos betreiben – und zwar nicht über irgendein Billigmodul, sondern mit durchdachter Signalverarbeitung und audiophiler Ambition.

Das Konzept richtet sich an alle, die mit klassischen TWS-IEMs nicht warm werden – sei es aus klanglichen oder ergonomischen Gründen – und stattdessen lieber ihre bewährten Lieblings-In-Ears nutzen möchten. Genau das ermöglicht der GO pod Air – diesmal in noch kleinerem Formfaktor, mit vereinfachter Bedienung und einem Preis, der ihn nun auch für mobile Puristen ohne High-End-Fokus interessant macht.
Wie der „große“ GO pod setzt der Air auf dedizierte DACs von Cirrus Logic. Außerdem kommt der GO pod Air mit einem integriertem Qualcomm-Chipsatz, der auf moderne Bluetooth-Codecs wie aptX Adaptive, AAC und SBC setzt. Hi-Res via LDAC wird ebenfalls unterstützt. In Kombination mit iPhone 13 Pro Max klang der GO pod Air im Test aber auch schon mit AAC durchweg ausgewogen, sauber und kraftvoll.
Die wichtigsten Merkmale des GOpod Air
- Verwandelt IEMs in ein High-Fidelity-True-Wireless-Stereosystem
- Hi-Res 24/96kHz Bluetooth mit Unterstützung für LDAC, LHDC und aptX Adaptive Codecs
- Von Hi-Fi inspirierte Architektur mit dediziertem Bluetooth, DAC und Verstärkerstufen in jedem Pod
- Cirrus Logic MasterHIFI DACs liefern dynamischen Sound bei minimalem Batterieverbrauch
- True Balanced Verstärkung für extrem geringe Verzerrung und rauscharmen Background mit empfindlichen IEMs
- Anpassbarer Sound mit wählbaren Digital-Filtern und automatischer Impedanzanpassung
- Austauschbares Anschlusssystem für breite IEM-Kompatibilität
- Leichtes, ergonomisches Design für ganztägigen Komfort
Zum Start ist der GO pod Air ausschließlich solo erhältlich, also ohne Bundle mit IEMs. Ob Bundles folgen ist mir nicht bekannt. Der Preis liegt bei rund 249 €, was ihn zu einer deutlich günstigeren Alternative zum GO pod macht – ideal für alle, die kabellosen Komfort wollen, aber auf ihre Lieblingshörer nicht verzichten möchten.
Verpackung & Lieferumfang
Auch der GO pod Air kommt in einer typischen iFi Schachtel: schlicht, funktional und hochwertig präsentiert. Die kleine weiße Pappschachtel mit silbernem iFi-Logo und freigestelltem Produktbild auf der Vorderseite bleibt dem gewohnten Design treu und wirkt trotz ihrem schlichten Understatement ansprechend und durchdacht.

Im Inneren der Verpackung wartet das kompakte Ladecase – dieses mal eher ein Softcase – mit den eingesetzten GO pod Air-Modulen. iFi legt die wichtigsten Anschluss-Stecker (Loop-Sets) bei: MMXC und 2-Pin.
Der Lieferumfang im Detail:
- GO pod Air (links & rechts)
- 1 Paar Anschluss-Stecker MMCX
- 1 Paar Anschluss-Stecker 2-Pin
- Lade- und Transportcase
- USB-C Ladekabel
- Papierkram
Natürlich passen die anderen, bisher erschienenen Loop Sets ebenso: T2, A2DC und Pentacon. Diese können separat erworben werden.
Technische Daten
Hier der Vollständigkeit halber die technischen Daten. An dieser Stelle interessant hervorzuheben, daß wie bereits erwähnt ein dedizierter DAC seine Arbeit verrichtet und nicht die im Bluetooth Chip integrierte Lösung genutzt wird.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Bluetooth-Version | Bluetooth 5.2 |
| Unterstützte Codecs | LDAC, LHDC/HWA, aptX Adaptive, aptX, AAC, SBC |
| Bluetooth-Chipsatz | Qualcomm QCC 5100 Series |
| Reichweite | 10 m |
| Auto-Impedanz-Erkennung | 16 Ω / 32 Ω / 64 Ω |
| Ausgangsleistung (RMS/Max) | ≥ 57 mW / 0.96 V @ 16 Ω ≥30mW/1.38V @ 64Ω |
| Signal-Rausch-Abstand (SNR) | ≥123dB @ 32Ω ≥124dB @ 64Ω |
| Dynamikumfang (DNR) | ≥ 124 dB @ 32 Ω |
| THD+N | ≤ 0.002 % (1 kHz / 32 Ω) |
| Frequenzgang | 10 Hz – 40 kHz (–3 dB, via LDAC) |
| Akku – Pods | 180 mAh, ~7 h Laufzeit, ~1.5 h Ladezeit |
| Akku – Ladecase | 580 mAh, ~7 h zusätzliche Laufzeit, ~1 h Ladezeit |
| Ladesystem | USB-C, 5 V / 0.7 A |
| Gewicht – Pods | 10 g (0.35 oz) pro Seite |
| Gewicht – Ladecase | 106 g (4.44 oz) |
* Hinweis: LDAC und LHDC stehen nur auf kompatiblen Android-Geräten zur Verfügung. iOS unterstützt maximal AAC.
Design & Verarbeitung
ifi audio GO pod Air
Auch beim GO pod Air beweist iFi, dass gutes Design nicht nur den Topmodellen vorbehalten ist. Der kleinere und leichtere Ohrbügel verzichtet auf auffällige Metall-Akzente, bleibt aber klar in der iFi-Designsprache: funktional, modern und mit Premium-Touch. Das vollständig aus Kunststoff gefertigte Gehäuse wirkt robust und gut verarbeitet – trotz niedrigerem Preisniveau. Die matte Oberfläche ist leicht texturiert und vermittelt ein angenehmes Griffgefühl ohne störende Kanten.
Die flexiblen Adapterstecker, die Loops, sitzen sehr sicher und haben eine gut ausbalancierte Form, sodass der Sitz mit verschiedenen IEMs problemlos funktioniert. Der GO pod Air trägt sich leicht und unauffällig hinter dem Ohr, und auch bei längerem Tragen blieb das Setup komfortabel.

Das Case
Das Case unterscheidet sich deutlich vom Case des großen Bruders. ifi hat im Grunde die Ladetechnik in ein typisches Hardcase mit umlaufenden Reißverschluss integriert. Damit wird das Case kompakter und hosentaschentauglicher. Trotzdem ist es sehr geräumig, so daß die Pods inklusive montierter IEM gut Platz finden. Geladen wird per USB-C. 4 LEDs zeigen den Ladezustand des Cases.



Komfort & Handling
Auch wenn das Konzept grundsätzlich bekannt ist, so setzt der GO pod Air in Sachen Tragekomfort neue Maßstäbe in dieser Kategorie. Die Pods sind noch einmal deutlich kompakter und leichter als das reguläre GO pod System und verschwinden beinahe unbemerkt hinter dem Ohr. Besonders für Nutzer mit Brille oder kleinerem Kopf ist das angenehm, da nichts aufträgt oder wuchtig wirkt.
Die vormontierten Ohrbügel sind ergonomisch perfekt vorgeformt und bieten einen sicheren Halt über dem Ohr, ohne dabei unangenehm zu drücken. Die Vorspannung ist beim GO pod Air nicht ganz so straff wie beim großen Bruder – das macht das Anlegen unkomplizierter und reduziert das typische „Gefummel“ beim Einsetzen deutlich. Trotzdem sitzt das System stabil und sicher – auch bei Bewegung oder leicht sportlicher Aktivität. Apropos Sport: Spritzwasserschutz mit IPX5 ist integriert.
Wer bisher ausschließlich klassische kabelgebundene IEMs genutzt hat, muss sich an das zusätzliche Gehäuse hinter dem Ohr natürlich zunächst etwas gewöhnen. Doch schon nach kurzer Zeit fällt die Technik kaum mehr auf – vor allem dank des geringen Gewichts und der dezenten Bauweise. iFi hat hier eine erfreulich unaufdringliche Lösung geschaffen, die auch im Alltag überzeugt.
Funktionen
Der GO pod Air verzichtet auf eine Companion App – wie bei vielen anderen iFi-Produkten bleibt die Steuerung also komplett hardwareseitig. Gerade im Alltag wäre eine App zur Feinanpassung (EQ, Codec-Übersicht, Firmware-Updates) wünschenswert – nicht nur für den GO pod Air, sondern auch für Geräte wie den Gryphon oder den GO blu. Aktuell beschränkt sich die Bedienung auf die Touchflächen an den Rückseiten der Pods – eine Lösung, die zunächst etwas Eingewöhnung erfordert, da sich die Steuerflächen hinter dem Ohr befinden.
Die Touch-Gesten sind weitgehend standardisiert:
- Abspielen/Pause / Anruf annehmen: Einfaches Antippen
- Anruf ablehnen / Auflegen: Zweifaches Antippen
- Vorwärtsspringen: Doppel-Tap (rechter Pod)
- Zurückspringen: Dreifach-Tap (rechter Pod)
- Lauter: Gedrückt halten rechts
- Leiser: Gedrückt halten links
- Sprachassistent aktivieren: Antippen und halten
- Bluetooth-Kopplung: Links und rechts gleichzeitig für ca. 2 s gedrückt halten
Bluetooth & Codecs
Der GO pod Air setzt auf Bluetooth 5.2 und unterstützt die wichtigsten Codecs: aptX Adaptive, aptX, AAC und SBC. Ebenso Hi-Res-Codecs wie LDAC oder LHDC. Die Verbindung im Test war stabil, schnell aufgebaut und ohne Aussetzer.
Freisprechen
Beim Telefonieren macht der GO pod Air eine überraschend gute Figur. Die verbauten Mikrofone liefern eine klare Verständlichkeit, Hintergrundgeräusche werden ausreichend gut gefiltert. Für spontane Calls unterwegs absolut alltagstauglich.
Akku
Mit einer Laufzeit von rund 6–7 Stunden pro Ladung liegt der GO pod Air im soliden Mittelfeld. Das Ladecase liefert zusätzliche Kapazität für weitere 7 Stunden (laut Hersteller). Das Case kann bequem per USB-C geladen werden, auf kabelloses Qi-Laden verzichtet der GO pod Air allerdings – ein weiterer Unterschied zur regulären GO pod-Version. Für den mobilen Alltag ist die Laufzeit dennoch absolut ausreichend.
APP
Eine richtig schicke App gibt es aktuell leider nicht. Da hat ifi echt Aufholbedarf…
Firmware-Updates und grundlegende Einstellungen können aber über die ifi Nexis App vorgenommen werden.
Klangqualität
Vor den GO pods habe ich bei Empfehlungen für True Wireless IEM meist die Sennheiser Momentum True Wireless 4 als gutes Gesamtpaket genannt oder die Cambridge Audio M100 (Test) als die klanglich beste Lösung. Ab sofort bekommt diese Empfehlung bei mir eine klare neue Richtung: Der ifi GO pod Air ist für mich jetzt die erste Wahl, wenn es um beste Audioqualität und maximale Universalität geht. Lediglich meine AirPods Pro (Gen. 2) nutze ich häufiger – aber nur wegen ihrer überragenden Convenience.
Doch zurück zum GO pod Air: Natürlich wird der Klang maßgeblich von den eingesetzten In-Ear-Monitoren (IEM) bestimmt – das ist ja die große Stärke dieses Systems. Man ist nicht gezwungen, den Klang eines fest integrierten TWS-Treibers zu akzeptieren, sondern kann seinen persönlichen Lieblings-IEM einfach vom Kabel befreien und kabellos betreiben. Diese Freiheit bringt eine klangliche Flexibilität, die andere True Wireless Lösungen kaum bieten.
Bluetooth-Übertragungen werden oft unterschätzt. Meiner Erfahrung nach beeinflussen oft andere Faktoren wie die Wahl des Kopfhörers oder die Umgebungsgeräusche die Klangqualität stärker als die jeweilige Bluetooth-Kompression. Der GO pod Air unterstützt mit LDAC sogar einen quasi verlustfreien Codec, der allerdings nur auf kompatiblen Android-Geräten zur Verfügung steht. Für Apple-Nutzer bleibt AAC als Standard, und hier ist der Qualitätsunterschied zu LDAC in der Praxis recht gering, dass es kaum hörbar ist – AAC liefert ohnehin schon eine sehr gute, wenn auch komprimierte Audioqualität.

Auf Details wie Bass, Mitten und Höhen will ich hier nicht weiter eingehen, denn diese klanglichen Charakteristiken werden hauptsächlich vom verwendeten IEM definiert. Viel interessanter ist der Vergleich mit einem anderen iFi Bluetooth-DAC, dem GO blu (Test). Klanglich liegen beide Geräte überraschend dicht beieinander. Die Wiedergabe ist transparent, klar und überzeugt besonders mit einer schnellen Transientenwiedergabe sowie einem sehr geringen Grundrauschen. Allerdings muss man beim GO pod auf die iFi-eigenen Klangverbesserungen wie XBass oder Space verzichten, die der GO blu bietet.
In meinem Test habe ich den GO pod Air mit dem Zeitgeist (Test) und dem 64 Audio Volür (Test) verwendet. Mit beiden Modellen klingt das kabellose Setup annähernd so gut wie der direkte Betrieb am Kabel. Das Umstecken der Adapter dauert zwar einen Moment, aber die eventuell minimal wahrnehmbaren Unterschiede im Klang lassen sich dadurch schwer identifizieren. Für mich fallen fallen sie im Alltag nicht ins Gewicht.
Zusammenfassend ist der iFi GO pod Air für mich die ultimative Lösung für alle, die den Komfort von True Wireless wollen, aber auf klangliche Qualität und Flexibilität nicht verzichten möchten. Die Möglichkeit, hochwertige kabelgebundene IEM kabellos zu nutzen, hebt die GO pods klar von vielen klassischen TWS-Lösungen ab – und genau das macht sie für mich zu einem echten Gamechanger.
Fotos
Fazit
Der ifi GO pod Air ist ein durchdachter und audiophiler Einstieg in die Welt der True-Wireless-Freiheit – ohne klangliche Kompromisse. Gerade die Kombination aus allen wichtigen Codecs, guter Akkulaufzeit, solider Mikrofonqualität, kompakter Mobilität und der gewohnt hochwertigen ifi-Klangabstimmung macht den GO pod Air zu einer attraktiven Lösung für all jene, die ihre Lieblings-IEMs flexibel und mobil nutzen möchten. Der Klang hängt – wie immer – vom verwendeten IEM ab, doch die technische Basis ist stark genug, um auch anspruchsvollere Modelle souverän zu treiben.
Die größten Pluspunkte bleiben die kompakte Bauform, der sehr gute Tragekomfort und die bewährte ifi-Verarbeitung. Auch wenn Features wie ANC, XBass/XSpace oder eine „richtige“ Companion-App fehlen, ist das Gesamtkonzept stimmig.
Wer ein kompaktes, leichtes und dennoch klanglich überzeugendes TWS-System sucht – aber nicht bereit ist, bei der Wahl des IEMs Kompromisse zu machen –, findet im GO pod Air eine smarte und deutlich günstigere Alternative zum großen GO pod. Ein echter Geheimtipp für audiophile Mobilhörer.



