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iBasso DX320 Max Ti | Testbericht

Aller guten Dinge sind drei?
Kann gut sein. Im Falle des ultimativen Digital Audioplayer von iBasso mit dem Zusatz „Max“ liegt jedenfalls nun die dritte Version vor. Der iBasso DX320 Max Ti ist der neueste Streich von iBasso zum Thema Endgame DAP. Beide Vorgänger haben ziemlich beeindruckt und waren echte Superlative. Kann der Neue an den Erfolg anknüpfen? Die Latte liegt hoch, lassen wir uns überraschen…


[Werbung] Der iBasso DX320 MAX Ti wurde mir vom deutschen iBasso Vertrieb leihweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


iBasso DX320 Max Ti – High Res Audioplayer

Zwei bittere Pillen direkt am Anfang: Der Max ist erneut streng limitiert, dieses mal auf 888 Stück. Und leider ist er wieder teurer geworden, und zwar massiv. Stolze 3.499€ muss man 2023 auf den Tisch blättern, um iBassos letzte Weisheit in Sachen DAP zu erwerben. Den äußerlich fast identischen Vorgänger, den DX300 Max, bekam man für knapp 3.300€ – allerdings gab es auch eine technisch identische Version im Aluminiumkleid für 2.300€. Bleibt abzuwarten, ob iBasso so eine Version auch beim DX320 Max nachschiebt. Wünschenswert wäre es.

Im Moment gibt es also nur diese eine Titanium Variante des DX320 Max. Diese ist weltweit auf nur 888 Exemplare limitiert. Wer also ein Neugerät möchte, der sollte nicht allzu lange warten. Ehrlich gast gehen mir diese Limitierungen langsam auf den Keks. Führte man beim 300 Max noch den damals herrschenden Chipmangel als Grund auf, so fehlt dieses mal solch eine Argumentation. Die Limitierung ist also offensichtlich ein reines Marketinginstrument.

Apropos Chip: iBasso verbaut im DX320 Max wie schon im DX320 einen DAC von ROHM. Im DX320 Max werkelt dieser Chip allerdings als Quad DAC, er ist also in vierfacher Ausführung verbaut. Auch die konsequente Trennung von digitaler und analoger Sektion wird weiterverfolgt, inklusive je eines Akkus für jeden dieser Bereiche. Der digitale und der analoge Teil der DX320MAX werden separat mit Strom versorgt, wobei jeder Teil über ein unabhängiges Ladesystem verfügt. Die digitale und analoge Hardware und die Signalkommunikation verwenden Optokoppler und I2C-Isolatoren, um die digitalen und analogen Bereiche vollständig von jeglichen Störungen zu isolieren.

Der Wechsel dieser Akkus geht dieses Mal sogar besonders einfach: Die Rückseite lässt sich einfach lösen und gibt den Zugriff auf das Innere frei. Somit ist ein Akkutausch künftig sehr einfach selbst möglich, ohne das Gerät einsenden zu müssen. Ein Riesenvorteil, gerade für ein Gerät in dieser Preisklasse.

Hauptmerkmale des D320 Max:

  • Der AMP-Teil wird von einem echten +/- 8,4-V-Batteriepack gespeist. Es wird keine Spannungserhöhung verwendet, was höchste Reinheit und Stromabgabe gewährleistet.
  • Es wird ein optimierter diskreter Super-Class-A-Verstärkerschaltkreis verwendet, der die Schaltverzerrungen von Transistoren eliminiert und gleichzeitig die Klangsignatur eines Class-A-Verstärkers bietet, der zudem die Wärmeentwicklung deutlich reduziert.
  • Der DX320MAX verfügt über vielseitige Ausgänge, die einen symmetrischen 4,4-mm-Klinkenausgang und einen einseitigen 3,5-mm-Klinkenausgang umfassen.
  • Die Ausgangsspannung des 3,5-mm-Klinkenausgangs beträgt bis zu 4,5 V RMS und die des symmetrischen Klinkenausgangs bis zu 9 V RMS.
  • Im DX320MAX werden Elektrolytkondensatoren und Folienkondensatoren verwendet.
  • Es wurde ein kundenspezifisches analoges 4-stufiges Dämpfungsglied mit einer Kanaltoleranz von weniger als +/-0,1 dB ausgewählt.
  • Vier BD34301EKV-DAC-Chips sind integriert.
  • Bit für Bit-Wiedergabe mit Unterstützung von bis zu 32bit/768kHz.
  • Unterstützung von nativem DSD bis zu 512x.
  • 5,0-Zoll-IPS-Bildschirm (1080*1920), mit kapazitivem On-Cell-Touch-Panel.
  • Unterstützung von QC3.0 und PD3.0 Schnellladung für den digitalen Bereich.
  • FPGA-Master, eine spezielle Steuerung für das Audiosystem.
  • 2 Accusilicon Femtosekunden-Oszillatoren mit sehr geringem Phasenrauschen.
  • USB-DAC-Funktion, die bis zu 32bit/384kHz und DoP DSD128 unterstützt.
  • 14nm Octa-Core Qualcomm Snapdragon 660 SoC.
  • 6GB LPDDR4X + 128GB ROM.
  • USB-Digitalausgang, der bis zu PCM 32bit/384kHz, Na- tive DSD256 und DoP DSD128 ausgibt.
  • Mini-Koaxialausgang, der bis zu 24bit/384kHz und DoP DSD128 unterstützt.
  • Unterstützung von 2.4G & 5G WiFi, Bluetooth 5.0.
  • Unterstützung von SDXC und SDHC Micro SD Karten.
  • Unterstützung von USB3.1 Superspeed-Übertragung.
  • 4 Einstellungen für die physikalische Verstärkungsregelung.
  • Unterstützte Audioformate: MQA, APE, FLAC, WAV, WMA, AAC, ALAC, AIFF, OGG, MP3, DFF, DSF, und DXD.
  • Unterstützung für M3U-Wiedergabelisten.
  • Gehäuse aus Luftfahrt-Titan.
  • Individuell nummeriertes Typenschild.
  • Batterie zugänglich.

[Quelle: ibasso.com]

Was ist neu?

Natürlich dürfte die erste Frage, welche sich sowohl Besitzer eines der Vorgängers als auch Neukunden stellen, die sein, in welchen Punkten der neue Max verbessert oder verändert wurde. Und hier gibt es zuerst einmal eine kleine Entwarnung: Denn grundsätzlich ist der neue Max ein alter Bekannter.

Volume-Control

Die Weiterentwicklungen beim 300 MAX im Vergleich zum DX220 Max bezogen sich seinerzeit in erster Linie auf Details, die behutsam optimiert worden sind. Dieses Mal gibt es allerdings ein paar grundlegende Änderungen. Zum Einen wäre da der abgestufte, gerasterte Lautstärkeregler. Stufenlose Lautstärkeregler haben meist im unteren Lautstärkebereich eine Kanalungleichheit. Dieses war auch bei den Vorgängern zu beobachten und konnte mit empfindlichen IEM störend sein – etwa weil diese aufgrund ihrer Empfindlichkeit gar nicht in den höheren Lautstärkebereich vorgedrungen sind und deswegen ein „Leiseren“ aufgrund der Kanalungleichheit nicht möglich war. Mit dem neuen Regler verspricht iBasso eine Kanalbalance von +/-0,1dB, was quasi unhörbar sein müsste. Während ich das grundsätzlich bestätigen kann – es gibt keinerlei hörbare Kanalungleichheiten – gibt es allerdings neue Nachteile.

Beim Umschalten von einer Rastposition zur nächsten (oder zurück), setzt die Musik aus und wieder ein. Dies passiert für linken und rechten Kanal nicht gleichzeitig, so daß man beim langsamen Umschalten deutlich hört, wie die Musik unterbrochen wird, dann der eine und dann der andere Kanal wieder läuft. Das ist absolut unschön und hört sich einfach nur „kaputt“ an, obwohl es technisch wohl so erforderlich und auch nachvollziehbar ist. Egal wie: An dieses gestufte Verhalten muss man sich erst einmal gewöhnen, ein stufenloser Poti fühlt sich für mich immer noch besser und sinnvoller an.

Gain-Umschalter

Auf der Front neu hinzugekommen ist ein 4-fach GAIN Umschalter. Das ist praktisch, muss man doch zum Ändern der Verstärkerstufe so nicht mehr ins Menü gehen. Gerade wenn man oft mit unterschiedlichen Kopfhörern und IEM hört, ist das ein nennenswerter Fortschritt. Die Abstufungen sind dabei gut gewählt, was in Kombination mit dem nicht stufenlosen Volumeregler aber auch nötig ist.

Display & Tasten

Display und Steuerungstasten, welche sich beim DX320 Max erneut an der rechten Seite befinden, hat man unangetastet gelassen. Im Falle der Tasten eine gute Wahl. Beim Display hätte ich aber gerne etwas neues gesehen. Die Auflösung und Helligkeit ist okay, aber der Rand ist doch ziemlich groß und irgendwie wirkt das Gerät dadurch etwas altbacken – vor allem im Vergleich mit dem Display des DX320. Außerdem hat man einfach das Gefühl, einen „alten“ Max in der Hand zu haben. Mit Blick auf den Fokus auf Musik mag das sekundär erscheinen, ich fände aber gerade angesichts des hohen Preises eine Weiterentwicklung auch beim Display angebracht.


Lieferumfang & Verpackung

Die Verpackung ist auch dieses Mal kein Eye-Catcher für das Einzelhandelsregal. Warum auch: Es werden wohl kaum Exemplare irgendwo im Geschäft in der Auslage liegen. Die Verpackung ist eher luxioröses Understatement. Also kein Hochglanzkarton mit buntem Aufdruck. So what – die inneren Werte zählen! Der Umkarton ist dementsprechend aus vergleichsweise dünner Pappe.

Die eigentliche Schachtel mit Deckel zum Aufklappen in Form einer Schmuckschatulle ist aber von sehr guter Qualität.

Nach dem Öffnen des Deckels liegt der MAX auf der ersten Ebene in einem herausnehmbaren Schaumstoffträger. Unter diesem Träger – in insgesamt drei Stoffbeuteln verpackt – befindet sich das Zubehör. Und das ist ganz iBasso-typisch wieder mal sehr reichhaltig ausgefallen.

Im Einzelnen ist im Karton zu finden:

  • iBasso DX320 MAX TI
  • symmetrisches Burn-In-Kabel
  • hochwertige Tragetasche aus Leder
  • Displayschutzfolien
  • Koaxialkabel
  • Netzteil zum Aufladen der Analogsektion
  • USB-C-Kabel zum Aufladen der Digitalsektion
  • Bedienungsanleitung, Garantiekarte

Features & Technische Daten

Als Betriebssystem kommt nun Android 11 zum Einsatz. Der ibasso DX320 Max kann entweder als autarker DAP oder auch als Digital-Analog-Wandler (DAC) verwendet werden. Zur Optimierung der Klangqualität kommt wie beim Vorgänger die strikte Trennung von digitalem DAC und analogem Verstärker zum Einsatz.

Dieses Prinzip ist ideal zur maximalen Reduzierung von gegenseitigen Störeinflüssen. So befinden sich beide Einheiten – also digital- und Analogsektion – auf unterschiedlichen Platinen und sind elektrisch durch eigene Akkus vollständig voneinander unabhängig. Kleiner Nachteil: Die Akkus müssen auch separat geladen werden, die analoge Seite sogar per traditionellem DC-Stecker.

Die digitalen Signale werden von der DAC Einheit per sogenannter Optokoppler an die Verstärkersektion übergeben. Also wird selbst hier gewährleistet, daß beide Sektionen elektrisch sauber voneinander getrennt sind.

DAC
Im DX320 MAX ist der Quad ROHM BD34301EKV DAC Chip verbaut. Der Chip beherrscht neben den gängigen Formaten auch das native Decodieren von DSD512. Standardmäßig laufen zwei DACS, im „Ultimate Mode“ aktiviert man alle vier und kommt somit zum absoluten Musik-Nirvana.

AMP / Verstärker
Setzt iBasso bei der „Mittelklasse“ DAPs DX300 und DX320 auf die wechselbaren AMP Module, so verbaut man im MAX traditionell eine feste Verstärkereinheit.

Am symmetrischen 4,4 mm Kopfhörerausgang stehen mächtige 9.0 Volt RMS an – genug Power also, um so ziemlich jeden Kopfhörer adäquat antreiben zu können. Und auch wenn am unsymmetrischen 3,5 mm Klinkenausgang „nur“ noch 4,5 Volt RMS anliegen, so ist das immer noch mehr als genug für die allermeisten Kopfhörer.

Der Verstärker arbeitet übrigens als reiner Class-A Verstärker – so wie viele Desktop Verstärker auch. Hier wird wieder iBassos Ambition deutlich, das Beste aus zwei Welten zu vereinen.

Anschlüsse
Der 4.4mm Port als Alternative zur filigranen 2.5mm Variante hat sich mittlerweile durchgesetzt. Beim MAX finden sich sowohl 4.4mm balanced als auch 3.5mm unbalanced an Bord. Beide Ausgänge funktionieren als Kopfhöreranschluss oder analoge Line-Out Anschlüsse. Zusätzlich verfügt der MAX über einen kombinierten coax/optischen 3.5mm Ausgang auf der Rückseite, um dadurch als digitaler Transport zu dienen.

Bluetooth & WLAN
Verbindung zu drahtlosen Kopfhörern oder anderen Bluetooth Abspielgeräten nimmt der DX320 MAX per Bluetooth auf. Bluetooth funktioniert in beide Richtungen. So kann der DAP sowohl als Sender (in Richtung eines Kopfhörers) als auch als Empfänger (für Musik auf einem Smartphone) verwendet werden. Wie im Vorgänger kommt die Version 5.0 zum Einsatz.

Dank Android ist der Player selbstverständlich auch voll netzwerktauglich. So kann Musik nicht nur über die bekannten Streamingdienste abgespielt werden, sondern auch über DLNA vom heimischen Musikserver – je nach verwendeter App.

Betriebssystem
Primäres Betriebssystem ist Android 11. Somit ist die Erweiterung mit Apps natürlich ebenso möglich wie die Einbindung ins heimische WLAN oder die Verbindung über Bluetooth. Zusätzliche Apps kommen allerdings nicht über Googles Playstore, sondern über eine App namens PureAPK auf das Gerät oder eben direkt. Funktioniert einwandfrei und über PureAPK kann dann sogar der Google Playstore nachinstalliert werden.

Was heißt eigentlich „Primäres Betriebssystem“? Gibt es denn ein weiteres? 
Ja, das gibt es. Der MAX lässt sich alternativ wie seine Vorgänger wieder in ein reines Musiksystem – genannt Mango OS – booten. Dort liegt das Augenmerk ausschließlich auf der puristischen Musikwiedergabe des Players. Keine Apps, keine Drahtlosfunktionen und kein sonstiger Schnickschnack.

Speicher
Die interne Speicherausstattung finde ich mit 128GB ausreichend – ich nutze sowieso ausschließlich die Speicherkarte für meine Musik. Der Player unterstützt Karten bis zu einer Größe von 2TB. Ein zweiter Slot, oder sogar ein zusätzlicher normaler SD-Kartenslot, wäre natürlich noch nice to have.

Zur Vervollständigung an dieser Stelle noch die technischen Daten:

Modellbezeichnung:iBasso DX320 MAX Ti
Kopfhörerausgang:3,5 mm Klinke + 4,4 mm symmetrische Klinke
Line-Ausgang:3,5 mm Klinke + 4,4 mm symmetrische Klinke
USB:USB Type-C mit USB-DAC mit PCM 32bit/384kHz,Native DSD256, und DoP DSD128.
Konnektivität:2,4 GHz + 5 GHz WLAN, Bluetooth 5.0 mit aptX und LDAC™
Speicher:128 GB interner Speicher, 1 Speicherkartenslot, MicroSD bis 2 TB
Display:5″/12,7 Zentimeter IPS-Touchdisplay mit 1080 x 1920 Pixel Auflösung
Gain-Einstellung:4-stufig
Gewicht:620gr
Frequenzgang:10 Hz – 40 kHz
SNR:122 dB (3,5 mm Klinke), 125 dB (4,4 mm symmetrische Klinke)
Max Ausgangsspannung:4.5 VRMS (300 Ω 3,5 mm Klinke), 9 VRMS (300 Ω 4,4 mm symmetrische Klinke)
THD+N:-112 dB (3,5 mm Klinke), -114 dB (4,4 mm Klinke)
SNR:122 dB (3,5 mm Klinke), 125 dB (4,4 mm Klinke)
Frequenzgang:10 Hz – 40 kHz
Dynamikumfang:122 dB (3,5 mm Klinke), 125 dB (4,4 mm Klinke)
Laden:via USB-C (Digitalsektion) und Steckernetzteil (Analogsektion)
Akku:5.800 mAh 3,8 Volt Lithium-Polymer (Digitalsektion) + 4x 900 mAh Lithium-Polymer (Analogsektion)
Ladeanzeige:Ja
Akkulaufzeit:17h Standard, 13h Ultimate Mode (abhängig von eingestellter Lautstärke, Kopfhörern und Dateiformat)
Ladezeit:3 Stunden (Digitalsektion) und 2 Stunden (Analogsektion)
Lossless:MQA, APE, FLAC, WAV, ALAC, AIFF, DFF, DSF und DXD
Lossy:WMA, AAC, OGG, MP3
Auflösung:32 Bit/384 kHz, DSD64/128/256/512
Wandler:Quad ROHM BD34301EKV DA
[Quelle: ibasso-com]

Design & Verarbeitung

Der Player

Ein Monolith aus Edelstahl!
Das Gehäuse des DX320 MAX ist aus einem Titan-Block gefertigt und wirkt nicht nur extrem robust, sondern auch absolut edel. Durch den massiven Materialeinsatz ist der Bolide logischerweise nach wie vor recht schwer für einen DAP. Im Vergleich zum Vorgänger aus Edelstahl ist die Titan-Version jedoch gut 200 gr. leichter.
Die Vorderseite wird fast komplett vom brillianten Display eingenommen. 4 Folien für das Display und/oder die Rückseite liegen übrigens bei, müssen allerdings selbst aufgebracht werden.

Die seitlichen Steuertasten sind geblieben. Der Kartenslot auf der Rückseite schließt plan mit dem Gehäuse ab. Folglich ist das Handling mit Speicherkarten deutlich verbessert worden.

Der Lautstärke-Regler ist trotz Riffelung aufgrund der Rasterung etwas rutschig, hier hätte man den Grip gern verbessern dürfen. Ebenso unglücklich sind die Abstände der Regler – so sitzen Gain- und Volumeregler etwas zu dicht aneinander.

Das Case

Beim DX300 habe ich mich gefreut, ein farbiges Case vorzufinden. Leider hat sich iBasso dieses Mal wieder für ein braunes Case entschieden, was mir persönlich farblich nicht gefällt – Geschmacksache.

Die Hülle ist zwar gut verarbeitet, robust und schützt das Gehäuse effektiv vor Kratzern. Bei einem Sturz dürfte sie aufgrund des hohen Gewichts des MAX allerdings weniger Schutz bieten.

Auch bleibt der Lautstärkeregler und die vordere Front komplett exponiert. Durch das Case ist der MAX aber deutlich griffiger und rutscht weniger leicht aus der Hand. Optisch sieht der Player aber ohne Case immer noch wesentlich eleganter aus.

Die Passform ist etwas locker. Hält man das Gerät nämlich schräg in der Hand, so rutscht der DAP langsam in dem Case nach vorne und muss regelmäßig wieder zurückgeschoben werden.


Bedienung / User Interface

Aufgrund der Ähnlichkeit zum DX300 Max übernehme ich in den folgenden Abschnitten den ein oder anderen Part aus meinem DX300 Max Test. Seit dem erstem Max hat sich eigentlich kaum etwas geändert.

Allgemein

Der DX320 MAX bietet gleich zwei Betriebssysteme / Modi: Man kann entweder das Android Betriebssystem nutzen – mit allen Vorzügen wie WLAN, Apps, Bluetooth – oder aber einen reinen und puristischen Musikplayer-Modus: Das Mango OS.

iBassos MangoOS ist zwar im Vergleich zu Android sehr rudimentär (es ist halt „nur“ ein Musikplayer), konzentriert sich dafür aber sehr fokussiert auf die Features zum Musikhören und Verwalten der Bibliothek. Darüberhinaus ist es angenehm schnell, flüssig zu bedienen und bietet reichlich Konfigurationsmöglichkeiten.

Mittlerweile habe ich mich aber auch an das Android System gewöhnt. Vor allem den Bluetooth Receiver Modus finde ich interessant. Dank Apple- und Amazon Music streame ich mittlerweile oft und gerne vom iPhone auf die DAP – und das funktioniert selbstverständlich mit dem DX320 MAX genauso gut.

Datentransfer

Vor dem Musikgenuss steht aber in aller Regel die Befüllung des Players mit Musik.
Meine 400GB microSD Karte ist gut gefüllt, das Einlesen der etwas über 20.000 Files in die interne Datenbank geht relativ fix.
Was leider immer noch nicht klappt (wird es wohl niemals unter Android), ist das Mounten des Gerätes bzw. der internen Speicherkarte als natives Laufwerk unter macOS beim Anschluss per USB.

Als Resultat muss ich die Karte zwecks Synchronisierung der Musikbibliothek jedes Mal aus dem Player entfernen und direkt über der SD-Kartenslot im iMac synchronisieren. Machbar, aber umständlich. Denn dazu muss der DAP jedes Mal aus dem Case gepult werden. 

Ich weiß nicht, ob das ein geplantes „Feature“ von Android ist, oder ob man hier schlicht nicht optimal entwickelt hat. Da lobe ich mir meine Sony Player, welche sofort und ohne Zusatzsoftware nach der Verbindung am iMac systemweit mit internem und externen Speicher zur Verfügung steht.

Bedienung

Die Bedienung erfolgt ausschließlich über das große Touch-Display und den Lautstärkeregler. Die Touchbedienung ist schnell und flüssig, Ruckeln oder Stottern habe ich nicht feststellen können. Was mir leider immer noch fehlt, ist ein Aufwecken des Displays per Doppeltip wenn es im Ruhezustand ist.

Navigation

Die Navigation sowohl in der App unter Android als auch im Mango OS ist übersichtlich und intuitiv. Es gibt die üblichen Suchfunktionen Artist, Album und Genre. Eine Ordnernavigation steht natürlich ebenfalls zur Verfügung.

Der „Now Playing“ Screen ist übersichtlich und stellt alle wichtigen Informationen zusammen mit dem großen Coverartwork dar. Schön, daß nun der Hintergrund im Now Playing Screen den Albumfarben dynamisch angepasst werden kann.

Streaming

Dank Android verfügt der DX320 MAX natürlich über reichhaltige Streamingmöglichkeiten. Es steht sowohl Bluetooth als auch WLAN zur Verfügung, und damit eröffnen sich sehr viele Möglichkeiten – je nach App. So kann der Player als DLNA Client eingesetzt werden, direkt von Spotify, Tidal, Amazon oder anderen Anbietern streamen oder aber auch als Bluetooth-Receiver für andere Quellgeräte dienen. Airplay fehlt aber leider immer noch…

USB DAC

Über den USB-C Anschluss kann der DX320 auch als externer DAC an Computern eingesetzt werden. Mit meinem iMac klappt das auch einwandfrei – hier muss somit noch nicht einmal irgendwelche Software oder Treiber installiert werden.

Soundtuning

10-Band Equalizer
Unter Android steht in der Mango App zusätzlich zu einem Parametrischer EQ auch ein grafischen 10-Band Equalizer zur Verfügung.

Hiermit kann nicht nur die Lautstärk (Gain) eines vordefinierten Frequenzbandes (beim 10-Band EQ: 33,63,100,330,630,1K,3.3K,6.3K,10K,16K) einstellen, sondern man kann die zu korrigierende Frequenz frei wählen und zusätzlich auch die Breite, auf welche die Gain-Anhebung oder -Absenkung wirkt.

Somit kann die Klangsignatur sehr präzise den eigenen Vorlieben angepasst werden, um z.B. den Klang eines Kopfhörers zu beeinflussen.

Digitale Filter
Neben dem Equalizer gibt es die Möglichkeit, das Klangverhalten des DAC direkt beeinflussen zu können. Hierzu bietet der MAX insgesamt 2 verschiedene digitale Filter an. Ganz ehrlich: Ja, mit einem sehr guten Kopfhörer sind die Unterschiede vielleicht hörbar, aber für mich erschließt sich der Nutzen nicht, da die Änderungen extrem minimal sind. Haben ist besser als brauchen! Ist natürlich gut zu wissen, daß man die Möglichkeiten hätte.

Firmware Update

Firmware-Updates werden in regelmäßigen Abständen veröffentlich. Grobe Schnitzer sind mir bisher aber keine begegnet. Das Online-Update funktioniert übrigens einwandfrei, auf Wunsch auch automatisch.

Akkulaufzeit und Laden

Beim Akku – bzw. bei DEN AKKUS – wird wieder das konsequente Konzept der vollständigen Trennung von Digital- und Analogsektion sichtbar: Denn im MAX arbeiten zwei Akkusysteme, die auch unabhängig voneinander aufgeladen werden müssen.

Der Akku für die digitale Sektion (DAC + Prozessor) wird über USB-C geladen, für die Akkus des analogen Bereichs (Verstärker) liegt ein separates Ladegerät mit DC Stecker bei. Dabei wird Quick Charge 3.0 und Power Delivery 2.0 unterstützt.

Mein Tip: Sucht euch ein USB-C Ladekabel auf DC 12V Buchse – das kann dann neben das digitale USB-C Ladekabel im Ladegerät stecken – natürlich vorausgesetzt das Gerät hat mehrere Buchsen. Mein Wahl fiel auf dieses Kabel*.


Klangqualität

Schon wieder Referenz – und noch mehr!

Der iBasso DX320 Max Ti setzt die Tradition fort und klingt auch in seiner neuesten Reinkarnation absolut fantastisch.

Klanglich ist der DAP wieder einmal absolute Referenz: Natürlich. Ausgeglichen. „Neutral“. Kraftvoll. Luftig. Und unglaublich transparent. Ach ja – die Details sind natürlich auch wieder auf Spitzenniveau.

Denn was die Max-Reihe bisher immer ausgezeichnet hat, ist der Spagat zwischen DAP und ausgewachsenem Desktop-Amp/Dac.

Und hier liegt auch die Abgrenzung zu Geräten wie dem hauseigenen DX320 (Test) oder dem FiiO M15 (Test). Der Max ist einfach kein normaler DAP für unterwegs. Er ist vielmehr ein transportabler High-End Kopfhörerverstärker mit Player. Oder aber ein „Desktop“ DAP.

Der neue DAC-Chipsatz von ROHM wusste ja bereits im DX320 zu überzeugen und er deshalb spielt auch hier – dieses Mal in vierfacher Ausführung – natürlich auf Weltklasse-Niveau.

DAC-Sound

Die beeindruckende Homogenität der Musik wirkt wie eine Offenbarung. So klar und detailliert, so kompromisslos gut habe ich noch keinen DAP erlebt. Der DX320 Max treibt den ohnehin schon verdammt guten Klang der Reihe zu neuen Höchstformen an. Dabei ist er in technischer Hinsicht über jeden Zweifel erhaben, schafft es mühelos jedes noch so kleine Detail herauszuarbeiten und transparent wiederzugeben. Trotz aller technischen Finesse bleibt der Klang wunderbar geerdet, natürlich und ursprünglich.

Das Auflöungsvermögen ist irre gut. Hier kann sich kein einziges Detail im Mix verstecken. Beachtlich ist die Detailverliebtheit und Präzision, mit der der neue Max zu Werke geht.

Die explosive Kraft, die bei den transienten Momenten fast körperlich spürbar ist, erinnert unweigerlich an die Energie eines mitreißenden Livekonzertes. Denn die impulsiven Drums mit ihrem präzisen Attack und transparentem Sustain verleihen der Musik einen mitreißenden Touch, der den Zuhörer in seinen Bann zieht. Drumsound ist bekannterweise mein Fokus, hier höre ich kleinste Unterschiede. Und der Max begeistert gerade in dieser Disziplin wie kein zweiter. Die akkurate Wiedergabe von Drums mit druckvollem und akzentuiertem Attack bei fast körperlich spürbarem Punch ist somit atemberaubend. Bassdrums haben einen körperhaften und realistischen Druck, der fast schon im Brustkorb spürbar wird. Es ist grandios!

Kraftvoller Verstärker

Was die Max-Reihe von Anfang an auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, dieselbe Kraft und Energie in die Musik zu bringen wie große Desktop-Systeme. Und genau aus diesem Grunde höre ich selbst am Schreibtisch – wo i.d.R. mein Questyle CMA Fifteen seinen Dienst verrichtet – immer häufige mit dem DX320 Max Ti.

Und wieder einmal hat iBasso mit dem Max einen überragenden Super-DAP geschaffen, der zwar teuer ist, aber gleichzeitig eben auch das klanglich absolut Beste, was mir bisher zu Ohren gekommen ist.

Der Max liefert einen wirklich beeindruckend detailreichen und natürlichen Klang, der selbst anspruchsvollste Hörer zufriedenstellen dürfte. Die Bühne ist breit und räumlich, absolut transparent und klar. Die Auflösung und Instrumentenseparation ist überragend präzise, wodurch jede Spur der Aufnahme klar und deutlich wiedergegeben wird.

Egal ob man sich für Jazz, Klassik, Rock oder elektronische Musik entscheidet, der DX320 Max Ti verleiht jedem Genre eine beeindruckende Klangwiedergabe. Die Basswiedergabe ist kräftig und präzise, ohne dabei die anderen Frequenzen zu dominieren. Die Mitten sind warm und ausdrucksstark, während die Höhen kristallklar und detailliert sind.

Vergleich mit DX300 Max

Klanglich gesehen liegen die beiden MAXXE recht eng beieinander. Beide bieten eine eher neutrale und lineare Klangsignatur und beeindrucken insbesondere mit einem klaren und reinen Sound auf absolutem Referenzniveau.

Besonders im Ultimate-Modus hat der DX320 MAX Ti aber einen kleinen Vorteil. Die Texturen und Konturen von Instrumenten erscheinen noch präziser und erscheinen vor dem inneren Auge noch plastischer. Die Unterschiede sind nicht enorm, aber je nach Instrument gut hörbar. Für mich persönlich klingen Bassdrums mit dem DX320 Max einen Tick echter. Auch in Bezug auf die Bassfülle und den „Druck“ scheint der DX320 Max einfach ein kleines bisschen mehr im Gepäck zu haben. Die Musik klingt hier noch gewichtiger, energischer und insgesamt realistischer.

Darüberhinaus klingt der DX320 MAX Ti sogar noch transparenter und luftiger als sein bereits sehr guter Vorgänger.


Galerie iBasso DX320 MAX Ti


Fazit

Immer weiter, immer höher, immer weißer. Die Welt ist voll mit Superlativen. Kann man so einen Über-DAP wie den iBasso DX*** überhaupt noch verbessern? Ich sage definitiv ja – wenn auch die Weiterentwicklungen nicht exorbitant sind. Aber selbst kleine Nuancen sind es wert, immer weiter zu entwickeln. Muss man als Besitzer eines der Vorgänger jetzt ungebeugt wechseln? Ich würde sagen nein, denn bereits diese Geräte sind wahre High-End Flaggschiffe. Wer allerdings noch keinen Endgame DAP hat und sich mit dem Gedanken trägt, der sollte unbedingt neben den anderen Platzhirschen auch dem iBasso eine Chance geben. Ich glaube vom Preis-Leistungs-Aspekt her gesehen, spielt dieser nämlich an der Pole-Position.

Somit ist der iBasso DX320 MAX Ti zum Zeitpunkt des Verfassers dieses Testberichts wieder einmal der aktuell beste mir bekannte DAP. Ich kenne zwar nicht alle TOTL Player von heute, aber der 320 Max dürfte mindestens ganz vorne mitspielen.

Wer einen leistungsstarken Musikplayer mit überragendem, atemeraubenden Klang in einem transportablen und schicken Gehäuse sucht, der dürfte hier seine klangliche Offenbarung finden. Wer tief in die Tasche greifen kann und will, der bekommt mit dem iBasso DX320 Max Ti einen der derzeit allerbesten, portablen Digital-Audio-Player.

iBasso hat es wieder einmal geschafft: Der DX320 Max Ti ist für mich erneut die Speerspitze des aktuellen DAP Markts.


iBasso DX320 Max Ti | Bewertung

9.9

Klangqualität

10.0/10

Verarbeitung

10.0/10

Bedienung/Funktion

10.0/10

GUI/Software

9.8/10

Preis/Leistung

9.5/10

Pros

  • Absoluter Referenzklang
  • Beste Komponenten
  • Perfekte Verarbeitungsqualität
  • Trennung von Digital und Analog
  • Robustes Titan Gehäuse

Cons

  • Teuer
  • Schwer
  • Limitiert