JaJa, ich weiß – hier werden eigentlich Kopfhörer, DAPs & Co. getestet. So war das bisher und so soll es auch bleiben. Hin und wieder jedoch — wenn es Gelegenheit gibt oder wenn ich einfach Lust drauf habe – schaue ich mir aber auch andere Gerätschaften an. So auch hier. Die Firma intosElectronic ist im HiFi Bereich (zumindest mir) recht unbekannt. Interessanterweise bietet man unter der Marke inLine aber auch Zubehör für den Musikliebhaber. So z.B. der Bluetooth-Lautsprecher WOOME2, welcher mir für diesen Testbericht zur Verfügung gestellt wurde. Und dies sogar im Doppelpack:  eimal in weißer und einmal in schwarzer Ausführung

Allgemeine Beschreibung

Interessanterweise ist sowohl auf der Produktseite von Intos als auch auf der Verpackung nur von zwei Treibern die Rede. So verschweigt man den rückwärtig eingebauten Passivstrahler und stapelt erstmal tief.
Der Woome2 bietet eine interessante Besonderheit: Verfügt man über zwei Exemplare, so lassen diese sich als Stereopaar verbinden – InLine nennt das TWS „True Wireless Stereo“.

Ein weiteres, cooles Feature ist das bei Annäherung der Hand beleuchtete Bedienfeld. So sieht man auch im Dunkeln, welche Taste sich wo befindet. Nettes Detail hierbei: Die LED Farbe ist bei der weißen Box blau und bei der schwarzen Box weiß.
Ein eingebautes Mikro ermöglicht es darüber hinaus, die Woome2 auch als Freisprecheinrichtung zum Telefonieren zu nutzen. Dieses Feature habe ich an meiner aktuell im Einsatz befindlichen Soundlink Mini von Bose hier und dort vermisst (ich besitze die erste Generation, die zweite verfügt ebenfalls über diese Möglichkeit).
Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, die WOOME2 als reinen Bluetooth Empfänger für per Kabel angeschlossene Geräte zu nutzen. Alles in allem also ein ziemlich stattliches Aussattungspaket.


Lieferumfang & Technische Daten

Der kleine Lautsprecher kommt in einer stabilen Pappschachtel mit allem nötigen Zubehör. Neben der Box befindet sich ein USB-Ladegerät, ein USB-Kabel, ein Klinkenkabel mit 3.5mm Stecker, ein Stoffbeutel und eine Kurzanleitung im Lieferumfang.

Technische Daten

  • Bluetooth 4.0 mit aptX A2DP 1.2, AVRCP 1.4, HSP 1.2, HFP 1.6 (inklusive WBS und mSBC)
  • 2x 52mm Lautsprecher
  • Ausgangsleistung: 20W
  • Digitaler Soundprozessor (CSR 8670) für ausgewogenen Klang
  • Unterstützt NFC, Siri und S Voice
  • Batteriestatus bei iOS Betriebssystem
  • Automatisch beleuchtete Tasten, sobald sich die Hand nähert
  • Freisprechfunktion für Telefonate
  • Technische Daten
  • Frequenzbereich: 60Hz – 20kHz
  • Impedanz: 2 Ohm
  • Stromversorgung: 5V DC / 1A USB-Stromversorgung
  • 4.400mAh LG Lithium-Ionen Akku, 10h Laufzeit
  • Maße: 60x70x190mm
  • Gewicht: 730gr

Design & Verarbeitung

Das Äußere reißt mich ehrlich gesagt nicht gerade vom Hocker. Hier geht es eher nüchtern und funktionell zu. Das Gehäuse ist einfach rechteckig mit abgeschrägten Kanten. Die Lautsprecherabdeckung vorn und hinten besteht aus einem Metallgitter. Auch farblich geht man einen puristischen Weg: Der WOOME2 kommt in Schwarz oder Weiß. Eigentlich finde ich weiß immer gut, allerdings sieht mir die Box in dieser Farbe zu sehr nach Computerzubehör aus. Optisch gefällt mir deswegen Schwarz besser – allerdings sieht die blaue Tastenbeleuchtung vom weißen Gerät auch stylisch aus… Hmm, hier hat man also die Qual der Wahl.

Die verwendeten Materialien sind mit Blick auf den Preis okay. Alu sucht man hier zwar vergebens, doch macht der verwendete Kunststoff einen stabilen und hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist sehr gut, nichts knarzt oder knackt. Die auf der Unterseite angebrachten Gummifüße sorgen für einen rutschfesten Stand.


Konnektivität

Anschlusstechnisch bietet der WOOME2 eine breite Auswahl an Möglichkeiten: So findet Musik entweder drahtlos per Bluetooth mit aptX den Weg auf die Box. Oder ganz klassisch über ein angeschlossenes, gewöhnliches Klinkenkabel.
Nettes Detail: Wird der AUX-Anschluss gewählt, leuchtet der LED Ring um den Ein-/Ausschalter grün.

Geladen wird die kleine Box per USB, so dass kein extra, proprietäres Kabel herumgeschleppt werden muss. Das ist sehr löblich, allerdings mittlerweile auch Quasi-Standard.

Die Bluetooth-Connection klappt mit meinem iPhone übrigens auf Anhieb: Woome2 einschalten, Bluetooth-Connect Taste kurz gedrückt halten (der LED-Ring um den Ein-/Ausschalter blinkt ), Gerät in den Bluetooth-Einstellungen des Smartphones auswählen und der Speaker steht direkt als AirPlay Device zur Verfügung.

Hat man zwei WOOME2 und möchte diese zu einem Stereopaar verbinden so verbindet man einfach eine Box wie oben beschrieben. Danach betätigt man zuerst bei der ersten, bereits verbundenen Box und anschließend bei der anderen Box die TWS Taste. Nach wenigen Sekunden steht die Vebindung und man kann die Boxen in Stereo genießen.

Wie oben bereits erwähnt, lässt sich die WOOME2 auch als BT-Empfäner nutzen. Hierzu wird die Box einfach per Kabel am Kopfhörerausgang (ja, den gibt es auch!) mit dem Abspielgerät, z.B. einem Verstärker oder Receiver, verbunden.


Akku-Laufzeit

Die Akkulaufzeit wird mit 10 Stunden angegeben. Das kommt auch gut hin, eher ist hier noch etwas mehr drin. Für eine BT-Box finde ich das absolut ausreichend. Auf schwächer werdendem Akku weist eine rot blinkende LED hin.


Klangqualität

Klanglich gibt es eine kleine Überraschungen, denn schon im Solomodus klingt die Box richtig gut! So einen satten Bass und ein volles, mitreißendes Klangbild hatte ich bei der Größe nicht erwartet. Bass und Höhen können ja viele von den kleinen Dingern, bei der Woome2 kommen aber auch noch gut strukturierte Mitten dazu, so daß durchaus ein natürliches, homogenes Klangbild entsteht. Auch mit höheren Lautstärken wird die Box nicht überfordert. Klar, irgendwo ist bauartbedingt Schluss, aber eine moderate Gartenparty oder die musikalische Untermalung während dem BBQ geht mehr als in Ordnung. Wirklich klasse, was ich hier höre…

Verbindet man allerdings zwei WOOME2 miteinander, mag man es kaum glauben:
Im Stereoverbund wissen diese kleinen Dinger wirklich richtig zu überzeugen. Logo, zwei Boxen klingen immer besser als eine. Aber von der reinen Steigerung der Lautstärke einmal abgesehen, gewinnt die Musikwiedergabe durch die Stereoabbildung immens an Räumlichkeit, Details und Fundament. Man kann hier schon beinahe von einer Mini-Stereoanlage sprechen.


Vergleich mit Bose Soundlink Mini

Achtung: Es folgt reine Subjektivität!

Tja, wer hätte das gedacht! Der Soundlink Mini muss sich geschlagen geben, zumindest klanglich und auch nur sehr knapp.
Warum? Natürlich ist so ein Vergleich wie immer Geschmacksache und mag bei jemand anderem auch wieder zu einem völlig anderen Ergebnis führen. Aber mir gefällt der WOOME2 klanglich etwas besser, weil er transparenter, klarer und luftiger spielt.

Auch der Bassbereich ist knackiger, hat einfach mehr Kontur. Der Bose haut da im Vergleich eine Spur heftiger auf den Putz, was den Bass manchmal ein bisschen schwammiger und weniger punchig klingen lässt. Designtechnisch hat der BOSE dafür aber sehr deutlich die Nase vorn. An das zierliche Alugehäuse mit seinem matten Finish und der gefälligen Formensprache kommt der WOOME2 einfach nicht heran. So muss am Ende wieder jeder selbst wissen wo er seine Prioritäten setzt.


Weitere Bilder:


Fazit

Na da war ich aber überrascht! Bisher hatte ich die Bose Soundlink Mini als das Nonplusultra im Bereich der Bluetooth-Speaker dieser Bauart und Größe gehalten. Die WOOME2 kommt aber klanglich so ausgeglichen und vergleichsweise „erwachsen“  daher, daß sie sich diesen Thron im Sturm erobert.
Okay, sie ist auch etwas größer und schwerer. Und wenn man jetzt noch die UVP von EUR 119,90 mit in die Waagschale wirft, ist die Sache eigentlich klar.
Am Ende gibts eine fette Kaufempfehlung von mir für ein absolut toll klingendes und technisch ausgereiftes Gerät – am besten gleich im Doppelpack!


Die InLine WOOME 2 wurden mir für diesen Test von Intos leihweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Inline WOOME 2 | Bewertung

Inline WOOME 2 | Bewertung
8.9

Sound Solo

8.5 /10

Sound TWS

9.0 /10

Verarbeitung

9.0 /10

Funktion

9.0 /10

Preis/Leistung

9.0 /10

Pros

  • Toller Sound
  • Konnektivitäät
  • TWS-Mode

Cons

  • Design
  • Plastik-Gehäuse