[Werbung] Der RHA T20 Wireless wurde mir für diesen Test von RHA zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Nach dem Release des True Wireless InEars „True Connect“ von RHA bringen die Schotten den nächsten drahtlosen InEar auf den Markt. Beim T20 Wireless handelt es sich aber eigentlich um einen alten Bekannten – zumindest der Bezeichnung nach. Denn der kabelgebundene T20(i) ist schon seit Jahren beliebt und erfolgreich. Der neue InEar verspricht viel: Ist er durch das abnehmbare Bluetooth-Nackenkabel der bessere T20?


Der RHA T20 Wireless

Erst kürzlich schrieb ich bei einem anderen Neckband-InEar Test – dem Sennheiser IE80SBT (zum Test hier entlang) – in der Einleitung, daß in Zeiten von True Wireless InEars die Nackenband Varianten eigentlich veraltet sind – nur um nach dem Test eines besseren belehrt gewesen zu sein und die Vorzüge eines Verbindungskabels schätzen gelernt zu haben.

Der T20 Wireless setzt sich im Grunde aus dem bekannten T20 und dem RHA Bluetooth Nackenband, wie es auch dem CL2 beiliegt, zusammen. Der T20 war einer der ersten InEars, die ich hier auf Kopfbox hatte. Auch die Wertung war damals beachtlich – 9.3 hat er geholt. Kann der Neue da mithalten?

Ausstattungsmäßig kann er auf jeden Fall punkten. Denn daß RHA zusätzlich zum Bluetooth-Kabel (ja, wie soll man es sonst nennen?) auch ein normales Kabel mit 3.5mm Klinkenstecker beiliegt, ist genial. Damit wird das Paket sehr flexibel einsetzbar. Das ist natürlich nur möglich, da man den T20 nun mit MMCX-Buchsen für abnehmbare Kabel ausgestattet hat. Herzstück des InEar sind natürlich wieder die DualCoil™ Treiber und die drei verschiedenen, austauschbaren Paar Klangtuning-Filter.

Beim DualCoil™ Treiber habdelt es sich quasi um eine Weiterentwicklung des dynamischen Treibers. Zwei statt einer Spule sollen hierbei für einen naturgetreuen und verzerrungsarmen Klang sorgen.


Design und Verarbeitung

Man kann RHA in Punkto Verarbeitungsqualität nur beste Arbeit bescheinigen. Die aus spritzgegossenem Edelstahl gefertigten InEars sind makellos zusammengesetzt, die Kabelanschlüsse sind fest und zentriert eingelassen. Die an die Anatomie der Concha angelehnte Form ist optimal – zumindest für mich. Das Bluetooth Neckband scheint mir das gleiche zu sein welches auch dem RHA CL2 (Test hier) beiliegt. Soft-Touch Oberfläche und Bedienteil im rechten Kabel. Geladen wird die Bluetooth Einheit via USB-C. Das beigelegte Audio-Kabel ist gummiummantelt, fasst sich gut an und ist mit einem robusten 3.5mm Stecker ausgestattet.

Quelle: RHA

Die mitgelieferte Neoprentasche ist übrigens sehr gut und bietet echten Mehrwert. Sie ist schön handlich und geräumig. Hier legt man ja gerne den Rotstift an – nicht so RHA. Und mal ehrlich: Was kostet so ein Täschchen? Wird hier aber gespart, fällt es negativ auf. RHA macht hier jedenfalls alles richtig!


Tragekomfort

Zum Tragekomfort muss ich auch nicht mehr viele Worte verlieren, der ist in meinen Ohren einfach perfekt. War beim T20 so, beim CL1 & CL2 und ist auch beim T20 Wireless wieder ganz genauso: Von allen InEars mit Kabelführung über dem Ohr ist diese Form für mich einfach unerreicht bisher. Das Neckband ist leicht und die zwei Enden mit Akku und Bluetooth & DAC Technik liegen unauffällig auf der Brust bzw. dem Schlüsselbein auf.


Lieferumfang und Verpackung

Geliefert wird der T20 Wireless in einer weißen, ansprechend gestalteten Pappschachtel mit Produktfoto auf der Vorderseite und den technischen Daten auf der Rückseite. Der Lieferumfang ist mehr als ordentlich, allein die Beigabe eines normalen Kabels ist schon klasse. Die Auswahl an beigelegten Ohrstöpseln runden das Paket ab.

  • T20 Wireless 
  • Stahlverstärktes 3,5 mm – MMCX OFC-Kabel
  • aptX™-kompatibel Bluetooth – MMCX Halsband
  • Abstimmfilter (Bass/Höhen/Referenz) mit Halter
  • 6x Paar Doppeldichte Silikon-Ohrstöpsel (S/M/L)
  • 2x Paar Doppelflansch-Silikon-Ohrstöpsel (S/L)
  • 2x Paar Comply™ Foam Tsx400 Ohrstöpsels
  • Bekleidungsklammer
  • Sportclip
  • Neopren-Tragetasche

[Quelle: rha-audio.com]


Quelle: RHA

Technische Daten

  • Treiber: DualCoil™ dynamisch
  • Frequenzbereich: 16 – 40,000Hz (kabelgebunden)
  • Impedanz: 16 Ohm
  • Nenn-/Maximalleistung: 2/5mW
  • Empfindlichkeit: 90dB
  • Gewicht: 37g (kabelgebunden), 48g (drahtlos)
  • Bluetooth: Version 4.1, 10m Reichweite, aptX™-kompatibel
  • Fernbedienung & Mikrofon : 3-Knopf, Universal
  • Akku: Li-ion, 12 Stunden
  • Herstellergarantie: 3 Jahre, international

Funktionen und Bedienung

Über das in der rechten Zuleitung integrierte Bedienteil lässt sich die Musikwiedergabe steuern und Telefonate annehmen bzw. ablehnen. Ebenso ist natürlich eine Lautstärkekontrolle eingebaut und es lässt sich – wenn gewünscht – ein Sprachassistent starten. Das Pairing geht schnell und einfach, danach kann der T20 als Abspielgerät ausgewählt werden. Warum allerdings für iOS Geräte nur SBC und kein AAC unterstützt wird, bleibt mir ein Rätsel. AAC sollte mittlerweile als Standard gelten. Zumal die Android Fraktion mit aptX bedient wird. Da die Bluetooth Funktionalität aber i.d.R. nur unterwegs zum Einsatz kommt, sehe ich hier auch gar keinen großen Nachteil. Denn auch wenn die Isolation super ist, so werden doch stets Details von lauten und durchdringenden Umgebungsgeräuschen maskiert.

Die Laufzeit gibt RHA mit 12 Stunden an. Ganz ehrlich? Das ist mehr als genug, ich habe nicht gemessen wie lange meiner hält. Wenn die Batterieladung schwächelt, wird er geladen und gut ist. Für die normale Nutzung finde ich persönlich alles über 6 Stunden völlig ausreichend.

Klangfilter

Die RHA klangfilter sind vom T20 bekannt, deshalb übernehme ich den folgenden Absatz einfach. RHA hat hier mit den schraubbaren Filtern eine wirklich gute Lösung umgesetzt.
Auch genial: Die Filter sind auf einer Edelstahlplatte eingeschraubt. So können sie beim Transport nicht so leicht verlorengehen. RHA legt dem T20 Wireless drei Paar Filter bei:

  • Reference
  • Bass
  • Treble
Quelle: RHA

Reference Filter
Ich habe die untenstehende Klangbeurteilung mit den neutralen „Reference“ Filtern durchgeführt. Mit diesen hat mir der T20 Wireless am besten gefallen. Das gesamte Klangspektrum ist  zwar recht neutral abgestimmt, aber durch die leichte Badewannenabstimmung trotzdem mächtig spaßig. Einzig dieser ominöse 2-7kHz Buckel klingt mit den Reference Filtern teilweise nervig. Unten gehe ich näher drauf ein.

Bass-Filter
Da ich die Bassmenge bei den Reference Filtern genau richtig empfinde, sind mir die Bass-Filter etwas zuviel des Guten.
Auch wenn der Bass noch fest ist und nicht verzerrt, ist es mir doch etwas zu ungenau und zu massiv. Bassheads werden damit aber warscheinlich voll auf ihre Kosten kommen.
Außerdem kommen mir die oberen Mitten und unteren Höhen ein wenig bedämpft vor, sie verlieren an Spritzigkeit und Frische. Dafür handeln die Bassfilter den 2-7kHz Buckel besser, er sticht hier nicht so präsent heraus.

Treble-Filter
Für mich und bei meiner Musik wird mir die Höhenbetonung zu viel. Für Rock und Metal ist das keine Option.


Klang

Folgende Beschreibung ist mit den Reference Filtern entstanden.
Die Klangsignatur ist absolut frisch und fordernd. Bass und Höhen sind betont, aber die Tonalität ist von Wärme und kitschigem Schmelz ungefähr so weit entfernt wie mein Musikgeschmack vom Musikantenstadl. Der T20 ist klar und präsent, treibt nach vorn und zeigt sich sehr involvierend. Ziemlich beeindruckend – gäbe es da nicht einen kleinen Haken…

Dejà-Vu: Genau wie RHAs Topmodell CL2 hat RHA wieder einen Buckel bei 2-7kHz eingearbeitet. Warum macht man das? Ich lese immer, daß dies zu einer Anhebung von Details von Cymbals oder Gitarrenriffs soll. Und das macht es auch. Leider muss ich sagen, denn schön finde ich das nicht. Bei Metal – und den höre zu 99% – führt das zu einem teilweise gnadenlos metallisch harschen Klang. Passt doch zu Metal, oder!? Nee, passt nicht!. Vor allem dann, wenn die Produktion nicht die beste ist.
Was bei Metal nicht immer funktioniert, klingt bei Jazz wiederum sehr gut. Hier verleiht es dem Klang mehr Glitzer und Intimität. Davon abgesehen ist die Grundsignatur des T20 Wireless wirklich klasse: Tiefer und betonter Bass, betonte obere Mitten und Höhen, die zwar früh abrollen, aber trotzdem ausreichend detailliert sind. Für Musik, die weitestgehend wenig aggressiv abgemischt und gemastert ist – oder sowieso auf Stromgitarren verzichtet – ist die Abstimmung wunderbar gelungen.

Der Bass
… ist betont, aber nicht übermäßig vordergründig. Bassdrums kicken hart, dürften für meinen Geschmack einen Tick voluminöser/punchiger kommen – nicht von der Bassmenge – eher von der Räumlichkeit und Lebendigkeit. Aufgrund der bereits oben angesprochenen Betonung der oberen Mitten/unteren Höhen gehen viel Obertöne im Sustain des Attacks verloren. Ein Sennheiser IE80S BT ist hier deutlich definierter und straffer unterwegs – der kostet aber auch rund doppelt so viel…

Mitten
Wie bereits angemerkt, sind die oberen Mitten etwas zischelig, daher mit mancher Musik (s,oben) auch recht fordernd. Etwas Abhilfe schaffen die Bass-Filter, allerdings geht dann auch Präzision verloren. Bei in diesem Bereich unkritischen Songs klingen die Mitten angenehm präsent und wohltexturiert.

Höhen
Die Höhen sind schon recht detailliert und klar, rollen aber auch früh ab. Mir fehlt etwas die spritzige Brillianz. Details sind aber alle da, aber tlw. muss man sie schon suchen da sie vom Buckel in den unteren Höhen maskiert werden. Wichtig: Der T20 wird niemals harsch oder spitz in den Höhen ab ca. 7kHz.

Bühne
Der T20 spannt eine normale und glaubhafte Bühne auf. Nicht zu weit aber auch nicht eingeengt. Ich würde sie als natürlich und realistisch bezeichnen.

Separation
Die Separationsfähigkeit von Instrumenten ist auf einem guten Niveau. Aufgrund des angehobenen 2-7kHz Buckels sind Instrumente in diesem Bereich ganz leicht undifferenzierter, aber noch ausreichend trennbar, um verschiedene Rhytmusgitarren zu unterscheiden.

Isolation
Sowohl die Abschirmung von lauter Musik nach außen als auch die Isolation vor Außengeräuschen sind bei mir dank erstklassigem Sitz absolut klasse. Nachteil: Telefonieren finde ich nicht so schön, da man die eigene Stimme nur „aus dem Kopf“ hört. Ich finde das recht unangenehm.


Fotos


Fazit

Produktpflege scheint in Mode zu sein. Nicht nur Sennheiser verleiht seinem IE80S mit einem Nackenband die kabellose Freiheit, auch RHA lässt seinen erfolgreichen T20 von der Leine. Und das ist gut so!
Der T20i ist ein beliebter und toll klingender InEar zu einem erstklassigen Preis-Leistungsverhältnis. Warum also nicht bestehendes nehmen und ein sinnvolles Upgrade daraus machen? Durch die Zugabe eines Bluetooth Nackenbandes wird der T20 zum T20 Wireless und ist wieder auf der Höhe der Zeit. Als netter Nebeneffekt hat man dem T20 nun MMCX Buchsen für abnehmbare Kabel spendiert – super!

Klanglich überzeugen die kleinen und super komfortablen InEars sowieso – da stehen sie der kabelgebundenen Version in nichts nach. Der Lieferumfang ist super und mit den Klangfiltern ist man in der Lage, die Klangsignatur seiner Vorliebe anzugleichen.

Die T20 Wireless bekommt man zum fairen Preis von UVP 229€, was angemessen des erstklassigen Sounds, der praktischen Flexibilität – einsetzbar als wireless oder kabelgebunden – und des tollen Lieferumfangs ein richtig tolles Angebot ist.
Der T20 geht in die nächste Runde – diesmal (fast) kabellos!


[Werbung] Der RHA T20 Wireless wurde mir für diesen Test von RHA zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Headerbild: RHA


RHA T20 Wireless | Bewertung

9

Sound

9.0/10

Verarbeitung

9.0/10

Bedienung/Funktion

9.2/10

Komfort

9.0/10

Preis/Leistung

9.0/10

Pros

  • Toller Klang
  • Super Verarbeitung
  • Viel Zubehör
  • Auch am mitgelieferten Kabel nutzbar
  • Klangfilter

Cons

  • Zwischen 2-7 kHz etwas grell
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