[Werbung] Der iBasso IT01s wurde mir für diesen Test leihweise von NT-Global zur Verfügung gestellt – vielen Dank!


Bei iBasso geht es wirklich Schlag auf Schlag…
Der IT01 hat bei seiner Vorstellung gehörig für Furore gesorgt, spielt er doch weit jenseits seiner Preisklasse. Und jetzt steht der Nachfolger – oder besser: die Weiterentwicklung – in den Startlöchern. Bereit, den Erfolg fortzuführen oder gar zu übertreffen. Ob er das Zeug dazu hat? Lest selbst!


Der iBasso IT01s

Zugegeben: Etwas verwundert war ich schon, als ich die Ankündigung des iBasso IT01s gelesen hatte. Der Nachfolger zum IT01? So früh? „Jetzt übertreibt es iBasso aber“ kam mir in den Sinn. Schnell war aber klar, daß es sich nicht um einen echten Nachfolger handelt, sondern vielmehr um einen verbesserte Iteration des Originals. Da ich bekennender Fan des IT01 bin und diesen schon unzählige Male im Freundes- und Bekanntenkreis erfolgreich weiterempfohlen habe, war meine Neugier selbstverständlich sofort geweckt.

Also, was haben wir hier?
Kurz: Der IT01 ist reifer, sozusagen „erwachsen“ geworden! Das fasst es unterm Strich schonmal ziemlich gut zusammen. Doch was hat sich im Detail getan?

Zunächst wäre da erst einmal das rein äußerliche Erscheinungsbild. Bereits auf den ersten Blick wirkt der 01s wesentlich edler und hochwertiger. Das liegt am neuen Material bzw. einer neuen Oberflächenveredelung. Im Gegensatz zum Original wirkt die Oberfläche nun metallisch glänzend und damit ein ganzes Stück hochwertiger. Der neue ist in zwei Farbvarianten zu haben: Smoke Grey (mein Testexemplar) und Blue Mist.

Ebenso wurde der Treiber weiter optimiert. War die Membran des IT01 mit 5 µm schon sehr dünn, so wird dies mit jetzt 3,8 µm nochmals deutlich unterschritten. Außerdem verfügt der Treiber über 1 Tesla Magnetkraft und eine „diamantartige“ Beschichtung auf dem Dome der Membran (DLC). Viel Tech-Buzzwords – am Ende zählt der Sound….wir werden sehen….

Auch das – bereits beim IT01 sehr hochwertige – Kabel wurde nochmals überarbeitet und sieht nun mit der Silberbeschichtung noch besser aus. Es handelt sich um ein symmetrisches Kabel mit 2.5mm Stecker. Ein Adapter auf 3.5mm aus dem gleichen Kabelmaterial liegt ebenfalls bei. An diesem Detail zeigt sich, wie sehr iBasso an den Anwender denkt. Das ist eine Superlösung meiner Meinung nach und darf ruhig Schule machen.

Beibehalten wurde der bewährte MMCX-Kabelanschluss und der reichhaltige Lieferumfang. Preislich hat der IT01s allerdings ebenfalls deutlich zugelegt. War der IT01 noch für rund 119€ zu haben, so sind nun 229€ fällig.


Verpackung & Lieferumfang 

Unter einem Schuber aus dünner Pappe befindet sich eine Schachtel aus festem Karton – am Verpackungskonzept hat sich also nichts geändert. Allerdings am Design: Die Umverpackung/der Schuber ist dieses Mal in einem blau-metallic Farbton gehalten. Der Lieferumfang im Einzelnen:

  • 9 verschiedene Paar Silikon Ear-Tips
  • 2 Paar Foam-Tips
  • Ein Paar Ersatz-Schutzgitter für die Schallaustrittsöffnung des Kopfhörers
  • 1,2 Meter Kopfhörerkabel
  • 2,5 mm auf 3,5 mm-Adapter
  • Papierkram

Technische Daten

Wie immer für diejenigen, die es interessiert und der Vollständigkeit halber:

ModelliBasso IT01S
Frequenzumfang10 Hz – 43 kHz
Wirkungsgrad109 dB +/- 2 dB
Impedanz16 Ω
Kabellänge1,2 Meter
Gewicht8 Gramm pro Hörer (ohne Kabel)
FarbeBlue Mist (Blau) oder Smoke Grey (Grau)
Anschlüsse2,5 mm TRRS (3,5 mm-Adapter im Lieferumfang

[Quelle: ibasso.com]


Verarbeitung & Design

Der Inear
Die Verarbeitung der IT01s ist auf bestem Niveau, es gibt keine Spalten oder Grate wo keine sein sollten. Die Oberfläche ist sauber und homogen verarbeitet, weist keinerlei Unregelmäßigkeiten, Einschlüsse oder anderweitige Makel auf. Das verwendete Material wirkt haptisch absolut robust und langlebig. Die MMCX Steckverbindungen rasten satt und sicher ein.

Das Kabel
Das Kabel ist – und hier hat ja der IT01 bereits vorgelegt – extrem ordentlich. Hier muss eigentlich niemand mehr an Zubehörkabel denken. Sowohl die Akustik und die Optik als auch die Haptik sind einwandfrei. Das Kabel ist schön flexibel und passt mit der silbernen Ausführung perfekt zum InEar in Smoke Grey.
Neu ist eine Memory-Versteifung im Steckerbereich des Kabels, welche eine sicherere Fixierung beim Tragen „Über-dem-Ohr“ gewährleisten soll. Ich mag solche Versteifungen im Grunde nicht, mir ist ein flexibles Kabelende lieber. Allerdings ist der Nutzen nicht von der Hand zu weisen.

Toll gelöst: Direkt am Kabel befindet sich ein 2.5mm TRRS Stecker, so daß dem symmetrischen Betrieb an geeigneten Geräten nichts im Wege steht. Für den normalen Anschluss legt iBasso einen Adapter auf eine 3.5mm Klinke bei.

Das Case
Das Case ist vom IT01 bekannt. Es handelt sich um die gleiche OEM-Metalldose, welche jetzt nicht unbedingt megahochwertig ist, aber zumindest praktisch ihren Zweck im Alltagsgebrauch erfüllt und sich vom Handling her bereits sehr gut bewährt hat.


Tragekomfort & Handling

Da es sich um die gleiche Gehäuseform handelt wie beim IT01, sei mir an dieser Stelle ein Zitat aus dessen Testbericht erlaubt:

Genau wie bereits der IT03 verfügt auch der IT01 über eine an einen Custom InEar angelehnte, ganz leicht anatomische Ausformung. Und genau wie dieser sitzt auch der kleine Bruder wie eine Eins in meinem Gehörgang bzw. im Ohr. Der Tragekomfort perfekt wird – wie fast in allen meinen InEars – durch die Verwendung der RHA Silikontips in Größe M.


Klang

Kommen wir zum spannendsten Teil eines Reviews: Dem Klang. Und gleichzeitig ist genau dieser Teil auch der am wenigsten aussagefähigste bzw. der am wenigsten übertragbare. Denn der Klang eines Kopfhörers – insbesondere InEars – ist neben der des InEars eigenen Klangsignatur ebenso abhängig von der menschlichen Anatomie im Ohr und dem persönlichem Hörempfinden. Denn das, was am Ende an irgendeiner Synapse ankommt und von mir entweder so oder so interpretiert wird, wird nur von mir so wahrgenommen. Kurz: Klangempfinden ist rein subjektiv.
Wer meine Reviews allerdings öfter liest und danach dann auch den ein oder anderen Hörer selbst mal angetestet hat – nur so kann man einen Kopfhörer auswählen – der wird sich auf meine Beschreibungen vermutlich einen Reim machen können.

Der IT01 hat ja Reviewer auf der ganzen Welt überrascht; iBasso hat damit einen absoluten Preis-Leistungs-Kracher an den Start gebracht.
Den Auftritt des IT01s empfinde ich persönlich als deutlich leiser, mit weniger Wirbel und Tam-Tam.

Klanglich allerdings ist er definitiv eine Weiterentwicklung des IT01, aber gleichzeitig auch ein tonal anderer Fork – wie man in der Softwareentwicklung sagen würde. Die dynamische Lebendigkeit und Spielfreude ist nach wie vor stark ausgeprägt, gleichzeitig ist aber die Genauigkeit und akkurate Separationsfähigkeit nochmals deutlich verbessert worden. War der IT01 noch in gewisser Weise als warm zu bezeichnen, wäre das für den IT01s nicht mehr passend. Ich würde ihn eher als über den gesamten Frequenzbereich überaus gleichmäßig, musikalisch und natürlich abgestimmt einordnen.

Bass
Was sofort auffällt, ist die klare Präzision, mit der der dynamische Treiber im unteren Bereich zu Werke geht. In den mittleren Bassfrequenzen, dort wo Kickdrums zuhause sind, bewirkt das eine lebendige Natürlichkeit im Ansprechverhalten von z.B. Bassdrums und tiefen Toms. Da macht einerseits mächtig Laune, verleiht dem IT01s aber auch einen gehörig kompetenten Touch. Mit dieser Präzison muss er sich nicht hinter schnellen BA-Treibern verstecken. Punch, Attack und Sustain sind – typisch für Dynamiker – authentisch und kommen sehr „live“ rüber.

Mitten
Der IT01s präsentiert äußerst saftige und frische Mitten – wie gemacht für härtere Musikrichtungen. Die neutrale Grundabstimmung kommt ihm hier zu gute, so daß er sich innerhalb kürzester Zeit an meinem portablen Setup an die Spitze gespielt hat und dort den IT01 ablöst.

Höhen
Klar und präzise präsentiert der IT01s sich in den oberen Frequenzbereichen. In Verbindung mit der ihm eigenen Natürlichkeit zaubert er mächtig detaillierte und brilliante Höhen in die Klangsignatur. Dabei versteht er jederzeit, die Grenze zu schrillen oder nervigen Sibilanten nicht zu überschreiten.

Bühne
Für einen InEar typische Bühne würde ich sagen – vielleicht etwas weiter als der Durchschnitt. Nichts künstlich aufgeblähtes, aber immer authentisch. Alle Instrumente werden fein getrennt aufgestellt und finden einen definierten Platz im Stereopanorama.

Separation
Der IT01s verfügt über eine sehr gute Instrumental-Separationsfähigkeit und versteht es, bei Bedarf AUCH als Analysewerkzeug zu dienen. Vielspurige Produktionen sind sauber durchhörbar und kein Produktionsdetail entgeht dem aufmerksamen Analysten. Aber – und das ist das Geniale – der IT01s drängt hier seine Fähigkeit nicht in den Vordergrund. Wer das analytische Hören nicht mag, bleibt einfach von der natürlichen und organischen Klangsignatur begeistert und taucht unbeschwert tief in den Musikgenuss hinab.

Isolation
Immer ein Thema der Passform. Der IT01s dichtet bei mir mit den mittleren Tips perfekt ab und somit bietet er mir auch eine sehr gute passive Isolation – selbst unterwegs ist das mehr als ausreichend. Lediglich beim Reisen im Flieger oder in der Bahn hätte ein zusätzliches ANC gewisse Vorteile. Für einen passiven InEar jedoch ist die Isolation – für mich – perfekt.

Vergleich iBasso IT01 vs. IT01s
Logisch, dieser Vergleich drängt sich förmlich auf. Und letztendlich auch die Frage: Ist der Neue das fast doppelte wert?
Bestimmt klingt er nicht „doppelt so gut“. Aber dieses Phänomen kennen wir ja. Für ein bisschen mehr an Klang zahlen wir gern ein Vielfaches. Und jeder muss wissen, wie weit er in diesem Spiel gehen will und finanziell kann – und ob das am Ende für einen selbst Sinn macht.

Im Fall des IT01s kann ich – für mich – ganz klar sagen: Ja, die Rechnung geht auf. Denn auch wenn sich beide InEars recht ähnlich sind, so ist der S von der Abstimmung her doch noch ein Stück weiter in Richtung meines persönlichen Geschmacks. Auch bedingt durch die Musik, die ich höre, gebe ich einem schnellen, separationsstarken und eher neutralen Kopfhörer immer den Vorzug. Und genau in diesen Punkten setzt sich die S-Variante doch recht deutlich vom non-S ab. Was diesen nicht per se zu einem schlechten Hörer macht – auf gar keinen Fall! Für elektronische und basslastige Musik kann der IT01 die bessere Wahl sein!
Für Metal sehe ich allerdings definitiv den ausgeglicheneren und noch geradlinigeren IT01s mit seiner Natürlichkeit und Energie vorne.


Hörbeispiele

Dream Theater – Paralyzed
Eingeleitet von einem räudig-dreckigen Riff, baut sich der Song langsam zu einem Riffmonster auf, welches präzise groovend Fahrt aufnimmt. Die Produktion ist glasklar, druckvoll und wunderbar dynamisch. Der IT01s meistert hier mit Bravour den Spagat zwischen drückenden Bassdrums, pumpenden Basslines und erdigen Gitarrenriffs. Alles ist fein separiert, nix matscht. Der klare Gesang zeigt eindrucksvoll, daß der InEar auch die Mitten und unteren Höhen sauber und natürlich im Griff hat. Obenrum leistet er sich ebenfalls keine Schnitzer: Cymbals und Obertöne kommen sauber und brilliant, ohne schrill zu sein. Ein Klangenuss aus einem Guss!

Overkill – Last man Standing
Yeah! Das Album 2019 bis jetzt kommt von den alten Säcken von Overkill. Was hier wieder an Spielfreude abgefeuert wird, ist eine wahre Wonne. Da kommt pures Thrash-Feeling auf – aber in modernstem Produktionsgewand mit druckvollen Drums und fetten Gitarrensalven. Melodie kommt bei Overkill nie zu kurz – auch dieses Mal nicht. Den typisch dichten Sound separiert der IT01s gekonnt in einzelne Bereiche und Instrumente – so bleibt nix verborgen. Auch bei diesem Stück wird deutlich, wie linear der IT01s eigentlich abgestimmt ist. Kein Bereich spielt sich irgendwie in den Vordergrund, alles ist schon homogen und natürlich zusammengefügt. Interessant: Bei diesem Stück ist mit die Skalierfähigkeit aufgefallen. Ich habe unbewusst immer lauter gedreht und der InEar scheint am CMA400i keine Grenzen zu kennen. Selbst bei definitiv ungesunden Pegeln keine Spur von Verzerrungen oder Übersteuern.

Avril Lavigne – Head Above Water
Nach langer Auszeit meldet sich auch die polarisierende Kanadierin zurück. Dieses mal hat die Musik starken Singer-Songwriter Einschlag. Auch hiermit hat der IT01s null Probleme. Sehr druckvolle Produktion und klarer Frauengesang. Beides wird schön gleichberechtigt als musikalische Einheit wiedergegeben. Untenrum drückt der InEar richtig fein, schon fast körperhaft, während er oben brilliert und der Musik eine kompetente Strahlkraft und Präsenz gibt. Und auch hier wieder: Keine nervigen Sibilanten oder andere nervige Artefakte. Der IT01s zeigt sich überaus ausgewogen und neutral. Genau die Tugenden, die man von möglichst guten Lautsprecherboxen erwartet. Überhaupt: Oft erinnert mich der inEar von der Tonalität her an gute, lineare Standboxen.


Fotos


Fazit

In der Einleitung deutete ich an, daß der IT01 „erwachsen“ geworden sei. Und genau das ist es auch im Grunde. Der IT01S ist einfach viel abgeklärter, macht alles noch einen Tick „besser“ und mit mehr Präzision und Genauigkeit.
Aber: Die Bezeichnung des neuen InEar hat iBasso etwas unglücklich gewählt. Der reine Zusatz eines „s“ suggeriert eine solide Modellpflege – kein neues Modell zum doppelten Preis. Insofern wirkt der saftige Preisaufschlag auf den ersten Blick etwas zu selbstbewusst. Da es sich aber beim IT01s im Grunde aber schon – vom Gehäuse abgesehen – um einen komplett anderen InEar handelt, wäre eine andere Bezeichnung m.M.n. weniger verwirrend gewesen. Den Aufpreis zum IT01 ist der IT01s aber definitiv wert.

Der IT01s führt somit die Philosophie der iBasso InEars weiter: Top Klangqualität weit oberhalb des Preisschildes, tolle Verarbeitung und ein ausgewogener und durchdachter Lieferumfang werden auch diesen InEar zu einem Erfolg machen.


[Werbung] Der iBasso IT01s wurde mir für diesen Test leihweise von NT-Global zur Verfügung gestellt. Vielen Dank, Markus!

iBasso IT01s | Bewertung

9.5

Sound

9.6/10

Verarbeitung

9.5/10

Komfort

9.2/10

Preis-Leistung

9.5/10

Pros

  • Erstklassiger Sound
  • Starke Verarbeitung
  • Tolles sym. Kabel mit Adapter

Cons

  • Nix, ganz ehrlich!
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