Zeitgeist Artisan – oder „Willkommen im nächsten Level“

Zeit ist relativ. Zeit ist kostbar.
Und Zeit braucht es, um etwas Außergewöhnliches zu erschaffen. Seit dem Debüt des Ur-Zeitgeistes, welcher in Form des Modells „La Dolce Vita“ immer noch einer meiner absoluten Lieblinge ist, vergingen gut zweieinhalb Jahre. Eine lange Zeit – erst recht für einen IEM. Doch nun überrascht die junge Marke aus Deutschland mit der nächsten Evolutionsstufe. Und dieses Mal wollen sie es wissen, denn der Zeitgeist setzt erneut Maßstäbe und ist wieder einmal einzigartig – in vielerlei Hinsicht. Was genau das ist und wie er klingt, das lest ihr hier!


[Werbung] Der InEar wurde mir für diesen Test von headphone.shop zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Intro

Gefühlt wird jede Woche irgendwo einer oder mehrere neue Inears released. Und während es immer mehr Hypes gibt – die genauso schnell wieder verschwinden wie sie gekommen sind – gibt es nur wenige Inears, die ein bleibendes Statement setzen oder gar zum Klassiker werden. Ich muss selbst zugeben, daß mich die meisten dieser Hypes aus Fernost mittlerweile nicht mehr in helle Aufregung versetzen und ich eine gewisse abgeklärte Nüchternheit bei neuen Release an den Tag lege. Vermeintliche Überflieger entpuppen sich zu schnell als maximal Mittelmaß. Aber natürlich gibt es sie, die wirklichen Perlen und die echten Gamechanger.

Schon damals hat mich der Zeitgeist voll überzeugt, weil er mit jedem Detail die Liebe seiner Schöpfer zur Musik, zum Genuss, zu Perfektion und zu Design versprüht. Klanglich ist er sowieso einer der ganz wenigen herausragenden Exemplare. Aber auch das drumherum überzeugte mich damals komplett und machte den Zeitgeist auf ganzer Linie einzigartig. Bevor ich aber zum neuen Zeitgeist komme, sei an dieser Stelle erst einmal ein Blick auf die Historie der deutschen Marke erlaubt.

Die Zeitgeist Story

Hinter Zeitgeist stehen keine Marketing-Floskeln, sondern echte Könner. Die Headphonecompany aus Heidelberg wird von Thomas Halbgewachs geführt – ein alter Hase der Szene, früher bei Beyerdynamic unterwegs, heute mit einem beeindruckenden Vertriebs-Portfolio am Start. Namen wie Meze, Astell & Kern, Campfire Audio, Austrian Audio, Empire Ears, Noble, Raal oder Abyss sprechen da eigentlich schon für sich. Und klar: Wenn so jemand wie Thomas beschließt, einen eigenen InEar auf die Beine zu stellen, darf man durchaus gespannt sein.

In der renommierten Firma InEar Monitoring aus Dieburg wurde der perfekte Technologie-Partner gefunden. Deren Produkte aus der Stagediver Serie sind nicht nur bei Profimusikern bekannt und geschätzt. Sie sorgen mittlerweile auch in der audiophilen InEar Community seit Jahren für Begeisterung. Absolute High-End Boliden – wie der ProPhile 8 (Test) oder der ProMissionX (Test) – genießen weltweit höchste Reputation.

Während heute viele neue Produkte mit immer mehr Technik, immer mehr Treibern und immer höheren Preisen auf den Markt geworfen werden, geht Zeitgeist Germany bewusst einen anderen Weg: Entschleunigung, Stil, Ästhetik. Und zwar konsequent – im Klang genauso wie im Design. Kein Zahlenwust, kein Datenblatt-Marathon. Stattdessen steht hier das Erlebnis im Mittelpunkt: Musik hören, genießen, eintauchen.

Dass so eine Zusammenarbeit Großes hervorbringt, hat schon die erste Edition des Zeitgeist gezeigt. Und es ist genau diese Mischung aus Erfahrung, Leidenschaft und klarer Vision, die Thomas mit seiner Marke verfolgt – und die Zeitgeist so besonders macht.

Der Zeitgeist Artisan

Die aktuelle Edition „Artisan“ bietet unglaubliche Designs für jeden Geschmack und der Kunde kann – vorausgesetzt er findet Gefallen am Klang – „seinen“ Zeitgeist frei nach persönlichem Geschmack wählen. Jeder einzelne ist ein Unikat. Denn den Zeitgeist gibt es in verschiedenen Ausführungen, die alle individuell in Handarbeit gefertigt sind. Nicht nur verschiedene Farben – sondern auch Materialien und unterschiedliche Konzepte sind in sehr naher Zukunft geplant.

Klangich sieht man sich am Ende einer langen Reise. Warum weiter mit Abstimmungen experimentieren wenn man überzeugt davon ist, den perfekten Sound realisiert zu haben. Das finde ich konsequent und absolut nachvollziehbar. Es gibt aktuell keine technisch verschiedenen Konfigurationen, keine Hybriden, keine Fragmentierung im Portfolio durch Modelle mit n-vielen Treibern – dezente Klangvariationen resultieren ausschließlich aus der Verwendung von verschiednen Materialien und sind dazu eher homöopathisch.

Maserbirke
Die Gehäuse der Artisan Edition bestehen aus dem stabilisiertem und mit gefärbten Harz durchtränkten Holz der Maserbirke. Deren Holz weist einzigartige Merkmale auf, darunter wellenförmige, unregelmäßige Jahresringe mit braunen, gekräuselten Holzgewebszellen, die oft ein V-Muster im Querschnitt bilden. Es ist besonders dicht und schwer und eignet sich daher gut für Möbel, Messerschäfte sowie zum Drechseln von Schalen, Stiften – und eben auch wie hier einzigartigen InEars.

Die Artisan Linie mit ihren bunten Varianten aus ebendiesem Holz wird nicht die einzige Kollektion bleiben. So ist bereits eine weitere Kollektion zu haben, die als Material für das Gehäuse das Holz ausrangierter Whiskeyfässer nutzt. Und weitere Experimente mit den exotischsten Materialien sind bereits in Planung.

Simple Konfiguration mit 2 BA Treibern
Der Zeitgeist kommt mit für heutige Verhältnisse schon fast simpel anmutender Technik. Lediglich zwei Balanced Armature Treiber kommen zum Einsatz. Aber mittlerweile wissen wir ja, daß es nicht auf die Anzahl der Treiber ankommt. Von den überragenden Fähigkeiten eines einzelnen dynamischen Treibers konnten bereits einige IEM, darunter auch der Sennheiser IE900 (Test) auf ganzer Linie voll überzeugen und mit Multi-Treibersystemen locker mithalten.

Aber funktioniert so etwas auch im BA Bereich? Der Zeitgeist verwendet zwei solcher Balanced Armature Treiber von Sonios. Der einzige 2-BA InEar, den ich sonst bisher gehört habe, ist der HEAROS Pro II. Und der hat sich seinerzeit bei mir ein Kopf an Kopf Rennen mit dem Flaggschiff geliefert. Wir dürfen also durchaus gespannt sein.     


Lieferumfang und Verpackung

Der Zeitgeist kommt in einer edlen, schwarzen Schatulle mit aufklappbarem Deckel, auf mit einem goldenen Reliefdruck das Logo „Zeitgeist Germany“ aufgebracht ist. So etwas kennt man normalerweise von Uhren oder Schmuck. Wir erinnern uns: Die flache Metalldose der Originalversion mutete im Vergleich dazu noch recht einfach an. Die Art der Verpackung und auch die Umsetzung ist erfrischend anders und zeigt die DNA der deutschen Marke schon von aussen. Hier macht man sich Gedanken um das Gesamtkonzept. Und auch wenn zugegebenermaßen die Box bei den meisten Käufern vielleicht im Schrank verschwindet, so finde ich es immer beeindruckend, wenn eine Marke ihr Produkt und das Erlebnis damit bis hin zur Verpackung zu Ende gedacht hat.

Beim Kabel kann der Käufer wählen: Entweder mit 3.5mm Standard Stecker oder mit 4.4mm symmetrischem Klinkenstecker. Dieser liefert einen noch besseren Klang, erfordert aber auch ein Quellgerät mit entsprechendem Output. Im Zeitgeist Shop können passende (portable Geräte) gleich mitbestellt werden – gut mitgedacht!

Die Auswahl an beiliegenden Ohrstöpseln ist überschaubar: Es liegen vier Paar Silikontips bei. Diese sind den Final E Tips nachempfunden und sorgen bei mir für einen guten Seal. Ausprobieren kann hier aber nie schaden, so sind es bei mir am Ende dann doch die Final E Tips geworden, mit denen ich den besten Sound bekommen habe.

Aber auch hier gilt: Wir sind hier in einem Bereich, wo die meisten Kunden sowieso schon ihre Lieblings-Tipps gefunden haben. Trotzdem: Für den Einsteiger wäre es schön, eine üppigere Auswahl direkt out of the box zur Verfügung zu haben.


Verarbeitung und Design

Der Zeitgeist

In Bezug auf die Gehäuseform sind die Zeitgeister ziemlich klassische, generische In-Ear-Monitore. Allerdings hebt das außergewöhnliche Design der neuen Zeitgeist-Marke diese klassische Form auf ein neues Niveau. Das Gehäuse ist makellos verarbeitet, ohne Lufteinschlüsse, Grate oder sonstige Unregelmäßigkeiten. Die Naht, an der die beiden Gehäuseschalen zusammengefügt werden, ist so gut wie nicht sichtbar. Die anatomisch geformte Ausgestaltung scheint nahezu perfekt zu sein, und alles fühlt sich haptisch hochwertig und robust an. Kein Vergleich zu den üblichen Schalen aus dem 3D-Drucker, die selbst bei Modellen im Luxusbereich für mehrere Tausend Euro verwendet werden.

Artisan No. 3

Ich habe den Zeitgeist in der blauen Artisan Variante gewählt. Da es sich um ein Naturprodukt mit zufälliger Holzmaserung handelt, variiert die Ausführung dementsprechend. Bei meinem Modell ist die Faceplate sehr sehr dunkel – fast schon schwarz. Das gefiel mir anfangs nicht, mittlerweile finde ich es sogar cool. Die Zeitgeist Inears sind eben alles Unikate, keiner gleicht dem anderen.

Neben der Artisan Serien gibt es den Zeitgeist aktuell in einer Version aus Holz. Hier werden alte Whiskyfässer für das Gehäuse genutzt. Und die Verwendung von edlen Hölzern in Naturfarben findet in der Trees-Collection ihre Bestimmung.

Kabel

Das beiliegende Kabel ist wahlweise mit 3.5mm Stereoklinke oder 4.4mm Balanced Stecker erhältlich. Und hier hat man eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger erzielt. War das Kabel bei der ersten Edition noch ein dünnes, einfaches Kabel, so liegt den neuen Kollektionen eine wirklich extrem verbesserte Version bei. War das alte Kabel technisch noch okay, so war es optisch und haptisch nicht mehr zeitgemäß. Das hat sich bei den neuen Kollektionen grundlegend geändert.

Bei dem beiliegenden Kabel handelt es sich um ein Kupferkabel (OCC) mit Silberbeschichtung. Das 8-fach geflochtene Kabel fühlt sich absolut nach Premium an. Es ist weich, flexibel und hat so gut wie keine Mikrophonie (Trittschallübertragung). Die Stecker und Splitter sind aus Aluminium und runden den optischen Eindruck gut ab. Auf jeden Fall ist dieses Kabel eine fantastische Wahl und wird dem Zeitgeist viel gerechter als die alte Strippe. Auch klanglich tut sich was: Bässe werden straffer, alles klingt eine Nuance räumlicher.


Tragekomfort

Der Zeitgeist kommt in einem überragend ergonomischen Gehäuse. Hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Ich kann ja nur für mich sprechen, aber mittlerweile empfinde ich die Universalvarianten der InEars von vielen Hersteller mindestens auf Augenhöhe mit angepassten Custom InEars. Der Zeitgeist sitzt in meinem Ohr absolut fantastisch. Da muss man sich langsam fragen, ob zumindest im audiophilen Bereich ein CIEM – also ein per Ohrabdruck individuell angefertigter Inear – überhaupt noch Sinn macht.

Zusätzlich ist der Zeitgeist nun in zwei Größen erhältlich: Normal und klein. So kommen auch endlich diehjenigen in den Genuss, denen sonst die normalen Inear-Gehäuse zu groß waren.

Der Zeitgeist wird mit dem Kabel über dem Ohr getragen. Dieses ist in dem Bereich, wo das Kabel über das Ohr geführt wird, entsprechend vorgeformt. In Kombination mit der fantastischen Passform führt das zu einem absolut angenehmen und unauffälligen Tragekomfort – selbst über einen langen Zeitraum.


Klangqualität

Kommen wir nun endlich zu dem eigentlichen Kern dieses Tests – dem Klang des Zeitgeist Artisan. Vorab noch ein kurzer Überblick zu meinem Setup für diesen ausführlichen Hörtest:

Als Quellgeräte dienten mir dieses Mal der Cayin N6III (Test) sowie der Sony WM1Z. Am Schreibtisch musste wie immer der JDS Labs Element IV (Test) ran. Im Bereich der mobilen Lösungen diente mir der ifi Audio GOpod Air (Test) und der ifi Audio GObar Kensei (Test).

An sämtlichen Geräten harmoniert der Zeitgeist wie erwartet ausgezeichnet, was mich nicht überrascht. Natürlich skaliert er an hochwertigen Geräten noch deutlich, das ist aber im Vergleich zu leistungshungrigen Overear Kopfhörern trotzdem weniger deutlich. Insofern ist eine saubere und leistungsstarke Quelle wie ein DAP oder ein Dongle-DAC nicht zwingend erforderlich, jedoch sinnvoll um das volle Potential auszuschöpfen.

Links: Zeitgeist Dolce Vita, rechts: Zeitgeist Artisan No.3

Auch wenn Einspieleffekte – gerade bei BA-Treibern – umstritten sind: Nach mehreren Stunden hatte ich schon den Eindruck, daß der Zeitgeist nochmals präzisere Bässe, klarere Mitten, verbesserte Transparenz und Ortung sowie insgesamt eine konsistentere Gesamtperfomance erlangen konnte. Ob echter physikalischer Einspieleffekt, psychoakustische Adaption oder Einbildung – jedenfalls war eine hörbare Entwicklung für mich feststellbar.

Grundsätzlich klingt der Zeitgeist Artisan dem Zeitgeist der ersten Generation sehr ähnlich – was ich persönlich begrüße – der Sound ist schon ziemlich genial. Im direkten Vergleich ergibt sich durch das neue Kabel aber eine insgesamt etwas weniger warme Tonalität und eine leicht bessere Feinauflösung.

Professioneller Monitor mit echtem Charakter

Konzeptionell folgt der Zeitgeist Artisan wie der Dolce Vita aus der ersten Serie wieder der Philosophie klassischer Bühnen-InEars und liefert grundsätzlich eine höchst ausbalancierte Tonalität, die man getrost als neutral bezeichnen kann. Das gesamte Frequenzspektrum wirkt stimmig abgestimmt, dabei jedoch keineswegs fade oder emotionslos. Ganz im Gegenteil:

Der Zeitgeist präsentiert sich selbstbewusst als gelassener InEar-Monitor, der universell für sämtliche Genres geeignet ist und dabei eine harmonische sowie musikbetonte Wiedergabe abliefert. Die häufig anzutreffende kühle und distanzierte Charakteristik neutraler Hörer – vor allem mit reiner BA-Technik – bleibt hier erfreulicherweise aus.

Natürlich erfordert ein linear abgestimmter Kopfhörer etwas Eingewöhnung. Gerade wer an bassstarke oder V-förmig abgestimmte Modelle gewöhnt ist, nimmt den ersten Eindruck vielleicht als eher zurückhaltend wahr. Mit etwas Geduld jedoch zeigt der Zeitgeist allerdings beeindruckend, was in ihm steckt: eine souveräne, langzeittaugliche Wiedergabe, die Präzision und feine Detailarbeit in harmonischer Balance vereint.

Hören wir mal genauer hin

Der Bass des Zeitgeist ist angenehm ausgewogen abgestimmt. Er schiebt unten herum schon mit Nachdruck an, aber ohne zu dick aufzutragen, bleibt im Oberbass aber sehr sauber und kontrolliert. Damit wirkt er weder übermäßig warm noch zu analytisch, sondern trifft eine gute Mitte, die fast jedes Genre mitgeht. Akustische Aufnahmen profitieren von der Natürlichkeit besonders, ebenso Rock und Metal, bei denen der amtliche Punch für ordentlich Druck sorgt und mächtig Spaß macht.

Qualitativ gibt es hier ebenfalls nichts zu meckern, der Bass ist erstklassig: Ein präzise definierter Anschlag und eine greifbare Struktur lassen Drums plastisch und natürlich erscheinen. Geschwindigkeitsmäßig ist der Bass exzellent – kein Wunder, ist dies doch eine Tugend der verbauten Balanced Arnmature Treiber. Selbst bei rasantesten Death Metal-Passagen behält der Zeitgeist die Kontrolle und schnelle Transienten werden überzeugend und scharf konturiert wiedergegeben. Im Tiefbass hat er genug Substanz, ohne jemals zu nerven, und im Midbass überzeugt er mit feiner Detailzeichnung. Stimmen werden klar und unaufdringlich dargestellt.

Die natürlichen Mitten sind auch beim Zeitgeist Artisan erneut ganz klar die Stärke. Wo viele Kopfhörer mit V-Shape oder Badewannen-Abstimmung diesen Bereich zurücknehmen, geht der Artisan den anderen Weg: Die Mitten stehen präsent im Raum und erinnern eher an eine Monitor-Abstimmung. Genau das macht ihn bei vielen Aufnahmen besonders spannend. Egal ob männlich oder weiblich – Vocals klingen körperhaft, farbig und direkt, fast so, als stünden sie live vor einem. Bei akustischen Aufnahmen ist das sofort hörbar, aber auch bei Gitarren – egal ob akustisch oder elektrisch -spielt der Artisan seine Stärken aus. Riffs haben ordentlich Energie und Biss, klingen griffig und geben der Musik den nötigen Drive.

Im Höhenbereich präsentiert sich der Artisan angenehm zurückhaltend, ohne auf die nötigen Details und Klarheit zu verzichten. Die Hochtonenergie bleibt aber immer wohl dosiert und somit nie nervig oder aufdringlich oder scharf. Zischlaute sind ihm genauso fremd wie unnatürlich aggressive Becken. Würde ich die Höhen als smooth beschreiben, würde ich allerdings ihrer organischen Brillanz nicht gerecht werden.

Ganz im Sinne von akkuraten Monitoren schafft es auch der Zeitgeist, Instrumente prinzipiell fein säuberlich voneinander zu trennen und Spuren deutlich zu separieren. Aber aufgrund seiner leicht warmen Abstimmung muss man schon etwas genau hinhören. Wo manch andere InEars Hier deutlich Forscher zu Werk gehen und das Musikgeschehen teilweise wie unter einem Brennglas präsentieren, ist der Zeitgeist hier angenehm zurückhaltend und offenbart kleinste Details nicht kompromisslos. Vielmehr lässt er dem Hörer die Wahl: Genieße ich meine Musik – oder analysiere ich sie. Beides ist möglich.

Isolation
Ein Wort? Perfekt!
Aufgrund der oben bereits angesprochenen sehr guten anatomischen Gehäuseform und der daraus resultierenden optimalen Passform (bei mir), ist die passive Geräuschisolierung nahezu perfekt. Selbstverständlich sind alle Ohren anders, so dass man letztenendes selbst herausfinden muss wie wie gut der Kopfhörer sitzt. Die Form der Gehäuse ist aber anscheinend über lange Jahre so perfektioniert worden, dass hier ein guter Fit für möglichst viele Ohren erreicht wird.


Fazit

Auch die neueste Edition des Zeitgeist – „Artisan“ – bleibt dem Konzept treu:
Maximale Musikalität in einem wunderschönen und einzigartigem Gewand. Die Vielfalt der Varianten ist groß, die Auswahl fällt schwer. Gut zu wissen: Egal welches Design man wählt, der Sound bleibt grundsätzlich gleich – von marginalsten Materialeinflüssen einmal abgesehen.

Zwar wirkt die Bestückung mit lediglich zwei Balanced-Armature-Treibern im Vergleich zu heutigen Multi-Driver-Hybriden auf den ersten Blick unscheinbar – klanglich überzeugt der Zeitgeist jedoch auf ganzer Linie. Mit subtilen, wohldosierten Akzenten sorgt er für Spielfreude und liefert eine Darbietung, die genreübergreifend auf hohem Niveau begeistert.

Für 899 € bietet die „Artisan“ Edition des Zeitgeist einen ausgereiften und charismatischen Klang, der sich souverän zwischen Neutralität und Natürlichkeit bewegt und damit uneingeschränkt empfehlenswert ist.

Zeitgeist Artisan No. 3 | Bewertung

9.8

Sound

9.5/10

Verarbeitung

10.0/10

Tragekomfort

9.8/10

Preis/Leistung

10.0/10

Pros

  • Natürlicher Klang
  • Tolles Design
  • Sehr gute Passform
  • Detailliert und präzise
  • Einfaches, aber gutes Kabel
  • Individuelles Design

Cons

  • Das letzte bisschen Spritzigkeit fehlt