Habt ihr jemals von der Marke THIEAUDIO oder dem THIEAUDIO Monarch gehört? Nein? Dann wird sich das nun ändern!

Es gibt Single Driver, Multi Driver, Hybrid und was kommt nach Hybrid? Richtig, der Tribrid… THIEAUDIO hat mit der neuen Sparte ihrer InEars einen absoluten Volltreffer gelandet. In China und in den USA werden die Tribriden bereits länger gehypt, nur in Europa sind sie noch eher unbekannt. Das möchte ich nun ändern und Euch das aktuelle Flaggschiff vorstellen.

Ist der Hype gerechtfertigt oder doch eher nur ein Hirngespinst? Lest selbst…


[Werbung] Obwohl ich den THIEAUDIO Monarch regulär gekauft habe, sei an dieser Stelle der Hinweis erlaubt.


THIEAUDIO

Zu aller erst möchte ich Euch die Marke selbst kurz vorstellen.

THIEAUDIO ist die Eigenmarke des internationalen Audioshops Linsoul. Nachdem Linsoul mehrere Jahre Marken wie Topping, FiiO, KZ, Dunu, Tin HiFi und Co. vertrieben hat, kam 2019 der Entschluss eigene Kopfhörer zu produzieren und zu vertreiben. Alles begann mit der Legacy (Hybrid) und Voyager (Multi-BA) Reihe, die bereits großes Lob und Erfolge bescherte.

Mit den Tribrid Modellen Oracle, Excalibur, Clairvoyance und dem Monarch läuten sie nun eine evtl. neue Ära und eine ganz neue Art der InEars ein. Darauf werde ich nun eingehen!


Der THIEAUDIO Monarch

Der THIEAUDIO Monarch kitzelte und reizte mich bereits schon etwas länger. Nachdem leider keine Zusammenarbeit mit THIEAUDIO zustande gekommen ist, habe ich nach etwas Zögern den Monarch aus China bestellt. Die meisten werden jetzt die Hände vor dem Kopf werfen und sagen „Was??? Ein Blindkauf? Und dann auch noch aus China? Wie blöd muss man sein?“. Ich gebe zu, diese Gedanken hatte ich Anfangs ebenfalls. Aber die Neugierde war nach einigen Tests und Berichten bei Head-Fi und anderen Reviewern einfach zu groß. Ich wurde schwach und…. bereue den Kauf in keiner Weise!

Ich erwähnte bereits dass es sich beim Monarch um das Flaggschiff der Reihe handelt. Neben dem Clairvoyance ist der Monarch der zweite Signature InEar und hebt sich allen Anschein nach von dem Rest etwas ab. Hier kommen nun drei Arten von Treibern zum Einsatz:

THIEAUDIO wählte für den Hochton zwei elektrostatische Treiber der dänischen Marke Sonion, ein paar der 6 BA Treiber von Knowles sorgen für die Mitten und auch in den Tiefen kommen neben dem 10mm dynamischen Treiber, BA Treiber zum Einsatz. Wie diese Aufteilung nun exakt ist, kann ich leider nicht sagen. Auch Ich habe nach einer Auflistung gesucht, jedoch ohne Erfolg.

Als Bauart wurde eine 4 Wege Passiv Crossover Schaltung mit vier Schallbohrungen gewählt. Was dass nun genau bedeutet? Ich habe nicht den geringsten Schimmer. Klingt aber sehr spannend und durchgetüftelt. Meint ihr nicht auch?

Ihr merkt schon, dass beim Monarch kein Billig-Schrott implementiert wurde, sondern wirklich namhafte Treiber und Marken einziehen durften. Das erklärt auch den Preis, denn mit 729$ ist er kein Leichtgewicht und hebt sich auch hier etwas von der Masse ab. „Ohje… 729$ für einen No Name InEar aus China?“ Wartet den Test ab. Vielleicht kann ich Euch ja noch umstimmen!


Lieferumfang & Verpackung

Das Unboxing des THIEAUDIO Monarch hat mich etwas überrascht. Selbst die Umverpackung kommt recht simpel daher. Muss eine Verpackung groß auftrumpfen? Ich finde nicht! Die schwarze Pappschachtel präsentiert sich sehr schlicht und dezent. Neben der Marke „THIEAUDIO“ auf der Front befindet sich noch ein Aufkleber auf der Seite, der den Artikel der Schachtel verrät. Mit einem Goldstift wurde hier von Hand der Inhalt und die Seriennummer notiert.

Die Pappschachtel hat einen Klappdeckel der fest mit zwei Magneten verschlossen bleibt. Der Deckel wurde mit Schaumstoff beklebt um den Lieferumfang vor Schütteln und vor Beschädigungen zu schützen, denn der Versand von China quer um die Welt kann sich als schwierig und unvorsichtig erweisen. Das schöne transparente Hardcase wurde in einem festen Schaumstoff gebettet und ein Microfasertuch mit der Prägung des Herstellers versperrt uns noch den Blick auf die Hörer selbst.

Da sind sie nun… Die schön glänzenden InEars haben wie das Case einen festen Platz. Anders als bei FiiO und Co wurde hier auf eine große zur Schaustellung verzichtet. Dem einen kommt es ernüchternd vor, dem anderen aber evtl. elegant und stilvoll. Zu wem gehört ihr?

Das Silberkabel wurde bereits an den Hörern montiert und versteckt sich unterhalb des Schaumstoffs. Der Lieferumfang befindet sich in dem Hardcase um dieses auch vor Schäden zu schützen. Viel kann da ja nicht drinnen sein. Genau so ist es!

Auch wenn ich als Favorit den 4,4mm Pentaconn Stecker bevorzuge, habe ich mich für das 2,5mm Kabel entschieden. Den Grund seht ihr hier. Beim 2,5mm Kabel liegen nämlich zwei Adapter bei. Einer auf 3,5mm Klinke und einer auf 4,4mm Pentaconn.

Des weiteren liegen zwei Tüten mit Tips und ein Nylonband für das Case bei. Beim Lieferumfang hat mich eins stark verwundert, denn es befindet sich nur ein Paar Silkontips von Spinfit darin und sonst nur noch mehrere Foam Tips. Ich weiß ja nicht wie es Euch geht, aber ich bevorzuge bei meinen InEars die Silkon Tips. THIEAUDIO wird sich vermutlich was dabei gedacht haben. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass nur ich den Lieferumfang so erhalten habe.

Der Lieferumfang im Detail

  • THIEAUDIO Monarch
  • Litz 5N OCC 100 Wire x 4 Core Silver Plated Kabel
  • bei 2,5mm Kabel: Adpater von 2,5mm auf 3,5mm und 4,4mm
  • 1 Paar Spinfit Silikon Tips, Größe M
  • drei Paar Foam Tips: S, M und L
  • Nylonband für Case
  • Hardcase

Technische Daten

THIEAUDIO hält sich etwas bedeckt wenn es um nähere Infos zu ihren Produkten geht. Viel habe ich nicht finden können. Aber was ich gefunden habe, möchte Ich euch nicht vorenthalten.

  • Total Number of Drivers: Electrostatic Tribrid In-Ear Monitor with 1 Dynamic Driver + 6 Balanced Armature Drivers + 2 Electrostatic Drivers
  • Connector: 0.78mm 2PIN
  • Impedance: 26 Ohm
  • Sensitivity: 112db at 1KHZ

Das waren auch schon die gefundenen Daten

[Quelle: Linsoul.com]


Design & Verarbeitung

Das Design haut einen wahrlich um. Ich gebe zu, dass ich einen so schönen InEar noch nie in meinen Händen halten durfte. Nicht desto trotz beginnen wir mit dem…

Kabel

Ich war überrascht als ich das Kabel das erste mal gesehen habe. Die Flechtung ist eher eine Drehung des Kabels. Es erinnert mich stark an ein Bowdenzug meines Mountainbikes oder an ein Drahtseil, jedoch viel dicker als der Bowdenzug. Als Material wurde hier ein OCC versilbertes Kupferkabel verwendet und mit einer klaren Außenhülle überzogen. Allein dieses silberne Schimmern lenkt Blicke auf sich und strotzt vor Eleganz.

Die Hüllen der vergoldeten 2 Pin Stecker wurden wie jedes andere metallische Teil des Kabels aus Aluminium gefertigt. Der Kunststoffansatz der Stecker verraten durch die rote Farbe die Rechte Seite. Ein kleiner blauer Punkt und die Form der Earhooks geben Indiz darauf, wie das Kabel eingesteckt werden muss.

Auf einen Chinslider und einem kleinen Branding am Klinkenstecker wird ebenfalls nicht verzichtet.

Die Verarbeitung und das Design des Kabels kann überzeugen. Es ist etwas starr und neigt zum Verdrehen was wohl an der Bauform liegt. Mir gefällt es aber sehr gut, wobei es auch ein bisschen dezenter sein könnte. Das Kabel zählt zu einem der besseren Kabel die ich bei Kopfhörern dabei hatte.

Die Hörer

Woran erkennt man welchen Hörer man von THIEAUDIO besitzt? Nur an dem Design! Es ist außergewöhnlich dass beide Hörer nur mit THIEAUDIO beschriftet wurden und auf den Typ verzichtet wird. Ist es etwa eine Marketingstrategie um zu zeigen, dass THIEAUDIO auf so etwas verzichten kann?

Die Perlmutkiesel mit dem Übergang in die schöne Blau und Grün schimmernde Fläche der Faceplate des Monarch erinnert mich an das Ufer eines Sees oder eines Flusses. Die Farben und das Schimmern haben etwas beruhigendes und harmonisches was auch den Namen „König“ würdig ist.

Das recht große Gehäuse besteht aus einem leicht transparenten Kunstharz und wurde dem menschlichen Gehörgang nachempfunden. Je nach Lichteinbruch kann man sogar einen Blick auf die einzelnen Treiber erhaschen.

An der Oberseite der Hörer wurde eine Ausgleichsbohrung platziert, die mit einem sehr feinen Gitter verhindert, dass etwaiger Schmutz ins Innere der Hörer gelangt. THIEAUDIO hat die Bohrung auch zum Markieren der Hörerseiten genutzt. So besitzt der Rechte einen roten Ring und der Linke Hörer einen blauen Ring.

Die Nozzles wirken sehr kurz und wurden aus Metall gefertigt. Auch hier schützt ein Gitter das Innenleben vor Schmutz und Ohrenschmalz. Bei dem gesamten Gehäuse wird auf Gravuren oder Beschriftungen verzichtet was einen Touch von Exklusivität und Individualität mit sich bringt.

Die Verarbeitung des Monarch ist auf einem tadellosen Niveau und wirkt wie aus einem Guss. Auch das Design zählt zu den schönsten was ich jemals gesehen habe. Ich bin froh, dass ich den Schritt gewagt habe und den Monarch mein Eigen nennen darf.

Das Case

Zum Case gibt es gar nicht viel zu erzählen. Ich bevorzuge solche Hardcases mehr als diese Säckchen oder diese Billig wirkenden Cases aus Kunstleder.

Ich bin mir nicht sicher ob man das Case so kaufen kann, oder ob THIEAUDIO selbst diesen Memoryschaum im Inneren eingeklebt hat. Dieser schützt den Monarch samt Adapter und Kabel einwandfrei. Wer möchte, könnte das Case sogar absperren oder das mitgelieferte Nylonband zum Transport benutzen.

Einzig das aufgeklebte Logo wirkt etwas billig und hätte auch anders beschriftet werden können.


Tragekomfort

Die Form des Gehäuses hat sich bei mir als überaus passend erwiesen und punktet in Verbindung mit den mitgelieferten Spinfit Tips im Tragekomfort und Seal. Hier hatte Ich auch beim Lieferumfang verdammt viel Glück wo ich fest der Annahme bin, dass ihr nicht drum rum kommen werdet, euch alternative Silikon Tips zu kaufen. Ich muss die Hörer sogar aus meinem Gehörgang drehen, so gut sitzen die bei mir… Außer ihr bevorzugt Foam Tips, dann könnte Euch der Lieferumfang ebenfalls ausreichen.

Das Gehäuse ist wegen der Anzahl der verbauten Treiber etwas groß geraten. Mich und mein Ohr stört es überhaupt nicht. Leute mit kleineren Ohren könnten hier aber evtl. Probleme haben. Auch der vorgeformte Ohrbügel oder Earhook hat einen optimalen Radius was dem grandiosen Tragekomfort zuspielt.

Der THIEAUDIO Monarch erweist sich bei mir als langzeittauglich und stört auch nach einer längeren Hörsession überhaupt nicht. Auch das Gewicht der Hörer fällt recht gering aus was den Ohren zugute kommt.

Schluss mit der Euphorie, denn einen Kritikpunkt habe ich. Das Kabel in Verbindung mit den Adaptern baut verdammt hoch auf. Das bedeutet, dass der Tragekomfort des DAPs in der Hosentasche brutal leidet. So eignet sich das Kabel eigentlich nur im stationären Gebrauch Zuhause. Aus diesem Grund verwende ich am Monarch mein Customkabel von Audioverse.


Klangqualität

Vorwort

In einem Bericht aus China wird der THIEAUDIO Monarch beim Ranking in der selben Kategorie wie der Sony IER-Z1R, der Vision Ears VE8, der 64 Audio A/U12t (Hier geht’s zum Test), der Vision Ears Erlkönig und der Empire Ears Odin gelistet. Wo einige das Ranking S erhielten, so erhielt der Monarch S-. Das soll bedeuten, dass diese Kopfhörer einfach gehört werden müssen, da hier das Klangerlebnis das Beste ist was aktuell geboten wird. Zwei Sterne deuten darauf hin, dass der Monarch ebenfalls die Preisklasse neu definiert. Ihr habt nun die Namen gelesen und wisst bestimmt in etwa die Preise der Hörer. Hier soll der Monarch mitspielen können? Ich weiß es nicht, aber er ist klanglich auf einem verdammt hohen Niveau!

Klangcharakter

Der THIEAUDIO Monarch spielt sehr energisch und hat trotzdem einen recht neutral abgestimmten Klang mit einem leicht warmen Touch. Die Mitten spielen auf einer Höhe, soll heißen, das Instrumente und der Gesang nahezu gleichgestellt sind. Wer also eine hörbare Präsenz der Instrumente oder des Gesangs sucht und bevorzugt, sollte evtl. einen Bogen um den THIEAUDIO Monarch machen.

Die Höhen empfinde ich als überaus luftig und klar mit einem feinen und leichten Touch an Brillanz. Ein Freund von mir hat mir einen schönen Vergleich genannt. Er meinte, dass er beim Hören des Monarch das Gefühl hätte, in der Musik zu schweben. Anfangs konnte Ich mir darunter überhaupt nichts vorstellen, dann habe ich ihn gehört und ja Max… Ich habe ein ähnliches Empfinden. Durch die Luftigkeit der Höhen kommt einem die Musik nahezu schwerelos vor. Ich erwische mich immer wieder, wie ich das Gefühl habe mal zwischen den Drums und dem Bass zu stehen und im nächsten Augenblick neben dem Sänger und der E Gitarre stehe. So ein Gefühl hatte ich bis dato noch nie.

Aber was ist mit den Tiefen und dem Bass. Joa.. Hier langt der Monarch ordentlich zu. Vor allem die Bässe wurden ordentlich angehoben und bringen jedes Schlagzeug und jeden Bass verdammt energisch zur Geltung. Schlagzeug bei Metal habe ich so präsent und präzise noch nie gehört. Wahnsinn! Ebenfalls gut gefällt mir, dass die Höhen nicht als Gegengewicht zu den Tiefen erhöht wurden. Die meisten Hersteller nutzen diese Abstimmung sehr gerne, aber nicht THIEAUDIO.

Der Klang im Detail

Ich habe den THIEAUDIO Monarch an meinem iBasso DX220 MAX (Hier geht’s zum Test) und an meinem iBasso DX160 (Hier geht’s zum Test) mit dem Customkabel von Audioverse mit 4,4mm Pentaconn Stecker gehört. Mir gefällt der Monarch am DX160 etwas besser und habe die Klangbeschreibung mit ihm in Verbindung verfasst.

Die Tiefen und Bässe

Die Bässe dominieren den Klang des Monarchen ein klein wenig. Sie sind energisch und spielen überaus präzise. Jeder Bass trifft kurz und direkt das Trommelfell. Die Bässe weisen eine gute Struktur auf und haben einen schnellen und trockenen Punch. Jede Drum sitzt perfekt und auch der Tiefbass hebt sich gut ab. Ebenfalls die Saiten des E-Basses kommen zur Geltung und überzeugen von Direktheit. Männlicher Gesang spielt unverfälscht und genau. Sie müssen sich den Bässen und den Instrumenten etwas unterordnen, verlieren aber nicht an Präsenz.

Die Mitten

Die Mitten präsentieren sich auch sehr gut positioniert und klar. Ich habe beim Monarch kein Problem die einzelnen Instrumente zu analysieren und rauszuhören. Ein gutes Gitarrensolo kommt in meinen Ohren noch ein Stück weit besser zur Geltung. Im allgemeinen wird die E Gitarre hervorgehoben und spielt wie die männliche Vocals bei Metal etwas unter der Dominanz der Bässe. Jedoch kann sich die Gitarre etwas besser positionieren und dominieren. Weibliche Vocals wirken etwas intimer und kommen gut in den Vordergrund. Auch in Verbindung mit mehreren Instrumenten rücken sie nach Vorne.

Die Höhen

Die Höhen lösen sehr gut auf und wirken nie zu spitz. Die Klangfarben kommen sehr gut zur Geltung und auch genügend Brillanz ist vorhanden. Die höheren Stimmlagen der Damen werden nie zu penetrant und bleiben in einem sehr angenehmen Rahmen. Auch ein jeder Beckenschlag dringt durch den instrumentenmix. Von Zischlauten ist nichts zu hören und die oberen Höhen versorgen den Klang mit einer derartigen Luftigkeit, wie ich sie noch nie zuvor gehört habe.

Seperation und Bühne

An Details bezüglich der Ortung der Instrumente fehlt beim Monarch überhaupt nichts. Die Bühne wirkt eher mittel bis klein. Das faszinierende an der ganzen Sache ist das Wechseln der Position wärend eines Titels. Es wäre, als würde man auf der Bühne hin und hergeworfen werden. Von den Drums zur Gitarre, hin zum Gesang und wieder zurück zum Bass… Die Instrumente wechseln sich perfekt ab und spielen immer wieder individuell im Vordergrund. Wenn dann die gesamte Band auf die Kacke haut, steht man genau vor der Bühne und bekommt die volle Ladung ab. Geil!

Wenn Ich die Höhen höre, könnte ich mir auch gut vorstellen, dass diese etwas angehoben werden bei der Frequenzkurze. Dadurch, dass sie aber so dezent und ohne Spitzen spielen, fällt es mir sehr schwer dies auch so zu hören. Da die Mitten ebenfalls energisch wie die Höhen spielen wirkt der Mix eher linear mit leichten Nuancen einer Anhebung. Die Bässe sind je nach Track penetrant bis sanfter in der Empfindung. Bei einigen Liedern sind sie auch mir ein wenig zu schroff und heftig. Bei anderen sind sie dann wieder genau richtig. Ob Euch diese Abstimmung gefällt, dass müsst ihr entscheiden…


Songbeispiele

Metallica – Wherever I May Roam

Genial. Das ist einer der ersten Tracks den Ich mit dem Monarch gehört habe. Auch heute nach der New Toy Euphorie überzeugt mich der Track noch genauso. Gleich zu Beginn sitzen die Saiten der Gitarre kristallklar. Auch das Schlagzeug von Lars habe ich so noch nie gehört. Der erste Drum dröhnt sofort und knackig an mein Trommelfell. Die Gitarre setzt nun schneller ein und gerät in den Hintergrund. Der E Bass spielt dezent im Hintergrund und wirkt nie verfälscht. Der Gesang von James ist wie der Bass etwas im Hintergrund. Aber bei weiten nicht so sehr. Er punktet mit klarer Aussprache und einer wärmeren Klangfarbe. Genau hier habe ich dieses erwähnte Phänomen. Die Band haut mich von Seite zu Seite… mal bei James und Kirk, dann zu Lars und Jason. Der Track sollte eigentlich für Demozwecke des Monarch dienen. Ich bin begeistert.

Metallica – Enter Sandman

Der zweite Track aus dem fünften Album was hier nun erwähnt wird. Hier ist es ähnlich wie bei Wherever I May Roam aber der E-Bass und das Schlagzeug mit den Beckenschlägen ergibt eine Harmonie der man Stunden lang zuhören kann. Selbst die Saiten des Basses sind spürbar bis James mit seinem absolut klaren Gesang auf die Bühne kommt. Hier kommt der Gesang mehr in den Vordergrund und auch das Hauchen im Hinterkopf beschert Gänsehaut. Die Gittare von Kirk ist bis auf sein grandioses Solo etwas weniger im Vordergrund. Ich würde mich bei diesem Track eher als festen Punkt beschreiben der zwischen dem Schlagzeug, dem Bass und dem Gesang steht. Das kurze „Gespräch“ mit James und dem Kind bleibt sehr schön intim.

Tyler, The Creator – Yonkers

Ein etwas schräger Rap, aber geil. Die düstere Stimme von Tyler überzeugt mit klarer Rauheit der Stimme mit einem Drang nach vorne zu gehen. Die Trommel im Hintergrund hält sich mit dezenten Schlägen zurück. Der einsetzende Bass ist brummend wie er gewollt ist. Die Sprechparts mit der Stimme aus dem Düsteren ist und bleibt schön klar. Auch diese verzerrte Stimme überzeugt mit Klarheit. Zum Finale springt der brummende Bass noch von Ohr zu Ohr und hat eine sehr gute Räumlichkeit. Sprechgesang ist beim Monarch gut, aber nicht perfekt. Er wirkt auch etwas steriler und kühler

Refused – Dawkins Christ

Der zarte Frauengesang hat von Beginn etwas harmonisches in der Stimme und lässt uns glauben, dass der Track nicht so knallig ist wie er noch wird. Die Gitarre und der Bass bauen nach und nach mehr Spannung auf und werden von den Drums unterstützt. Die Gitarre haut die ersten Riffs raus und das Schlagzeug bekommt Rhythmus und der Punk beginnt… Der Gesang hat dieses schöne Krächzten in der Stimme wie man es von Refused gewohnt ist. Der Song gewinnt immer mehr an Dynamik und der Bass überzeugt in den ruhigen Pausen. Der Song fesselt von Anfang an bis zum Schluss mit einer mitreisenden Stimmung. Ich liebe es.

The Pretty Reckless – My Bones

Am Anfang denkt man zwar das die schönen präzisen Schläge und der Bass dominieren. Aber ganz falsch. Der Gesang hat hier die Hosen an. Er ist gleich beim Einsatz im Vordergrund und spielt den ganzen Track sehr präzise. Die Klangfarbe hat etwas weiteres und hallendes in der Stimme. Hier ist es so, als würde der Song ganz allein für mich gespielt. Der ordentliche Mix hindert mich nicht daran mich auch auf jedes einzelne Instrument fixieren zu können. Im Refrain geht die Stimmlage schon recht hoch, bleibt aber ganz klar und natürlich.

Modeselektor – Godspeed

Ich gebe zu, ich habe gedacht, dass der Monarch mit elektronischer Musik dank seiner Abstimmung sehr gut zurecht kommt. Aber er spielt diesen Track irgendwie ganz anders. Er spielt ihn mehr musikalisch und lässt einen in diesen Track eintauchen. Je mehr der Track aufgebaut wird umso energischer wird der Monarch. Die Bässe sind nicht übertrieben geboostet und spielen mehr harmonisch zur Musik. Ich habe hier eher gedacht, dass mir Modeselektor gleich das Trommelfell wegbläst, aber nee. Der Monarch macht hier sein ganz eigenes Ding. Es klingt für mich etwas falsch. Oder ich habe den Track einfach nie wirklich so gut gehört und man muss sich noch daran gewöhnen?

Welches Genre macht der THIEAUDIO Monarch verdammt gut? Japp, Rock und Metal. Da lässt er einen richtig vertiefen und bringt jeden Song sowas von gut rüber. Das macht verdammt viel Spaß und aus dem Wippen meines Fußes komme ich nicht mehr raus. So soll das sein. Er kommt auch mit anderen Genres gut zurecht, aber eben nicht perfekt. Entweder ist es die Umstellung dank der neuen Abstimmung des Klangs oder er ist einfach nicht der von vielen gewünschte Allrounder. Seien wir uns doch mal ehrlich, den gibt es kaum… Das ist auch der Grund warum ich sechs Paar InEars Zuhause hab.


Fazit

Mein Fazit fällt überaus Positiv aus. Ich kann beim Monarch fast nur Lob aussprechen und diese Abstimmung des Klangs macht einfach verdammt großen Spaß!

Die Verarbeitung ist einwandfrei und das Design eines der schönsten das ich je gesehen habe. Auch das mitgelieferte Kabel ist von sehr hoher Qualität. Lediglich der Lieferumfang fällt sehr dürftig aus, was von mir etwas kritisiert wird.

Klanglich kratzt der THIEAUDIO Monarch am Campfire Ara. Aber kennt ihr den Preisunterschied? Der Monarch kostet weniger als die Hälfte des Ara und ist somit in Sachen Preis / Leistung ein absoluter Tipp.

Konnte ich Euch evtl. umstimmen was die hochpreisigen Kopfhörer aus China anbelangt? Mich konnte er nämlich absolut überzeugen…

THIEAUDIO Monarch | Bewertung

9.8

KLANG

9.7/10

VERARBEITUNG

10.0/10

TRAGEKOMFORT

9.5/10

PREIS/LEISTUNG

10.0/10

Pros

  • außergewöhnlicher Klang
  • Luftige Höhen
  • Atemberaubendes Design
  • Hervorragende Passform

Cons

  • Lieferumfang dürftig
  • kein EU Shop
  • nur ein Paar Silikon Tips
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