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iBasso DX170 | Testbericht

Der iBasso DX170 tritt die Nachfolge des beliebten iBasso DX160 an. Das Mittelklasse-Segment von iBasso ist bekannt für sein extrem gutes Preis-Leistungsverhältnis. Nachdem der iBasso DX160 im allgemeinen Chipmangel 2020 / 2021 still von der Bildfläche verschwunden ist taucht jetzt wie Phoenix aus der Asche der iBasso DX170 auf. Handelt es sich dabei um eine Innovation, Modellpflege oder werden lieferbare Komponenten unter neuem Namen zusammengestellt? Findet es hier raus!


[Werbung] Der iBasso DX170 wurde mir von NT-Global für diesen Test leihweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Allgemeine Beschreibung & Rückblick in die Vergangenheit

„Etched curved frosted back cover“ lautet die Beschreibung der neu designten Gehäuserückseite

Der beliebte iBasso DX160 war für mich der Augenöffner. Auf einem erschwinglichen Preisniveau habe ich den perfekten Einstiegs-DAP gefunden – den ich noch immer besitze und häufig nutze. Markus schwärmte schon damals ausgiebig. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten des Displays musste iBasso den Lieferant wechseln und hat in dem Zusammenhang kleine Optimierungen in einen iBasso DX160 „Version 2020“ einfließen lassen. Während Covid-19 und ein Brand bei einem relevanten Chiphersteller die weltweite Versorgung von Halbleitern auf den Kopf stellte ist der DX160 einen stillen Tod gestorben. „Discontinued“ lautet das Statement bei iBasso auf der Webseite. Bis jetzt gab es von iBasso kein Produkt im Einsteiger-Markt. Für mich war das erst mal kein Ding, denn schließlich halte ich das gute Stück ja in den Händen. Leider hat sich jedoch insbesondere mit den Firmware-Updates 1.07 und 1.08 und den damit eingeführten Updates im iBasso Mango Player 3.2.1 ein Performance Problem ergeben. Im aktuellen Mango Player kommt die Hardware offensichtlich nicht mehr hinterher. Scrollen und Navigieren im Schneckentempo wurden alltäglich. Möglichweise ist die Hardware des DX160 nicht mehr der neuen Software gewachsen. Das Firmware Update auf 1.09 hat minimale Verbesserungen gebracht, aber insgesamt noch so unbefriedigend, dass ich den kleinen Allrounder zunehmender in der Ecke liegen lasse und mich schon nach einer Ablösung umschaue. Und was könnte da besser passen als der direkte Nachfolger? So liegt nun ein iBasso DX170 vor mir, der seinem Vorgänger sehr ähnelt aber doch an verschiedenen Punkten willkommene Updates erfahren hat.

Links DX170 in grau, rechts DX160 in schwarz

Lieferumfang und Verpackung

Die Verpackung ist vom Vorgänger bekannt: Aufklappbox in einem Pappschuber. Der iBasso DX170 ruht auf einer Schaumstoffunterlage, darunter befindet sich das Zubehör. Alles in allem findet man folgenden Lieferumfang:

  • iBasso DX170
  • zwei Displayschutzfolien
  • textilummanteltes USB-C Kabel
  • transparente Silikonhülle
  • Papierkram
Lieferumfang

Technische Daten

Zum Zeitpunkt dieses Reviews waren bei iBasso.com keine technischen Details veröffentlich, ich schreibe deshalb vom deutschen Distributor NT-Global ab.

  • DAC: Cirrus Logic Dual CS43131 DAC
  • Prozessor: RockChip RK3566 Quad-Core-SoC
  • Betriebssystem: Android 11
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Speicher: 32 GB + Micro-SD-Kartensteckplatz
  • Display: 5″ 1080P Full HD Sharp On Cell-Touchscreen
  • WLAN: 2,4 & 5 GHz (b/g/n/ac) mit WiFi6-Unterstützung
  • Bluetooth: BT 5.0 mit LDAC- und aptX-Ausgang
  • USB: 3.0
  • MQA-Entfaltung: bis zu 8x
  • Ausgangsanschlüsse: 3,5 mm unsymmetrischer und 4,4 mm symmetrischer Ausgang
  • Ausgangsleistung: 3,2 Veff (3,5 mm SE), 6,4 Veff (4,4 mm symmetrisch)
  • THD+N: 0,0004 % (3,5 mm SE), 0,0022 % (4,4 mm symmetrisch)
  • SNR: 125 dB (3,5 mm SE), 130 dB (4,4 mm symmetrisch)
  • Frequenzgang: 10 Hz – 40 kHz ± -0,15 dB (3,5 mm SE & 4,4 mm symmetrisch)
  • Batteriekapazität: 3200 mAh 3,8 V
  • Wiedergabezeit: bis zu 11 Stunden
  • Abmessungen: 124,5 mm x 70 mm x 15 mm
  • Gewicht: 165 Gramm

 [Quelle: hifi-passion.de]


Features

Alles neu beim iBasso DX170? Im Endeffekt ja. Leistungsstarke Hardware und aktuelle Software befindet sich im bekannten Kleid – aber auch das hat sich an ein paar unscheinbaren Ecken verändert.

DAC

Wie beim Vorgänger kommt ein Chip von Cirrus Logic zum Einsatz. Der doppelt vorhandene CS43131 ist das aktuelle Modell und kann alle gängigen Formate wandeln. Da bleiben keine Wünsche offen.

RAM, ROM und CPU

Die Größen von Arbeits- und internem Speicher sind gleich geblieben: 2 GB RAM, 32 GB ROM. Den größten Sprung hat iBasso mit dem aktuellen SoC von Rockchip gemacht. Der RK3566 ist ein 4-Kern-Prozessor, der für einen ruckfreien Betrieb des User-Interface sorgt. Wie ich anfangs berichtet habe hat mich genau das am iBasso DX160 zuletzt gestört. Hier nun das willkommene Upgrade!

Display

Das 5-Zoll-Display von SHARP kann 1080p auflösen und hat eine hervorragende Qualität, was ich schon beim iBasso DX160 lieben gelernt habe.

Bluetooth & WLAN & sonstige Konnektivität

Der iBasso DX170 kann praktisch alles was heutzutage zum Standard gehört – wie bereits der Vorgänger auch. Einzige Neuigkeit in dem Zusammenhang ist die Kompatibilität mit dem aktuellen Wi-Fi 6.

Betriebssystem

Auf dem iBasso DX170 läuft Android 11. Wie bisher von iBasso gewöhnt ist das Betriebssystem offen und man kann zusätzliche Features (Apps, Streamingdienste, etc.) installieren. Die eingesetzte Hardware lässt das Betriebssystem sehr flüssig laufen. Das aus den höherpreisigen iBasso Produkten bekannt Mango OS als reines Betriebssystem für den Musikgenuss findet man hier nicht.

Soundtuning

Der 10-Band Equalizer mit fünf Presets (Classic, Pop, Dance, Rock, ACG) gefällt mir sehr gut. Besonders gut finde ich auch das Vorhandensein des Parametrischen Equalizers. Mit insgesamt sechs Stützstellen kann man sehr feine Eingriffe in das Klangbild machen. Ich habe früher viel damit ausprobiert behalte die Equalizer in der Zwischenzeit jedoch meistens aus.

Akku

Bzgl. des Akkus hat sich etwas Entscheidendes was getan. Weniger in der Laufzeit an sich – aber im Ladungsverlust bei Nichtbenutzung. Der iBasso DX160 quittiert in der Nachttischschublade innerhalb von wenigen Tagen (2-3) schon vollständig entladen den Dienst. Den iBasso DX170 kann jedoch schon mal sieben bis zehn Tage ohne Frischzellenkur verweilen lassen.


Design und Verarbeitung

Alles beim Alten würde ich sagen. Größe, Form und Gewicht sind wie bereits vom iBasso DX160 bekannt. Neuerungen findet man jedoch an den folgenden Stellen. Der Lautstärkeregler ist aus Edelstrahl statt aus Aluminium. Der Ein- und Ausschalter ist nicht mehr separat sondern in das Lautstärkerad integriert. Die Gehäuserückseite ist jetzt aus einem matten Material, das ich nicht identifizieren kann, aber ich vermute einen Kunststoff. Beim iBasso DX160 war das noch aus Glas und sehr empfindlich für Fingerabdrücke und ich hatte immer Angst diesen Teil des Gehäuses zu beschädigen oder zu verkratzen. Insgesamt liegt der iBasso DX170 sehr gut in der Hand und dank der neuen Gehäuserückseite würde ich mich auch trauen den Player ohne Silikonhülle zu verwenden. Denn die transparente Hülle wird vermutlich – wie bereits vom Vorgänger – mit der Zeit vergilben.

Der Edelstahl-Laustärkeregeler

Klangqualität

In guter Tradition setzt der iBasso DX170 das fort, was bereit der Vorgänger beherrschte. Er erzeugt ein sehr ausgewogenes Klangbild und beherrscht eigentlich jedes Genre, das ich angespielt habe vorbildlich. Wenn man überhaupt etwas aussetzen möchte dann ggf. das der iBasso DX170 (wie auch sein Vorgänger) in Punkto Separation und Transparenz mit DAPs mit ESS Chip nicht ganz mithalten kann. Das ist aber wirklich meckern auf hohem Niveau. Bei all den Ähnlichkeiten mit dem Vorgang gibt es jedoch tatsächlich noch eine zentrale Verbesserung die mir besonders gut gefallen hat. Der iBasso DX170 bringt mehr Energie bei den Bässen mit! Da ist jetzt eine Schippe mehr Dampf dahinter und das geht auch nicht auf die Kosten der Mitten.


Fotos


Fazit

Same same but different. Der iBasso DX170 füllt die Lücke die durch die Einstellung des DX160 entstanden ist wieder aus. Trotz neuer Hardware, neuer Software und einem Materialupdate bleibt das Preisniveau von 399 € bestehen. Für mich ist der hervorragend klingenden Mittelklasse-DAP ein absolutes must-have. 

iBasso DX170

9.4

Sound

9.5/10

Verarbeitung

9.5/10

Bedienung / Funktionen

9.5/10

Preis / Leistung

9.0/10

Pros

  • Hervorragende Klangqualität
  • Viel Energie in den Bässen
  • Flüssiges User Interface

Cons

  • Keine