Na das kam jetzt überraschend: Meze hat quasi aus dem Nichts die Lücke zwischen 109 Pro und Empyrean geschlossen: Willkommen Meze POET. Ein neuer Planar-Magnetostat in der Tradition von Empyrean und Elite, auch im Design genau in der Schnittmenge. Wie weit er an die Flaggschiffe herankommt und für wen er interessant ist? Finden wir heraus!


[Werbung] Der Meze POET wurde mir für diesen Test leihweise von headphone.shop zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Meze Audio

Meze Audio ist mittlerweile eine der führenden Marken im Bereich hochwertiger Kopfhörer. Gegründet 2011 von Antonio Meze in Rumänien, hat sich das Unternehmen durch erstklassige Verarbeitungsqualität, ergonomisches Design und natürlich einem überragenden Klang einen exzellenten Ruf in der Audiophilen-Community erarbeitet. Den Durchbruch schaffte Meze mit dem Meze 99 Classics, einem Over-Ear-Kopfhörer, der durch seinen warmen, natürlichen Klang und die Verwendung edler Materialien wie Holz und Metall begeistert. Dieser Kopfhörer war 2017 mein erster Test und zugleich mein Einstieg in die Welt von Meze.

Mit dem Meze Empyrean, einem magnetostatischen High-End-Kopfhörer, setzte Meze neue Maßstäbe. Der darauf folgende Meze Eliteden ich selbst erst vor kurzem getestet habe, gilt weiterhin als Spitzenmodell des Unternehmens, obwohl der Empyrean inzwischen mit dem Empyrean II einen Nachfolger erhalten hat.

Das aktuelle Portfolio von Meze Audio umfasst drei Serien: In-Ears, High-End-Over-Ears mit Rinaro Isoplanar®-Treibern (Empyrean, Elite, Liric) und dynamische Modelle wie den 109 Pro, die 99er Serie und den 105 AER (Test).

Rein preislich gab es bisher eine große Lücke bei den offenen Meze Modellen – zwischen 109 Pro (799€) und Empyrean (3.000€) klaffte eine große Lücke.

Diese schließt Meze nun mit dem offenen POET. Preislich mit 2.000€ in der Liric Region angesiedelt, könnte man ihn auch konzeptionell als offenen Liric bezeichnen – auch wenn das Design des Kopfbandes ein anderes ist. Bewährte Isodynamische Planartreiber aus der Top Serie schrauben die Erwartungen hoch.

Meze Audio POET

Schon zu Beginn unserer POET-Reise wussten wir, dass wir etwas Einzigartiges schaffen wollten – einen kompakteren, planarmagnetischen Kopfhörer mit offenem Prinzip, der genauso leistungsfähig ist wie unsere Flaggschiff-Modelle. Was wäre da besser geeignet als die absolute Spitze? In Zusammenarbeit mit unseren Freunden von RINARO ISODYNAMICS haben wir die Essenz der ELITE-Treibertechnologie zusammengefasst und ihr neues Leben eingehaucht. Ich glaube, POET ist mehr als nur ein Kopfhörer; er ist eine Verbeugung vor einem großen Schritt in unserer Entwicklung als Team und ein Zeugnis dafür, wie weit wir gekommen sind. 
Alex Grigoras, Acoustic Engineer at Meze Audio.

Der Meze POET bringt nun also endlich die bewährte Treibertechnik von Rinaro nach dem geschlossenen Liric auch in einem offenen Kopfhörer in die 2.000€ Region.

Entwickelt für anspruchsvolle Audiophile, vereint der Meze POET ganz Meze-typisch präzise Ingenieurskunst, edle Materialien und eine offene Bauweise zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis. Auf den ersten Blick wirkt der Meze wie eine Mischung aus Empyrean/Elite und Liric. Die Bügelkonstruktion ist neu, ich hätte hier die des Liric erwartet – optisch gefällt sie mir einfach besser. Wahrscheinlich ist die neue – an die Flaggschiffe angelehnte Version – aber komfortabler.

Folgende Hauptmerkmale zeichnen den POET aus:

  • Magnesiumchassis und Kopfband aus Titanlegierung: Eine Kombination aus Stärke und Leichtbau für dauerhaften Komfort.
  • Präzisionsgeschnittener Stahlgrill: Perfekte Balance zwischen Ästhetik und fein abgestimmter Akustik.
  • Kopfband aus weichem Veloursleder: Ergonomisch geformt für druckfreies, ganztägiges Hören.
  • Isodynamische Hybridtreiber: Ausgestattet mit Rinaro Isoplanar®-Treibern für außergewöhnliche Klangqualität und Details.
  • Ultra-leichtes Design: Trotz seiner Größe bleibt der POET mit 350g sehr leicht, was den Tragekomfort erhöht.
  • Ergonomische Ohrpolster: Die austauschbare Ohrpolster der Liric-Serie kommen auch beim POET zum Einsatz
  • Premium Kabel: Dem POET liegt ein Premium Copper Kabel mit 6.3mm Anschluss bei.
  • Luxuriöses Zubehör: Inklusive einem hochwertigen Tragekoffer der dem Premium-Charakter des Kopfhörers gerecht wird.

AMTS

Aber damit nicht genug: Recht überraschend setzt Meze m.W.n. als erster Fremd-Hersteller das patentierte AMTS System von Dan Clark Audio ein. Der Meze POET ist mit dem Acoustic Metamaterial Tuning System (AMTS) von Dan Clark Audio ausgestattet, das die Hochfrequenzwiedergabe optimieren soll und unerwünschte Spitzen eliminiert. Dadurch entsteht eine sanftere, immersivere Klangsignatur mit verbesserter Klarheit und Ausgewogenheit, die lange Hörsessions noch angenehmer macht.

Bereits der Liric hatte solch ein Element, ebenfalls mit Technology von DCA, damals hieß es allerdings anders (QWRM). Inwieweit sich das technisch unterscheidet zum jetzt „offiziellen“ AMTS kann ich nicht sagen.

Der MZ6 Isodynamic® Hybrid Array-Treiber

Das Herzstück des POET ist der revolutionäre Rinaro MZ6 Isodynamic® Hybrid Array-Treiber – eine Weiterentwicklung der preisgekrönten Technologie aus LIRIC und ELITE. Speziell für den POET entwickelt, setzt er neue Maßstäbe in Klarheit, minimaler Verzerrung und räumlicher Präzision.

  • Ultra-High-Resolution Audio – Erreicht Frequenzen bis 96 kHz und bietet eine weitläufige, natürliche Klangbühne.
  • Federleichter Komfort – Mit nur 73 g sorgt der MZ6-Treiber für langanhaltenden Hörgenuss ohne Ermüdung.
  • Minimale Verzerrung – Mit einem Klirrfaktor von unter 0,05 % über den gesamten Frequenzbereich garantiert er ein unverfälschtes Klangerlebnis.

Eine geometrische Besonderheit der ovalen Treiber: Sie sind im Gegensatz zu radialen oder rechteckigen Treibern nicht komplett konzentrisch, sondern asymmetrisch und haben zwei Bereiche:

Switchback-Spule
Die Switchback-Spule ist speziell darauf ausgelegt, niedrige Frequenzen effizienter wiederzugeben. Sie befindet sich im oberen Bereich des Treibers.

Spiralspule
Die Spiralspule bietet eine höhere Effizienz bei der Wiedergabe mittlerer und hoher Frequenzen. Sie ist so positioniert, dass sie direkt über dem Gehörgang liegt. Dadurch können die Schallwellen ohne Zeitverzögerung und mit größerer Präzision in das Ohr gelangen.

Bild: Meze

Bild: Meze

Die gezielte Platzierung der effektivsten Membranzone für mittlere und hohe Frequenzen direkt über dem Gehörgang verstärkt den Direktschall. Dies verbessert die 3D-Abbildung und die räumliche Lokalisierung, insbesondere für Frequenzen oberhalb von 10 kHz.


Lieferumfang und Verpackung

Die Verpackung erinnert an die TOP Modelle: Der Meze POET kommt in einem mattschwarzen Kunststoffcase, verpackt in einem braunen Transportkarton. Der Umkarton ist einfach, simple braune Pappe mit bedrucktem Teilbereich. Im Inneren des Koffers liegt der Kopfhörer in einem ausgeschnittenem Schaumstoffbett samt Kabel in einem Kunstlederbeutel. Eine Produktbroschüre im Stile eines Fashion-Lookbooks rundet den Lieferumfang ab.


Technische Daten

Eigentlich wie immer für die meisten nur eine wenig aussagende Info, aber gern hier der Vollständigkeit halber:

  • Treiber-Typ: Rinaro Isodynamisches Hybrid-Array®
  • Arbeitsprinzip: Offen
  • Ohrkopplung: Zirkumaural
  • Frequenzbereich: 4 Hz – 96 kHz
  • Impedanz: 55 Ω
  • Empfindlichkeit: 101 dB SPL/mW bei 1 kHz
  • Maximaler SPL: > 130 dB
  • Harmonische Gesamtverzerrung (THD): <0.05%
  • Gewicht: 350gr (ohne Ohrpads)

Verarbeitung und Design

Meze setzt von Beginn an auf langlebige, leicht reparierbare Produkte und kombiniert Nachhaltigkeit mit exzellenter Klangqualität und eigenständigem Design. Alle Komponenten lassen sich bei Bedarf austauschen. Auch der POET stellt hier keine Ausnahme dar. Dieser Ansatz ist mehr als vorbildlich. Auch wenn ich persönlich noch nie Probleme hatte – die Gewissheit im Falle der Fälle auf Support & Ersatzteil durch den Hersteller zu bekommen ist eine Versicherung für die Zukunft.

Auch die Verarbeitung entspricht ganz der Meze-Tradition und lässt wieder einmal keinerlei Zweifel an der Qualität aufkommen. Die Konstruktion ist gut durchdacht, der Kopfhörer makellos gefertigt und erinnert in der Verarbeitungspräzision fast an handwerkliche Kunst. Alle Bauteile sind ausschließlich mit Schrauben verbunden, was eine vorbildliche Wartbarkeit gewährleistet. Damit trifft Meze genau den Zeitgeist – nachhaltiger kann Kopfhörer-Design wohl kaum sein.

Meze Audio POET
Ganz gleich, welches Meze-Modell man betrachtet – das Design ist immer erstklassig und hebt sich mit seiner eigenständigen Formsprache deutlich von den meisten Mitbewerbermodellen ab. Der POET ist da keine Ausnahme und grundsätzlich am Design (Form) des Liric angelehnt, unterscheidet sich aber in Details.

Die auffälligste Unterscheidung findet sich an der Kopfbügelkonstruktion. Der POET orientiert sich mit dem breiten Leder-Kopfband an Elite und Empyrean. Die hierzu erforderlichen Bügel sind allerdings nicht aus Carbon, sondern aus Titan-Legierung und erinnern an die Bügel von Dan Clark Audio. Mir gefällt das Liric Design besser – cleane Optik, alles in einem Teil, Bügel und Polster – allerdings ist das neue Design komfortabler.

Die Ohrmuscheln aus Magnesium entsprechen von der Form her den Liric Cups. Nur sind sie dieses Mal nicht geschlossen, sondern offen. Für Luftdurchlässigkeit sorgt ein kupferfarbenes Gitter im Muster des Elite. Die stufenlose Kopfweitenverstellung erfolgt weiterhin über die bekannten Passungen ohne Rasterung rein auf Reibung basierend. Das funktioniert grundsätzlich sehr gut, verstellt sich aber leichter als eine feste Rasterung und muss immer mal nachjustiert werden. Leider hat man beim Poet vergessen, einen dedizierten Angriffspunkt für die Finger zum einhändigen Verstellen auf jeder Seite vorzusehen – oder ich habe den Dreh noch nicht raus….

Das Kabel
Die handgeflochtenen Premium Kabel aus Furukawa PCUHD Copper des Meze Elite ist 2.5m lang und mit einem 6.3mm Stecker terminiert. Das wohlbekannte Kabel ist aufgrund der Flechtung extrem flexibel und auch haptisch extrem handschmeichlerisch. Es ist schwer, fällt aber leicht und verdreht sich nicht. Stecker und Splitter aus Metall sind perfekt verarbeitet und von exzellenter Qualität.

Eine freie Wahl des Kabels wie bei anderen Flaggschiff-Modellen (Elite, Empyrean, Liric) hat man aktuell leider nicht. Dem Liric liegen immerhin zwei Kabel bei, ein Premium Kabel mit 4.4mm Stecker und ein Standardkabel mit 3.5mm. Diese Kombination hätte dem POET auch besser zu Gesicht gestanden. Dafür ist das POET Kabel nun satte 2.5m lang. Trotzdem: Ich tippe mal, daß für die meisten Käufern des POET das 6.3mm Kabel nicht die erste Wahl wäre und sie das kürzere 4.4mm Kabel bevorzugen würden.

Das Case
Ganz ähnlich wie Elite und Empy kommt der POET in einem schwarzen Hardcase, welches genug Platz für den Kopfhörer und das Kabel bietet. Einen kleinen DAP bekommt man notfalls auch noch unter. Das Case ist nicht ganz so hochwertig wie das des Elite – auch fehlt ein Tragegriff – aber deutlich besser als ein dünner Beutel oder ein


Tragekomfort

Der Meze POET überzeugt mit einem außergewöhnlichen Tragekomfort. Das breite, großzügig dimensionierte Kopfband aus echtem Leder verteilt den Druck gleichmäßig und großflächig über den Kopf und verhindert so unangenehme Druckstellen. Dadurch lässt sich der POET auch über längere Zeiträume hinweg mühelos tragen. Das Band ist etwas dünner als das von Empyreaan/Elite.

Die Treibergehäuse – und damit auch die Ohrpads – sind kleiner als die von Elite & Empyrean. Trotzdem bieten sie zumindest für meine Ohren ausreichend Platz. Der Schaumstoff ist superweich und der Lederüberzug ist sehr angenehmm.

Etwas kritisieren muss ich die Bügelkonstruktion – ähnlich wie bei den Dan Clark Audio Modellen überträgt der Draht jede Berührung unumwunden in den Treiber. Wer möchte, kann so die Bassline mitzupfen….


Klangqualität

Aus allen Modellen von Meze gefällt mir bis heute der Elite am besten. Diese vollmundige, warm-wohlige Mischung aus audiophiler Präzision und „HiFi“ Abstimmung hat mich bisher immer in Ihren Bann gezogen Der Elite ist weder neutral noch ist er der bestauflösende Kopfhörer auf der Welt – aber er hat einfach verdammt viel Charakter und ist schlicht pures Hörvergnügen. Ob der POET da heran kommt?

Gehört habe ich den Meze POET stationär am Feliks Euforia Evo (Test), dem Questyle CMA Fifteen (Test) und dem Violectric V226 (Test V222). Als Vertreter der mobilen Fraktion mussten der Cayin N6III und der iBasso DX320 Max (Test) ran.

Der POET zeigte an sämtlichen Geräten eine ordentliche Leistung, doch sein volles Potenzial entfaltete er vor allem in Kombination mit stationären Komponenten – allen voran dem exzellenten Röhrenverstärker von Feliks Audio.

Allgemeine Klangbeschreibung

Der Meze Audio POET kommt mit einer intimen, kompakten Klangbühne und einer recht mitten-lastigen Tonalität, die insbesondere akustischer und orchestraler/klassischer Musik gut zu Gesicht steht. Der Bass ist kontrolliert, mit deutlichem Fokus auf den Mid-Bass, während der Tiefbass recht dezent bleibt. Bassdrums kommen im Kickbereich sehr direkt, ebenso der Snaresound. Bei höheren Lautstärken ist das sehr „in your face“. Perfekt dort wo es passt, es kann aber auch anstrengend sein.

Im Bereich der Mitten ist der POET vollmundig, detailreich und leicht betont, wodurch Stimmen natürlich und echt präsentiert werden. Insgesamt setzt der POET eher auf „musikalische“ Tonalität, Wärme und eine angenehm durchhörbare Klangsignatur statt auf analytische Perfektion oder maximale Auflösung und Detailreichtum. Das macht ihn ideal für Hörer, die emotionale Musikwiedergabe schätzen und sich in der Musik verlieren wollen.

Der Klang des Meze POET im Detail (mit Vergleich zum Elite):

Bass

Der Bass ist recht präsent, aber mit einem leichten Fokus auf den Mid-Bass-Bereich. Subbass ist vorhanden, jedoch eher dezent, wodurch der POET weniger für basslastige Genres geeignet ist. Aber auch schlechte Produktionen – wie sie insbesondere im Metal der 80er und 90er vorkommen – sind nicht seine Stärke. Stattdessen punktet er bei modernen Produktionen mit gutem Punch und direkter Klarheit. Snaredrums klingen richtig fett und kraftvoll – als Drummer mag ich das natürlich!

Der ELITE im Vergleich bietet eine insgesamt deutlich ausgeprägtere Tiefbasswiedergabe mit Subwoofer-ähnlichem Charakter, insbesondere mit den Hybrid-Pads.

Mitten

Die Mitten sind sehr präsent: Sie sind vollmundig, detailliert ausgearbeitet und leicht hervorgehoben. Vor allem Stimmen, insbesondere weibliche Vocals, erscheinen besonders präsent und emotional ansprechend. Im Rock und Metal wichtige verzerrte Gitarren klingen im oberen Mittelbereich etwas gepresst, nasal -dürften gerne mehr Strahlkraft in die Höhen und mehr Saft in Richtung Bass haben.

Der Elite bietet ebenfalls herausragende, aber leicht zurückgesetzte Mitten – jedoch mit einer wärmeren und organischeren Tonalität sowie einer noch höheren Natürlichkeit, Auflösung und Transparenz. Beide Modelle liefern emotionale Mitten, wobei der ELITE durch seine größere Detailfülle und bessere Auflösung punktet. Der POET kann hier und dort etwas fordernder klingen.

Höhen

Die Höhen sind gut auf den Rest des Frequenzspektrum abgestimmt, sind niemals scharf oder aggressiv. Sie bieten eine angenehme Brillanz, ohne aber in die obersten Frequenzbereiche vorzudringen. Dadurch ist der POET bei ausgedehnten Hörsessions zwar ein entspannter Begleiter, lässt aber das letzte bisschen luftige Brillanz vermissen.

Auch das macht der Elite besser. Während der POET in den Höhen analytischer wirkt, bietet der ELITE eine entspanntere Abstimmung für entspannteren Hörgenuss.

Separation & Auflösung

Statt auf extreme Detailtreue oder technische Perfektion zu setzen, konzentriert sich der POET auf musikalische Dynamik und eine wohlklingende Klangsignatur. Sein Klang ist leicht wärmer als neutral, aber je nach Setup bleibt er transparent genug für die Darstellung klanglicher Nuancen.

Bühne

Die Bühne des POET ist eher kompakt und intim, was schon fast eher an eine geschlossene Bauweise erinnert. Die luftige und weitläufige Räumlichkeit eines Elite oder Empyrean erreicht der POET nicht. Bei manchen Stücken kann das sogar von Vorteil sein – z.B. bei kleinen Ensembles oder reduzierten Jazz-Sachen.

Klar, der Vergleich ist unfair – der Elite kostet das Doppelte! Natürlich ist er in allen Belangen deutlich besser. Das schmälert aber nicht die Leistung des Poet, sondern setzt sie nur in korrekte Relation angesichts des Preisunterschiedes.


Fotos


Fazit

Der POET gibt sich schon auf den ersten Blick als ein echter Meze Audio Kopfhörer zu erkennen. Design und Verarbeitung sind auf markentypisch sehr hohem Niveau. Mit 2.000€ positioniert er sich unterhalb des Empyrean (3.000€) und oberhalb des 109 Pro (799€).

Klanglich bietet er eine neue Abstimmung, die ebenfalls zwischen diesen beiden Kopfhörern liegt. In den Höhen und Bässen etwas zurückhaltender als der 109 Pro, gleichzeitig mittenbetonter und weniger involvierend als der Empyrean oder insbesondere der Elite. Für Metal und Rock würde ich weiter eher zum 109 Pro, Empyrean II oder gleich zum Elite (mein absoluter Favorit) greifen – je nach Geschmack und Investitionsbereitschaft.

Trotzdem: Der Poet ist ein feiner Kopfhörer mit tollem Klang und überragender Ästhetik.


Meze Audio POET | Bewertung

9.3

Sound

9.5/10

Verarbeitung

10.0/10

Komfort

9.5/10

Preis/Leistung

8.0/10

Pros

  • Sehr gute Klangqualität, Fokus auf Mitten
  • TOP Verarbeitung
  • Hoher Tragekomfort
  • Austauschbare Ohrpolster
  • Angenehme Tonalität

Cons

  • Kopfbügel anfällig für Mikrofonie
  • Kabel nicht frei wählbar