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Questyle M15 Mobiler Dac/Amp | Testbericht

Erst im Januar hat Andi den Vorgänger getestet und war bis auf zwei kleine Kritikpunkte begeistert. Nun steht mit dem Nachfolger der Questyle M15 parat, um das Erbe anzutreten und dieses mal wirklich alles richtig zu machen. Was genau das ist und ob sich der Questyle M15 im Dschungel der DAC-Sticks behaupten kann, das werde ich im Folgenden herausfinden.


[Werbung] Der M15 wurde von mir für diesen Test leihweise vom Deutschlandvertrieb NT-Global zur Verfügung gestellt und danach von mir erworben. Vielen Dank!


Der Questyle M15 – mobiler Dac/Amp

Bei Questyle werde ich ja immer hellhörig. Die kleine und feine Audioschmiede hat es in der Vergangenheit mit allen Produkten geschafft, Maßstäbe zu setzen. Klangqualität, Verarbeitung und Funktionalität Sind immer erstklassig. Der Desktop Kopfhörer Verstärker und DAC – der Questyle CMA400i (Test) – hat viele Jahre auf meinem Schreibtisch gute Dienste geleistet. Er wurde erst kürzlich durch den Questyle CMA Fifteen (Test) abgelöst – bleibt aber trotzdem meine absolute Kaufempfehlung unter 1.000€!

Erst vor ein paar Monaten hat Questyle den ultrakleinen M12 veröffentlicht – und der hat Andi im Test ziemlich überzeugt. Es fehlt nur eine manuelle Gain Regelung und ein symmetrischer Kopfhörer-Ausgang. Beides hat man nun für den M15 nachgerüstet und liefert auch optisch mit einer Glas-Vorderseite mit freiem Blick auf die technischen Innereien einen absoluten Leckerbissen ab.

Links: M15, rechts: M12

Technisch lässt Questyle sowieso nix anbrennen, und so bietet der M15 allerlei Schmankerl.

Was bietet der Questyle M15

  • Eigenständiger, leistungsstarker Current Mode Verstärker (CMA)
  • ESS Flagship USB DAC ES9281AC
  • Zwei GAIN Stufen
  • TOREX Power Management
  • 32-Bit/384kHz
  • DSD256
  • 3.5mm unbalanced and 4.4mm balanced Kopfhörerausgang
  • MQA
  • Apple kompatibel

SiP Current Mode Verstärker

Die Current Mode Amplification Technologie hat einen großen Vorteil gegenüber so manchen anderen DAC/AMP Dongles. Dank des SiP Moduls ist der M15 frei von der Leistungsbegrenzung des verwendeten Chips des Operationsverstärkers. Das bedeutet, dass ihr mit dem M15 mehr noch wie bereits auch mit dem M12 vorher trotz der kleinen Größe ordentlich Dampf auf die Ohren bekommen könnt. Konkret hat sich die Leistung bei 300Ω von ca. 12mW beim M12 auf über 22mW beim M15 fast verdoppelt. Aber Achtung: Vorsichtig mit hohen Lautstärken! Ihr habt nur ein Gehör!


Lieferumfang und Verpackung

Die Verpackung ist identisch mit der des M12 – nur dementsprechend größer. Aus einem Schuber aus dicker, mattschwarzer Pappe lässt sich Schubladengleich ein Schuber herausziehen. Der M15 ist sicher in Schaumstoff gebettet. Darunter befindet sich das Zubehör: Zwei USB-Kabel auf USB Kabel. Leider hat es Questyle auch hier wieder verpasst, ein Lightning Kabel hinzuzufügen. Wer ein Apple Produkt verwendet, muss sich hier leider noch das passende USB-C auf Lightning Kabel besorgen. Hier gibt es z.B. ein ddhifi Lightning auf USB-C Kabel: (Link*).


Design & Verarbeitung

Questyle ist für klares Design und hochwertige Material- sowie Verarbeitungsqualität bekannt. Und genau das bekommt man auch beim M15. War der M12 noch aus zwei Gehäusehälften mit umlaufender Stoßkante zusammengesetzt, so folgt man beim M15 einem anderen Ansatz. Das Aluminiumgehäuse ist dieses Mal nahtlos ausgeführt. Dafür bildet eine Glasscheibe den Abschluss und gibt den Blick auf das aufgeräumte und tadellos bestückte Innere frei.

Damit folgt man einem Ansatz, den einige kennen werden: Auf Messen konnte man in der Vergangenheit diverse Questyle Geräte mit einer transparenten Abdeckung, die den Blick auf die Innereien preisgibt, bewundern. Tolle Idee, dieses „Konzept“ nun auch beim kleinen M15 anzuwenden.

Die klare geometrische Form in Verbindung mit der Sichtscheibe bietet eine aussergewöhnliche Optik, mit der sich der M15 effektvoll von seinen Konkurrenten absetzt.

Verarbeitungstechnisch ist wie gewohnt alles auf allerhöchstem Niveau. Die Buchsen sind sauber eingefasst und der Gain-Slider läuft gut und rastet präzise in beiden Positionen ein.


Technische Daten

Sind die kleinen DACAMP USB-Bars eine echte DAP Alternative? Kommt drauf an. Leistungstechnisch und auf dem Papier stellen sie jedenfalls eine echte Konkurrenz dar. Viele andere USB-Dacs übertrifft der M15 schon auf dem Papier deutlich.

DACESS flagship USB DAC chip ES9281AC
Unterstützte FormatePCM: 32kHz – 384kHz (16/24/32Bit)
DSD64(1Bit 2.8MHz) , DSD128(1Bit 5.6MHz), DSD256(1Bit 11.2MHz)
Kopfhörerausgänge3.5mm standard headphone jack x1
4.4mm balanced headphone jack x1
Ausgangsleistung3.5mm:RL=300Ω,Po=11.97mW, Vout(Max)=1.895Vrms,THD+N=0.00045%
4.4mm:RL=300Ω,Po=22.60mW, Vout(Max)=2.624Vrms,THD+N=0.00057%
Freuquenzgang±0.1dB(20Hz-20kHz)
THD + N0.0003%
Größe61.8mm x 27.2mm x 12mm
[Quelle: Questyle.com]

Funktionen & User Interface 

Bedienung
Plug´n´Play. Keine Treiber – keine App. Purismus pur. Insofern gibts hier nicht viel zu schreiben. Außer: Der beim M12 noch fehlende manuelle Gain Umschalter ist nun dabei. Das ist dann auch der einzige Schalter / Taster am M15.

Schade eigentlich, denn zur Vollkommenheit hätten nur noch eine Play/Pause und zwei Lautstärketasten gefehlt. Aber vielleicht liefert Questyle das dann beim nächsten Mal nach.

Filter und Klangeinstellungen
Auch hier: Fehlanzeige. Es gibt schlicht nix einzustellen. Somit setzt man die Philosophie streicht um: Schnörkellos und frei von Schnickschnack waren die Questyle Geräte ja schon immer…

Leistung und DAC
Wow, da ist Kraft vorhanden. Über mangelnde Power dürfte sich niemand beschweren. Selbst ein HD800S oder ein Dan Clark Audio Aeon Noire stellt kein Problem dar. Auf High-Gain sind damit sogar gesundheitsschädliche Lautstärken machbar. Die gewählte Einstellung wird über eine LED angezeigt.

Der ESS DAC ES9281AC ist 32-Bit-2-Kanal-Digital-Analog-Wandle und unterstützt Samplingraten von 16, 24, 32Bit, 44.1, 48, 88.2, 96, 176.4, 192, 352.8, 384kHz bis hin zu nativem DSD 256.

Die aktuelle Samplingrate wird über eine zweite LED signalisiert. Hier gibt es folgende Codierung:

  • Grün: bis 48kHz
  • Rot: Hi-RES lossless bis PCM 88.2kHz~384 kHz & Native DSD64~DSD256.
  • Magenta: MQA

Klangqualität

Vorweg: Ich habe nach dem M12 und meiner generellen Erfahrung mit Questyle ja schon so Einiges erwartet. Aber der Questyle M15 übertrifft meine Erwartungen und stellt aktuell die für mich beste Lösung in diesem Formfaktor dar!

Aber der Reihe nach….

Kompatibilität und Zuspieler
Ich betreibe den M15 an meinem iPhone mit den verschiedensten Kopfhörern und Inears. Für diesen Test sind das konkret der Hifiman Edition XS, der Dan Clark Audio Aeon 2 Noire, der Softears Volume, der 64 Audio U12t, der Vision Ears EXT und der Sennheiser IE900. Und der kleine Winzling kommt mit allen sehr gut klar. Etwas problematisch wird es mit dem extrem empfindlichen Campfire Audio Andromeda Gold. Mangels einer dedizierten Lautstärkeregelung übernimmt dies mein iPhone. Die Abstufung ist hier per Seitentasten aber suboptimal, die Sprünge sind mir zu groß – selbst die erste Stufe kann schon manchmal zu laut sein. Also ist die Regulierung per Touchscreen Slider angesagt. Nicht ganz so komfortabel wie es sein könnte.

Klang
Was bei den ersten Takten sofort auffällt, ist eine absolut saubere und reine Transparenz und Klarheit – ganz genau so wie ich das bereits von den stationären Questyle Geräten kenne. Keine Ahnung ob das an der Current Mode Verstärkung liegt, aber diese Klangreinheit ist für mich typisch Questyle.

Tonal gibt sich der M15 diplomatisch und behandelt alle Frequenzbereiche gleichermaßen ohne einen bestimmten zu bevorzugen. Dabei bleibt er auf der einen Seite absolut hochauflösend, auf der anderen Seite aber harmonisch und wunderbar organisch.

Ein weiteres, herausragendes Merkmal ist die impulsive und knackige Wiedergabe von Transienten. Vor allem Schlaginstrumente profitieren von dieser Schnelligkeit und Dynamik. Ebenso erstaunlich ist die Instrumentenseparation und das vorbildliche Auflösungsvermögen. Das alles in Verbindung mit der kraftvollen Wiedergabe macht selbst einen – zugegebenermaßen schon sehr guten – Softears Volume (250€) zu einem absoluten High-End InEar.


Fotos


Fazit

Und wieder einmal überzeugt Questyle auf ganzer Linie und lässt die Konkurrenz weitgehend hinter sich. Was der kleine M15 klanglich zu bieten hat, ist schlicht phänomenal und kommt sehr sehr dicht an die Performance von aktuellen DAP heran. Zusammen mit gewohnt perfekter Verarbeitung und einem zeitlosen und raffinierten Design bietet sich der kleine DAC/Amp uneingeschränkt zum Betrieb an modernen Smartphones an und bietet höchsten Musikgenuss und kraftvolle Verstärkung für nahezu alle Kopfhörer – egal ob empfindliche Inears oder hochohmige Studio-Kopfhörer. Der Vorgänger M12 hat es bereits angedeutet: der M15 ist für mich aktuell der König dieser Geräteklasse.

Fantastische Klangqualität und kraftvolle Verstärkung in Verbindung mit einem genialen Design und toller Alltagstauglichkeit – wer aktuell das Nonplusultra bei mobilen DAC/AMPS sucht, kommt am Questyle M15 nicht vorbei. Absolute Kaufempfehlung!


Questyle M15 Mobiler Dac/Amp | Bewertung

9.4

Verarbeitung

9.8/10

Konnektivität

8.0/10

Funktionen

9.0/10

Klang

10.0/10

Preis/Leistung

10.0/10

Pros

  • Erstklassige Klangeigenschaften
  • Kraftvolle Verstärkung
  • Transparent und druckvoll
  • Tolle Optik & Verarbeitungsqualität

Cons

  • Keine Steuerungstasten
  • Kein Case im Lieferumfang