[Werbung] Auf dem CanJam 2016 ist der Triple-Driver als „Best Headphone Portable“ ausgezeichnet worden. Und obwohl er auch bei Testern international extrem abgeräumt hat, hatte ich den Hybriden bisher überhaupt nicht auf dem Schirm.

Vor kurzem hatte ich aber den großen Bruder, den Quad Driver hier im Test. Und dieser hat mich nachhaltig beeindruckt.
Also wurde es höchste Zeit, auch den Triple einem Test zu unterziehen.
Nun liegt er vor mir – sogar die neuere Variante mit Lightning Anschluss für Apple Geräte. Der Verkaufspreis liegt aktuell (03.07.2017) bei 129€.

Beim 1More Triple handelt es sich um einen InEar in Hybrid-Bauweise, d.h. es werden Treiber verschiedener Bauart eingesetzt. Je ein Balanced-Armature-Treiber ist für Höhen und Mitten zuständig. Um den Bassbereich kümmert sich ein dynamischer Treiber. Auf diese Weise kombiniert man die jeweiligen Stärken der einzelnen Prinzipien/Techniken in einem einzelnen Gehäuse. 

Das Besondere am Triple Driver Lightning ist der im Kabel integrierte HD DAC. Perfekt für das iPhone 7, welches durch Wegfall des 3.5mm Kopfhörerausgangs „glänzt“. Aber auch an anderen Apple Devices mit Lightning Anschluss funktioniert der Anschluss perfekt. Der Vorteil: Der Triple bringt seinen DAC und Verstärker quasi selbst mit, d.h. die Umwandlung der digitalen Musiksignale in analoge erfolgt nicht innerhalb des Abspielgerätes, sondern direkt im Kopfhörer. Zusätzlich wird das Signal noch verstärkt, so daß auch höhere Lautstärken möglich sind oder leistungshungrigere Kopfhörer angeschlossen werden können. 


Lieferumfang

Der Lieferumfang des Triple Driver steht dem des Quad in nichts nach und ist hervorragend. Es finden sich insgesamt 9!! Größen an Eartips, ein Flugzeugadapter, ein metallener Befestigungsclip, und eine hochwertige Transporttasche (die gleiche wie beim Quad Driver!) in der hochwertigen Klappbox aus dicker Pappe. Hier hat man sich wirklich Gedanken gemacht und solch eine Präsentation/Lieferumfabg sucht man teilweise bei wesentlich teureren Produkten vergeblich.

Im Einzelnen

  • 6 Paar Silikon Ohrstöpsel
  • 3 Paar Schaumstoff-Ohrstöpsel
  • Aufbewahrungsbox
  • Flugzeug-Adapter
  • Kabelclip

Für einen Kopfhörer dieser Preisklasse ist das schon genial. Vor allem wenn man bedenkt daß man für die Variante ohne Lightning weniger als 100€ zahlen muss aktuell…


Technische Daten

  • Frequenzbereich : 20-40,000 Hz
  • Empfindlichkeit: 99 dB
  • Impendence: 32 Ω
  • Nennleistung: 5 mW
  • DAC: 24 Bit/ 48 kHz
  • Kabellänge : 1,25 m
  • Gewicht: 24 g

Verarbeitung & Design

Wie bereits beim Quad Driver gesehen, ist die Verarbeitung auf hohem Niveau. Die Ohrhörer selbst sind aus Aluminium in Bi-Color Design, die Oberfläche der Gehäuse schimmert bläulich-violett in Kombination mit einem Roségold – das wirkt sehr edel und ansprechend.  Eine weitere Farbvariante ist als Kombination von Titanium und silber erhältlich. Die Kabelfernbedienung ist ebenfalls aus Alu und verfügt über einen genialen, joystick-artigen Steuerknopf zur Bedienung. Das Kabel ist vom Lightning-Stecker bis zum Y-Splitter textilummantelt, von dort gehen gummierte Kabel zu den Ohrhörern. Mikrofonie ist im textilummantelten Teil überhaupt kein Thema, in den Zuleitungen zu den Ohrhörern ist sie ganz leicht vorhanden. Die lederne Transporttasche mit magnetischer Verschlusslasche ist stabil, praktisch und sieht gut aus.
Den einzigen Kritikpunkt den ich aktuell sehe teilt sich der 3er mit dem 4er: Es gibt keinen Knickschutz. D.h. das Kabel geht ohne flexiblen Teil, welcher Bewegungen kompensieren könnte, in den In Ear über. Vermutlich ist das nicht wirklich ein Problem – sonst hätte man das wohl anders gelöst – aber ich werde das im Auge behalten. Die Silikonstöpsel sind von guter Qualität, die Schaumstoff-Aufsätze irgendwie nicht. Sie gehen nach dem Zusammendrücken zu schnell in ihre Originalform zurück. So bleibt keine Zeit, sie ins Ohr einzusetzen und erst dort sich wieder entfalten zu lassen. Aber das ist vielleicht auch eine persönliche Sache, denn Schaumstoffstöpsel mag ich grundsätzlich nicht sonderlich gern.

Noch eine Anmerkung zum Lightning Anschluss: Damit limitiert man den Kopfhörer natürlich auf bestimmte Abspielgeräte. Die Nutzung an hochwertigen DAPs oder (p)KHV entfällt somit leider. Warum hat man das nicht über abnehmbare Kabel gelöst? So könnte man – je nach Abspielgerät – entweder das eine oder das andere Kabel nutzen. So mache ich das aktuell mit dem Audeze SINE, welcher in dieser Hinsicht somit viel flexibler ist.


Tragekomfort

Erstklassig, genauso wie beim Quad. Die Schallröhrchen sind wie beim Quad angewinkelt, was zu dem sehr komfortablen Sitz beiträgt. Genauso wie sein großer Bruder sitzt bei mir auch der Triple einwandfrei mit den im Auslieferungszustand montierten Silikonstöpseln in meinen Ohren. Ich muss schon sagen dass mir der Tragekomfort außerordentlich gut gefällt. Die Dinger sind schnell eingesetzt und haben bei mir auch sofort einen guten Seal. Die Auswahl der Ohrpolster ist so groß, daß bestimmt jeder sein für sich passendes Set findet. Was im Vergleich mit dem Triple auffällt ist die schwerere Bedieneinheit. Das ist aber auch kein Wunder, muss sie doch DAC & Kopfhörerverstärker beheimaten.


Bedienung

Vor der ersten Inbetriebnahme habe ich erst einmal die Firmware aktualisiert. Dies geschieht problemlos mithilfe der 1More App „1More Assistant“, welche flugs ihren Weg auf mein iPhone gefunden hat.

Mittlerweile habe ich mir ja angewöhnt, meine neuen Kopfhörer ein paar Stunden/Tage einspielen zu lassen, bevor ich mich eingehend mit ihnen beschäftige. Nennt es Voodoo, Glaube oder nicht – ich mach’s einfach. Drei Tage habe ich sie also per Shuffle mit meiner Musikbibliothek malträtiert.
Wer dazu keine Lust hat darf auch gern dazu die 1More App nutzen: Sie bietet nämlich einen eigenen „Burn-In“ Modus:

Tolle Fernbedienungseinheit mit „Joystick“

Die im DAC integrierte Steuereinheit des Triple Driver Lightning ist etwas Besonders. Keine drei Tasten – wie man es gewohnt ist – sondern ein Mini-Joystick. Folgendes lässt sich mit dem Teil steuern:

  • Laut/Leise, FF/FR
  • Play/Pause
  • Gespräch annehmen
  • Sprachsteuerung aktivieren.

Der Stick lässt sich in vier Richtungen bewegen und nach unten drücken. So ergeben sich insgesamt 5 Funktionen. Wirklich toll gelöst, im Alltag funktioniert das echt klasse. Man muss nicht erst groß fummeln welche Taste man denn nun gerade unter dem Finger hat. Obwohl DAC und Verstärker ebenfalls in dem Bedienteil untergebracht sind, ist es erstaunlich kompakt und nur ein wenig größer als eine durchschnittliche Kabelfernbedienung.

Freisprechen

Telefonieren geht auch 1A, meine Gesprächspartner haben sich zumindest in der Testphase nicht beschwert und auch ich habe mein Gegenüber perfekt verstanden. Aber in diesem Bereich gibt es heutzutage glaube ich eher weniger Probleme, da sind alle auf gutem Niveau.


Klangqualität

Kommen wir doch endlich zum wichtigsten Teil. Wie klingt denn nun der Triple Driver von 1More?

Der In Ear (allerdings meist mit Klinkenanschluss, die Lightning Variante ist noch zu neu ) ist international in Testberichten durch die Bank weg sehr gut bewertet worden. Er wird von vielen Testern gern als der beste In Ear unter der 100$/€ Marke genannt. Die Variante mit Lightning Anschluss ist ja afaik vom reinen Kopfhörer gesehen genau der gleiche Hörer, deshalb muss ich jetzt mal mangels der Klinkenvariante davon ausgehen, daß beide Modelle auch klanglich in etwa auf einer Stufe stehen. 

Der Kopfhörer macht keine Gefangenen. Er geht direkt von Anfang an sehr energisch und selbstbewusst zur Sache. Der Klangcharakter ist voll und modern, warm und gleichzeitig detailliert. Genauso wie der Quad fasziniert seine Sound DNA mit einer Mischung aus ernsthafter, musikalischer Seriosität und purem, energiegeladenem Spass.

Über den Lightning Anschluss profitiert der Kopfhörer ungemein. Allein von der Power her ist das (vermutlich) nicht mit Anschluss über 3.5mm Klinke zu vergleichen. Der Triple spielt an meinem iPhone 6S Plus sehr erwachsen und klingt niemals angestrengt oder „underpowered“.  Der Quad Driver hat zum Vergleich am Klinkenanschluss deutlich weniger Power. Ich vermute daß es hier in Zukunft ebenfalls eine Version mit Lightning Anschluss geben wird.

Bass

Der Bassbereich ist betont, aber von solch einer Qualität, daß er stets kontrolliert, definiert und satt ist. Die Bassmenge ist mehr als neutral, aber wohl dosiert und genau richtig für Rock und Metal. Durch die verschiedenen Anschlusstechniken (Klinke vs. Lightning) konnte ich jetzt nicht 1:1 mit dem Quad vergleichen. Doch bin ich relativ sicher, dass beide im Bassbereich sehr ähnlich klingen. Beide klingen druckvoll, authentisch und voll. Der 4er kommt leicht organischer und wärmer wie ich finde, der Triple hat mehr Punch und Kontur. Aber wie gesagt, schwierig zu vergleichen!

Mitten

Die Mitten sind sehr geradlinig, sie kommen mir durchaus neutral vor. Sehr schön detailliert und klar. Gesang aller Art und Geschlecht ist natürlich und Gitarren sind griffig, giftig und präsent. Die Übergänge in beide Richtungen sind grandios. Das ist es auch, was den Triple so natürlich und „rund“ klingen lässt. Trotz Bassbetonung klingt alles aufgrund der tollen Übergänge sehr authentisch und auf den Punkt

Höhen

Die Höhen sind klar und sanft, niemals nervig. Zischelnde Sibilanten habe ich keine bemerkt. Der Quad schafft hier zwar eine noch luftigere, feiner glitzernde Atmosphäre. Trotzdem offenbart auch der Triple ein sehr detailliertes Klangspektrum im oberen Frequenzbereich. Hier fehlt nichts.
In den Specs schreibt 1More etwas von 40.000Hz. Das soll den hohen Tönen weitere Transienten hinzufügen. Bei mir ist so ca. bei 14-17kHz Feierabend. Insofern kann ich nicht beurteilen, ob sich das irgendwie bemerkbar macht….

Bühne & Separation

Der Triple liefert zwar eine minimal schmalere Bühne als der Quad, weiß hier aber trotzdem voll zu überzeugen. Alles wirkt authentisch und sauber positioniert im Raum. 

Die Fähigkeit, einzelnen Instrumenten und feinen Details innerhalb der Musik zu folgen, ist eine Stärke von Balanced Armature Treibern. Und das zeigt der Triple auch eindrucksvoll. Es ist ein Leichtes, der komplexen Musik von z.B. Dream Theater oder Watchtower zu folgen. Auch sehr dichte Death Metal Produktionen stellen kein Problem dar.

Die Isolation ist identisch zu der des Quad. Aufgrund der gewinkelten Schallröhrchen sitzen sowohl der Triple als auch der Quad einfach wie angegossen.


Weitere Bilder


Fazit

Bis vor kurzem waren mir die In Ears von 1More gänzlich unbekannt. Glücklicherweise hat sich das geändert. Vor nicht allzu langer Zeit hat mich ja der Quad Driver – das aktuelle Flaggschiff der Firma – stark begeistert. Nun hatte ich die Möglichkeit, auch noch den Triple Driver zu hören. Basstechnisch ein wenig „knackiger“ als der Quad, dafür einen Ticken weniger natürlich/organisch und oben herum nicht ganz so detailliert, muss er sich klanglich jedoch überhaupt nicht hinter seinem großen Bruder verstecken. 
Auch wenn ich den Quad klanglich einen Hauch vor dem Triple sehe, geht am Ende das Gesamtkonzept des 3ers mit dem Lightning Anschluss voll auf.
Der 1More Triple Driver Lightning klingt fantastisch, liefert unterwegs satte Power ohne zusätzlichen pKHV und ist im (Apple) Alltag dadurch einfach mega praktisch. 


Der InEar wurde mir für diesen Test  zur Verfügung gestellt.  Vielen Dank Nils!

1More Facebook-Seite: facebook.com/1MOREDeutschland

1MORE Triple Driver Lightning | Bewertung

9.4

Sound

8.9/10

Verarbeitung

9.5/10

Trageomfort

9.2/10

Preis/Leistung

10.0/10

Pros

  • Natürlicher Klang
  • Breite Bühne
  • Sehr detailliert
  • Angenehme, klare Höhen
  • Unschlagbares Preis- Leistungsverhältnis

Cons

  • Kabel nicht abnehmbar