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Die Firma iBasso ist mittlerweile eine feste Branchengröße im Bereich der mobilen, digitalen Audioplayer – früher sagte man mal mp3-Player dazu. Und daß sie auch InEars können, haben sie ebenfalls mit Erfolg unter Beweis gestellt. Nach dem hoch gelobten Triple-Hybriden IT03 und dem nicht minder begeisternden Single-Dynamiker IT01 steht nun das neue Flaggschiff bereit: Ein potenter Quad-Driver mit drei BA-Armature und einem dynamischen Treiber. Nachdem mir der IT03 nach wie vor extrem gut gefällt, bin ich umso gespannter auf den IT04. Kann er das Erbe antreten bzw. den sehr guten kleinen Bruder noch toppen?

Der iBasso IT04 wurde mir für diesen Test vom deutschen iBasso Vertrieb NT-Global leihweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!


Der iBasso IT04 Quad Driver InEar

Die chinesische Firma iBasso scheint aktuell einen Lauf zu haben. Nach den allerorten abgefeierten HiRes Digitalplayern DX200 und DX150 sowie den InEars IT01 und IT03 geht die sympatische Company nun noch einen Schritt weiter und bringt den Quad-Driver IT04 zum Preis von aktuell rund 600€ auf den Markt. Wieder handelt es sich um einen „Universal-Fit“ InEar, wieder wird er mit einem hochwertigem Kabel geliefert – dieses Mal liegt sogar das symmetrische iBasso Serienkabel CB12 samt Adapter auf 3.5mm Klinke bei. Dürfen wir uns also wieder über ein neues Preis-Leistungs-Wunder freuen oder geht die Rechnung dieses Mal nicht auf? Immerhin kostet der IT04 rund das Doppelte des IT03.
Der Reihe nach….


Verpackung & Lieferumfang 

Der IT04 kommt in der mittlerweile üblichen Verpackung, bestehend aus dicker Pappe in Form einer Schatulle, eingehüllt in einen bedruckten Pappschuber. Das Ganze ist eher unspektakulär und zweckdienlich – und somit völlig ausreichend. Beim Design der Umverpackung – gerade bei der Farbwahl – hätte man meinem Geschmack nach ruhig etwas offensiver vorgehen können. Rosafarbene Schrift auf beigem Hintergrund….  naja.

Nach dem Öffnen der „Schatulle“ werden die zwei InEars – hochwertigen Manschettenknöpfen gleich – auf einem mit einer samtartigen Oberfläche ausgestatteten Schaumstoff-Formteil präsentiert. Das Kabel plus Adapter und die verschiedenen Aufsätze befinden sich in einer weiteren Schachtel aus etwas dünnerer Pappe. Papierkram wie Garantiekarte, Anleitung und dgl. sind in einem aufgesetzten Pappkuvert an der Innenseite des Deckels untergebracht.

Hier die Übersicht des Lieferumfangs:

  • iBasso IT04
  • Transportdose aus Aluminium
  • Kabel CB12s
  • Adapter von 2,5 mm auf 3,5 mm Klinke
  • Eartips aus Silikon und Schaumstoff

Technische Daten

Für alle die es wirklich interessiert, alle anderen lesen unten weiter….  

  • Treiber: 3BA + 1 DD
  • Frequenzumfang: 5 Hz – 40 kHz
  • Empfindlichkeit: 110 dB (+/- 2dB)
  • Impedanz: 16 Ω
  • Kabellänge: 1,2 Meter
  • Gewicht: 13 Gramm (ohne Kabel)
  • Farbe: Schwarz mit Carbon-Inlay
  • Konnektivität: 2,5 mm TRRS (3,5 mm-Adapter im Lieferumfang

[Quelle: ibasso.de]


Verarbeitung & Design

Es deutete sich ja bereits bei den Vorgängern an: Sowohl Verarbeitungsqualität als auch Optik und Haptik bewegen sich auf sehr hohem Niveau. Das Basismaterial aus schwarz-glänzendem Kunststoff ist identisch mit dem des IT03.

Den IT04 gibt es in zwei verschiedenen Varianten: Er ist in Silber und Blau-Schwarz erhältlich. Wobei sich die Farbbezeichnung lediglich auf die Ausführung der Faceplates bezieht, das Gehäuse selbst ist bei beiden Ausführungen gleichermaßen schwarz. Die Designs haben eine Art Carbongeflecht-Optik, welche kombiniert mit einem changierenden 3D-Effekt gekonnt mit dem Lichteinfall spielt.
Die Blau-Schwarze Variante gefällt mir persönlich dabei deutlich besser, da hier der Übergang von Faceplate zu Gehäuse weniger hart ist und diese mit dem Gehäuse optisch eine Einheit bildet. Bei der silbernen Variante wirkt es mir zu hart abgegrenzt und somit etwas aufgesetzt – was aber wie immer Geschmacksache ist.

Die Schallröhrchen sind mit einem metallenen Schutzgeflecht vor dem Eindringen von Fremdkörpern Ohrenschmalz geschützt. 
Die MMCX Anschlüsse sitzen sauber in den Gehäusen. Die Stecker rasten geschmeidig ein und sitzen dann nicht drehbar fest und sicher verbunden.

Kabel
Bei dem beigefügten Kabel handelt es sich um das symmetrische Modell CB12 mit 2.5mm Klinke und MMCX-Anschlüssen aus dem regulären Zubehörsortiment von iBasso. Das silberbesschichtete OFC Kabel besteht aus 8 Adern und ist angenehm flexibel und sauber verarbeitet. Lediglich etwas länger dürfte es sein. Am meinem Schreibtisch – angeschlossen am etwas seitlich stehenden Questyle CMA400i – ist die Länge schon grenzwertig. Das Kabel verfügt – ich begrüße das sehr! – über keine Versteifung im Bereich um das Ohr. Löblich finde ich, daß iBasso auch gleich ein kurzes Adapterkabel für den Anschluss an eine normale 3.5mm Klinke mitliefert. So ist das Kabel bei Bedarf flexibel einsetzbar und wirkt trotzdem wie aus einem Guss.

Dose
War die Ledertasche des IT03 m.M.n. noch völlig unbrauchbar (zu klein, zu häßlich), so hat mir die kleine Dose beim IT01 schon besser gefallen.
Dem IT04 liegt nun wieder eine Dose bei, nur diese Mal ist sie größer, die Übergänge von Grund- zu Mantelfläche sind rechtwinklig und die Oberfläche ist matt-anthrazitfarben mit eingraviertem, silbernen iBasso Schriftzug. Die Flächen sind absolut plan, die Dose „saugt“ sich regelrecht an glatten Oberflächen fest.
Edel finde ich auch den verschraubten Deckel. Das Gewinde ist sauber geschnitten und der Deckel lässt sich geschmeidig auf- und zuschrauben. 
Die Dose ist an Boden und Deckel mit einem samtartigen Stoff ausgekleidet und bietet genug Stauraum für IT04 samt Kabel und Adapterkabel. Selbst bei Verwendung des noch hochwertigeren und dickeren Edelkabels iBasso CB13 ist noch genug Platz.


Tragekomfort & Handling

Die IT04 sind zwar universell – sprich: sie sollten den meisten Ohren gut passen – haben aber eine doch recht deutlich anatomische Ausformung und erinnern stark an individuell angefertigte CIEM (Custom In Ear Monitor). Leider fallen sie etwas größer aus als beim IT03.  Damit kommen sie nicht an den fantastischen Sitz der IT03 heran. Trotzdem ist die Passform mit den mittleren Silikontips noch sehr gut und sorgt für den optimalen Seal, welcher bei InEars ja immer wichtig ist, damit das volle Klangspektrum – gerade im Bassbereich – erreicht werden kann..

Das Einsetzen der InEars ist kit ein bisschen Übung schnell erledigt, das höchst flexible Kabel schmiegt sich perfekt um das Ohr und der Seal ist bei mir perfekt.


Klang

Logo, das ist natürlich der wichtigste Part eines Kopfhörer-Tests. Aber bevor ich fortfahre, möchte ich eine kurze Definition vorwegschicken:

Wenn ich das nominalisierte Adjektiv „der/die/das Beste“ verwende, dann heißt das ganz subjektiv, daß ich von einer mir verfügbaren Version einer Sache spreche, die für mich das aktuell Beste darstellt.
Also: Rein subjektiv, aus dem Bauch, nach Geschmack. Keine Messkurven, technischen Daten und anderer Kram. Klangwahrnehmung ist subjektiv, und von unzähligen Faktoren, Vorlieben und Stimmungen abhängig. 

Da dies nun geklärt ist:

Der iBasso IT04 ist schlicht der beste InEar aller bis dato von mir gehörten InEars.

Reicht euch nicht? Zu emotional?
Okay, ich versuche es gleich mal etwas nüchterner und detaillierter zu beschreiben… Ach ja, meine Klangeindrücke habe ich sowohl am Questyle CMA400i als auch am iBasso DX200 symmetrisch angeschlossen gewonnen. 

Mit dem hybriden Ansatz, d.h. der Kombination von verschiedenen Treiberprinzipien, verfolgt der IT04 ein aktuell sehr angesagtes Konzept. Logo, bietet diese Variante auch das Beste aus beiden Welten. Die detaillierte und klar differenzierende Auflösung von BA-Treibern mit dem Druck und der organischen Natürlichkeit eines dynamischen Treiber.

Im Falle des iBasso IT04 verfügt der dynamische Treiber über eine Membran aus Graphen, was ihn leicht macht und aufgrund des Materials eine hohe Festigkeit spendiert. Diese führt zu einem schnellen Ansprechverhalten, was wiederum bei der Wiedergabe von Schlaginstrumenten zu wunderbar knackigem Attack und speziell bei Bassdrums zu einem fetten Punch führt.
Aber nicht nur das: Aufgrund der Festigkeit gibt es kaum Verzerrungen, und so sind die tiefen Töne ebenso beeindruckend texturiert und authentisch wie mitreißend musikalisch und natürlich.

Bei der Wahl der Balanced-Armature Treiber hat man sich für Treiber von Knowles entschieden. Insgesamt drei dieser Treiber kümmern sich um die Höhen, die mittleren Höhen und die Mitten. Die Abstimmung der verschiedenen Systeme aufeinander ist beim IT04 sehr gut gelungen. Alle Frequenzbereiche gehen ansatzlos ineinander über und bilden so klanglich eine stabile Einheit. Damit bietet der InEar eine faszinierende Tonalität und Klangeigenschaften, denen man sich nur schwer entziehen kann.

  • Der IT04 ist neutral, aber nicht langweilig. Ich sage mal „spaßorientiert-natürlich“
  • Er ist kein Bassmonster!
  • Er hat einen fantastischen organischen Bass mit Punch, Druck und schnellem Attack
  • Er besitzt lebendige, musikalische Mitten 
  • Er ist brilliant und klar, aber nicht schrill oder anstrengend
  • Er verfügt über eine unglaubliche Transparenz und Separationsfähigkeit

Die Frequenzbereiche im Einzelnen:

Bass
Der Bass ist neutral im Sinne von quantitativ zurückhaltend und nicht übertrieben. Quantitativ hingegen spielt der IT04 Bass auf allerhöchstem Niveau.
Bassrums sind schnell, haben Attack und Punch, klingen organisch natürlich und machen fast schon süchtig. Ich habe meine Musiksammlung abseits der üblichen Teststücke stundenlang durchgeshuffelt und habe nicht einen einzigen Titel gefunden, den der IT04 im Bass bzw. im gesamten Bereich der Schlag- und Percussionsinstrumente nicht herausragend reproduziert hätte. 

Mitten
Auch im Reich des Gesangs und der Stromgitarren leistet sich der IT04 keine Schwächen. Die Mitten fügen sich perfekt harmonisch zwischen Tiefen und Höhen ein und sorgen so für einen fließenden Übergang. Es ist ein Genuss, sich von fetten und saftigen Gitarrenriffs im Verbund mit knallenden Drums und groovenden Basslines zum Headbangen verleiten zu lassen.
Und sanfte Töne? Klar, kann er auch. Die Stimmreproduktion ist immer organisch und farbenfroh, präsent und klar.  

Höhen
Die Höhenabstimmung ist iBasso beim IT04 vorzüglich gelungen: Weich und angenehm durchzuhören, aber gleichzeitig hochpräzise und wunderbar strahlend und bei Bedarf sogar hochexplosiv. Das muss man gehört haben! Hier ist pure, aber gut kontrollierte Energie am Werk. Der InEar qualifiziert sich auch nicht zuletzt aufgrund dieser Eigenschaft als absoluter Rocker, denn noch nie habe ich Cymbals mit solch einer kontrollierten und echten Klangwiedergabe über InEars gehört. Man spürt förmlich, wie das Metall durch seine Vibration die Schallwellen zum Hörplatz schickt. Details, Details, Details. 
Selbst eigene, extrem gut bekannte Aufnahmen, hören sich wie damals in der Studio-Abhöre an…

Bühne
Bei der Bühnenstaffelung unterstreicht der IT04 seinen speziellen „Live“-Charakter. Die Bühne ist nicht riesig oder künstlich aufgebläht, vielmehr wird sie einer echten Liveshow gerecht. Klar, man weiß ja nie wie groß sich der Mensch im Studio die Bühne so vorgestellt hat oder wie groß eine Bühne in Wirklichkeit so gewünscht war bei der Aufnahme. Denn am Ende hat ja eh jeder Musiker in seiner kleinen Zelle vor sich hingespielt und die Spuren wurden erst beim Mix im Stereopanorama verteilt.
Was aber auffällt ist, daß neben der guten Instrumenten-Separation und der virtuellen, räumlichen Komponente wieder der Eindruck einer energiegeladenen Liveshow entsteht. In Verbindung mit der tollen Separation habe ich stellenweise wirklich nicht glauben wollen, daß ich einen INEAR im Ohr stecken hatte und keinen offenen Kopfhörer auf dem Kopf.

Separation
Hammer! Die Separationsfähigkeit ist wirklich auf exzellentem Niveau. Alles, aber auch alles, ist fein säuberlich und detailliert nachzuvollziehen. Das Schöne: Es drängt sich nicht auf, so daß Musik Musik bleiben darf und mehr ist als die Summe der einzelnen Instrumente. Aber – und das ist genial – wenn man drauf achten möchte, bietet der 04 die Möglichkeit, sich ganz selektiv auf ein einzelnes Instrument zu konzentrieren und dies akribisch zu verfolgen.

Isolation
Mit perfektem Sitz gibt es perfekten Seal und damit perfekte passive Geräuschisolation. Obwohl der IT04 bei mir nicht 100% perfekt sitzt, ist der Seal trotzdem sehr gut und auch bestens geeignet, diversen Umgebungslärm unterwegs abzuschirmen. Als Reisekopfhörer nutze ich allerdings trotzdem lieber einen Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, z.B. den Sennheiser Momentum Wireless.


Zuspieler

Auch wenn der IT04 den symmetrischen Betrieb an entsprechend leistungsfähigen Kopfhörerverstärkern und DAP – wie dem iBasso DX200 oder auch dem neuen DX120 (bald hier im Test!) – mit nochmals erhöhter Autorität, Detailauflösung und Separation dankt, so spielt er aufgrund seiner Empfindlichkeit selbst an leistungsschwachen Smartphones (aktuell bei mir: iPhone 6S Plus) absolut überzeugend und mit mehr als ausreichender Lautstärke.

Die Kombination mit einem iBasso Player macht den IT04 dann aber zu einem wirklichen Erlebnis. Am DX200 ergibt sich so eine Traumkombi, die keine Wünsche mehr offen lässt. Mobil oder semi-mobil auf der Terrasse: Viel besser kann eine Mobile Kombination wohl nicht sein. Die Leistungsfähigkeit der symmetrischen Endstufen im DX200 treiben den IT04 wirklich zu Höchstleistungen an und ich finde, daß er sogar noch besser klingt als an meinem stationären Questyle. 

iBasso DX200, IT04 und CB13

iBasso IT04 vs. iBasso IT03

Den IT03 zu toppen ist gar keine leichte Aufgabe, macht er doch schon fast alles richtig und eines sogar besser als sein großer Bruder. Fangen wir doch gleich damit an: Komfortmäßig hat der 3er die Nase vorn. Er sitzt bei mir im Grunde fast so perfekt wie ein CIEM. Aufgrund der vergrößerten Gehäuse hat der Nachfolger hier das Nachsehen.

In allen anderen Aspekten muss sich der IT03 aber gegen den IT04 geschlagen geben – wobei wir hier wieder bei der Geschmacksfrage wären. Der 03 hat eine ausgeprägtere Badewannen-Charakteristik, betont also sowohl die Höhen als auch die Bässe etwas mehr als der 04. Das haucht ihm tonal etwas mehr Wärme im Grundton ein. Der 04 ist insgesamt ausgeglichener, weniger warm, hat eine weniger ausgeprägte Bassbetonung, dafür aber den deutlich „besseren“ Bass: Mehr Kontur und Attack, mehr Druck und eine präzisere Detailwiedergabe.
Von den Höhen gleichen sich beide Hörer im Grunde, wobei der 04 trotz Brillianz und Feinauflösung der angenehmere der Beiden ist. 


Kabel: iBasso CB12 vs. iBasso CB13

Bis dato bin ich ja ein überzeugter Anhänger der Anti-Kabelklang Fraktion. Und als ich das nochmals dickere CB13 Kabel von iBasso am IT04 testweise angeschlossen habe, erwartete ich keinen großen Effekt. Und doch wurde ich plötzlich stutzig. Irgendwie hatte ich den Eindruck, daß der IT04 nun weniger impulsiv und energisch klang. Kann das sein?
Ich erhoffte mir die ultimative Kombination mit dem teureren Kabel, aber dem ist nicht so. Nach einigen hin- und hertauschen bin ich mir sicher, daß iBasso mit dem CB12 die absolut richtige Wahl getroffen hat. Für den IT04 ist diese Kombination goldrichtig!


Hörbeispiele

Obscura – Clandestine Stars
Pfeilschnelle Double-Bassdrum Attacken erfordern ein sauberes und schnelles Ansprechverhalten, damit die einzelnen „Einschläge“ sauber akzentuiert wiedergegeben können. Bestes Beispiel ist dieser Song vom Album Diluvium der deutschen Technical-Deather Obscura. Perfektes Futter für den IT04 also, der mit dieser Übung noch unterfordert scheint und die knallharten Double-Bassdrum Salven mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks ins Ohr ballert – wo sie dankbar aufgenommen werden um in den Synapsen des Hörers ein Feuerwerk der guten Laune zu entfachen. Die perfekte Instrumentenseparation lässt darüber hinaus stets einen selektiven Hör-Focus auf einzelne Instrumente zu.  
 

Slayer – Behind  the Crooked Cross
Ein Album von 1999 – also aus jenes Zeit, in der der sogenannte „Loudness-War“ noch keine große Rolle spielt. Umso interessanter ist es immer zu sehen, wie solche Produktionen auch heute noch funktionieren. Der IT04 macht auch hier alles richtig: Alles kling irgendwie „echt“ und „ehrlich“. Mach die Augen zu und Du stehst headbangend vor der Bühne. Hier „knallt“ der iBasso nicht übermäßig, hier überzeugt er mit der rohen und natürlichen Energie, welche Slayer als Liveband immer ausgezeichnet hat.

Little Steven – I Saw The Light
Tausendsassa Little Steven – als Bruce Springsteen-Sidekick und Mafioso Silvio Dante in der TV Serie „Sopranos“ wohlbekannt – überzeugt auch solo noch immer mit einem mitreißenden Mix aus Rock und Blues. Was die Musik ausmacht und wovon sie lebt, ist eine natürliche Spielfreude – welche sich binnern kurzer Zeit auf den Hörer überträgt. Das ist einfach Musik für den ganzen Körper und die Seele. Ach ja, was hat der IT04 damit zu tun? Schließlich ist das hier ein InEar Test. Nun, er bringt das alles mit seiner ausgeglichenen und Harmonischen Art genauso rüber, daß der Funke überspringt und der Fuß nicht ruhig bleiben kann: Direkt, Klar, Authentisch und MEGA-Groovig!

Savatage – This Is The Time
Ja, so klang Heavy Metal in den 90ern. Und ich liebe das noch immer – da gab es noch Dynamik! Und Savatage wird immer eine meiner absoluten Lieblingsbands bleiben. Und die göttliche Hyme „This is the Time“ ist unsterblich. Hier gibt es keine knatternden Pro-Tools Drums, hier ist alles echt. Echtes Klavier, echte Drums, echte Feelings, echte Musik. Und was soll ich sagen: Der IT04 schafft mit seiner Präsenz und Klarheit eine wirkliche, echte Gänsehaut-Atmosphäre. Wem es im Refrain nicht kalt den Rücken runterläuft, der…  na, lassen wir das.
Soviel sei gesagt: Ich habe mal eben das ganze Album mit dem iBasso hören müssen…


Mit seiner liveartigen und energiegeladen Spielfreude ist der IT04 ein perfekter InEar für krachenden Rock & Metal. Ihn darauf zu reduzieren wäre aber falsch, schließlich beherrscht er ebenso brilliant auch alle anderen von mir getesteten Genres. Egal ob, Jazz, Blues, Klassik, Rock oder Metal – der IT04 meistert sie alle und zaubert dem Hörer immer ein Grinsen ins Gesicht.


Fotos

 


Fazit

Soviel Superlative und Lobeshymnen, soviel Begeisterung und Schwärmerei… kann das sein oder bin ich ein Opfer des „New Toy Syndrome“ geworden, wo man alles Neue glorifiziert?
Ich denke ich kann letzteres ausschließen, denn mittlerweile habe ich den IT04 bereits einige Wochen im Einsatz und auch gegen verschiedene andere InEar antreten lassen.

Der IT04 empfiehlt sich mit einem für mich perfekten, mitreißenden Sound, einer tollen Passform, gepaart mit einwandfreier Verarbeitungsqualität und einem erstklassigen Kabel. Wer einen neutral/ausgeglichenen InEar mit ganz leicht spaßiger, druckvoller und energischer Abstimmung mit hoher Detailpräzision sucht: Gefunden! 

Klartext: Unter 1.000€ dürfte es schwer werden, ein „besseres“ Gesamtpaket zu finden.
Dieser InEar hat deutlichen Endspiel-Charakter – Klang: Höchstpunktzahl!


Der iBasso IT04 wurde mir für diesen Test vom deutschen iBasso Vertrieb leihweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

iBasso IT04 Quad Driver InEar | Bewertung

9.5

Sound

10.0/10

Verarbeitung

9.5/10

Tragekomfort

9.0/10

Preis/Leistung

9.5/10

Pros

  • Referenzklang
  • Verarbeitungsqualität
  • Erstklassiges Kabel
  • Transportdose

Cons

  • Kabel etwas kurz
  • Große Gehäuse