Mit dem GO live! öffnet Vision Ears die Tür in die Welt des professionellen In-Ear-Monitorings endlich auch für Einsteiger. Neben echten Premium IEMs ist die Kölner Manufaktur seit Jahren vor allem für kompromisslose Custom- und Universal-IEMs bekannt. Klanglich ganz High-End, aber nicht selten auch im oberen Preisbereich angesiedelt. Umso spannender ist die Frage: Wie viel Vision Ears steckt im bisher günstigsten Modell der Marke? Die kurze Antwort vorab: Verdammt viel!

Inhalt
[Werbung] Der Vision Ears GO live! wurde mir für diesen Test direkt von Vision Ears zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
Vision Ears
Vision Ears wurde 2012 in Köln gegründet und hat sich seitdem zu einer festen Größe im High-End-In-Ear-Bereich entwickelt. Das Unternehmen begann mit maßgefertigten Custom-IEMs für professionelle Musiker und Toningenieure und erarbeitete sich schnell einen Ruf für herausragende Klangabstimmung, höchste Fertigungsqualität und kompromisslose Qualitätsstandards. Charakteristisch für Vision Ears ist die starke Verbindung aus technischer Expertise, musikalischem Feingefühl und handwerklicher Perfektion – sowohl im normalen Portfolio als auch im absoluten Premium Segment, wo man mit Legenden wie dem Phönix oder dem EXT beeindruckende High-End IEMs anbietet.
Custom Line und Premium Line
Das Sortiment von Vision Ears teilt sich also in zwei Bereiche auf: Die Custom Line richtet sich hauptsächlich an die Musiker-Fraktion. Alle IEMs aus dieser Linie gibt es entweder als maßgefertigte Custom IEM oder im Universal-Fit. Beide Varianten können im Design individuell konfiguriert werden und es werden verschiedene Konfigurationen mit Balanced Armature und dynamischen Treibern angeboten. Als Gehäusematerial kommt bei den meisten Modellen Acryl zur Anwendung, welches in vielen Farben und mit verschiedenen Faceplate Designs erhältlich ist.
Die Premium Line richtet sich vorrangig an anspruchsvolle Musikliebhaber, bei denen der reine Musikgenuss an erster Stelle steht. Hier haben die IEM Namen wie Erlkönig, Phönix, Elysium oder EXT. Auch das Design ist hier von Modell zu Modell hochindividuell – angefangen beim Material und der Form des Gehäuses bis hin zur jeweiligen Faceplate. Ein konfigurierbares Design gib es hier im Gegensatz zur Custom Line aber nicht.
Der Vision Ears GO live!
Ob der Vision Ears GO live! eine ganze Serie einläutet, weiß ich nicht. Neu ist aber definitiv die Positionierung des universellen IEM: Mit 429€ ist der neue IEM der bisher günstigste Inear von Vision Ears. Damit greifen die Kölner direkt die unzähligen „ChiFi“ Marken aus Fernost an und setzen erstmals auch im wichtigen mittleren Preissegment ihre Duftmarke.
„Die Vision hinter dem GO live! war es, ein erschwingliches In-Ear-Monitoring für Einsteiger zu schaffen, das den hohen Ansprüchen an Klang, Passform und Verarbeitung von In-Ears aus dem Hause VISION EARS gerecht wird.“
Amin Karimpour & Marcel Schoenen, Geschäftsführer & Gründer
Der Vision Ears GO live! ist aktuell ausschließlich als universeller In-Ear zu haben und richtet sich bewusst an Musiker, Einsteiger ins Monitoring und auch ambitionierte Hörer. Technisch hat er Einiges zu bieten: So setzt Vision Ears auf ein 4-Wege-Hybridsystem mit insgesamt vier Treibern: ein 8-mm-Dynamiktreiber für den Bassbereich, zwei Balanced-Armature-Treiber für die Mitten sowie ein weiterer BA-Treiber für die Höhen.
Damit ist er – zumindest von der Konfiguration her – vergleichbar mit dem VE Pro aus der Custom Line, und dieser kostet immerhin rund 1.400€. Dazu gibt es ein Aluminiumgehäuse, ein richtig geiles Kabel und eine eigenständige und ansprechende Optik.
Mit 10 Ohm Impedanz und einer Empfindlichkeit von 108dB ist der GO live! überaus leicht anzutreiben – er spielt sowohl an allen möglichen Audio-Interfaces und Wireless-Bodypacks als auch an audiophilen DAPs oder Dongle DACs problemlos auf.
Technische Konfiguration Vision Ears GO live!
4- Wege System mit 4 Treibern
- 1 x Tieftöner (8mm DD)
- 1 x Mid-Low Töner (BA)
- 1 x Mid-High Töner (BA)
- 1 x Hochtöner (BA)
Mit insgesamt vier Treibern bewegt man sich heutzutage ja schon im unteren Mittelfeld, Treiberkonfigurationen mit mehr als 10 Treibern sind mittlerweile keine Seltenheit. Vision Ears eigenes Premium Flaggschiff, der Phönix, nutzt immerhin 13 Treiber. Aber mehr heißt nicht unbedingt „besser“, am Ende zählt die Abstimmung. Daß der GO live aber natürlich nicht an den Phönix herankommt, ist auch völlig klar. Aber man hat hier eine gute Wahl getroffen mit den 4 Treibern, die jeweils die wichtigsten Frequenzbereiche bedienen und im Zusammenspiel sehr harmonisch und kohärent zusammenwirken – soviel darf vorweggenommen werden.
Lieferumfang und Verpackung
Vison Ears liefert den GO live! in einer individuell gestalteten Verpackung, die eher an die Premium Serie erinnert als an die Custom Line. So gibt es eine stabile Auszugs-Schatulle aus dicker schwarzer Pappe mit violetten Akzenten. Um das Case herum finden wir einen mit dem Produkt im Reliefdruck aufgebrachten Umkarten. Das Ganze ist aufwändig gestaltet und verarbeitet und setzt sich deutlich von anderen „Standard“-Lösungen ab wie wir sie oft bei anderen IEM in dieser Preisklasse sehen.
Aber seht selbst:
Der Lieferumfang ist sehr ordentlich und mit den Silikontips von Spinfit in drei Größen hat man einen qualitativ sehr guten Eartip ausgewählt. Allerdings empfehle ich immer, mit verschiedenen anderen Tips zu experimentieren. Größe, Material und Beschaffenheit können oftmals ein Dealbreaker sein.
Der Lieferumfang in Detail:
- Vision Ears GO live! InEars
- Kabel mit 2-Pin-Anschluss (ca. 110 cm) und wahlweise 3,5mm oder 4.4mm Stecker
- 3 Paar SpinFit Neo Eartips (S/M/L)
- Reinigungstuch
- Case
- 2 Microfaser Täschchen
- 2 Paar Cerumenfilter
- Papierkram

Technische Daten
Beim GO live! handelt es sich um einen Hybrid-IEM mit zwei Treibertypen: einem dynamischen Treiber für die tiefen Frequenzen und drei Balanced Armature Treiber jeweils für die unteren Mitten, die oberen Mitten und die Höhen. Hier die Technischen Daten im Detail:
| Treibertyp | Dynamischer Treiber und Balanced Armature Treiber |
| Treiberkonfiguration | 4 Wege, 1 dynamischer Treiber, 3 Balanced Armature Treiber |
| Frequenzgang | 20 Hz – 22 kHz |
| Impedanz | 10 Ω @ 1 kHz |
| Empfindlichkeit | 108 dB @ 1mW (@1khz) |
| THD | <1%/100mV |
| Gewicht | 6 Gramm (je In-Ear), 25 Gramm das Kabel |
Design und Verarbeitung
InEar
Denkt man an Einsteiger In-Ears, so denkt man oft an dünne Kunststoffgehäuse oder im besten Falle an solide Resin-Gehäuse. Nicht so hier! Der Vision Ears GO live! hebt sich bereits hier mit seinem grauen Gehäuse aus eloxiertem Aluminium wohlwollend von den meisten seiner Mitbewerber positiv ab. Die Gehäuseform ist übrigens verglichen mit anderen recht flach, erinnert mich an das Gehäuse des VE10. Auch das Faceplate-Design ist nicht alltäglich: So greift man hier mit einem Ring in Violett-Metallic die Vision Ears „Vereinsfarbe“ gekonnt auf und zeigt, wie es ohne die typische „Faceplate“ geht.

Die Verarbeitungsqualität ist gewohnt makellos.
Die Gehäuseoberfläche ist perfekt eloxiert und weist keinerlei Unregelmäßigkeiten oder Fertigungsspuren auf. Die 2-Pin-Buchse sitzt fest und gerade, die Gehäusehälften sind präzise zusammengefügt.
Der Vision Ears GO live! überzeugt somit schonmal rein äußerlich mit einer beeindruckenden Qualität. Die Expertise von Vision Ears zeigt sich wie immer nicht nur im Klang, sondern auch in der sorgfältigen Verarbeitung und dem ansprechenden Design.
Kabel
Gerade im professionellen Bereich, wo IEM schlicht als Werkzeuge betrachtet werden und einfach nur funktionieren müssen, gerät das Kabel oft aus dem Fokus und die Hersteller legen einfache Strippen bei. Während diese klanglich meistens noch okay sind, können sie haptisch und auch optisch oftmals leider nicht gänzlich überzeugen. Da Vision Ears den GO live! zwar hauptsächlich – aber eben nicht nur – für Musiker entwickelt hat, bekommt auch das Kabel hier mehr Beachtung. So ist das Serienkabel aus 7N Kupfer nicht nur klanglich super auf den IEM abgestimmt, sondern ach eigenständig im Design und von richtig guter Qualität.

Es ist flexibel und weich, schmiegt sich locker an und hat keinen federnden Memoryeffekt, wie es bei billigen Drähten oft der Fall ist. Vision Ears hätte hier einfach ein Kabel aus dem ostasiatischen OEM-Zulieferer „Baukasten“ nehmen können – da gibt es ja mittlerweile echt gute Sachen. Aber man hat sowohl Splitter und Stecker wie auch die rauchgrau-semitransparente Ummantelung farblich auf den GO live! abgestimmt – das ist wahre Liebe zum Detail!
Case
Auch das schwarze Kunststoffcase kommt nicht von der Stange, sondern ist mit farblichen Akzenten an den Reißverschlüssen und dem VE Logo ebenfalls individuell angepasst. Um die einzelnen Gehäuse im Case zu separieren, legt Vision Ears zusätzlich noch zwei kleine Microfaser-Beutelchen bei – selbstverständlich sind auch diese mit dem VE-Logo gebrandet!

Der Tragekomfort
Normalerweise nutze ich bei SpinFit Tips die Grösse M. Aus irgendeinem Grund bekomme ich mit dieser aber beim GO lib´ve! nicht den perfekten Seal, sondern muss auf L wechseln. Das zeigt wie so oft: Tips matter!

Hat man die richtige Größe und damit den richtigen Sitz gefunden – sprich: Der Bass ist da, so bleibt der GO live! absolut unauffällig weil federleicht und super kompakt im Ohr. Die Form ist organisch abgerundet und schmiegt sich prima an – ganz ohne Druckstellen auch über einen längeren Zeitraum. Die passive Schall-Isolierung ist dann übrigens ziemlich gut, so daß man auf der Bühne auch gut vor zu hohen Lautstärken geschützt ist. Denn einerseits schotten die IEM den Außenlärm physikalisch schon gut ab, andererseits ermöglicht das auch geringere Lautstärken auf dem IEM selbst. Denn natürlich gilt immer: Je leiser, desto besser- achtet auf euer Gehör!
Klangeindrücke
Gehört habe ich den GO live! hauptsächlich an meinen mobilen Geräten: Aktuell ist das der Cayin N6III (Test), der Sony WM-1Z und bei den Dongles der ifi Audio GO bar Kensei (Test) und ifi GO blu (Test). Stationär durfte er am grandiosen JDS Labs Element IV (Test) laufen. Mit 10Ω und 108db ist der InEar extrem leicht anzutreiben und funktioniert deshalb selbst an Geräten mit geringerer Leistung.
Klanglich hat es Vision Ears erfolgreich geschafft, die grundsätzliche Sound-DNA der Firma in das Einstiegsmodell zu transferieren. Was meine ich damit? Nun, für mich macht den Vision Ears Sound folgende Charakteristik aus: Zuallererst eine unerreichte Klarheit über den gesamten Frequenzbereich, aber insbesondere im wichtigen Mittenbereich. Daraus resultiert eine beeindruckende Authentizität bei der Stimm- und Instrumentenwiedergabe und eine sehr direkte, energiereiche Spielfreude.
Das ist die Basis für alles andere: Im Bassbereich sorgt diese präzise Mittenenergie für äußerst trennscharfe und substanzielle Transienten bei Schlaginstrumenten. In den hohen Regionen für transparente und natürliche Klarheit ohne Schärfen. Je nach Modell gibt es im Vision Ears Portfolio unterschiedliche Ausprägungen, jedoch bleibt die „Basis“ immer erkennbar und bildet das Rückgrat. Auch im GO live! ist diese Abstimmung erkennbar – wenn auch der Abstand zu den teureren Modellen natürlich in Details noch groß ist, was aber angesichts der Preisdifferenz nicht verwundert und auch so gerechtfertigt ist.
Der Go live! kann mit satten Bässen, emotionsgeladenen, knackig-frischen Mitten und klaren, transparenten und detailreichen Höhen punkten. Dabei bleibt er grundsätzlich ausgeglichen, aber mit leichter W-Signatur, welche ihn immun für Langeweile macht.
Gehen wie etwas mehr ins Detail:
Bass
Der GO live! zeigt im Bassbereich eine sehr gute Kontrolle, setzt mehr auf Qualität als auf Quantität, ist aber auch dabei nicht wirklich zurückhaltend. Auch die Bassmenge ist gut gewählt – der IEM hat genug Tiefgang, um Musik die nötige Substanz zu geben, ist aber von unkontrolliertem Wummern meilenweit enfernt. Der dynamische Treiber sorgt für eine angenehme Körperhaftigkeit bei Bassdrums und Toms, mit einem natürlichen Punch und viel Druck.
Im Vergleich zu den größeren Modellen wie z.B. dem XCON oder dem VE10 fehlt ihm noch ein wenig die letzte Präzision in der Transienten-Abbildung und der Textur – aber er ist verdammt dicht dran!. Schnelle Doublebass-Passagen oder komplexe Grooves bleiben sauber nachvollziehbar, ohne dass der IEM je angestrengt wirkt.
Gerade bei Rock und Metal spielt er druckvoll und mit einem nicht zu ignorierendem Spaßfaktor. Die leichte Tiefbassanhebung bringt eine Spur Wärme ins Klangbild, ohne Details zu verschlucken. Insgesamt wirkt der Bass technisch erstaunlich erwachsen und stimmig – wirklich beeindruckend für diese Preisklasse.

Mitten
Stimmen stehen natürlich im Raum, weder künstlich nach vorne geschoben noch distanziert. Sie haben Substanz, klingen greifbar und vor allem authentisch. Instrumente lassen sich gut differenzieren, auch wenn es im Arrangement mal turbulenter wird. Die Abstimmung ausgewogen mit einer vitalen Note, die Gitarren, Snaredrum und Vocals schön präsent erscheinen lässt und ihnen die nötige Energie verpasst.
Natürlich erreicht der GO live! nicht die letzte Feinauflösung und Separation eines VE7 oder gar des Phönix – aber das war auch nicht zu erwarten. Vielen anderen IEM in seiner Klasse ist er aber dennoch überlegen, was die Natürlichkeit und Energie in den Mitten angeht – vor allem die dynamisch beeindruckende und kraftvolle Wiedergabe von verzerrten Gitarrenriffs überzeugt mich.
Höhen
Die Höhen sind luftig, klar und sauber, aber immer angenehm kontrolliert. Es wird nichts künstlich überstrahlt, nur um Details zu demonstrieren. Becken klingen natürlich, Obertöne lösen sich gut vom Grundton, und auch feine Nuancen bleiben hörbar. Die Präsenz ist jederzeit vorhanden, wird aber von den hauseigenen Topmodellen logischerweise übertroffen, welche microdetails noch feiner herausarbeiten und somit ihren Mehrpreis rechtfertigen.
Die sauber abgestimmte, leichte W-Signatur des GO live! bleibt definitiv langzeittauglich. Selbst bei energiegeladenen Genres wie Metal wirkt er auf mich nie nervig oder scharf – obwohl er kein warmer Schönfärber ist. Er liefert immer genügend Brillanz für ein frisches Klangbild, ohne in zu anstrengende Höhenenergie abzurutschen. Und genau das macht ihn im Alltag sehr angenehm und auch universell einsetzbar.
Vision Ears GO live! vs. Thieaudio Hype4 MKII
Als Vergleichskandidat habe ich den Thieaudio Hype4 MKII nicht grundlos gewählt, auch wenn der Vision Ears mehr in Richtung Pro Audio und der Thieaudio mehr in Richtung Consumer gedacht ist, so teilen sie doch einiges. So sind beides Hybrid IEM mit dynamischen und Balanced-Armaturen Treibern, wenn auch in leicht unterschiedlicher Konfiguration, ausgestattet. Beide IEM sind neben der ähnlichen Konfiguration auch in recht ähnlichen Preisbereichen unterwegs. Ich möchte aber direkt darauf hinweisen, daß ich diesen Vergleich nicht mache, um den einen oder anderen als besser oder schlechter darzustellen. Es soll hier lediglich auf die Unterschiede eingegangen werden – ganz ohne Wertung. Einen Favoriten habe ich trotzdem….
Beide IEM haben ein Metallgehäuse und beide sind sehr komfortabel, wobei der GO live! viel kleiner ist und auch leichter und daher beim Thema Komfort die Nase vorne hat.
Tonal sind beide IEM schon unterschiedlich, aber im Grunde gar nicht so weit auseinander. Wenn man aber vom GO live! kommt, merkt man sofort: Das ist ganz klar Vision Ears. Diese charakteristische Klarheit, vor allem in den Mitten, ist sofort da. Gerade im Mittelton passiert ja ganz viel – und genau das gibt dem ganzen Klangbild diese – zumindest für mich – unwiderstehliche Authentizität. Der Hype4 MKII nimmt im direkten Vergleich im Mittelbereich etwas Pegel raus, was ihn im Gegenzug etwas relaxter macht und eine V-Signatur beschert, während ich dem GO live! ja eher eine W-Signatur bescheinigen würde.
Der Bass wirkt im GO live! sehr definiert, kontrolliert und strukturiert. Transienten bei Drums haben unglaublich viel Energie, besonders gut zu hören bei knalligen Snaredrums und bei druckvollen Bassdrum-Punches. Als Drummer liebe ich das. Der Hype4 MKII hat im direkten Vergleich einen leicht weicheren Bass, macht dafür etwas mehr Alarm im Subbass, ist dafür aber weniger filigran und kontrolliert – der GO live! rockt einfach mehr.
In den Höhen bleibt der Vision Ears transparent, detailliert und angenehm – nie zu scharf, nie zu viel. Perfekt dosiert. Hier ist der Thieaudio etwas vehementer. Cymbals kommen manchmal etwas zu scharf, was allerdings auch an den etwas zurückgenommenen Mitten liegen kann.
Unterm Strich spielt der Vision Ears GO live! für mich ausgewogener und viel direkter. Er macht Spaß, wirkt lebendig und echt, bleibt aber immer kontrolliert und kann seine Professional-Audio-Gene nicht leugnen. Der Hype4 MKII hat dafür ein wärmeres Fundament, geht im (Tief)-Bass kräftiger, aber auch leicht behäbiger zur Sache und wirkt dadurch insgesamt etwas entspannter und mehr nach klassischem „Hifi“ im Klangbild.
Am Ende sind beide sehr gute IEM, und die Wahl bleibt immer Geschmacksache. Ich tendiere definitiv zum etwas teureren GO live! – als Drummer und Metal-Fan gefällt mir die energiegeladene Mitten-Agilität und die präziseren Drums und Gitarren einfach besser.
Fotos
Fazit
Neues Terrain, alte Tugenden.
Was für ein fulminanter Einstieg in die Einsteigerklasse! Der Vorstoß in den preissensitiveren Bereich des Inear-Monitoring kam für mich überraschend, stand Vision Ears bei mir doch immer für kompromisslose Premium IEM. Doch der Schritt ist absolut gelungen. Mit dem GO live! bietet man Musikern und Audioliebhabern gleichermaßen einen hochkarätigen Einstieg in die Welt der Inears.
Für die einen ins Inear-Monitoring, für die anderen in hochwertigen Audiogenuss. Dabei schafft Vision Ears gekonnt einen heiklen Spagat: Im unteren Bereich technisch und klanglich neue Maßstäbe setzen, aber trotzdem den Abstand zur höheren Liga zu bewahren. Ersteres ist ohne Zweifel locker gelungen, zweiteres kann ich nicht vollumfänglich beurteilen, da ich die nächst-teureren Modelle – dann aus der Custom Line – wie den VE One oder VE Pro nicht kenne. Am Ende ist das aber auch egal, denn das, was der Vision Ears GO live! für 429€ bietet, ist schon wirklich nichts weniger als absolut beeindruckend.
Von mir bekommt der Vision Ears GO live! eine dicke Empfehlung. Hier stimmt einfach alles: Sound, Ausstattung, Qualität und Preis.







