Multiroom Systeme bzw. Wireless Speaker sind ja bereits seit ein paar Jahren der große Trend. Ich bevorzuge eigentlich weiterhin eine ausgewachsene Stereo- bzw. Heimkinoanlage im Wohnzimmer mit ordentlich fetten Standboxen – so ganz Old-School. Zumindest Indoor.
Draußen konnte ich mit einem Bluetooth Speaker, dem Bose Soundlink mini, bisher meine Terasse mit ausreichend lauter Musik beschallen. Trotzdem habe ich in der Vergangenheit stets die Multiroom Systeme der verschiedenen Anbieter im Auge behalten.
Rein zufällig hat es sich nun ergeben, daß ich über einen Bekannten Kontakt zu RIVA Audio bekommen habe und so nun beide Modelle aus deren aktuellem Multiroom Portfolio „RIVA WAND“ zum Testen hier habe: Den Riva Arena und den Riva Festival
Vielen Dank an dieser Stelle an den deutschen Vertrieb für RIVA, der mir die Lautsprecher für diesen Praxistest zur Verfügung gestellt hat.


Allgemeine Beschreibung 

Beide Lautsprecher kommen sicher verpackt in schlichten Kartons mit aufgedrucktem Produktfoto. Der Lieferumfang beschränkt sich auf die Boxen und das Stromkabel. Was will man auch mehr? 
Also auf geht´s, was erwartet mich und was können die Boxen?

Riva Arena

Der Arena weist eine UVP von 269€ auf und ähnelt von der äußeren Form her ziemlich stark dem Sonos Play:1.
Logo – das ist im Grunde eine archetypische Form, allerdings finde ich es doch recht auffällig. Aber vollkommen egal – ob gewollt oder nicht – das Design passt einfach und bietet sich doch an.
Insgesamt befinden sich im kompakten Gehäuse des Arena 6 Lautsprechechassis mit insgesamt 50 Watt Leistung. Hierbei teilen sich jeweils drei Aktivtreiber und drei Passivstrahler die Arbeit und liefern so ein beeindruckendes Klangresultat, welches auf RIVAs sogenannter Trillium™ Technologie beruht. Hierbei soll es möglich sein, mit einem einzelnen Lautsprecher bereits einen Stereo-Effekt zu hören. Möglich wird das durch zusätzliche, seitlich angebrachte Lautsprechertreiber.

RIVA Arena

Um den Arena auch innerhalb des Hauses und im erweiterten Garten- und Terrassenbereich noch flexibler und mobiler zu machen, ist für ihn auch ein Akkupack erhältlich. Dieses lässt sich einfach unter der Box befestigen und sorgt so für mobilen Musikgenuss für bis zu 20 Stunden. 

Arena Akkupack

Technische Daten Arena

  • Drei einzigartige ADX™-Treiber und drei Passivstrahler zur Wiedergabe eines breiteren musikalischen Spektrums als jedes andere vergleichbare Produkt
  • RIVA WAND App für iOS und Android™
  • Abmessungen (LxBxH): 127mm x 123,8mm x 180mm
  • Gewicht: 1,36 kg
  • Musikformate: MP3, ALAC, APE, FLAC, FLAC HD, HLS, WMA Streaming, RTSP and PCM/WAV
  • HiRes Audio: bis zu 24 Bit / 192 kHz.
Quelle: Rivaaudio.de

 

Riva Festival

Der Festival ist der große Bruder des Arena. Und das „groß“ ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Mobil oder portabel ist dieser ausgewachsene Speaker nicht mehr – bringt er doch ein Kampfgewicht vom über 6KG auf die Waage. Er verfügt über 10 Chassis – drei Tief- und drei Hochtöner mit Unterstützung durch vier Passivstrahler. Das System leistet satte 200Watt. Somit dürfte unmißverständlich klar sein, womit man es hier zu tun hat: Der Festival ist kein kleiner Multiroomlautsprecher mehr, er wildert vielmehr in ganz anderen Bereichen – gestandene Regalboxen dürfen gern vor Ehrfurcht erzittern.

RIVA Festival

Ausstattungsmäßig ist der Festival genauso aufgestellt wie der Arena. Die Trillium™ Technologie findet sich hier ebenso wieder wie die vielseitige Konnektivität. Das alles schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. Der Festival wechselt für eine UVP von immerhin 549€ den Besitzer. 

Technische Daten Festival

  • Drei Tieftöner, drei Hochtöner, vier Passivstrahler zur Wiedergabe eines breiteren musikalischen Spektrums als jedes andere vergleichbare Produkt.
  • RIVA WAND App für iOS und Android™
  • Abmessungen (LxBxH): 365mm x 200mm x 180mm
  • Gewicht: 6,44 kg
  • Musikformate: MP3, ALAC, APE, FLAC, FLAC HD, HLS, WMA Streaming, RTSP and PCM/WAV
  • HiRes Audi: bis zu 24 Bit / 192 kHz.
Quelle: Rivaaudio.de

Verarbeitung und Design

Die Formsprache mit den abgerundeten Kanten gefällt mir sehr gut. Beide Lautsprecher sind erstklassig verarbeitet – Spaltmaße sind gleichmäßig und die gesamte Konstruktion wirkt äußerst robust und solide. Nichts knarzt oder knirscht – auch nicht, wenn man beherzter zupackt. Die Materialwahl und -Verarbeitung ist tadellos.
Die Mantelfläche besteht im wesentlichen aus einem umlaufenden Lochblech. Die Oberseite der Boxen besteht aus hochglänzendem Plastik – was nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Mir persönlich würde hier eine matte Oberfläche besser gefallen – diese wäre auch weniger anfällig für Fingerabdrücke. Aber okay, das ist bekanntlich Geschmacksache. Immerhin weiß man bei einer solchen Hartplastikoberfläche, daß diese mit der Zeit weniger altert als die modernen Soft-Toouch Oberflächen. Die Unterseite ist mit rutschfesten Standfüßen ausgestattet so daß die Boxen auch bei hoher Lautstärke fest und sicher an Ort und Stelle bleiben. Das Bedienfeld auf der Oberseite ist klar und intuitiv beschriftet und die Tasten besitzen einen angenehmen Druckpunkt. Eine in der Play-/Pause-Taste integrierte LED gibt durch verschiedenfarbiges Licht Rückmeldung beispielsweise zum Pairing, zum gerade aktuellen Anschluss oder zur Betriebsart. Bei der Spotify Wiedergabe z.B. leuchtet der Ring in passendem Grün.


Funktionen und Anschlüsse

Wie die meisten Multiroom Lautsprecher werden auch die Modelle der Riva Wand Serie primär per WLAN angesteuert. Die Einrichtung ist schnell und einfach mittels Google Home erledigt. Zusätzlich besteht aber auch die Möglichkeit, die Boxen einfach per Bluetooth mit dem Smartphone zu koppeln. Außerdem ist Apple Airplay, Chromecast und Spotify Connect an Bord.

Auch DLNA ist kein Problem, es werden folgende Audioformate unterstützt: MP3, ALAC, APE, FLAC, FLAC HD, HLS, WMA, RTSP, PCM/WAV. Bei uns zuhause läuft ein Musikserver auf einer Synology Diskstation – übrigens bereits seit Jahren zuverlässig und fehlerfrei! Das streamen von Musik auf die Rivas hat auf Anhieb und ohne Probleme funktioniert. 

Doch damit noch nicht genug: Auch über einen am USB Port angeschlossenen USB Stick lässt sich Musik abspielen.

Anschlüsse Arena
Anschlüsse Festival

Wer es analog mag, kann den 3.5mm Klinken-Eingang nutzen und auf diese Weise so ziemlich jedes erdenkliche Abspielgerät anschließen. Als zusätzliches Schmankerl verfügt der Riva Festival sogar noch über einen digitalen TOSLINK Anschluss.

Zur Konfiguration und Steuerung der Boxen wird die RIVA WAND App genutzt. Hier können auch mehrere Boxen zu Gruppen zusammengefasst werden. Leider funktioniert es aktuell nicht, daß man über Airplay eine Gruppe ansteuern kann, hier werden lediglich die einzelnen Speaker angeboten.

Als zusätzliches Feature gibt es einen sogenannten „Ausser-Haus“ Modus. Hierbei spannt die Box selbst ein WLAN auf und man kann sich mit Endgeräten einloggen und Musik an die Box senden.

Das Stativgewinde an der Rückseite der Arena soll nicht unerwähnt bleiben. So ist die Box jederzeit fest und sicher zu befestigen.


Riva Wand App

Mit der Riva App können die Geräte der Wand App verwaltet und konfiguriert werden. So kann hier z.B. beim Arena zwischen drei Abhör-Modi gewählt werden:

Links/Rechts Modus
Hierbei funktionieren zwei Lautsprecher im Stereo Verbund quasi wie ein herkömmliches Boxenpaar.

Trillium™ Modus
Hier wird mittels der drei Aktiv-Lautsprecher links, rechts und mittig im Gehäuse im Raum ein virtueller linker und rechter Kanal weit außerhalb des Gehäuses simuliert.

Power Modus
Für den Outdoor oder Party Einsatz. Nochmals gesteigerte Leistung.

Außerdem lässt sich in der App die Bass und Höhenanpassung vornehmen. Ebenso die Eingangswahl und die Steuerung über einen DLNA Server.

Hier mal ein paar Screenshots aus der App:

Die App macht einen runden Eindruck, bietet aber durchaus noch Verbesserungspotential. So ist es aktuell z.B. nicht möglich, mehrere Boxen zu einer Gruppe zusammen zu fassen. Hierzu ist die Google Home App nötig.

Auch verfügt die App (bzw. die Software in der Box) über keine autarke Webradiofunktion. Um Webradio zu hören, muss aktuell der Umweg über das Smartphone gewählt werden


Weitere Bilder


Klang

Bisher hat sowohl die Arena als auch die Festival in allen Belangen überzeugt. Bleibt das auch beim Soundcheck so?

Dank der Trillium™ Technologie klingen beide Boxen einfach nur begeisternd. Bei dieser Technik handelt es sich laut RIVA um eine proprietäre 3-Kanal-Audiotechnologie von ADX™, die das Stereo-Panorama erweitert und auf diese Weise eine dynamischere Audio-Wiedergabe mit nur einer Box ermöglicht. Resonanzen sollen durch die Verwendung eines soliden Holzkorpus minimiert werden. Klanglich weiß bereits der Arena voll zu überzeugen, aber der Festival lässt mich absolut begeistert zurück…
Im Einzelnen:

Klang Riva Arena

Was beim Arena sofort und unvermittelt auffällt sobald er die ersten Töne spielt, ist seine klare und spritzige Spielweise bei gleichzeitiger druckvoller Basswiedergabe. Durch die Anordnung der Lautsprecher an drei Seiten des Gehäuses und die damit ermöglichte Abstrahlung in unterschiedliche Richtungen erreicht der Arena ein beeindruckendes, raumfüllendes und erwachsenes Klangpanorama.
Klar wird niemand bei Wireless bzw. Multiroom Systemen, welche i.d.R. mit einem einzelnen Speaker einen Raum mit Musik erfüllen sollen Raum, die gleiche akkurate Musikwiedergabe erwarten wie man sie von guten Stand- oder auch Regalboxen gewöhnt ist. Allerdings kommt man bei einem Verbund aus zwei Arenas – welche zu einem Stereopaar zusammengefügt werden – schon sehr nah an ein Paar Mittelklasse-Regalboxen heran. Insgesamt ziemlich beeindruckend, was bereits diese kleine Box zu leisten vermag. 

Klang Riva Festival

Auch wenn der Arena schon gut ist. Der Festival ist eine Macht!
Im Gegensatz zu vielen der Mitstreiter (auch im Bluetooth Bereich) beschränkt sich der Festival nicht nur auf die effektheischenden Tiefen und Höhen (obwohl er das mit Bravour meistert), sondern weiß auch durchaus im mittleren Frequenbereich voll zu überzeugen. Er überzeugt mit faszinierender Natürlichkeit bei der Musikwiedergabe. So klingen Stimmen z.B. unglaublich präsent, natürlich und klar. Aber auch fette Gitarrenbretter kommen sehr gut strukturiert und überaus präsent und frisch aus der Box.

Im Tieftonbereich geht beim Festival – Nomen est Omen – mächtig die Post ab und die „kleine Box“ hat hier schon fast Standlautsprecher-Attitüde.
Der Bass geht so tief runter und drückt auch körperlich mächtig. Man sucht unweigerlich nach einem nicht vorhandenen Subwoofer. Auch bei leister Hintergrundmusik ist der Bass spürbar. 
Wem das zu viel wird, der kann mittels der Riva Wand App nachjustieren.


Fazit

Die Wand Serie von Riva ist ein ausgereiftes und offenes System. Toller Klang trifft auf erstklassige Verarbeitung, ansprechendes Design und flexible Konnektivität. Die beiden unterschiedlichen Systeme erfüllen verschiedene Anwendungsprofile. Für mich wäre der Arena der perfekte Speaker für alle Räume im Haus, wo quasi „nebenbei“ Musik gehört wird: Also Badezimmer, Kinderzimmer, Küche etc.

Der Festival hingegen kann alles genauso gut wie sein kleiner Bruder, spielt klanglich aber  nochmal auf einem höherem (und lauterem) Niveau.  So ist dieser Kraftprotz denn auch durchaus in der Lage, einen kompletten Partyraum oder die sommerliche Grillparty auf der Terrasse mit vollem, voluminösen Klang zu füllen.

Beide Boxen sind m.M.n. absolut empfehlenswert und stellen sowohl klanglich als auch ausstattungstechnisch und vom Konzept her viele andere Boxen aus diesem Bereich in den Schatten. 

Ich bin mir sicher: Von RIVA werden wir noch einiges hören…


Die Geräte wurden mir für diesen Test vom deutschen RIVA Vertrieb zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle!