[Werbung] Die final audio InEars E4000 und E5000 wurden mir für diesen Test von Headtek zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Immer mal gehört – zumindest den Namen der Marke – aber nie in den Ohren gehabt: Final Audio. Die Kopfhörer der japanischen Firma genießen allgemein einen sehr guten Ruf und sind mir schon oft aufgefallen – nur eben gehört habe ich sie noch nicht. Das ändern wir jetzt endlich: Headtek aus Berlin hat mir zwei Modelle – den E4000 und den E5000 – für diesen Test zur Verfügung gestellt.


Ich mag ja diese einfachen, zylindrischen Single-Treiber InEars. Im Gegensatz zu den hochgerüsteten und technisch vollgestopften Multi-Balanced-Treiber Systemen finde ich sie einfach puristisch. Viel Technik erfordert große Gehäuse – eben nicht so bei InEars, die auf einen einzelnen dynamischen Treiber setzen. So auch bei den final InEars E4000 und E5000.


Lieferumfang und Verpackung

In einer einfachen weißen Pappschachtel befindet sich ein der Preisklasse angemessener Lieferumfang:

  • Final E4000 bzw. E5000
  • Transporttasche aus Silikon
  • Ohrpassstücke in 5 verschiedenen Größen
  • Ohrbügel
  • Karabinerhaken

Technische Daten

Zur Vollständigkeit hier die technischen Daten.

E4000E5000
Treiber6.4mm dynamischer Treiber6.4mm dynamischer Treiber
AnschlussMMCXMMCX
Impedanz1514
Empfindlichkeit97dB93dB
Gewicht18gr24gr
KabelOFC, 1.2mOFC silberbeschichtet, 1.2m
GehäuseAluminiumEdelstahl
Preis129€249€

[Quelle: headtek.de]


Design und Verarbeitung

Die beiden Final InEars bestechen auf den ersten Blick durch ihre dünne, zylindrische Bauform. Ein wenig erinnern sie an die Ohrhörer von Etymōtic. Den größten Durchmesser der InEars findet man an den Silikontips – Passformprobleme aufgrund des Gehäuses dürften also praktisch ausgeschlossen sein. Im Innern werkelt jeweils ein einzelner dynamischer Treiber, der für einen ausgewogenen und natürlichen Klang sorgen soll.

Der E4000 hat eine Oberfläche aus schwarz eloxiertem Aluminium und ein ebenfalls schwarzes Kabel, während der E5000 über ein Edelstahlgehäuse und ein geflochtenes, silberbeschichtetes Kabel verfügt.

Die beigefügte Silikontasche ist bei beiden identisch und fühlt sich angenehm weich an. Der Schließmechaniscmus ist interessant: Die Tasche funktioniert wie eine Dose mit Deckel, kleine Nasen sorgen für einen sicheren Verschluss. An einer Schlaufe kann der beigefügte Karabinerhaken angebracht werden.


Tragekomfort

Der Tragekomfort ist nahezu perfekt – schließlich gibt es außer den Silikontips nichts, was den Ohrkanal berührt. Die Tips liegen in unterschiedlichen Größen bei, so daß jeder ein passendes Paar finden dürfte. Die Kabel sind etwas unterschiedlich. Haptisch gefällt mir das E4000 Kabel besser, es ist weicher und flexibler. Das Kabel des E5000 sieht zwar besser und hochwertiger aus, ist aber etwas störrisch und nicht so flexibel wie das einfache Kabel.

Final bewirbt einen Schwenkmechanismus zur Anpassung der Tips an die individuelle Ohrkanalform. Klingt komplizierter als es ist. Der Trick ist: Die Silikontips können sich radial auf dem Schallröhrchen kippen lassen. Dadurch wird der Winkel der Tips in Relation zum Gehäuse variiert und kann so dem individuellen Ohrkanal angepasst werden. Super Idee wie ich finde!


Klang

Die grundlegende Klangsignatur des E4000 würde ich als warm-ausgeglichen bezeichnen – mit einer leichten Bassbetonung. Dynamischen Treibern fehlt es oft an der letzten Brillanz und Klarheit, und auch hier zeigt sich dieser grundsätzliche Schwachpunkt der genannten Technik. Aber – und das meine ich im positiven Sinne – der E4000 liefert grundsolide und wohl abgeschmeckte Hausmannskost ab. Da ist nix fad, aber auch nix überstürzt oder zu scharf.

Der E5000 wird dem höheren Preis sehr selbstbewusst durch mehr Präzision, mehr Klarheit und Details gerecht. Tonal bietet er dafür etwas weniger Wärme und Bassmenge. Um beim Beispiel aus der Kulinarik zu verweilen: Hier gibt es ebenfalls Hausmannskost, aber in einer gehobenen Form und auf den Punkt zubereitet. So schmeckt es sowohl den Puristen als auch den anspruchsvollen Gourmets, welche allen Details in Ihrer Speise die nötige Beachtung schenken.

Bass
Die absoluten Stärken von dynamischen Treibern sind die tiefen Frequenzen. Und hier liefern beide ab. Bassdrums kommen organisch mit dem nötigen Druck und Attack. Trotz der warmen Grundstimmung klingen schnell gespielte Bassläufe i.d.R. nicht matschig oder undefiniert, sondern verfügen über eine authentische Kontur und klingen damit sehr live. Der E5000 macht das alles noch besser, indem er den Bass etwas zurückfährt und dem Ganzen noch eine Prise Luftigkeit und Lebendigkeit verleiht.

Mitten
Die Mitten sind bei beiden InEars etwas zurückgenommen. Für laute Gitarrenmusik ist das nicht unbedingt wünschenswert, allerdings bleiben verzerrte Gitarren gerade noch ausreichend frisch und haben Biss. Der E5000 punktet in den Mitten bei gleicher Tonalität durch mehr Präzision und Textur. Gitarrenriffs haben mehr Energie und Macht.

Höhen
Die hohen Töne bringen beide InEars ausgeglichen und ohne Nerv und Schrill auf den Punkt. Hier und da dürften Cymbals mehr Brillanz und Energie haben. Auf der anderen Seite sorgt die Zurückhaltung für ein ermüdungsfreies Hören über lange Zeit.

Isolation
Aufgrund der Bauform kann die Isolation eigentlich nur gut sein. Und so ist es auch. Die InEars sitzen bei mir sehr sicher und dichten mit den mittelgroßen Silikontips perfekt ab. Die im Winkel justierbaren Ohrstöpsel tragen zum komfortablen Sitz maßgeblich bei.

Separation
Für sehr schnell gespielten und technischen Metal sind beide nicht geeignet. Beispiel? Direkt im Introteil von „Arrival“ vom aktuellen Soilwork Album Verkligheten – die schnell aufeinanderfolgenden Snaredrumschläge sind mit BA-Treibern um einiges trennschärfer und definierter.


Fotos


Fazit

Die erschwingliche E-Serie von Final Audio bietet ausgeglichenen und wohlgefälligen Klang in einem runden Gesamtpaket. Beide InEars haben eine gute Portion Wärme in der Tonalität – der E4000 mehr als der E5000. So ist die Klangsignatur zwar für die allermeiste Musik gut geeignet, mir persönlich aber etwas zu warm für harten Metal. Das Paket aus InEar, guten Kabeln mit MMCX und einem innovativen Case aus Silikon bietet einen guten Einstieg in die gehobene Einstiegsklasse und überzeugt mit tollem Tragekomfort.

Am Ende würde ich den E4000 eher für Klassik, Singer/Songwriter und Jazz empfehlen. Der E5000 passt besser für Rock und Metal, lässt aber auch alle anderen Genres natürlich und angenehm klingen.


[Werbung] Die final InEars E4000 und E5000 wurden mir für diesen Test von Headtek zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Final Audio E4000/E5000

8.9

Sound E4000

8.0/10

Sound E5000

8.5/10

Verarbeitung E4000

9.0/10

Verarbeitung E5000

9.0/10

Tragekomfort E4000

9.5/10

Tragekomfort E5000

9.5/10

Preis/Leistung E4000

9.0/10

Preis/Leistung E5000

9.0/10