Als ich mit Carsten die Leihstellung des Dan Clark Audio ÆON Flow 2 Noire besprochen habe, hat er mir angeboten, den neuen Burson Playmate 2 gleich mitzuschicken. Das war eine gute Idee, den andererseits hätte ich dieses feine Gerät wohl kaum kennengelernt – und damit definitiv etwas verpasst!


[Werbung] Der Burson Audio Playmate 2 wurde mir vom deutschen Vertrieb für Burson Produkte zur Verfügung gestellt. Danke Carsten!


Der Burson Playmate 2

Bei Burson handelt es sich um einen Hersteller mit Sitz in Australien. Ich konnte die Geräte aus Down Under schon oft auf Veranstaltungen wie der Audiovista oder CanJam hören.

Der Playmate 2 ist Kopfhörerverstärker, Vorverstärker und DAC in einem kleinen, schreibtischkompatiblen Gerät. Neben dem USB-C Eingang befindet sich noch ein optischer Input auf der Rückseite. Analoge Eingänge gibt es nicht. Zusäztlich zum 6.3mm Klinkenausgang gibt es eine Headset-Buchse. Der Playmate 2 – Nomen est Omen – ermöglicht es Gamern zusätzlich, ihr Mikrofon bzw. Headset direkt anzuschließen. Über einen Vorverstärkerausgang (Chinch) lassen sich ebenso Aktivboxen oder andere Amps ansteuern. Der Playmate 2 ist somit prädestiniert, auf dem Schreibtisch seine Arbeit zu verrichten.

Mit dem genialen SABRE21/ESS9038Q2M DAC, einem Xmos USB Input und einem leistungsstarken Class-A Verstärker ist der Playmate aber in erster Linie ein absolute audiophiler Zuspieler. Bursons Besonderheit: Die OP-Amps sind wechselbar. Burson bietet als Upgrade ihre „Vivid“ OP-Amps an. Den Modder und HiFi-Enthusiasten wirds freuen und zu Experimenten einladen.

Der Class A Verstärkerteil ist nicht symmetrisch aufgebaut sondern setzt auf den unkomplizierten und weit verbreiteten unbalanced Ausgang. So passen alle handelsüblichen Kopfhörer respektive Kabel dran. Leistung ist satt und genug vorhanden: 3.5 Watt bei 16Ω ist schon eine Ansage und sollte selbst für sehr leistungshungrige Kopfhörer genug Power bringen.

Über den USB-C Anschluss kann der Chipsatz PCM bis zu32-bit/786 kHz und DSD nativ bis zu DSD up to DSD512 entgegennehmen.

Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzteil.

Zum Preis von 649€ bekommt man also eine außerordentlich komplette und leistungsstarke Verstärker- und D/A-Wandler Kombination, die sich auch an audiophile Gamer richtet.


Technische Daten

Für alle, die es ganz genau wissen wollen, hier die Tech-Facts:

Quelle: bursonaudio.com

Design & Verarbeitung

Auffälligstes Merkmal des Playmate ist wohl sein geripptes Aluminiumkleid. Was optisch gut aussieht, hat gleichzeitig eine sinnvolle Funktion. Über die durch die Aluminiumrippen vergrößerte Oberfläche kann Wärme besser abgegeben werden. So bleibt das Gehäuse stets angenehm handwarm. Der Playmate 2 ist massiv und tadellos verarbeitet. Die Frontplatte aus gebürstetem Aluminium sieht edel und schick aus.

„Was macht es?“ – „Es leuchtet blau!“

Die einzige Kritik, welche ich am Playmate 2 finden kann – befindet sich allerdings ebenfalls an der Frontplatte. Und zwar in Form einer MEGAHELLEN blauen LED – und zwar im Standby. Daß es keine Möglichkeit gibt, daß Gerät per richtigem Netzschalter stromlos zu schalten, leuchtet der Bastard permanent – und das ist in dunklen Räumen wie Schlafzimmern einfach ein absoluter Showstopper. Klar, man kann die LED abkleben – aber bitteschön: An einem sonst makellosen und echt stylischen gerät was draufbappen? Nee….

Der Lautstärkeregler wiederum ist eine wahre Freude. Fein gerastert dient er auch gleichzeitig zur Navigation durch das Menü. Ja, der Playmate ist auf der Front mit einem Display ausgestattet. Der Volumeregler lässt sich auch drücken, so werden Menüeinträge ausgewählt und bestätigt.

Burson bietet übrigens auch Standfüße an, um den Playmate senkrecht aufzustellen. Nicht mein Geschmack, denn leider dreht der Displayinhalt nicht mit.


Klang

Klanglich gibt es logischerweise an solch einem Gerät nichts auszusetzen. Klar kann es sein, daß man die ein oder andere Abstimmung nicht mag, aber grundsätzlich bewegt sich das schon auf einem hohen Niveau ab einem gewissen Preisbereich. Und da ist auch der Burson keine Ausnahme.

Er spielt kraftvoll, definiert und mit viel Energie auf. Hat im Vergleich zum Questyle CMA400i einen Extraschuss Wärme und ist in der Transientenwiedergabe vielleicht ein Mµ weniger impulsiver.
Der Playmate 2 spielt aber hochpräzise und staffelt die Musikwiedergabe sauber im Raum – sprich: Er punktet mit einer absolut vorbildlichen Instrumentenseparation und Tiefenstaffelung. Insgesamt kommt er aber an der CMA400i nicht heran.

Gerade im Zusammenspiel mit dem leistungshunrigen und gut skalierenden DCA ÆOn 2 Noire ergibt sich aber eine erstklassige und stimmige Kombination. Der Noire wird kräftig und autoritär angetrieben, was er mit einem knackfesten Punch bei Drums und einer involvierenden Musikalität dankt. Egal ob ruhige Balladen, Singer-Songwriter Zeugs oder derber Deathmetal – mit dieser Kombination hat man schon ein verdächtig nah an einem Endgame agierendes Setup.


Fotos


Fazit

Ambitionierte HiFi Fans sollten sich das Gerät gerne anschauen wenn sie auf der Suche nach einer guten Desktop Lösung sind. Denen empfehle ich aber eher meinen All-Time Favorit, den Questyle CMA400i. Der bietet mit symmetrischen KH-Buchsen und dem noch besseren Klang am Ende mehr – kostet natürlich auch etwas mehr.

Der Burson Audio Playmate 2 dagegen ist die audiophile Wollmilchsau, wenn man als musikliebender Gamer am Schreibtisch eine sehr gut klingende externe Lösung benötigt. USB-C, einer der besten DACS die man aktuell kaufen kann, Leistung satt und vor allem der Mikrofonanschluss auf der Front machen den Playmate 2 zu Gamers best Buddy.

P.S.: Wenn ihr überlegt, euch das Playymate ins Schlafzimmer zu holen – Finger weg. Oder eine schaltbare Steckdose davor. Ich sage nur blaues Licht.


Burson Playmate 2 | Bewertung

9.3

Sound

9.3/10

Verarbeitung

9.0/10

Bedienung

10.0/10

Funktionalität

9.0/10

Preis/Leistung

9.3/10

Pros

  • Toller Klang
  • Reichlich Power
  • Super Bedienung

Cons

  • Blaue Standby LED zu hell
  • Externes Netzteil
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