Es wird mythisch: Der Vision Ears EXT ist da – Willkommen im Elysium!

Wie fängt man ein Review an für einen Inear, der einen vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen hat und der aktuell für den Autor der schlichtweg „beste“ Hörer ist, den er je gehört hat? Klar, objektiv war es hier noch nie, sollte es nie sein. Es ging und geht hier immer nur um meine persönlichen Eindrücke.

Aber dieses Mal muss ich euch echt warnen. Auch wenn das NTS (New Toy Syndrom) mittlerweile weg sein dürfte: Der Vision Ears Elysium XT – kurz EXT – lässt mich überwältigt zurück. Daß am Ende beim Klang die Höchstwertung steht (eigentlich müsste ich die Skala nach oben öffnen ich habe die Skala nach oben öffnen müssen für den EXT), darf ich direkt vorwegnehmen.

Na dann: In diesem Sinne – ihr seid gewarnt – auf geht´s in ein klangliches Elysium!



[Werbung] Der EXT wurde mir für diesen Test leihweise von Vision Ears zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Vision Ears Elysium XT

Wenn man die Bedeutung von Elysium recherchiert, dann liefert Wikipedia folgende Definition aus der griechischen Mythologie: 

Ein Ort, in den antike Helden, die Außerordentliches geleistet haben, entrückt werden, ohne dass sie den Tod erleiden; „Ort der Seligen“.

Außerordentliches geleistet haben vor allem die genialen Tüftler von Vision Ears.
Die wollten den schon sehr beliebten Elysium noch besser machen und haben auf dessen Basis den neuen EXT erschaffen – vermutlich mit dem Ziel, den Nutzer aus dem Alltag zu entrücken und an den Ort der Seligen zu schicken.

Und ja, das haben sie geschafft. Der EXT ist der bemerkenswerteste Inear, den ich bisher gehört habe. Aber alles hat seinen Preis. Und der ist im Falle des EXT nicht ohne: 2.650€ müssen den Besitzer wechseln. Eigentlich ein Schnapper, wenn als Gegenwert nichts weniger als der Welt entrückter Seelenfrieden winkt – oder?

Back to Reality: Was bekommt man für diese stattliche Geldsumme?

Beim Vision Ears Elysium XT handelt es sich um einen semi-universellen Inear mit hybriden Treibersystemen. Wir kennen bereits Single Driver, Multi Driver mit mehreren Balanced Armature Treibern und auch Hybrid Systeme mit mehreren BA Treibern und (meist) EINEM dynamischen Treiber.

Die Zusammenstellung im EXT ist im Vergleich dazu schon deutlich exotischer: Hier kommen keine BA-Treiber zum Einsatz, sondern vier elektrostatische und gleich zwei dynamische Treiber.

Der Einsatz von Elektrostaten bei ausgewachsenen Kopfhörern ist heutzutage keine große Sache mehr. Aber diese Technik in kleine Inear Gehäuse zu zwängen, ist relativ neu. Es gibt ein paar Inear Modelle und auch der original VE Elysium nutze sie bereits für die Höhen. Für den Bass kamen dort aber BA-Treiber und nur für die Mitten ein dynamischer Treiber zum Einsatz. Für viele war der Bassbereich deshalb im Vergleich zu den anderen Bereichen unterrepräsentiert.

Nun übernimmt im neuen Elysium EXT auch den Bassbereich ein Dynamiker. Somit finden sich insgesamt zwei dynamische Treiber im Gehäuse – einer für die Mitten (6mm) und einer für die Bässe (9.2mm).

Treiber an sich sind aber erst die halbe Miete: Erst die richtige Abstimmung erschafft eine klanglich herausragende Signatur. Und die hat der EXT unbedingt: Noch nie hat ein dermaßen detailliert und hoch auflösender Inear gleichzeitig so musikalisch und smooth geklungen.

HALC 2nd Generation
Das HALC System (High Precision Acoustic Leveling Chamber) kam bereits beim Elysium zum Einsatz und ist verantwortlich für die präzise Justierung des dynamischen Treibers für höchste Präzision. In der zweiten Version wurde es weiter verfeinert und sorgt für eine überaus natürliche und echte Mittenwiedergabe.

EST
Elektrostatische Treiber wurden bisher vorwiegend in hochwertigen Overear-Kopfhörern eingesetzt. Neuerdings findet sich diese Technologie aber auch immer mal wieder in Inears. Die erste Generation der Sonion EST Treiber wurde 2019 auf den Markt gebracht, nun steht die zweite Generation bereit. Im EXT kommen zwei Doppeltreiber davon zum Einsatz.

Dynamische Treiber
Ein Merkmal der beiden dynamischen Treiber im EXT ist eine Gummisicke aus Flüssigsilikon. Diese Sicke ermöglicht es dem Treiber, eine sehr niedrigen THD (Total Hormonic Distortion) zu erreichen.
Die Membran der Treiber aus Aluminium-Magnesium Legierung ist leicht und gleichzeitig steif, was sie schnell, tief und präzise macht.

Ein superstarker Neodym-Magnet ermöglicht dem Treiber eine agile, verzerrungsfreie und präzise Ansprache auch bei komplexen und schnellen Situationen. Der kleinere 6-mm-Treiber für die Mitten verfügt sogar über zwei Magnete, um den Klirrfaktor noch weiter zu senken und den Schalldruck zu maximieren, ohne die Größe des Treibers zu erhöhen.

Dieser ganze Aufwand soll laut Vision Ears zu einem fesselnden Klangerlebnis führen. Und das tut er, soviel kann ich jetzt schon verraten….
Der EXT beweist eindrucksvoll, dass eine hohe Auflösung mit fantastische musikalischem Hörgenuss einhergehen kann.


Lieferumfang und Verpackung

Ein Premiumprodukt in dieser Preisklasse soll natürlich von Anfang an begeistern. Das Unboxing gehört selbstverständlich ebenso wie der Lieferumfang zum vielbeschworenen „Gesamtpaket“ dazu. Bisher hatte ich von Vision Ears zwei Hörer: Den EVE20 und den VE7. Bei beiden war das Verpackungsdesign und die „Unboxing-Experience“ beeindruckend. Auch wenn der Inhalt schlussendlich stimmen muss – das Drumherum gehört eben auch dazu.

Und hier übertrifft sich Vision Ears selbst. Das Verpackungsdesign ist klasse, die Präsentation der EXT und des mitgelieferten Zubehörs kann man besser nicht machen. In mehreren Ebenen und Abteilungen, die zum Teil sogar magnetisch zusammengehalten werden, befinden sich die verschiedenen Zubehörteile.

Auch beim Lieferumfang lässt sich VE nicht lumpen: Solch ein reichhaltiges Zubehörpaket habe ich noch bei keinem anderen Inear gesehen. Auch die Wahl der Silikontips ist exzellent: Neben den bewährten Tips von Spinfit (hier: CP500) liegt auch ein Satz SednaEarfit Crystal von Azla bei.

Liebe zum Detail zeigt sich auch bei den kleinen nützlichen Helfern: So gibt es einen Kabelclip aus Leder und eine kleine Ledertasche, um die Inears beim Transport voneinander zu isolieren und so Kratzer zu vermeiden. Oft gibt es bei Inears ein Standardkabel mit 3.5mm Stereoklinke und Adapter auf 6.3mm – was in der audiophilen Zielgruppe nicht mehr als zeitgemäß gelten dürfte. So gibt es bei VE konsequent ein Kabel mit symmetrischem 2.5mm Stecker nebst Adapter auf 4.4mm.

Der Lieferumfang im Einzelnen:

  • Vision Ears Elysium XT
  • Premium Custom Kabel, 2.5mm balanced
  • Kabelclip aus Leder
  • Adapter auf 4.4mm
  • SpinFit Tips
  • AZLA SednaEarfit Tips
  • Aufbewahrungs- und Transportcase aus Metall
  • Kleine Ledertasche / Separator für die Inears
  • Logo Sticker
  • Schlüsselanhänger
  • Ersatz-Cerumenfilter
  • Papierkram

Damit setzt VE die Latte enorm hoch. Auch wenn der Preis für die EXT natürlich hoch ist, andere in vergleichbaren Preisregionen haben deutlich weniger im Gepäck!


Technische Daten

Wie immer hier zur Orientierung und der Vollständigkeit halber:

  • 3-way crossover
  • 1 x 9.2mm Dynamic Driver
  • 1 x 6 mm Dynamic Driver
  • 4 x Est, Electrostatic Tweeter
  • Impedance: 10Ω @ 1KHz
  • Sensitivity 1mW: 108.5 dB SPL @ 1KHz (100mV)

Verarbeitung und Design

Das Design des EXT ist Vision Ears wieder einmal richtig gut gelungen. Der EXT ist ein wahrer Eyecatcher. Die Farbkombination aus violettem Metall und semi-transparentem Schwarz sieht einfach nur fantastisch aus.

Inears

Die Farbe Purple gehört offensichtlich zu Vision Ears Corporate Identity – und der EXT nimmt die Farbe gleich als Hauptfarbe auf. Die Faceplate mit eingefrästem „X“ aus mehreren Rillem, unter dem ein silbernes Gitter glitzert um dem Innenleben Luft zum Atmen zu geben, erstrahlt genau in dieser violetten Farbe.

Das Gehäuse selbst ist aus Acryl, fast schwarz, aber bei genauem Betrachten semitransparent. So kann man die Technik im Inneren zumindest erahnen…

Das Gehäuse sieht von der Form her eher aus wie das eines Custom-Inear-Monitors, es handelt sich aber beim EXT um einen universal Inear. Die ergonomische Form macht auch beim Schallröhrchen nicht halt, sondern zieht sich bis dorthin. Apropos Schallröhrchen: Dieses ist oval und relativ groß. Klar, es müssen darin die vier Elektrostaten plus die Schallkanäle der beiden dynamischen Treiber Platz finden.

Kabel

Selbstverständlich hat sich Vision Ears auch beim beiliegenden Kabel nicht lumpen lassen und packt ein Premium Custom Kabel dazu. Dieses schwarze, 8-Fach geflochtene Kabel ist sehr flexibel und weich, fällt luftig und locker und hat keinerlei Memory-Effekt. Bis zum Splitter ist es ca. 80cm, insgesamt ca. 120cm lang. Es dürfte gern 20-30cm länger sein.

Terminiert ist das Kabel mit einem 2.5mm Stecker, ein Adapter auf 4.4mm liegt bei. Vision geht davon aus, daß Kunden solcher Premium InEars über entsprechende Abspielgeräte mit passenden symmetrischen Ausgängen verfügen. Das dürfte größtenteils auch so sein, mir persönlich gefällt diese Lösung ausgesprochen gut – noch besser wäre es genau andersrum: 4.4mm am Kabel, Adapter auf 2.5mm.

Das schwarz ummantelte Kabel an sich ist unauffällig für Mikrofonie und die 2-Pin Stecker sitzen fest in den Buchsen. Im Bereich der Ohren ist das Kabel vorgeformt, so schmiegt es sich sicher und bequem am Ohr an.

Case

Beim Case handelt es sich um eine runde Metalldose, welche einen im Design passenden, abschraubbaren Deckel in Violett auszeichnet. Das charakteristische „X“ der Faceplate findet sich auch auf dem Deckel wieder. Der Durchmesser ist mit 93,5mm deutlich größer als bei den Dosen aus der VE-Line.

Der Durchmesser der Dose ist größer als bei den Modellen der VE-Line. Somit ist Platz genug für etwa Ersatz-Tips und/oder eine Trockenkapsel. Der Innenraum ist gummiert, die Deckelunterseite mit einem samtartigen Belag versehen.


Tragekomfort

Ich verwende ja mittlerweile bei meinen Inears meist die Final E oder die SpinFit Tips. Gut, daß dem EXT Tips von Spinfit beiliegen.
Der Tragekomfort ist großes Kino! Der EXT ist im Vergleich zum VE7 – welchem ich bereits eine sehr gute Passform bescheinigt habe (Test) – nochmal optimiert worden. Entweder hat jemand von Vision Ears heimlich einen Ohrabdruck von mir genommen – oder aber ich bin genau im errechneten Durchschnitt und somit in der glücklichen Lage, einen 100% perfekten Sitz zu erreichen.

Der Inear rastet förmlich ein und ist dann bei mir komplett unanfällig für einen Soundverlust durch Verrutschen. Auch im Liegen hält er bombenfest seine Position. Das ist so perfekt realisiert, daß es für mich wirklich keinen Grund mehr gibt, auf einen CIEM zurückzugreifen.

Erwähnenswert ist der doch relativ große Durchmesser des Nozzles, also des Schallröhrchens, auf dem die Silikontips sitzen. Ich habe keinerlei Probleme damit, aber möglicherweise Menschen mit sehr engen Gehörgängen.


Klangeindrücke

Leider kenne ich den originalen Elysium nicht, kann also nicht direkt vergleichen.
Deswegen kann ich aber auch unvoreingenommen an den Test des EXT rangehen. Zuspieler waren dieses Mal der FiiO K9 Pro, der iBasso DX300 Max (Test), der Sony NW-WM1A und der Lotoo PAW S2.

Sofort nach dem EInsetzen und den ersten Klängen war mir bewusst, daß es sich hier um einen außergewöhnlichen Inear handelt. So einen runden, ausgewachsenen und „großen“ Klang aus einem kleinen InEar habe ich bisher noch nicht gehört – und ich hatte schon ein paar Kracher im Ohr. Aber der Vision Ears EXT ist fundamental anders. Das ist sofort zu hören. Was genau diese einzigartige Signatur ausmacht, das versuche ich im Folgenden herauszufinden.

Klangcharakteristik
Tonal ist der EXT erst einmal ganz leicht warm, sehr smooth und organisch. Er zeichnet sich durch eine emotionale Musikalität aus: Soll bedeuten, daß er nichts ins Rampenlicht stellt, sondern alle Instrumente sehr ausgeglichen und gleichgerechtigt behandelt und so der Klang „wie aus einem Guß“ tönt. Trotz der smoothen Grundabstimmung bleibt er dabei immer wahnsinnig detailliert und präzise auflösend. Und das auf einem atemberaubenden Niveau. Solch klare und angenehme Höhen sind mir bisher noch nicht untergekommen.

Der EXT klingt dabei unglaublich echt und unverfärbt, absolut homogen und komplett ohne irgendwelche Spotlights. Alles – wirklich Alles – im Frequenzspektrum klingt einfach nur „richtig“. Es gibt keinerlei Betonungen oder herausragende Spots. Ich weiß daß man absolute Adjektive wie perfekt nicht benutzen sollte, da man in späteren Iterationen von noch besseren Eigenschaften eingeholt wird. Aber aktuell bleibt mir keine andere Wahl. Der Klang des EXT ist perfekt. Punkt.

Mich als Schlagzeuger begeistert aber vor allem die herausragend fein strukturierte Darstellung von allen Arten von Schlaginstrumenten und Percussion. Dieser Punch und das organische Atmen des dynamischen Treibers ist ultrarealistisch. Ebenso die detailreiche, fast physisch greifbare und dichte Texturierung im Klang. Attack und Schnelligkeit von Transienten ist vorbildlich und auf Top-BA Niveau.

Das Besondere am EXT Sound ist für mich zusammenfassend, daß er irgendwie alles in sich vereint. Musikalität und Präzision. Und trotz seiner Auflösung ist er keine analytische Lupe. Das führt dazu, daß selbst schlechte Produktionen durchaus noch erträglich sind und Spaß machen können.

Die Bereiche im Detail:

Bass

Der EXT geht dank seines dynamischen Basstreibers abgrundtief hinab. Effektvolles Tiefball-Grollen z.B. in Filmen oddr dezent in Musik eingesetzt, lässt mich nur verblüfft dreinschauen. Man sucht unweigerlich den Subwoofer. Das Schöne: Das fundamentale Gegrummel geht ganz ohne Gläserklirren und sonstiges Geklapper über die Bühne. Leider muss auch auf den Druck in der Magengegend verzichtet werden, aber das ist ein akzeptabler Kompromiss.

Im Midbass ist die Darstellung überaus punchig – wie bereits oben beschrieben. Bassdrums zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Wirklich überaus punchig, mit perfekt dosiertem Pegel und insgesamt ausgeglichen für alle anderen, vor allem sich anschließende Bereiche.

Desweiteren fällt eine körperhaft organisch anmutende Luftigkeit im Bereich der Obertöne bei offen gestimmten Bassrums oder Tom-Toms auf. Ja, das ist der authentischste Bass, den ich bei Inears je gehört habe.

Mitten

Was der Bassbereich vorlegt, geht in den Mitten genau so weiter. Auch hier begeistert der Vision Ears EXT mit einer beeindruckenden Natürlichkeit. Ich kann es nur schwer beschreiben, aber was hier aus den kleinen InEars kommt, ist nichts weniger als absolutes High-End Audio. Gute Mitten haben viele Inears, nicht zuletzt natürlich auch aus dem Hause Vision Ears.

Aber der EXT mischt da noch eine gehörige Portion Lebendigkeit und unglaubliche Detailtreue rein. Gesangsstimmen sind sehr natürlich, texturiert, warm und seidig. Der gesamte Mittenbereich im Mix ist sehr klare strukturiert und extrem lebendig. Noch nie habe ich so griffige, detaillierte und volle Gitarrenriffs gehört.

Höhen

Ich kann es drehen und wenden wie ich will: Auch in der Höhenwiedergabe ist der EXT für mich unangreifbar. Im Gegenteil: Wieder kann ich nur begeistert von einer unglaublich ausgeglichenen und tonal sauberen, smoothen und trotzdem wahnsinnig klarer, hochauflösender Wiedergabe berichten. Die Elektrostaten für die Höhen klingen sooo anders als BA Treiber – es fehlt an nichts: Luftigkeit, Brillianz, Detailauflösung bis an die Grenzen meines Hörvermögens – alles vorhanden.

Und ebenso wie bereits bei Bass und Mitten schafft der EXT eine wahnsinnig echte Klangreproduktion. Becken, die schon gerne mal zischeln, klingen detailliert, natürlich und absolut verfärbungsfrei.

Bühne

Die Bühnendarstellung des Vision Ears EXT ist unglaublich weit, dreidimensional und sehr räumlich. Instrumente und Gesang werden exakt lokalisierbar und verteilt im Raum platziert. Die horizontale Bühnenbreite würde ich als für Inears überdurchschnittlich beschreiben. Ebenso erstklassig ist sowohl die tiefen Staffelung als auch die Höheninformationen. Die Außerhalb-des-Kopfes-Lokalisation bei zum Beispiel binauralen Aufnahmen wie solchen auf Dr. Cheskey´s Kopfhörertest-CD, sind einfach atemberaubend. Ein HD800S in Inear-Form mit wärmerer Abstimmung – fantastisch!

Separation & Auflösung

Ja man ahnt es schon. Auch hier gibt es nichts als Superlative zu berichten. Der Elysium XT ist auch in der Disziplin (Instrumenten)Separation und Auflösung schlicht ganz vorne mit bei den Besten. Und hier kommt ihm zu Gute, dass er nicht wie ein Skalpell oder eine Lupe funktioniert, sondern nur bei aktivem Hinhören wie selbstverständlich verschiedene Spuren und verschiedene Nuancen innerhalb des kleinen Spektrums eines einzelnen Instrumentes dem Hörer präsentiert.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass er nicht um jeden preisanalytisch spielt, sondern in der Klangsignatur absolut musikalisch und unaufdringlich agiert. Wenn jedoch der Wunsch nach präzise Analyse vorhanden ist, liefert der XT alle Informationen klar und akribisch, die auf der Aufnahme vorhanden sind.

Isolation

Da ich ja bereits im Abschnitt Passform auf die unglaublich gute anatomische Ausformung und die damit einhergehende perfekte Passform in meinen Ohren eingegangen bin, ergibt sich hier für die Isolation selbstverständlich eine nur eine sehr gute Abdichtung und damit Abschottung vor Außengeräuschen.


Vision Ears EXT vs. Vision Ears VE7

Im Grunde ist es ein unfairer Vergleich. Zum einen weil es sich um unterschiedliche Prinzipien handelt (VE7 reiner Multi-BA, EXT Hybrid aus EST und DD), zum anderen, weil beide in unterschiedlichen Preisklassen zu hause sind. Außerdem ist der VE7 in der VE-Line und der EXT in der VE Premium Linie zu finden.

Aber auch wenn der Vergleich etwas hinkt, – so bietet sich dieser Vergleich für mich schlicht an, da ich den VE7 ja hier habe (Test) und ich nach wie vor sehr begeistert von diesem ebenfalls herausragenden Inear bin.

Der EXT ist viel entspannter, aber trotzdem eben so verdammt detailliert und mit einer außergewöhnlicher Auflösung in allen Bereichen ausgestattet. Der Bass des EXT ist dank des dynaamischen Treibers deutlich lebendiger und organischer, texturierter und echter. Wobei der VE7 schon einen sehr realistischen Bass bietet – trotz BA-Technik. In den Höhen ist der EXT noch präziser, löst feiner und sanfter auf. Der VE7 ist hier etwas fordernder, löst auch extrem gut auf, besitzt aber auch mehr Energie oben und ist deswegen etwas mehr „in-your-face“. Die Mitten sind im EXT unschlagbar. So sanft und trotzdem präzise strukturiert – da kommt der VE7 nicht dran.

Auch wenn der EXT erwartungsgemäß technisch nochmal besser ist als der VE7: Der VE7 wird dadurch keinen Deut schlechter. Für immerhin 1.000€ weniger bleibt er die Wahl für alle die, die den Mehrpreis zum EXT vielleicht lieber in einen guten DAP stecken wollen.

Beide InEars sind absolute Überflieger, keine Frage. Entsprechend tief muss man auch bei beiden in die Tasche greifen. Der EXT macht am Ende aber eben alles nochmal besser. Ist es die 1.000€ Aufpreis wert? Das ist relativ und muss jeder für sich selbst entschieden. Ich würde die Frage mittlerweile mit einem deutlichen „Ja“ beantworten. Ich habe lange die Ansicht vertreten, daß mehrere Inears in meiner Sammlung Sinn machen. Unterschiedliche Charaktere je nach Lust und Laune. Aber der EXT könnte mich hier zu einem Umdenken bringen. Er hat definitiv das Zeug zu „dem Einen, sie alle zu knechten…

Wer also keinerlei Kompromisse eingehen will, der greift zum VE EXT!


Fotos


Fazit

Für mich heißt es jetzt erst einmal Abschied nehmen von meinem Demo-Modell, es geht zurück zu Vision Ears nach Köln. Aber eines ist klar: Mein eigener EXT ist wohl unvermeidbar…

Ich glaube es ist alles gesagt, das Fazit kann kurz ausfallen. Für mich – hier und heute – stellt der Vision Ears EXT den „Besten“ aller je von mir gehörten Inear dar. Er ist für mich genau das, wonach viele in der audiophilen Community suchen. Ein Endgame. Was soll da noch besser gehen. Das ist für mich der erste Inear, der es mir ermöglichen würde, alle anderen aus meiner Sammlung zu vergessen. Ich bin mir bewusst, daß das eine starke Aussage ist. Aber im Moment ist es genau so.

Der Vision Ears Elysium Extended ist ein wahres Premium Statement. Klanglich sowieso, aber auch in Design, Verarbeitung und Zubehör. Die bittere Pille ist einzig sein Preis. Wobei: Was mag ein großes Boxenpaar mit diesen klanglichen Eigenschaften kosten?

Es gibt keinen Bereich im Frequenzgang des Vision Ears EXT, der hervorsticht – aber gleichzeitig tun es wiederum alle Bereiche. Ich habe noch nie eine so vollständige und „endgültige“ Musikwiedergabe gehört. Der EXT klingt wie ein echter High-End Open Back Overear.

Wer bereit ist, soviel Geld in diesen fantastischen Inear zu investieren, der wird seine Musik künftig seelig entrückt von allem Weltlichen im audiophilen Elysium auf mysthisch verzaubernde Art und Weise genießen können.


Vision Ears EXT Elysium Extended | Bewertung

10.1

Sound

11.0/10

Verarbeitung

10.0/10

Tragekomfort

10.0/10

Preis/Leistung

9.5/10

Pros

  • Einzigartiger Klang
  • Hochauflösend und detailliert
  • Angenehme Tonalität
  • Atemberaubende Bühne
  • Toller Lieferumfang
  • Sehr geiles Kabel
  • Sehr gute Verarbeitungsqualität

Cons

  • Wenn überhaupt, dann nur der Preis