Nach dem Erfolg des DX220 Max war es klar, daß iBasso nachlegt. Daß es allerdings erneut ein imitiertes Produkt sein wird, damit hätte ich nicht gerechnet. Doch so ist es: Der Nachfolger des DX220 Max – der iBasso DX300 Max – ist auf weltweit 500 Exemplare begrenzt. Lediglich 25 dieser Boliden ist in Deutschland gelandet.

Einen davon, die Nummer 237, habe ich nun vor mir liegen. Aktuell noch leihweise. Ob er meinen DX220 Max dauerhaft ablösen wird, ist noch unsicher. Aber recht wahrscheinlich. Warum, das lest ihr gleich…


[Werbung] Der iBasso DX300 MAX wurde mir vom deutschen iBasso Vertrieb leihweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


iBasso DX300 Max High Res Audioplayer

Vor gut einem Jahr schlug der iBasso DX220 Max (ich nenne ihn ab jetzt Max220) (Test) ein wie eine Bombe. Vollgestopft mit edelster Technik und einem neuartigen Konzept mit zwei getrennten Stromkreisen und Akkus. Damit überzeugte der Max220 weltweit die audiophilen Communities und fuhr im Grunde nur beste Bewertungen ein.

Nun sollte man meinen, daß eine Firma wie iBasso diesen Testlauf als Anlass nimmt, den Nachfolger in unlimitierter Stückzahl als Stock-Produkt auf den Markt zu bringen, um ordentlich Stückzahlen zu fahren und die Massen zu befriedigen. Doch weit gefehlt: Der DX300 Max ist leider wieder limitiert – und das sogar noch strenger als der Vorgänger.

Denn mit weltweit nur 400 Geräten in einem Edelstahlgehäuse und weiteren 100 Einheiten mit Titangehäuse ist schon eine gewisse Exklusivität gegeben. Grund für die Limitierung ist laut iBasso der Mangel an AKM Chips auf dem Weltmarkt – es sind wohl die letzten Chips in deren Bestand.

Man hätte jetzt natürlich auch einen in größeren Stückzahlen erhältlichen Chip (z.B. von ESS) nehmen können…..
Aber egal wie es ist – mit dem AKM Chip hat iBasso natürlich keine schlechte Wahl getroffen. Es handelt sich bei dem Dual AK4499EQ um einen absoluten High-End DAC, der mir allerdings im Fiio M15 nicht ganz so gut gefallen hat. Hier wird es also spannend…


Der iBasso DX300 Max

Natürlich dürfte die erste Frage, welche sich sowohl Besitzer des Vorgängers als auch Neukunden stellen, die sein, in welchen Punkten der neue Max verbessert oder verändert wurde. Und hier gibt es zuerst einmal eine kleine Entwarnung: Denn grundsätzlich sind beide Geräte absolut vergleichbar, sowohl klanglich als auch in der Ausstattung.

Die Weiterentwicklungen beim 300 MAX beziehen sich in erster Linie auf Details, die behutsam optimiert worden sind. Auffälligstes Merkmal ist das Leder Case und damit eigentlich ein völlig unwichtiges Detail. Aber ich bin froh, dass das neue Case dieses Mal in einer angenehmen Farbe gestaltet ist. Das Blau passt auch einfach besser zum aktuellen Portfolio von iBasso mit dem ebenfalls in blau erhältlichen DX300.

Leider ist der 300 Max aber auch nochmal etwas teurer geworden. Wer sich den Player gönnen will, muss knapp 2.300€ eintauschen. Das ist eine ordentliche Stange Geld.

Links: DX300 Max | Rechts: DX220 Max
Links: DX300 Max | Rechts: DX220 Max

Echten praktischen Nutzen hat dagegen die nächste Änderung: Der SD Karten Einschub befindet sich nun auf der Rückseite und ist nicht mehr so tief im Gehäuse eingelassen wie noch im DX220 Max. Somit bekomme ich auch ohne Hilfsmittel die Karte heraus und hinein gedrückt. Des Weiteren gibt es eine Änderung am Lautstärkeregler. Dieser hat nun statt radialen Rillen schräge Einfräsungen und ist damit deutlich griffiger und haptisch noch edler geworden.

Das mit Abstand aber sinnvollste neue Feature sind die Steuerungstasten, welche sich beim DX300 Max an der rechten Seite befinden. Endlich kann Play/Pause oder Titelsprung direkt durchgeführt werden, ohne das Display nutzen zu müssen. Das stellt einen echten Mehrwert gegenüber dem alten MAX dar, der auf physische Kontrollen verzichten musste.

iBasso DX300 Max mit Vision Ears VE7
iBasso DX300 Max mit Vision Ears VE7

Lieferumfang & Verpackung

Die Verpackung ist auch dieses Mal kein Eye-Catcher für das Einzelhandelsregal. Warum auch: Es werden wohl kaum Exemplare irgendwo im Geschäft in der Auslage liegen. Die Verpackung ist eher luxioröses Understatement. Also kein Hochglanzkarton mit buntem Aufdruck. So what – die inneren Werte zählen! Der Umkarton ist dementsprechend aus vergleichsweise dünner Pappe.

Die eigentliche Schachtel mit Deckel zum Aufklappen in Form einer Schmuckschatulle ist aber von sehr guter Qualität.

Nach dem Öffnen des Deckels liegt der MAX auf der ersten Ebene in einem herausnehmbaren Schaumstoffträger. Wow – was ein Brocken! Im Vergleich zum Vorgänger hat er auch etwas zugenommen, ist höher geworden. Unter diesem Träger – in insgesamt drei Stoffbeuteln verpackt – befindet sich das Zubehör. Und das ist ganz iBasso-typisch wieder mal sehr reichhaltig ausgefallen.

Im Einzelnen ist im Karton zu finden:

  • iBasso DX300 MAX
  • symmetrisches Burn-In-Kabel
  • hochwertige Tragetasche aus Leder
  • Displayschutzfolie, 4 Stück
  • Koaxialkabel
  • Adapterkabel von 4,4 mm symmetrischer Klinke auf 3,5 mm Klinke (Klinkenstecker auf beiden Seiten)
  • Adapter von 2,5 mm symmetrische Klinke auf 4,4 mm symmetrische Klinke
  • Netzteil zum Aufladen der Analogsektion
  • USB-C-Kabel zum Aufladen der Digitalsektion
  • Bedienungsanleitung, Garantiekarte

Features & Technische Daten

Als Betriebssystem kommt nun Android 9 zum Einsatz. Der ibasso DX300 Max kann entweder als autarker DAP oder auch als Digital-Analog-Wandler (DAC) – angeschlossen z.B. am Notebook oder Rechner – verwendet werden. Zur Optimierung der Klangqualität kommt wie beim Vorgänger die strikte Trennung von digitalem DAC und analogem Verstärker zum Einsatz.

Dieses Prinzip ist ideal zur maximalen Reduzierung von gegenseitigen Störeinflüssen. So befinden sich beide Einheiten – also digital- und Analogsektion – auf unterschiedlichen Platinen und sind elektrisch durch eigene Akkus vollständig voneinander unabhängig. Kleiner Nachteil: Die Akkus müssen auch separat geladen werden.

Die digitalen Signale werden von der DAC Einheit per sogenannter Optokoppler an die Verstärkersektion übergeben. Also wird selbst hier gewährleistet, daß beide Sektionen elektrisch sauber voneinander getrennt sind.

Hier die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Strikte Trennung von Verstärker und D/A Wandler
  • 5″ IPS Full HD Display
  • Class A Verstärker
  • Schneller Achtkern 64 Bit Prozessor, 6 GB RAM
  • Android und Mango OS
  • Edelstahlgehäuse (plus 100 Exemplare mit Titangehäuse)

DAC
Im DX300 MAX ist der Dual DAC Chip AK4499EQ der Firma AKM verbaut. Der Chip beherrscht neben den gängigen Formaten auch das native Decodieren von DSD512.

AMP / Verstärker
Setzt iBasso bei der „Mittelklasse“ DX200/220 und DX300 auf die wechselbaren AMP Module, so verbaut man im MAX eine feste Verstärkereinheit. Diese basiert im DX300MAX – so habe ich es zumindest irgendwo gelesen – auf dem symmetrischen 4.4mm AMP12 Modul.

Am symmetrischen 4,4 mm Kopfhörerausgang und am symmetrischen 4,4 mm Line-Out stehen mächtige 8,8 Volt RMS an – genug Power also, um so ziemlich jeden Kopfhörer adäquat antreiben zu können. Und auch wenn am unsymmetrischen 3,5 mm Klinkenausgang „nur“ noch 4,4 Volt RMS anliegen, so ist das immer noch mehr als genug für die allermeisten Kopfhörer.

Der Verstärker arbeitet übrigens als reiner Class-A Verstärker – so wie viele Desktop Verstärker auch. Hier wird wieder iBassos Ambition deutlich, das Beste aus zwei Welten zu vereinen.

Anschlüsse
Mittlerweile ist klar: Der 4.4mm Port als Alternative zur filigranen 2.5mm Variante hat sich durchgesetzt. Beim MAX finden sich sowohl 4.4mm balanced als auch 3.5mm unbalanced an Bord.

Auf einen zusätzlichen 2.5mm balanced Anschluss – so wie ihn der FiiO M15 bietet – hat man verzichtet. Dafür liegt dem MAX wieder der kompakte Adapter CA02 von iBasso bei. Somit bleibt man flexibel, sagt aber dem 2.5mm Anschluss dezent Good-bye.

Ausgangsseitig verfügt der MAX über einen kombinierten coax/optischen 3.5mm Ausgang und einen symmetrischen 4.4mm LineOut. Ein Adapterkabel von 4.4mm symmetrisch auf 3.5mm unbalanced liegt bei.

Bluetooth 5.0 & WLAN
Verbindung zu drahtlosen Kopfhörern oder anderen Bluetooth Abspielgeräten nimmt der DX300 MAX per Bluetooth 5.0 auf. Bluetooth funktioniert in beide Richtungen. So kann der DAP sowohl als Sender (in Richtung eines Kopfhörers) als auch als Empfänger (für Musik auf einem Smartphone) verwendet werden.

Dank Android ist der Player selbstverständlich auch voll netzwerktauglich. So kann Musik nicht nur über die bekannten Streamingdienste abgespielt werden, sondern auch über DLNA vom heimischen Musikserver – je nach verwendeter App.

Betriebssystem
Primäres Betriebssystem ist Android 9. Somit ist die Erweiterung mit Apps natürlich ebenso möglich wie die Einbindung ins heimische WLAN oder die Verbindung über Bluetooth. Zusätzliche Apps kommen allerdings nicht über Googles Playstore, sondern über eine App namens PureAPK auf das Gerät oder eben direkt. Funktioniert einwandfrei und über PureAPK kann dann sogar der Google Playstore nachinstalliert werden.

Was heißt eigentlich „Primäres Betriebssystem“? Gibt es denn ein weiteres? 
Ja, das gibt es. Der MAX lässt sich alternativ wie seine Vorgänger wieder in ein reines Musiksystem – genannt Mango OS – booten. Dort liegt das Augenmerk ausschließlich auf der puristischen Musikwiedergabe des Players. Keine Apps, keine Drahtlosfunktionen und kein sonstiger Schnickschnack.

Speicher
Die interne Speicherausstattung finde ich mit 128GB ausreichend – ich nutze sowieso ausschließlich die Speicherkarte für meine Musik. Der Player unterstützt Karten bis zu einer Größe von 2TB. Ein zweiter Slot, oder sogar ein zusätzlicher normaler SD-Kartenslot, wäre natürlich noch nice to have.

Zur Vervollständigung an dieser Stelle noch die technischen Daten:

Modellbezeichnung:iBasso DX300 MAX
Kopfhörerausgang:3,5 mm Klinke + 4,4 mm symmetrische Klinke
Line-Ausgang:4,4 mm symmetrische Klinke
USB:USB Type-C mit USB-DAC mit 32 Bit/384 kHz +DSD64/128/256/512x
Konnektivität:2,4 GHz + 5 GHz WLAN, Bluetooth 5.0 mit aptX und LDAC™
Speicher:128 GB interner Speicher, 1 Speicherkartenslot, MicroSD bis 2 TB
Display:5″/12,7 Zentimeter IPS-Touchdisplay mit 1080 x 1920 Pixel Auflösung
Gain-Einstellung:3-stufig
Gewicht:> 800 Gramm mit Case
Frequenzgang:10 Hz – 40 kHz
SNR:122 dB (3,5 mm Klinke), 125 dB (4,4 mm symmetrische Klinke)
Max Ausgangsspannung:4,4 Volt (300 Ω 3,5 mm Klinke), 8,8 Volt (300 Ω 4,4 mm symmetrische Klinke)
THD+N:-111 dB (3,5 mm Klinke), -114 dB (4,4 mm Klinke)
SNR:122 dB (3,5 mm Klinke), 125 dB (4,4 mm Klinke)
Frequenzgang:10 Hz – 40 kHz
Dynamikumfang:121 dB (3,5 mm Klinke), 125 dB (4,4 mm Klinke)
Laden:via USB-C (Digitalsektion) und Steckernetzteil (Analogsektion)
Akku:5.800 mAh 3,8 Volt Lithium-Polymer (Digitalsektion) + 4x 900 mAh Lithium-Polymer (Analogsektion)
Ladeanzeige:Ja
Akkulaufzeit:16h Standard, 11h Ultimate Mode (abhängig von eingestellter Lautstärke, Kopfhörern und Dateiformat)
Ladezeit:3 Stunden (Digitalsektion) und 2 Stunden (Analogsektion)
Lossless:MQA, APE, FLAC, WAV, ALAC, AIFF, DFF, DSF und DXD
lossy:WMA, AAC, OGG, MP3
Auflösung:32 Bit/384 kHz, DSD64/128/256/512
Wandler:Dual AKM AK4499EQ
[Quelle: hifi-passion.de]

Design & Verarbeitung

Der Player

Ein Monolith aus Edelstahl!
Das Gehäuse des DX300 MAX ist aus einem Edelstahl-Block gefertigt und wirkt nicht nur extrem robust, sondern auch absolut edel. Durch den massiven Materialeinsatz ist der Bolide logischerweise irre schwer für einen DAP. Mit Case bringt er fette 816 Gramm auf die Waage.
Die Vorderseite wird fast komplett vom brillianten Display eingenommen. 4 Folien für das Display und/oder die Rückseite liegen übrigens bei, müssen allerdings selbst aufgebracht werden.

Toll finde ich, daß sämtliche Kritikpunkte aus meinem Review des DX220 Max eliminiert wurden.

So hat iBasso dem DX300 Max nun endlich seitliche Steuertasten spendiert. Und auch ein weiterer Kritikpunkt wurde gefixt: War der microSD-Kartenslot beim DX220 Max noch seitlich vertieft im Gehäuse eingelassen und die Karte damit nur schwer entnehmbar, so ist der Kartenslot nun auf die Hinterseite gewandert und schließt plan mit dem Gehäuse ab. Folglich ist das Handling mit Speicherkarten deutlich verbessert worden.

Der Lautstärke-Regler lässt sich genauso feinfühlig drehen wie schon beim Max2. Die Profilierung sorgt aber jetzt für noch besseren Grip und die radial abgedrehte Front sieht edler aus aus die polierte des Vorgängers.

Das Case

Na geht doch!
Und wieder scheint meine Kritik Gehör gefunden zu haben. Das Case ist dieses Mal richtig schick. Zum einen hat man sich bei der Farbe für ein dunkles Blau entschieden, zum anderen für ein glattes Leder.

Die Hülle ist gut verarbeitet, robust und schützt das Edelstahlgehäuse effektiv vor Kratzern. Bei einem Sturz dürfte sie aufgrund des hohen Gewichts des MAX allerdings keinerlei Schutz bieten.

Auch bleibt der Lautstärkeregler und die vordere Front komplett exponiert. Durch das Case ist der MAX aber deutlich griffiger und rutscht weniger leicht aus der Hand. Optisch sieht der Player aber ohne Case immer noch wesentlich eleganter aus.


Bedienung / User Interface

Aufgrund der Ähnlichkeit von DX220 MAX zu DX300 übernehme ich in den folgenden Abschnitten den ein oder anderen Part aus meinem DX220/Max Test.

Allgemein

Der DX300 MAX bietet gleich zwei Betriebssysteme / Modi: Man kann entweder das Android Betriebssystem nutzen – mit allen Vorzügen wie WLAN, Apps, Bluetooth – oder aber einen reinen und puristischen Musikplayer-Modus: Das Mango OS.

iBassos MangoOS ist zwar im Vergleich zu Android sehr rudimentär (es ist halt „nur“ ein Musikplayer), konzentriert sich dafür aber sehr fokussiert auf die Features zum Musikhören und Verwalten der Bibliothek. Darüberhinaus ist es angenehm schnell, flüssig zu bedienen und bietet reichlich Konfigurationsmöglichkeiten.. 

Mittlerweile habe ich mich aber auch an das Android System gewöhnt. Vor allem den Bluetooth Receiver Modus finde ich interessant. Dank Apple- und Amazon Music streame ich mittlerweile oft und gerne vom iPhone auf die DAP – und das funktioniert selbstverständlich mit dem DX300 MAX genauso gut.

Datentransfer
Vor dem Musikgenuss steht aber in aller Regel die Befüllung des Players mit Musik.
Meine 400GB microSD Karte ist gut gefüllt, das Einlesen der etwas über 20.000 Files in die interne Datenbank geht relativ fix.
Was leider immer noch nicht klappt (wird es wohl niemals unter Android), ist das Mounten des Gerätes bzw. der internen Speicherkarte als natives Laufwerk unter macOS beim Anschluss per USB.

Als Resultat muss ich die Karte zwecks Synchronisierung der Musikbibliothek jedes Mal aus dem Player entfernen und direkt über der SD-Kartenslot im iMac synchronisieren. Machbar, aber umständlich. Denn dazu muss der DAP jedes Mal aus dem Case gepult werden. 

Ich weiß nicht, ob das ein geplantes „Feature“ von Android ist, oder ob man hier schlicht nicht optimal entwickelt hat. Da lobe ich mir meine Sony Player, welche sofort und ohne Zusatzsoftware nach der Verbindung am iMac systemweit mit internem und externen Speicher zur Verfügung steht.

Bedienung
Die Bedienung erfolgt ausschließlich über das große Touch-Display und den Lautstärkeregler. Die Touchbedienung ist schnell und flüssig, Ruckeln oder Stottern habe ich nicht feststellen können. a war aber auch der Max2 schon super. Was mir leider immer noch fehlt, ist ein Aufwecken des Displays per Doppeltip wenn es im Ruhezustand ist.

Navigation

Die Navigation sowohl in der App unter Android als auch im Mango OS ist übersichtlich und intuitiv. Es gibt die üblichen Suchfunktionen Artist, Album und Genre.
Eine Ordnernavigation steht natürlich ebenfalls zur Verfügung.
Der „Now Playing“ Screen ist übersichtlich und stellt alle wichtigen Informationen zusammen mit dem großen Coverartwork dar. Schön, daß nun der Hintergrund im Now Playing Screen den Albumfarben dynamisch angepasst werden kann.

Streaming

Dank Android verfügt der DX300 MAX natürlich über reichhaltige Streamingmöglichkeiten. Es steht sowohl Bluetooth als auch WLAN zur Verfügung, und damit eröffnen sich sehr viele Möglichkeiten – je nach App. So kann der Player als DLNA Client eingesetzt werden, direkt von Spotify, Tidal, Amazon oder anderen Anbietern streamen oder aber auch als Bluetooth-Receiver für andere Quellgeräte dienen. Airplay fehlt aber leider immer noch…

USB DAC

Über den USB-C Anschluss kann der DX300 auch als externer DAC an Computern eingesetzt werden. Mit meinem iMac klappt das einwandfrei – hier muss noch nicht einmal irgendwelche Software oder Treiber installiert werden.

Soundtuning

10-Band Equalizer
Unter Android steht in der Mango App zusätzlich zu einem grafischen 10-Band Equalizer auch ein Parametrischer EQ zur Verfügung.

Hiermit kann nicht nur die Lautstärk (Gain) eines vordefinierten Frequenzbandes (beim 10-Band EQ im DX220: 33,63,100,330,630,1K,3.3K,6.3K,10K,16K) einstellen, sondern man kann die zu korrigierende Frequenz frei wählen und zusätzlich auch die Breite, auf welche die Gain-Anhebung oder -Absenkung wirkt.

Somit kann die Klangsignatur sehr präzise den eigenen Vorlieben angepasst werden, um z.B. den Klang eines Kopfhörers zu beeinflussen.

Digitale Filter
Neben dem Equalizer gibt es die Möglichkeit, das Klangverhalten des DAC direkt beeinflussen zu können. Hierzu bietet der MAX insgesamt 5 verschiedene digitale Filter an. Ganz ehrlich: Ja, mit einem sehr guten Kopfhörer sind die Unterschiede vielleicht hörbar, aber für mich erschließt sich der Nutzen nicht, da die Änderungen extrem minimal sind. Haben ist besser als brauchen! Ist natürlich gut zu wissen, daß man die Möglichkeiten hätte.

Firmware Update

Firmware-Updates werden in regelmäßigen Abständen veröffentlich. Grobe Schnitzer sind mir bisher aber keine begegnet. Das Online-Update funktioniert übrigens einwandfrei, auf Wunsch auch automatisch.

Akkulaufzeit und Laden

Beim Akku – bzw. bei DEN AKKUS – wird wieder das konsequente Konzept der vollständigen Trennung von Digital- und Analogsektion sichtbar: Denn im MAX arbeiten zwei Akkusysteme, die auch unabhängig voneinander aufgeladen werden müssen.

Der Akku für die digitale Sektion (DAC + Prozessor) wird über USB-C geladen, für die insgesamt vier Akkus des analogen Bereichs (Verstärker) liegt ein separates Ladegerät mit DC Stecker bei.

Beim Ladegeräte-Konzept hätte es Optimierungsbedarf gegeben, denn wenn das Ladegerät in der Steckdose steckt, ist kein Platz mehr für ein weiteres Ladegerät. Warum nicht aus dem Ladegerät für die Analogsektion noch ein USB-C Kabel herausführen zum Laden des anderen Akku?

Von Oben: DX300, DX220 Max, DX300 Max

Klangqualität

Referenz!
Der iBasso DX300 Max klingt schlicht atemberaubend. Das ist absolute Referenz: Natürlich. Ausgeglichen. „Neutral“. Kraftvoll. Luftig.

Aber Besitzer des DX220 Max sollten sich jetzt erst einmal ganz schnell entspannen: Es gibt aus klanglicher Sicht überhaupt keine Notwendigkeit für ein Upgrade. Denn der DX220 Max klingt keinen Deut schlechter. Vielleicht einen Hauch anders, aber beide Boliden sind klanglich auf einem absoluten Topniveau.

Was klanglich beide – also sowohl den Max2 als auch den Max3 – auszeichnet – ist, daß die Geräte im Grunde gar nicht nicht wie ein DAP klingen. Vielmehr klingen sie wie ausgewachsene stationäre Kopfhörerverstärker.

Und hier liegt auch die Abgrenzung zu Geräten wie dem hauseigenen DX300 (Test) oder dem FiiO M15 (Test). Der Max ist einfach kein normaler DAP für unterwegs. Er ist vielmehr ein transportabler High-End Kopfhörerverstärker mit Player. Oder aber ein „Desktop“ DAP.

Die Implementierung des AKM DAC ist iBasso unglaublich gut gelungen. Der gleiche DAC klingt im Fiio M15 viel wärmer, was ein Grund für mich war seinerzeit den M15 nicht zu übernehmen. Der ESS Chip im DX220 Max war im direkten Vergleich damals mein absoluter Favorit. Viel klarer, schneller, energischer und analytischer.

Umso vorsichtiger bin ich erstmal an den Klangtest des iBasso DX300 Max rangegangen. Klingt er wie der M15? Ich habe befürchtet, daß die Klangqualität durch den Chipwechsel beeinflusst wurde. Aber iBasso hat es geschafft, daß es klanglich so gut wie keine Unterschiede gibt! Und das ist gut so, denn hier gab und gibt es mMn einfach nichts zu verbessern.

Was mir besonders gefällt?
Wie beim DX220Max: Die Homogenität der Musik, die filigrane Dekonstruktion der einzelnen Spuren – man nennt es glaube ich Instrumentenseparation…. ;-)

Das Ganze aber auf natürliche Weise, ohne irgendeine analytische Kühle oder sezierende Akribie. Die Kraft, die man bei explosiven Transienten fast körperhaft spürt, die impulsiven Drums mit präzisem Attack und transparentem Sustain – das alles erinnert an die Energie eines Livekonzertes.


Die Kraft, die die MAXXE in die Musik legen, ist mit der von gestandenen Desktop-Systemen absolut vergleichbar und steht meinem Desktop DACAMP CMA400i in nichts nach. Im Gegenteil: Der MAX macht alles sogar nochmals ein bisschen mitreißender, der Background ist tiefschwarz und die gesamte Darbietung von Separation über Bühne bis hin zu Auflösung lässt wirklich keine Wünsche offen.

Well done again, iBasso!


Galerie iBasso DX300 MAX


Fazit

Kann man ein so geniales Gerät wie den DX220 Max noch besser machen? Ja, man kann. Allerdings kann ich Besitzer des Vorgängers beruhigen: Ein Upgrade ist nicht zwingend nötig, schon gar nicht aus klanglicher Sicht. Vielmehr hat iBasso hier ein bewährtes Produkt sinnvoll verbessert.

Somit ist der iBasso DX300 MAX wieder einmal der aktuell beste mir bekannte DAP.
Wer einen leistungsstarken Musikplayer mit überragendem, atemberaubenden Klang in einem transportablen Gehäuse sucht, der dürfte hier seine klangliche Offenbarung finden. Wer bereit ist, knapp 2.300€ zu investieren sollte schnell sein: 25 Geräte in Deutschland dürften schnell vergriffen sein.

iBasso zementiert den Anspruch auf den besten Desktop DAP wieder einmal eindrucksvoll. Der 300 Max ist meiner Meinung nach das Nonplusultra im DAP Bereich!


iBasso DX300 Max | Bewertung

9.9

Klangqualität

10.0/10

Verarbeitung

9.8/10

Bedienung/Funktion

10.0/10

GUI/Software

9.8/10

Preis/Leistung

10.0/10

Pros

  • Absoluter Referenzklang
  • Perfekte Verarbeitungsqualität
  • Leistung satt
  • Klasse Konzept der Trennung von Digital und Analog
  • Perfekte Detailverbesserungen

Cons

  • Teuer
  • Limitiert
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