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Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder | Testbericht

Kennt ihr das Gefühl wenn ihr etwas besitzt, total toll findet und ihr müsst schlussendlich feststellen dass ihr anscheinend mit eurer Meinung alleine da steht? Okay – Beim Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder der eine Zusammenarbeit der beiden Unternehmen ist, ist es nicht ganz so krass und auch etwas anders. Mehr dazu aber im Laufe des Testberichts.

Als der angepasste Solaris den Weg zu mir fand, war ich mehr als glücklich. Der zweite meiner drei Favoriten der High-End 2023 ist nun endlich da und bekommt vorab schon den Titel „MOST UNDERRATED IEM 2023“


[Werbung] Der Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder wurde mir für diesen Testbericht von Headphone.shop zur Verfügung gestellt und nach ein paar Hörstunden auch von mir übernommen. Danke Tom!


Der Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder

Vorab möchte ich es mir und natürlich euch etwas einfacher machen. Durch die Zusammenarbeit zweier Unternehmen mit längerem Namen verlängert sich der Name des Produkts und erschwert mir das Schreiben und euch das lesen. Mein Vorschlag: Nennen wir ihn einfach Pathfinder! Gegenvorschlag? Nein? Okay, alles klar. Der Beschluss ist gefasst – Aus Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder wird der Name in diesem Testbericht auf „Pathfinder“ reduziert!

Mein Treffen mit Markus auf der High-End in München im Jahr 2023 hat mich überrascht aber auch etwas nachdenklich zurückgelassen. Lediglich drei Produkte haben es auf meine „Haben mag“ Liste geschafft. Der erste war der Cadenza 12 von LETSHUOER, der zweite der damalige Prototyp von Vision Ears und der letzte im Bunde ist der Pathfinder! Nummer Eins hat erfolgreich den Weg zu mir gefunden und ich habe auch bereits darüber berichtet. Und endlich ist nun auch Nummer Zwei bei mir angekommen – der Pathfinder auf den ich jetzt im Detail eingehen werde.

Astell & Kern hat es bereits bei den zuvor entstandenen Kooperationen gezeigt – Da geht was in Sachen IEM und Headphones wenn man sich einen starken Partner zur Seite stellt. Jerry Harvey Audio, Beyerdynamic, Vision Ears und auch Campfire Audio haben es bereits gewagt und ein Flop ist dabei nicht raus gekommen.

Der Pathfinder ist nun schon die zweite Kreation der zwei Unternehmen. Und auch hier wurde als Basis der Solaris gewählt. Beim Solaris X kam nur das X hinzu. Beim Pathfinder erfand man einen komplett neuen Namen. Ich begreife nicht warum über diesen außergewöhnlichen IEM so wenig berichtet wurde. In meinen Ohren ist er bis Dato die beste Schöpfung der Zusammenarbeiten. Naja – Vielleicht ändert mein Testbericht ja etwas. Ich wünsche es dem Pathfinder!

Zwei dynamische Treiber + BA Treiber zaubern hier dem Hörer ein Grinsen ins Gesicht – Versprochen! Die zwei 10 mm Dynamiker arbeiten mit der Radial Venting Technologie für die tiefen Frequenzen und den Sub-Bass. Die Mitten werden von einem Zwei Kammern BA Treiber von Knowles angespielt und für die Höhen sorgt ein Dual BA Treiber und die patentierten T.A.E.C. Kammer.

T.A.E.C. Technologie

Mit der T.A.E.C. Kammer hat Campfire Audio ein patentiertes Kammerdesign auf den Markt gebracht. Durch diese Technologie bekommt der BA Treiber einen eigenen Raum. Dadurch schafft man es dem BA Treiber einzelne Frequenzen abzuschwächen oder anzuheben. Das nenne ich Feintuning auf hohem Niveau.

Radial Venting Technologie

Durch die radiale Entlüftung der dynamischen Treiber schafft es Campfire, dass die Druckentlastung gleichmäßig erfolgt. Hierzu werden die Treiber in einer ringförmigen Kammer gefasst um somit detailliertere und präzisere Bässe zu erschaffen.

Mit einer UVP von 2199 € ist der Pathfinder kein Schnäppchen. Er ist den Preis aber mehr als wert! Wer noch ein Schnäppchen machen will, sollte im „headphone.shop“ vorbeischauen. Hier ist er zum jetzigen Zeitpunkt noch für moderate 999 € zu erwerben – Hier heißt es aber schnell sein. Wer weiß wie lange es den Pathfinder noch zu kaufen gibt. Eine Nachproduktion ist nämlich nicht geplant.


Technische Daten

Wenig, aber erwähnenswert:

  • Höhen: Dual Balanced Amature Treiber + T.A.E.C.
  • Mitten: neue Dualkammer Balanced Amature Treiber von Knowles
  • Tiefen: Dual Custom 10 mm Dynamische Treiber mit Radial Venting Technologie
  • Frequenzgang: 5 Hz ~ 20 kHz
  • SPL: 94 dB @ 1 kHz : 13.49 mVrms
  • Gesamtverwahrung: Unter 1 %

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung allein zeigt schon beim Empfang des Pathfinder dass es sich hier um eine Kooperation handelt. Wer bereits die Verpackungen von Campfire Audio kennt, versteht sofort worauf ich hinaus will. Campfire ist ja bekannt für die fancy Verpackungen mit schrillen Farben und viel Muster auf der Pappe. Anders bei der Astell & Kern Verpackung. Hier wirkt alles etwas Erwachsener und cleaner. Hmmm, vielleicht wäre die CA Verpackung etwas besser für das Image des Pathfinder. Aber egal. Ich gehe auf die Verpackung dennoch gerne ein.

Die erste Erscheinung

Schwarz, Grau und Silber dominiert die Umverpackung des Pathfinder. Der Hintergrund ist Dunkel und zeigt im oberen Drittel etwas natürliches was mich an Gestein erinnert. „Pathfinder – Overwhelming Sound Performance“ heißt es in Front des Gesteins. Darunter präsentiert sich der Pathfinder in seiner vollen Pracht. Sieht doch schick und Clean aus, oder? Darunter noch die zwei Logos der Marken Campfire Audio und Astell & Kern. Mehr braucht es nicht auf der Front.

Die Seitenwände beinhalten die Informationen wie die Spezifikationen und den Lieferumfang, sowie eine kleine Einleitung und Erörterung was man unter dem Begriff „Overwhelming Sound Performance“ versteht.

Ein Rücken der entzückt. Das ist es was ich liebe. Hinten geht man bei der Verpackung auf die Technologien ein und zeigt in der unteren Hälfte die Explosionszeichnung des Pathfinder. Richtig sexy. Also… Finger weg von der Faceplate. Macht ihn ja nicht auf. Ihr seht ja wie es von innen aussieht ;)

Wie sieht es denn von innen aus?

Darunter präsentiert sich gleich mal schwarze Pappe mit Astell & Kern Branding. Und ja, es erinnert mich sofort an die Verpackung der A&K DAPs. Geöffnet wird die Verpackung per Deckel. Und in diesem finden wir auch schon die Pflichtlektüre. Wenig, aber durch die Warranty und dem Instruction Book ist sie dennoch vorhanden.

Was mir sofort auffällt ist die Inszenierung der IEMs. Wo Campfire ihre Hörer in den Cases verpackt, wird hier der Pathfinder wie ein Collier präsentiert was sicher A&K zu verdanken ist. Das 3,5 mm Kabel ist bereits vormontiert und versteckt sich hinter dem Pappdeckel. Unter der Schaumstoffschicht findet sich nun der Rest der Lieferumfangs. Im wirklich schönen Case befinden sich die Tips und das Reinigungstool sowie Meshtaschen. Und in den unteren Kasten finden wir noch zwei weitere Kabel. Auf ein 2,5 mm Kabel und ein 4,4 mm Kabel müssen wir beim Pathfinder nicht verzichten. Ein klarer Pluspunkt!

Der Lieferumfang im Detail

  • Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder
  • Silver Plated High Purity Copper Cable ( 2,5 mm, 3,5 mm, 4,4 mm)
  • 5 Paar Final E- Type Tips (XS, S, M, L, XL)
  • 3 Paar Campfire Audio Marshmallow Tips (S, M, L)
  • 3 Paar Silikon Tips (S, M, L)
  • Reinigungstool
  • Meshsäckchen und Kabelclip
  • Ledercase

Design & Verarbeitung

Wenn jemand weiß wie Design geht, dann ist es Campfire Audio und Astell & Kern. Beim Pathfinder haben sich nun beide Stilelemente der Unternehmen zusammengefügt und ja, es gefällt mir sehr gut! Hier ergänzt sich die Kooperation zu 100%. Wir gehen wie gewohnt auf die einzelnen Parts im Detail ein.

Das Case

Wer bereits einen IEM von Campfire im Besitz hatte oder auch gerade besitzt, kennt die Cases der Amerikaner bereits. Für mich sind es meine nahezu liebsten Cases. Das Außenmaterial der „Tasche“ besteht aus schwarzen Leder. Für das Öffnen dient hier ein recht massiv und stabil wirkender Reißverschluss in der Mitte des Cases. Wenn man diesen komplett aufzippt, hat man genügend Platz um den Inhalt vorsichtig zu entnehmen.

Platz haben wir hier definitiv, wenn man aber auch eine kleine Aufteilung vermisst. Mir wäre hier bis dato eigentlich zwei kleine eingearbeitete „Täschchen“ lieber statt den Meshsäckchen. Warum? Ich hab gerne ein sehr gutes Gewissen beim Transport meiner IEMs wenn ich diese fest gebettet weiß. Weil aber das Innere mit weicheren Filz ausgelegt ist, wird der Pathfinder dennoch sicher transportiert. Wem das zu unsicher ist, der nimmt einfach die Meshsäckchen zur Hilfe. Platz genug hat das Case ja.

Was ich hier wirklich gut gelungen finde ist die recht dezente Belabelung der Unternehmen. Auf den jeweiligen Außenseiten des Cases haben beide Logos der Unternehmen Platz gefunden. Dies wirkt nicht überladen und zeigt hier eine gewisse Gleichstellung. Es ist ja auch eine Koop. Auch beim Zipper des Reißverschlusses haben wir ein ähnliches Bild. Auf der einen Seite prangt das A von Astell & Kern. Auf der anderen Seite das CA von Campfire Audio. Die Details gefallen mir!

Die Kabel

Vorab soll erwähnt werden dass ich es befürworte dass alle drei gängigen Kabel dem Pathfinder beiliegen. Somit muss man sich kein alternatives Kabel kaufen oder montieren. Rein theoretisch, natürlich. Wer mich kennt, weiß dass ich ein Augenmerk auf die Kabel setze und diese oft und gerne kritisiere. Leider auch beim Pathfinder.

Mich erinnert das Kabel an meine Jugend zurück wo ich meine Dolby Surround Anlage in meiner Junggesellenbude installiert habe. Klingt ja gar nicht so verkehrt. Aber die Haptik des Kabels erinnert mich an die Meterware des damaligen Elektrofachgeschäfts im Zentrum Münchens. Soll also heißen, dass das Kabel sehr starr und dementsprechend breiter ist als das Standardkabel meines Campfire Audio Ara zum Beispiel. Eine stylische Aufwertung ist es allemal aber der Tragekomfort ist hier dann eher nebensächlich.

Die Stecker (MMCX & Klinke) und der Splitter bestehen aus Aluminium und wirken in Zusammenspiel mit dem versilberten Kabel sehr nobel. Ein transparenter Chinslider hat ebenfalls Platz am Splitter gefunden der hier auch „versteckt“ werden kann. Das wurde sehr gut gelöst. Auch hier haben wieder die Logos der Unternehmen Platz gefunden. Auf einer Seite erneut das A und auf der anderen das CA.

Vom Klinkenstecker aus betrachtet verlaufen vier Einzelstränge mit einer merkbaren Trennung in der Mitte. Ab dem Splitter trennen sich diese Vier nun in zwei Mal zwei Einzelstränge die zu den MMCX Steckern verlaufen. Etwa sieben cm bei den MMCX Steckern gibt es noch eine transparente Ummantelung extra die den Earhook vorgibt. Dieser ist wirklich gut vorgeformt und lässt das Kabel hier auch etwas besser tragen.

Nach dem Gemecker kommt aber auch ein Lob. Dadurch, dass die Kabel so voneinander isoliert wurden und auch eine definierte Form haben, ist die Mikrophonie des Kabels sehr gering bis nahezu kaum hörbar. Klar, ans Kabel schnippen hört man natürlich. Aber im normalen Alltag mit dem Kabel habe ich nichts negatives raushören können was klanglich einen Pluspunkt bekommt. Aber… Der Komfort ist dennoch eher „gewöhnungsbedürftig“.

Der Pathfinder

Mein Augenmerk fiel gleich zu Beginn auf das Design des IEM, was für eine Schönheit. Schlicht und dennoch maskulin präsentiert sich der Pathfinder der Außenwelt. Die Grundform des Solaris erkennt man sofort. Die Faceplate erinnert mich etwas an die des T9ie. Dennoch gefällt mir das Grunddesign des Pathfinder um Welten besser.

Schwarz und silber in perfekter Kombination mit optimalen Kontrast, so sehe ich den Pathfinder. Der Großteil des Hörers ist aus schwarz eloxierten Aluminium. Der Noozle, die Blende der Ausgleichsbohrung sowie der MMCX Buchse bestehen aus Edelstahl die von Hand hochglanzpoliert wurden. Das nenne ich mal Marketing.

Die Feaceplate besticht sofort und markant mit dem Look von Astell & Kern. Jeder der einen DAP der Koreaner bereits gesehen oder angefasst haben werden es vermutlich auch auf Anhieb erkennen. Für einen Laien möchte ich darauf gerne eingehen. Astell & Kern hat eine eher kantigen Stilrichtung mit vielen Ecken und Prismen. Die Faceplate des Pathfinder nimmt genau diesen Stil mit Bravour auf und erinnert mich schnell an die Rückseiten meiner damaligen Astell & Kern Player mit ihrem Prismendesign. Als Material findet wieder Edelstahl den Weg zum Pathfinder. Statt Hochglanz wurde die Faceplate gebürstet oder eben mattiert. Das passt in meinen Augen perfekt an die Front des Pathfinder.

Verarbeitung, ja die Verarbeitung. Ich habe ja bereits ein paar Hörer von Campfire Audio besessen und habe auch bei diesen IEMs nichts zu meckern gehabt was die Verarbeitung angeht. Keine versetzten Kanten bei der zentralen Verbindung der Shells. Eine perfekt eingefasste MMCX Buchse sowie ein nahtloser Übergang von Edelstahl zu Aluminium zeigen die Qualität der Fertigung und Produktion. Sogar die Faceplate wirkt wie ein perfekt eingefasster Diamant in einem Ring. Ich bin hin und weg und muss gestehen dass ich genau so ein Feeling erwartet habe.

Ihr lest es ja bereits. Ich bin begeistert von dem Design und der Verarbeitung. Wer hier etwas ergänzen und optimieren will, kann sich ein alternatives Kabel zulegen. Aber auch das mitgelieferte Kabel erfüllt seinen Zweck und weiß optisch zu überzeugen.


Komfort

Ich werde hier nur kurz auf den Komfort eingehen da ich kein Allerweltsohr besitze und wir alle anders empfinden was den Komfort angeht. Beim Pathfinder haben wir einen klaren Vorteil beim Lieferumfang. Hier wurden die Tips von Final dazugepackt – die E-Type Tips. Ich greife gut und gerne zu den Tips, auch bei anderen IEMs. Meine Favoriten – die FiiO HS18 passen leider nicht zum Pathfinder da sich dieser eher dank der Tips im Ohr hält.

Der Pathfinder hat kein ergonomisches Design á la Conchaflügel und Co. Er ist abgerundet und fühlt sich im Ohr getragen eher organisch an. Soll bedeuten dass hier keine störenden Kanten sind die im Ohr stören. Wenn man also die richtigen Tips für sein Gehör gefunden hat, bleibt der Pathfinder sehr sicher und fest im Ohr.

Der Vorteil von MMCX spielt hier auch noch eine kleine Rolle. Die Stecker lassen sich dank der Verbindung drehen und lässt das Kabel optimal an das Ohr anpassen. Mit dem vorgeformten Earhook ergibt das ein sehr angenehmes Tragegefühl. Auf das Kabel bin ich ja bereits eingegangen und hier sei nochmal erwähnt dass es ein Eigenleben hat und nicht so locker und weich fällt wie ich es für mich persönlich bevorzuge.

Ihr merkt es selbst. Ausprobieren muss ein jeder. Es gibt viele Faktoren die eine Rolle beim Komfort spielen und jedes Ohr ist nun mal anders. Ich würde euch ja gerne eine safe Konfiguration nennen, aber es geht einfach nicht. Meine Optimierung war ein anderes Kabel von ddHifi was ich hier noch rumliegen hatte sowie die Verwendung der E Tips.


Klang

Widmen wir uns nun dem Herzstück des Pathfinder – dem Klang. Ich habe es bereits erwähnt. Der Pathfinder war einer der drei Klänge die mir auf der High End 2023 im Kopf geblieben sind. Mein Fehler an diesem Tag war es, dass ich die besagten Tips von FiiO dabei hatte und diese eben nicht mit dem Pathfinder harmonieren. Hätte ich die Final E-Tips dabei gehabt, wäre mir wohl der Pathfinder am ehesten im Kopf geblieben was seine Klangsignatur anbelangt.

Die Klangsignatur des Pathfinder lässt sich für mein Gehör als L Signatur zusammenfassen, also neutral mit Bassboost. Diese Art von Signatur kenne ich eigentlich nur von IEMs aus Asien und muss im Umkehrschluss darauf schlussfolgern, das Astell & Kern hier etwas mehr mit eingewirkt hat. Und ja… Es gefällt mir wahnsinnig gut. Ich bin schon des längeren auf der Suche nach einem IEM mit L-Signature und bin nun fündig geworden. Meine Erwartungen wurden aber noch etwas übertroffen, worauf ich gleich eingehen werde.

Da IEMs von Campfire eher empfindlicher Natur sind und auf hohe Ausgangsleistung mit Rauschen reagieren hat sich meine Wahl des Zuspielers etwas erschwert. Der iBasso DX320X mit dem AMP12 hat schon mal nicht geklappt, ein Rauschen war in stillen Passagen hörbar. Der QPM von Questyle war schon etwas besser, aber auch bissig im Klang. Meine Wahl fiel auf meine Referenz – den FiiO M11 Plus LTD der Dank THX AMP sehr clean spielt und somit mit dem Pathfinder ein perfektes Match ergibt.

Meine Klangbeschreibung wurde mit dem FiiO M11 Plus LTD, den Final E Tips und dem Standard 4,4 mm Kabel verfasst!

Die Höhen

Die Höhen würde ich grundlegend als entspannt beschreiben mit einer schönen Anzahl an Glanz und Gloria. Die Tendenz geht hier in die helle Richtung, bleibt aber natürlich, entspannt und langzeittauglich. Ich vermisse hier nichts, wirklich gar nichts. Die Höhen wirken weit, hell, glanzvoll und bleiben stets entspannter Natur. Sibilanten kann ich nicht unangenehm wahrnehmen. Also werden wir von unangenehmen Zischlauten verschont. Mein Gehör mag keine schrillen Höhen. Zu wenig ist dunkel und muddy, zu viel ist bissig und schrill. Der Pathfinder hat hier eine geniale Harmonie gefunden.

Die Mitten

Neutral mit Bassboost soll ja bedeuten das die Höhen und Mitten eher neutraler abgestimmt sind. Ich würde das so beim Pathfinder tatsächlich unterschreiben. Aber die Signatur klingt anders – besser! Wenn ich von neutral rede, habe ich immer diese analytische, cleane und eher kühle Abstimmung im Kopf. Nicht beim Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder. Die Mitten präsentieren sich mit einem Hauch von Wärme. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Auch hier stimmt die Balance. Saiteninstrumente haben einen schönen Körper und klingen organisch und natürlich ohne in die Analytik zu driften. Zusammengefasst muss ich schreiben dass der Pathfinder kraftvolle Mitten hat mit einem Hauch an Wärme ohne an Genauigkeit, Präsenz und Analytik zu verlieren. Mitten in die man eintauchen und abtauchen kann… Schuld daran ist einer der 10 mm Treiber. I love it!

Die Tiefen

Zwei 10 mm dynamische Treiber sorgen für den Sub-Bass und greifen auch bei den Mitten unter die Arme. Dennoch sei erwähnt, dass man diese zwei dynamischen Treiber sehr gut beim Bass erkennen kann. Wenn auch anders als erwartet. Die Bässe haben Druck – ordentlichen Druck im Tiefbass. Die Punches knallen mit einer ungewohnten Präzession ans Trommelfell was ich sonst nur bei BA Bass so kenne. Hier wurde gezaubert. Das was man hier umgesetzt hat ist pure Magie, anders kann ich das nicht schreiben, sorry. Die Tiefen präsentieren sich organisch, natürlich und druckvoll mit der Präzession eines BA Basses. Kennt ihr so etwas bereits? Ich nicht! Ein jeder Punch zeigt sich mit guten plastischen Bass und auch schnelle Basssalven absolviert der Pathfinder perfekt.

Bühne & Separation

Der Pathfinder ist ein Hybrid der geschlossenen Bauart. Ja, das hört man auch bei der Bühne. Die Seperation erfolgt sehr gut und auch die Bühne fächert sich dank der BA Treiber weiter auf und lässt auch eine Ortung der Instrumente gut zu. Die präsenten Bässe holen einen dann aber wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Die Bühne ist eher Mittel bis klein was dem Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder aber sehr gut steht und nichts ungewöhnliches ist. Ja, auch Magie hat irgendwo seine Grenzen!

Ihr merkt es sicherlich. Ich bin begeistert und werfe nun etwas in den Raum, was ich so gar nicht will. Aber der Pathfinder hat etwas in mir hervorgerufen was meine klangliche Anschauung etwas durcheinander bringt. Ich will nicht sagen dass der Pathfinder der beste IEM ist den ich bis dato gehört habe, aber ja, der Pathfinder ist der beste IEM von Campfire Audio! Danke an Astell & Kern dass ihr da in Zusammenarbeit etwas so magisches erschaffen habt. Ihr macht mich fertig!


Fazit

Mein Fazit zum Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder fällt überwiegend positiv aus und lässt mich etwas ratlos zurück. Ein IEM mit so einer klanglichen Abstimmung sucht man vermutlich vergebens oder findet sie nur sehr selten. Ich habe Glück, dass die beiden Größen der Audioszene zusammengekommen sind und etwas neues und einzigartiges erschaffen haben. Danke, Danke, Danke.

Klanglich begeistert mich die Magie und Abstimmung, der Lieferumfang ist umfangreich und beinhaltet alle drei wichtigen Kabel für potenzielle Käufer. Und hier kommt auch meine Kritik – die Kabel. Mir gefallen die alten Kabel von Campfire etwas besser. Wir bewegen uns aber in einem Preissegment wo man getrost zu anderen Kabeln greift. So auch ich. Also… Who cares?

Wer eine Vorliebe zu neutraleren Klang mit Bassboost hat, wird mit dem Pathfinder mehr als glücklich. Auch für den Preis von 2199 € bekommt der Pathfinder eine klare Kaufempfehlung. Für den aktuellen Preis von 999 € ist der Pathfinder nicht nur eine Kaufempfehlung sondern ein Must Have.

Ich kann immer noch nicht verstehen, weshalb so wenige Reviews im Internet kursieren. Ist es Neid? Ist es Hass? Für mich ist der Pathfinder pure Magie und der Name passt zu ihm – Ich habe meinen Pfad gefunden!

Campfire Audio X Astell & Kern Pathfinder | Bewertung

9.9

KLANG

10.0/10

VERARBEITUNG

10.0/10

KOMFORT

9.5/10

PREIS/LEISTUNG

10.0/10

Pros

  • L-Signatur mit Magie
  • Stylisches, modernes Design
  • Wertige Haptik
  • Top Verarbeitung
  • Großer Lieferumfang
  • Alle drei Kabel inklusive
  • Preis/Leistung im Angebot unschlagbar

Cons

  • Starre Kabel
  • Hoher Grundpreis